Canon EOS R7 und R10 vorgestellt: APS-C im R-System

Canon hat heute zwei neue APS-C Kameras mit RF-Bajonett vorgestellt. Ich hatte schon länger vermutet, dass das passiert, weil das EOS-M-System keinen Aufstiegspfad zum R-System besitzt. Man kann zwar EF-Objektive gut an eine Canon M adaptieren, aber RF-Objektive nicht und umgekehrt lassen sich auch M-Objektive nicht an RF verwenden. Das M-System ist also zu Sackgasse geworden.

EOS-M wird wohl aussterben, weil Canon seine Energien auf RF bündeln muss. Es ist keine gute Strategie, Einsteiger mit zwar guten und günstigen M-Kameras zu gewinnen, wenn diese später keinen Vorteil haben, bei der Marke zu bleiben, wenn sie ins Vollformat gehen möchten.

Das RF-Bajonett wirkt sehr groß im Vergleich zum APS-C-Sensor der R7. Bild: Canon

Die neue R7 erinnert vom Namen an die EOS 7D Mark II, ist aber preislich ähnlich der EOS 90D positioniert. Mit 10-Bit Video, 2 Speicherkartenslots und 15 Bildern pro Sekunde beim mechanischen Verschluss ist sie aber etwas professioneller als die 90D ausgerichtet. Der AF erkennt Personen, Tiere und Fahrzeuge und wird ähnlich gut arbeiten wie bei der R5 oder R6. 32,5 MP lassen Spielraum für Ausschnitte z.B. bei der Tierfotografie. Mit elektronischem Verschluss sind 30 Bilder pro Sekunden und bis zu 1/16 000s möglich, allerdings kein Blitz. Die Blitzsynchronzeit ist wegen des kleineren Verschlusses mit 1/320s ein wenig schneller als bei den Vollformatkameras.

Die Kamera wiegt mit Akku und Karte nur 612g, ist aber trotzdem robust ausgelegt und gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt. Der IBIS schafft bis zu 8 Stufen und kann sogar den Horizont gerade halten, wenn Sie Ihre Kamera leicht schräg halten. Ab 24 Juni kommt sie für 1499€ in den Handel.

https://www.canon.de/cameras/eos-r7/specifications/

Die 24MP-Kamera EOS R10 liegt eher im Bereich einer 850D, allerdings deutlich schneller und mit besserem Video und im AF lägen die auch Welten auseinander. Aber der Body ist mit 429g sehr leicht, hat einen Ausklappblitz, es gibt nur einen Speicherkartenslot, keinen IBIS und Wetterabdichtung ist auch nicht vorgesehen. Diese Kamera zielt also auf den Amateurmarkt, ist aber mit 15 Bildern pro Sekunden mechanisch und 23 elektronisch sehr schnell. Der Verschluss schafft mechanisch nur 1/4000s, Blitzsynchronzeit ist 1/250, elektronisch unterstützt die Kamera aber auch die 1/16 000s. Die Videomöglichkeiten sind auch recht weitgehend, bei 4K60 werden allerdings nur 64% der Sensorbreite verwendet.

Die Kamera kommt ab Juli mit einem UVP von 979€, mit dem RF-S 18-45mm F4.5-6.3 IS STM Kit-Objektiv 1099€. Ebenfalls neu ist ein RF-S 18-150mm F3.5-6.3 IS STM. Beide Objektive werden nach dem Bajonett wieder schlanker, das RF-Bajonett ist für APS-C wirklich Overkill, ganz anders als bei Sony, bei denen ich immer das Gefühl habe, E-Mount wäre eigentlich für APS-C entworfen, da von vorne die Ecken des Vollformatsensors gar nicht mehr sichtbar sind.

Die EOS R10 mit dem RF-S 18-45mm F4.5-6.3 IS STM. Bild: Canon

Beide Kameras kommen bereits mit dem neuen Blitzschuh der EOS R5 C oder R3, der auch Digitalmikros unterstützt, ein EF an RF-Adapter wird mitgeliefert, so dass Sie Ihre EF-S oder EF-Objektive weiternutzen können, was sehr gut funktioniert, besser als an Ihrer DSLR sogar. EF-M aber natürlich nicht.

https://www.canon.de/cameras/eos-r10/specifications/

Auch wenn viele lieber die Nachfolger der R und RP gesehen hätten, die Entscheidung, APS-C-Kameras im R-System zu bringen, ist strategisch richtig. Gerade die R7 wird bei den Tierfotograf:innen einige Freunde gewinnen, die R10 wird wahrscheinlich irgendwann noch günstiger und den Einstieg in das R-System noch weiter nach unten rücken.

Interessant ist auch der MF/AF-Umschalter an der Kamera. Ich vermute, dass wir bald ein Pancake-Objektiv für RF-S sehen werden, was kaum Platz für eine Umschaltung am Objektiv hätte, beim 18-45 würde es auch schon knapp werden.

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