EOS R5 Firmware 1.1 ist raus

Auch wenn sich die R5 mit der 1.0-Firmware schon sehr solide anfühlt, hab ich damit gerechnet, dass früh ein Update kommt. Und das nächste für den besseren IS mit dem RF100-500mm f4,5-7,1L IS USM ist auch schon angekündigt.
Das Update erscheint in Kürze hier:
https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r5.html?type=firmware
Wer auf den anderen Canon-Seiten sucht, findet es schon jetzt, ich habe es schon aufgespielt von Canon UK.
Interessant ist, dass Canon die Rhetorik zur R5 als Videokamera herunter fährt. Ich halte die R5 für nach wie vor großartig, aber im Marketing hat Canon daneben gegriffen. Wer *die* 8K-Videokamera erwartet hat, ist nun enttäuscht, dass die R5 wahrscheinlich die beste Kamera für Fotografie überhaupt ist und nebenbei sehr gute Video-Specs besitzt, ging dabei unter.
Übrigens: Die R6 ist ab heute auch erhältlich, ich werde auch zu der bald etwas schreiben.

Canon EOS R5 erste Eindrücke

Ich habe mit der R5 nun ein paar Tausend Bilder gemacht (klingt viel, geht aber sehr schnell) und möchte von meinen Erfahrungen berichten. Erster Eindruck im Laden: solide, super Sucher, erstaunlich leise, Ergonomie top, kann aber den Handgriff vertragen, zumindest wenn man selbst etwas größer ist.

Im Job ist das Klappdisplay sehr praktisch, gerade wenn man enge Räume fotografieren muss. Der Bildstabilisator ist wirklich erstaunlich, mit dem RF 35mm f1,8 habe ich 2s aus der Hand belichtet und das Bild war scharf, Das EF 16-35 f4L schneidet bei der Stabilisierung an der R5 allerdings schlechter ab. Ich hatte keine Probleme mit IS und Stativ.

Der Sucher ist sehr gut, auch bei schwachem Licht kein Rauschen oder Schmieren, es ist wohl die gleiche Bildschirmeinheit wie bei der A7R4, das Bild an der Sony sieht aber pixeliger aus, wenn man fokussiert hat (=den Auslöser angetippt). Die Kamera ist extrem responsiv, die AF-Rückmeldung ist sehr schnell, das Verschieben des Fokuspunkts auf dem Display ist verzögerungsfrei. Wenn Sie den Sucher auf 120 fps stellen, ist er auch für schnelle Motive gut geeignet.

Die der Tier-AF der R5 macht wirklich Spaß

Erste Videotests sind extrem vielversprechend, der IS arbeitet gut, die Qualität ist toll, alles lässt sich intern aufzeichnen. Wer nur Video machen möchte, kann vielleicht noch etwas abwarten, bis das Überhitzungsthema geklärt ist. In 8K oder den schnellen 4K-Modi wird die Kamera nach gut 20 bis 35 min so warm, dass sie die Videoaufnahme erst einmal einstellt, um abzukühlen.

Um die Kamera nicht nur im fototechnisch etwas drögen Job kennenzulernen, habe ich Makros und Tieraufnahmen gemacht. Ich habe eine A7R3 und kenne die A7R4 ganz gut, aber die R5 fühlt sich noch einmal eine ganze Ecke besser an im AF. Ich vermute, dass sorgfältige Vergleichstests ergeben werden, dass die R5 den besten AF aller lieferbaren Kameras hat. Und das in Verbindung mit 20 Bildern pro Sekunde und 45 MP. Für Naturfotografen ein Traum. Gesichts- Und Augenerkennung ist nach ersten Tests auch sehr gut und schnell, die AF-Abdeckung geht praktisch über den ganzen Sensor, ca. bei f7,1 wird sie zu einem großen Rechteck, dass immer noch das meiste abdeckt und bei Blende 11 zu einem großen Quadrat in der Mitte. Ich habe nur bis f13 Anfangsblende testen können, aber der AF soll auch noch mit f22 funktionieren. Das 800mm STM macht einen recht guten Eindruck, scharf und einigermaßen schnell. Mit 800 mm unregelmäßig bewegten Zielen zu folgen ist aber sehr schwierig.

Objektive am Adapter arbeiten problemlos und genau, genauer als an jeder DSLR. Es kann sein, dass es Ausnahmen bei Fremdherstellern und alter Firmware gibt, aber Umsteiger müssen nicht befürchten, dass sie alles neu kaufen müssen.

Die Kamera verbraucht recht viel Strom, das ist in der Praxis aber kein echtes Problem. Ich habe heute 1138 Aufnahmen gemacht und dabei 2 Akkus verbraucht, allerdings war einer davon ein Canon-Akku von 2012 (Status: rot) und der andere ein normaler 2 Jahre alter Patona, der noch die normale Kapazität erreicht. Mit der Kamera mitgeliefert wird ein kompatibler aber stärkerer Akku, der noch ein bisschen länger halten sollte als meine zufälligen Fototaschenfunde.

Die Bildqualität wirkt sehr gut, auch wenn man sie Schatten stark aufhellt. Im Moment kann aber erst Canons DPP und der DNG-Konverter von Adobe mit den cr3-Daten umgehen. Der Dynamikumfang ist sehr gut, ich werde das nochmal exakt vergleichen, aber die ersten Tests sind super und besser als ich es erwartet habe.

Fokus Bracketing ist gut zu verwenden, bei 20 Bildern pro Sekunde auch aus der Hand, DPP braucht recht lange zum Zusammenrechnen, macht das aber auch ganz gut, wobei ich natürlich noch nicht alles ausgiebig testen konnte.

Der leise Verschluss erzeugt zwar etwas Rolling Shutter, wenn ich es provoziere. In der Naturfotografie habe ich ihn bislang nicht als Einschränkung empfunden. Mit 900 Millionen Pixeln pro Sekunde erzeugt man aber enorme Datenmengen, ich werde mir angewöhnen müssen, die Bildwiederholrate an den Einsatzzweck öfter anzupassen. Die Ergebnisse sind aber atemberaubend, gerade bei der Vogelfotografie.

600mm, Bildausschnitt

Ich werde diesen Bericht ergänzen, wenn ich mehr Erfahrungen mit der Kamera gesammelt habe. Es ist jetzt schon klar, dass meine Sony-Objektive zum größten Teil verkauft werden, dass Spiegelreflex vorbei ist und dass das R-System eine große Zukunft hat. Der Schritt von der EOS 5D zur 5D Mark II war groß, aber der von der R zur R5 ist viel größer, mein erster Eindruck entspricht aufrichtiger Begeisterung.

Viele neue Canon-Produkte am 9.7

Übermorgen ab 14.00 sendet Canon einen Livestream, in dem eine Menge neuer Produkte vorgestellt werden werden. Die neuen EOS R6 und R5, die einen sehr großen Schritt nach vorne für das R-System bedeuten werden und vorraussichtlich auch eine ganze Anzahl neuer Objektive:

Canon RF 85mm f/2 IS STM Macro
Dieses Objektiv ist wohl ähnlich positioniert wie das RF 35mm f1,8, das ebenfalls bis 1:2 im Macro-Bereich geht

Canon RF 100-500mm f/4-7.1L IS USM

Canon RF 600mm f/11 IS STM

Canon RF 800mm f/11 IS STM

Canon RF 1.4x und 2x Teleconverter

Die beiden langen Teles scheinen ersten Bildern zufolge ausziehbar wie ein Fernrohr aus Piratenfilmen zu sein, so dass sie zusammengeschoben hochkant in die Fototasche passen. Anfangsblende 11 klingt erstmal seltsam, aber wenn das nicht zu teuer wird, kann das sehr interessant sein, vor allem, wenn der AF der neuen Kameras perfekt mitspielt.

Ein Canon RF 50mm f/1.8 IS STM und ein Canon RF 70-200mm f/4L IS USM sollen sich auch in der Roadmap befinden, ob diese auch schon vorgestellt werden, ist nicht sicher.

Hier geht es zum Livestream: https://www.canon.de/pro/events/reimagine-live-event/

Die EOS R5 Bild: Canon

Ich vermute, dass damit auch das Ende der Vollformat-DSLRs bei Canon eingeleitet wird, denn eine DSLR würde gegenüber der neuen Generation der Spiegellosen kaum Vorteile und einige Nachteile haben. Ich selbst arbeite jetzt schon gerne mit der R, die neuen Kameras werden allerdings sehr viel schneller sein, einen besseren Sucher besitzen, enorme Videomöglichkeiten ohne Crop, Bildstabilisator und einen besseren AF besitzen. Der letzte ähnlich große Schritt bei Canon kam mit der 5D Mark II, die eine doppelte Auflösung, Video, Livebild und drei ISO-Stufen mehr brachte. Zu der Zeit kam auch eine neue Objektivgeneration, die deutlich besser war und z.B. das 24mm f3,5L TS-E brachte.

Der Chaos Computer Club bezeichnete sich als “gigantischen Teil eines winzigen Sicherheitssystems”, übermorgen wird analog dazu ein historischer Tag in einem eher unbedeutenden Bereich. Für Fotografen und Filmer trotzdem spannend und wichtig.

“Objektive” bei Pixar

In meinem Objektivbuch deute ich an, dass sich Filmer noch mehr mit dem richtigen Objektiv beschäftigen als die meisten Fotografen das tun. Für Starwars wurden extra Objektive gebaut, die ein Kontrastverhalten wie in den 70er Jahren hatten. Für Lighthouse wurden uralte Objektive wiederverwendet und auf SW-Film gedreht. Aber das geht noch weiter, selbst bei rein computeranimierten Filmen werden die optischen Eigenschaften von Filmobjektiven bis ins kleinste simuliert. Am Beispiel von Toystory 4 zeigt dies das lesenswerte Film-Blog Nofilmschool (englisch) auch im Video:

https://nofilmschool.com/toy-story-4-pixar-cinematography

EOS RP Firmware 1.4

https://www.canon-europe.com/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-rp.html?type=firmware

Für die EOS RP ist eine neue Firmware erschienen. Canon hat auf seine Video-Nutzer gehört und 24 FPS nachgerüstet (Kinostandard). Zudem wird das RF85mm F1.2 L USM DS nun von der Kamera unterstützt. Für die meisten RP-Nutzer sind diese Änderungen nicht so wichtig, wer aber noch eine Firmware unterhalb von 1.3 auf der Kamera hat, sollte in jedem Fall updaten, da der AF deutlich verbessert wurde.
Ich war heute morgen mit meiner EOS R in der Natur. Auch wenn ich seit Anfang an gut mit ihr arbeiten konnte, mit der neuen Firmware ist das noch mal eine andere Welt und die Canon kann nun mit den besten Kameras des Marktes mithalten (bei der R ist ebenfalls Firmware 1.4 aktuell, das ist auch die, die die AF-Verbesserung gebracht hat).

Neues von Nikon

Nikon hat eine neue Kamera vorgestellt, die Z50, die erste APC-C-Kamera im Z-System. Das bedeutet, dass sich in Zukunft APS-C- und Vollformatkameras bei Nikon ein Bajonett teilen werden, was es Aufsteigern etwas erleichtert, zumal, wenn Sie auch schon Objektive gekauft haben, die den Bildkreis des Vollformats auszeichnen. Bei Canon ist das nicht so, ein RF-Objektiv passt nicht an eine M-Kamera, nur über EF gibt es eine gemeinsame Basis. Nikon hatte auch deswegen die Chance, bei den spiegellosen kleineren Kameras neu anzufangen, weil sie das Nikon-1-System so schön vergurkt haben, der Sensor war zu klein, um gegenüber Kompaktkameras einen Mehrwert zu bieten.

Längst angekündigt, aber nun bald lieferbar und mit einem Preis versehen: Das NIKKOR Z 58 mm 1:0,95 S Noct. Das wird nicht für jeden etwas sein, da es nur manuell zu fokussieren ist und knapp 9000€ kosten soll. Ich reagiere darauf nicht mit Unverständnis, das Leica Noctilux ist noch teurer und optisch nicht besser. Die Beispielaufnahmen lassen vermuten, das Nikon das Objektiv wirklich sehr gut hinbekommen hat.
Nikon hat eine Roadmap für das Z-System veröffentlicht, die recht gut aussieht, es kommt z.B. auch ein 50mm f1,2, ein 100-400mm und ein 200-600mm. Trotzdem denke ich, das Nikon am Anfang ein etwas leidenschaftsloses Portfolio gezeigt hat, da hat Canon mehr Gefühl für die Kunden bewiesen. Wer ein neues Kamerasystem bringt, sollte auch Objektive auf den Markt bringen, die alleine schon den Wunsch nach der neuen Kamera rechtfertigen. Nun, zumindest ist der Preis des Noct so hoch, dass eine neue Kamera dazu auch nicht mehr ins Gewicht fällt 😉

Objektivbuch: Downloadbereich aktualisiert

Für den Downloadbereich der vierten Auflage der Großen Fotoschule habe ich einen neuen Bokehvergleich aufgenommen, der Porträtbrennweiten von 80-90 mm und ein Mittelformatobjektiv mit 110mm Brennweite (mit vergleichbarem Bildwinkel) umfasst.

Da dieser auch für einige Leser meines Objektivbuchs interessant ist, finden diese den Objektivvergleich ab sofort auch im Downloadbereich dieses Buchs. Neben den schon bestehenden Vergleichen von Normalobjektiven.

Canon EOS 90D und EOS M6 Mark II vorgestellt

Canon hat zwei neue Kameras vorgestellt, die sich sehr ähneln, da sie den gleichen Sensor verwenden. In den Details gibt es einige Unterschiede. Die Kameras stellen deutliche Updates zu ihren Vorgängerversionen da und lassen auf gute weitere Kameras hoffen. Bislang hat Canon bei 4K-Video zumeist nur einen kleinen Teil des Sensors ausgelesen, so dass sich im Video ein Cropfaktor von z.B. 1,74 im Verhältnis zu einer Fotoaufnahme ergab. Damit ist nun Schluss, beide Kameras verwenden die volle Sensorbreite.

Der Sensor löst 32,5 MP auf, erste Raw-Daten sehen auch nach einem guten Dynamikumfang aus. Die 90D schafft 10 Bilder pro Sekunde, auf eine EOS 7D Mark III sollten Sie deswegen nicht mehr warten, die wird wohl nicht mehr kommen. Die M6 Mark II schafft 14 Bilder pro Sekunde und hat einen Raw-Burst Mode, bei dem sie 30 Bilder pro Sekunde von 75% des Sensors auslesen kann. Kurz zum Vergleich: Die alte M6 erreichte 7 Bilder pro Sekunde bei 24MP und unterstützte nur full HD Video. Das ist also ein gewaltiger Schritt nach Vorne.

Die Eos 90D bietet einen elektronischen (leisen) Verschluss mit Belichtungszeiten bis zu einer 1/16.000s, der Akkugriff ist seit der 70D gleich geblieben. Mit 1299€ ist sie ein Stück teurer als die EOS M6 II (929€), der Unterschied relativiert sich ein wenig, weil der elektronische Sucher bei der M6 II ein Extra ist, dass knapp 200€ kostet. Wenn Sie EF-Objektive anschließen wollen, benötigen Sie auch den EF-EOS M Adapter, so dass es keine Preisfrage, sondern ein grundsätzliche System- und Ergonomiefrage ist, welche Kamera Sie bevorzugen.

Wenn Sie die Sensorauflösung auf Vollformat umsetzen, ergäben sich ca. 83MP, die immer noch recht schnell ausgelesen werden können. Wir dürfen also auch auf die hochaufgelöste EOS R gespannt sein, auch weil diese dann wohl IBIS, also Bildstabilisierung über den Sensor, mitbringen wird. Die R-Profizooms 15-35, 24-70 und 70-200mm, alle mit f2,8 und IS kommen dieses Jahr noch auf den Markt.

https://www.canon.de/cameras/eos-m6-mark-ii/specifications/

https://www.canon.de/cameras/eos-90d/specifications/

Neues vom Fotomarkt

Canon hat ein 24-240mm-Objektiv für die EOS R-Kameras herausgebracht. Ich bin kein Freund von Superzooms, aber ich vermute, dass Canon dabei viel richtig gemacht hat und das eine gute Wahl sein wird, für Leute, die trotz Vollformat leicht reisen möchten.

Sony hat ein 35mm f1,8 veröffentlicht, das einen sehr guten Eindruck macht und eine echte Lücke im Angebot schließt. Bislang gab es als kleines 35er nur das Zeiss, dass ich nicht besonders mochte und das auch nur f2,8 bietet. Mit 699€ UVP wird es wahrscheinlich einen ähnlichen Erfolg haben wie das 85mm f1,8. UPDATE: Das Objektiv konnte ich inzwischen kurz testen. Es wirkt noch kleiner als ich es mir vorgestellt hätte, die AF ist sehr fix und leise. Die Schärfe ist bei Offenblende sehr gut, lässt zu den Ecken aber sichtbar nach (erwartungsgemäß). Die LoCa (Farblängsfehler) ist deutlich sichtbar, kontrastreiche Kanten hinter der Schärfeebene bilden einen grünen Saum. Gesamteindruck wirklich gut, das Objektiv wird wahrscheinlich auch noch ein wenig günstiger werden, das 85er ist seit seiner Vorstellung um knapp 100€ im Straßenpreis gesunken.

Fujifilm hat ein Pancake für Mittelformat auf den Markt gebracht (angekündigt war das GF 50mm F3,5 R LM WR schon lange), dass die GFX 50R auf gerade eben über ein Kilo bringt, was für eine Mittelformatkamera mit Objektiv wirklich wenig ist. Die Schärfe reicht für 100MP, jedenfalls bis kurz vor dem Rand. Das GF 45mm f2,8 ist allerdings auch nicht besonders schwer, bietet etwas mehr Bildwinkel und Lichtstärke und ist ebenfalls sehr scharf.

Sony hat die A7R IV vorgestellt, die ab Ende August für knapp 4000€ erhältlich sein wird. Sie hat einen 61MP-Sensor mit 15 Blenden Dynamikumfang, einen verbesserten AF, einen besseren Sucher, bessere Wetterabdichtung, und die AF-Punkte im Sucher lassen sich endlich farbig anzeigen. Der zweite Kartenslot unterstützt nun auch UHS II. Das ist wahrscheinlich die beste Allroundkamera, die man kaufen kann, aber mich reizt die vorerst nicht. Die Vorteile zu A7R III scheinen mir in der Praxis zu gering, die Kamera als “Medium Format Quality” zu bewerben ist Quatsch, das weiß jeder, der wirklich einmal mit Mittelformat gearbeitet hat, ein großer Sensor ist nur mit Auflösung und Dynamik eben nicht zu schlagen. Es gibt auch immer noch kein besseres Menü, keine vernünftige Touchscreen-Unterstützung, der Rolling Shutter-Effekt mit dem leisen Verschluss ist immer noch fies, im Videobereich hat sich außer verbessertem AF nicht viel getan. Und weil die A7R III nicht mal zwei Jahre alt ist, fällt es auch nicht schwer, eine Generation auszusetzen.
Für mich wird die Vorstellung der hochauflösenden EOS R wahrscheinlich das spannendere Event. Die wird die Sony wohl in der Auflösung übertreffen, zwei Kartenslots und IBIS mitbringen. Nikon wird wohl ebenfalls eine Kamera mit dem 61MP-Sensor herausbringen, der Konkurrenzkampf auf dem Fotomarkt ist bei sinkenden Gesamtumsätzen sehr hart, es kann sein, dass das auf Dauer zum Rückzug von ein oder zwei Kameramarken führt, die momentan einstellige Prozentzahlen als Marktanteile vorweisen. Ich hoffe das nicht, ich würde jede davon vermissen.
UPDATE: Ich hatte die A7R4 heute in der Hand. Der Sucher ist sehr deutlich besser als bei der A7R III, der Body liegt besser in der Hand, die Bedienelemente sind haptisch besser, nur das Daumenrad auf der Rückseite wirkt zu kantig, so als hätte man einen Arbeitsgang gespart, der es perfekt gemacht hätte. Die Kamera wirkt insgesamt qualitativ hochwertiger, die A7R III hat dagegen den Charme eines Prototyps. Das Verschlussgeräusch ist deutlich leiser und dezenter geworden, in etwa vergleichbar der EOS RP. Die Rückschau in 1:1 dauert irritierend lange. Während die bei meinen Canons sofort kommt und bei der A7R III einigermaßen schnell, scheint es bei der A7R4 gut zwei Sekunden zu dauern, nicht ganz so schlecht wie bei der A7R2, aber immer noch zu lange.

Die Fuji GFX 100S ist nun erhältlich, ähnliche Sensortechnik wie bei der A7R IV, aber größerer Sensor und 100MP. Das ist für fast alle meiner Leser und mich eher theoretisch interessant, aber Sie können sich ja den Spaß machen und im Netz nach Raw-Bildern suchen, dann wissen Sie, was Mittelformatqualität bedeutet. Und das ist noch ein eher kleiner Sensor im Mittelformat, bei den größeren werden die Kameras aber sehr umständlich und die Preise erinnern eher an einen guten Neuwagen als an eine Kamera.

Neu: RF85mm f1,2, Fuji GFX 100

Canon hat das Profi-85er für das RF-Bajonett vorgestellt. Anfangsblende f1,2, phantastische Schärfe und schönes Bokeh.

https://www.canon.de/lenses/rf-85mm-f1-2l-usm/

Das Objektiv hat nur zwei Nachteile: 1195g und 2999€ UVP. Profis werden diese Nachteile in Kauf nehmen, wenn Sie dafür perfekte Ergebnisse und Produktionssicherheit erhalten. Alle anderen sollten nicht meckern, wie das in Netz häufig zu hören ist, denn Canon hat günstigere Alternativen im Programm (Canon EF 85mm 1:1,8 USM für 359 €, Canon EF 85MM F/1.4L IS USM für 1479 €) und Canon macht auch keine obszönen Gewinne. Wie bei jeder Aktiengesellschaft können Sie sich die Bilanz selbst anschauen. Fast 3000 € sind sehr viel Geld, aber das ist auch ein reeller Preis für die gebotene Leistung.

Canon RF 85mm f1,2L USM Bild_ Canon

Für die EOS R und noch mehr für die EOS RP ist dieses Objektiv Overkill, die volle Schärfeleistung wird erst mit höher aufgelösten Sensoren nutzbar. Canons Objektivprogramm für RF ist bislang hauptsächlich auf eine noch kommende Profikamera zugeschnitten, es gibt Gerüchte von über 70 MP Sensorauflösung. Ich gehe davon aus, dass Canon auch günstige 50 mm und 85 mm-Objektive bringen wird, ähnlich wie das RF35 mm f1,8 STM. Mir ist der Ansatz sympathisch, erst die Objektive zu bringen, die Profis zu Systementscheidungen bringen können und dann die Consumer-Produkte, zumal die EF-Objektive mit den Adaptern hervorragend funktionieren und dort nichts fehlt. Als ich auf der Photokina nach Canon zu Nikon ging und die Objekte zur Z sah, dachte ich “Wie, das ist alles?”. Canon hatte mit dem 28-70 f2L USM und dem RF50mm f1,2L USM einen sehr hohen Standard gesetzt. Nikon hat bei der Z-Reihe auch sehr viel richtig gemacht, bei der Adaptierbarkeit liegt Nikon vorne, es gibt sogar schon einen AF-Adapter für Sony-E-Mount-Objektive.

Die GFX 100 Bild: Fujifilm

Fuji hat seine neue Mittelformatkamera vorgestellt, wie bei der GFX 50R oder 50S ist der Sensor in der Diagonale 1,3 mal, in der Fläche 1,7 mal größer als Vollformat. Der neue Sensor hat allerdings 102 MP und Phasen AF und die Kamera bringt einen IBIS für 5,5 Blendenstufen längere Verschlusszeiten mit. Der bessere AF und die Bildstabilisierung wären für mich fast die wichtigeren Vorteile gegenüber dem Auflösungsgewinn. Die Auflösung ist allerdings nutzbar, da Fuji gute Objektive baut (das Fujifilm GF 110mm F 2 R LM WR ist ein Traum) und 102 MP auf Kleinbild 60 MP ergeben. Die Sony A7R IV wird meiner Vermutung nach genau diese Auflösung mitbringen und Canon wahrscheinlich noch mehr liefern. Gegen Ende des Jahres wird das normal sein und die Objektive werden schon heute nach solchen Anforderungen entworfen, wie das oben genannte RF85mm f1,2L USM.

Das eigentlich Interessante für mich ist, dass dies die erste Mittelformatkamera ist, die einer modernen Vollformatkamera nicht in vielen Punkten unterlegen ist. Bislang haben Sie Mittelformatkameras in die Hand genommen und sofort einen Unterschied in der Autofokusabdeckung des Sucherbilds (bei den Spiegelreflexmodellen) oder bei der AF-Geschwindigkeit (bei den Spiegellosen) bemerkt haben. Diese Kamera deckt fast 100% des Bildes mit dem AF ab, hat einen schnellen Nachführ-AF und macht 5 Bilder/s und 4K Video in 30fps. Der Mittelformat-Nachteil ist damit zum großen Teil aufgehoben, außer, Sie ahnen es bereits, beim Preis von 10.999 €.

Eine GFX 50R bekommen Sie bereits für 4.099 €, wenn die Vorteile der 100er wie IS und AF in eine nächste Generation dieser Kamera einfließen, dann wird für sehr viele Fotografen Mittelformat zu einer interessanten Option, wie es das zu analogen Zeiten auch schon war. Wenn Sie nicht ganz so schnelle Motive fotografieren, ist es das jetzt schon, zumal der Bildkreis vieler adapterbarer Kleinbildobjektive auch für die 1,3 mal größere Sensordiagonale ausreicht.

Ich werde mir die GFX 100 sicher nicht kaufen, aber ich freue mich über die sich dahinter abzeichnende Entwicklung. Mittelformatkameras sind nicht mehr langsame Spezialkameras zu großenteils unbezahlbaren Preisen, sondern werden universeller und günstiger. Allerdings sind die Objektive und Kameras im Vollformat auch schon so gut (und bald noch besser), dass der Qualitätsvorsprung von Mittelformat weiterhin nur für wenige Anwendungsfälle wichtig ist. Trotzdem vermute ich, dass die Nutzerzahlen steigen werden und das Fujifilm davon besonders profitieren wird.

Sigma Firmware behebt Objektivkorrekturfehler (Canon)

Bislang waren die Sigma-Objektive nicht kompatibel mit der Objektivkorrektur in Canon Kameras. Das führt dann zum Beispiel zu einer ringförmigen Darstellung im Livebild und unbrauchbaren JPEGs. Am 7.3.2018 veröffentlicht Sigma die neue Firmware 2.0, die Abhilfe schaffen wird. Bislang mussten Sie sie Objektivkorrektur ausschalten. Das Update kommt vorerst für folgende Objektive:

Contemporary:
SIGMA 100-400mm F5-6.3 DG OS HSM

Art :
SIGMA 18-35mm F1.8 DC HSM
SIGMA 24-70mm F2.8 DG OS HSM
SIGMA 35mm F1.4 DG HSM
SIGMA 50mm F1.4 DG HSM
SIGMA 85mm F1.4 DG HSM
SIGMA 135mm F1.8 DG HSM

für eine große Anzahl weiterer Objektive werden ebenfalls Updates erscheinen, allerdings etwas später.

Neues vom Fotomarkt – Canon, Nikon, Sigma, Tamron

Canon wird in der nächsten Woche, die EOS 200D vorstellen, eine Kamera für Leute, denen geringes Gewicht wichtig ist und die trotzdem eine Spiegelreflex haben möchten. Ebenso wird die 6D Mark II vorgestellt, die sicher mehr Beachtung finden wird. Die Kamera hat ein Klappdisplay und einen sehr guten AF im Sucher- und im Livebildmodus (was man vom Vorgänger nicht behaupten kann). Sie wird auch ein wenig größer als der Vorgänger und unterscheidet sich im Gewicht nicht mehr so viel von der leichter gewordenen 5D Mark IV, im Preis allerdings schon. Ich vermute, dass das die am besten bedienbare Vollformatkamera überhaupt wird. 4K wird Sie nicht haben, außer beim Timelapse, es wird Leute geben, die in den Foren meckern werden, das Canon nicht genug bringt und die Anwender werden trotzdem glücklich mit der Kamera sein. 26,2MP und eine gute ISO-Leistung zielen auf den selben Kundenkreis wie die erste 6D, der bessere AF wird die Kamera aber universell einsetzbar machen.

Sigma hat jetzt auch die Preise für das 24-70 f2,8 Art (1449 UVP) und das 14mm f1,8 Art (1649 UVP) bekanntgegeben. Letzteres ist eine kleine Sensation, eine solche Lichtstärke gab es bei einem Vollformat-14er noch nicht. Zudem sind die MTF-Kurven besser als beim 20er und 24er Art. Für Sternefotografen sicher erste Wahl. Wer ein 24-70mm f2,8 sucht, kann auch auf das neue Tamron warten, das ebenfalls in allernächster Zeit vorgestellt wird. Tamron hat auch ein neues Superzoom, die werden zwar immer besser, aber ich finde, das ist wirklich nur etwas für Leute, die partout keine Objektive wechseln möchten. Ich verurteile das nicht, aber ich möchte Sie auch nicht ermutigen 😉

Nikon hat drei neue Objektive vorgestellt. Ein 8-15mm Fisheye-Zoom, das von Canon ist jetzt also nicht mehr so exotisch, ein 28mm f1,4, das auf den ersten Bildern ein sehr schönes Bokeh zeigt, und ein 10-20mm für APS-C. Es wäre schön, wenn ein Hersteller eine Sony-E-Mount-Adapter für Nikon-Objektive bauen würde, der in der Qualität mit denen für Canon-Objektive von Sigma und Metabones mithalten könnte, ein paar (mehr) Nikon-Objektive würden sicher auch unter Sony-Fotografen Käufer finden.

Neue Objektive von Sigma, Sony und Tamron

Kurz vor der CP+ in Japan häufen sich die Neuvorstellungen. Sigma bringt gleich vier neue Objektive, die zwar noch gar nicht offiziell vorgestellt wurden, aber “offiziell geleakt” sind. Drei Objektive davon gehören zur Art-Reihe, lassen also echte Höchstleistungen zu vernünftigen Preise erwarten: Das 14mm f1,8, das 24-70mm F2.8 DG OS HSM, auf das viele gewartet haben, interessanterweise mit integriertem Bildstabilisator und das 135mm f1,8. Das 14mm könnte bei guter Randschärfe zu einem echten Hit bei den Sternefotografen werden, Blende 1,8 ist bei der Brennweite extrem lichtstark, bislang war dort f2,4 das Maximum. Sobald es Testbilder gibt, werde ich mehr zu diesen Objektivem schreiben. Das vierte Objektiv von Sigma ist das 100-400mm F5-6.3 DG OS HSM | Contemporary, dass sich eher an den Amateur richtet und vom Preis/Leistungsverhältnis wahrscheinlich interessant werden wird.

Sony hat ein 100mm f2,8 mit Stabi und “Smooth Transition Focus (STF) vorgestellt, bei dem ein Apodisationselement das Bokeh extrem weich erscheinen lässt, weil eine Art umgedrehter Centerfilter, die Unschärfekreise nach außen weich abdunkelt. Das Objektiv hat allerdings zwei Nachteile: erstens entspricht die nutzbare Lichtstärke damit bei Offenblende nur T5,6, was gerade für den Einsatz bei Hochzeiten, wo die Stärken gut zur Geltung kommen würden, sehr  wenig ist und zweitens wird es mit ca. 1500€ auch ziemlich teuer. Dafür ist die optische Leistung allerdings sehr ordentlich und das Objektiv hat auch einen eingebauten Stabilisator. Günstiger ist das 85mm f1,8 mit mit ca. 650€, dass als klassisches Porträtobjektiv für all die konzipiert wurde, denen das 85mm f1,4 GM zu schwer oder zu teuer ist.

Tamron hat seine Profi-Ausgabe des 70-200mm-Objektivs weiter verbessert. Das Tamron AF 2,8/70-200 mm Di VC USD G2 SP ist optisch aufwendig konstruiert, gut abgedichtet und der Stabilisator soll 5 Blendenstufen schaffen. Ein schönes Detail ist die Arca-Swiss kompatible Stativschelle, mein Nikon 70-200 hatte ich extra so umgerüstet, weil man sich so die Schnellkupplungsplatte sparen kann und weniger Gewicht bei besserer Stabilität erreicht. Im Handel liegt es bei knapp 1600€ momentan, was nah am Canon ist, aber nur die Hälfte der aktuellen Nikonvariante.