Fujifilm Neuheiten GFX und X-Mount

Fujifilm hat heute eine große Videopräsentation gehalten, um die kommenden Neuheiten vorzustellen. Hauptvorstellung war die GFX50SII, eine Kamera, die weitestgehend der GFX100S gleicht (allerdings nur mit Full HD-Video), aber den alten (und immer noch sehr guten) 50MP-Sensor enthält und 2000$ günstiger ist. Sie soll 3999$ kosten und wenn man von der GFX100S ausgeht, dann wird der Euro-Preis der Gleiche sein. Im Kit dazu gibt es für 500$ mehr das nur 390g schwere GF35-70mmF4.5-5.6, das später auch separat für den doppelten Preis erhältlich sein wird. Die Kamera hat einen Bildstabilisator mit bis zu 6,5 Blendenstufen und unterstützt einen Multishot-Modus mit 200MP.

Fujifilm hat gleich drei neue GF-Objektive seiner Roadmap hinzugefügt. Im nächsten Jahr erscheint ein 20-35mm Zoom-Objektiv, im Jahr darauf ein lichtstarkes 55mm f1,7 mit schönem Bokeh und 3D-Eindruck und ein Tilt-Shift-Weitwinkel mit noch unbekannter Brennweite (endlich!). Wenn Sie die Brennweiten des FGX-System auf Vollformat umrechnen möchten, müssen Sie diese mit 0,79 malnehmen, ein 55mm f1,7 entspricht also 43 oder 44mm mit f1,4 an einer Vollformatkamera.

Im Oktober kommt für die GFX100 und die GFX100S ein Firmware-Update, das Blackmagic Raw-Video unterstützt, ProRes Raw geht jetzt schon.

Für das X-System, für das in Zukunft höher aufgelöste Sensoren kommen sollen, wurde das XF33mm f1.4 angekündigt, das schärfer sein soll und ein schöneres Bokeh haben soll als das inzwischen fast zehn Jahre alte XF35mm f1.4. Ein lichtstarkes Weitwinkel XF23mmF1.4 R LM WR kommt ebenfalls.

400 Megapixel Multishot

Das Steag-Kraftwerk in Lünen wird gerade abgerissen und nächsten Sonntag gesprengt. Das gab mir heute Gelegenheit, die Multishot-Funktion der Fuji GFX100S zu testen, denn die Kraftwerksreste sind extrem detailreich und fast ohne Bewegung. Die Kamera nimmt 16 102MP-Bilder auf (gute 2,1GB an komprimierten Raws), die Fuji-Software macht daraus auf dem Rechner recht schnell und einfach ein DNG mit hier gut 1,5GB (2,27GB unkomprimiertes TIF).

Ein Klick auf das Bild oder den untenstehenden Link lädt das 400MP-Original (JPEG, 44MB)

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Bewegte Elemente sorgen sofort für Artefakte, das kann man hier an den Stellen sehen, in denen sich Planenfetzen im Wind bewegen. Die Datei wird ein wenig unhandlich und man wird auch nur selten eine Situation erleben, in denen man ein drei Quadratmeter großes Foto immer noch in 300dpi benötigt. Mal abgesehen davon, dass das Objektiv mitspielen muss, was dem Fujifilm GF 110mm F 2 R LM WR hier aber noch recht gut gelingt.

Es gibt sicher Jobs, in denen man das brauchen kann, etwas wenn man Gemäldereproduktionen für das Rijksmuseum in Amsterdam erstellen sollte oder für bestimmte Fälle in der künstlerischen Fotografie. 100MP ohne Multishot sind nicht so absurd, ich habe Repros von meinen alten 4x5inch-Negativen gemacht und festgestellt, dass bei 100MP kleine Schriften auf Gebäuden gerade eben lesbar waren. Ich war erstaunt, wie gut die technische Qualität meiner alten Negative war, bislang war ich überzeugt, dass man mit geringerer Auflösung als 100MP dem alten Großbild nahekommen konnte.