Canon EOS R5 Mark II und EOS R1 vorgestellt

Heute hat Canon das lange erwartete Topmodell und die vom Marktanteil noch wichtigere EOS R5 Mark II vorgestellt. Die neue R5 sieht recht ähnlich aus wie der Vorgänger, allerdings ist der Sucher deutlich größer geworden, unterstützt eye-control wie bei der R3, mit der er auch den 0,5″ 5,7MP OLED teilt, es gibt endlich einen Umschalter für Foto/Video und der Einschalter ist auf die richtige Seite gewandert.

R5 Mark II Bild: Canon

Die Kamera unterstützt nun 8K/60 bzw. 4K/120 mit Ton, was Änderungen im Temperaturmanagement erforderlich gemacht hat (um ehrlich zu sein, hätte dies dem Vorgänger auch schon gut getan, da er im Video zum Überhitzen neigte). Es gibt nun auch einen Griff mit aktiver Kühlung für den Videobetrieb (CF-R20EP, 569€, der Standardgriff BG-R20 kostet 499€). Bei den Speicherkarten bleibt es bei CFexpress B und SD-Karte. Die Auflösung bleibt ebenfalls unverändert bei 45 MP, die Veränderungen beim Sensor sind aber trotzdem deutlich. Der Sensor ist nun ein stacked BSI-Sensor, das bedeutet, dass die nutzbare Fläche für die Lichtaufzeichnung groß ist und dass er schneller ausgelesen werden kann. Die Kamera schafft nun 30 Bilder/s mit elektronischem Verschluss, immerhin 1,35 Milliarden Pixel pro Sekunde. Der elektronische Verschluss lässt sich bis 1/32000 einstellen und, noch wichtiger, liefert eine Blitzsynchronzeit von 1/160s. Das lässt hoffen, dass nun Focus Bracketing mit Blitz möglich wird.
Der AF kann nun auswerten, was gerade passiert (für Fußball, Basketball und Volleyball) und danach scharfstellen. Die Trefferrate steigt beim Ballsport deutlich, wenn die Kamera die Szene besser auswerten kann. Eine kurzzeitige Verdeckung des Hauptmotivs kann die R5 II ignorieren, ohne sich einen neuen Fokuspunkt zu suchen. Sie können bis zu 10 Gesichter (in 10 Sets) als besonders wichtig für den AF speichern.
Die Kamera unterstützt Raw-Preburst und hat eine ähnliche Funktion für Video (3 oder 5s vor Auslösung). Sie können während der Videoaufnahme Fotos (7,5 Bilder/s JPEG in 8K) aufnehmen, ohne dass es zu Beeinflussungen der Videoaufnahme kommt. Der Prozessor ist weiterhin ein DigicX, hat aber einen Digic Accelerator als Coprozesser, so dass mehr Leistung für AF und Bilderfassung zur Verfügung steht.
Die Videofunktionen entsprechen den echten Videokameras, wie z.B. ein Waveform-Monitor, eine EOS R5C Mark II wird so wahrscheinlich nicht nötig sein.

Die Kamera hat natürlich auch den neueren Multifunktions-Zubehörschuh, Blitze, die nur diesen unterstützen, werden mit der alten R5 nicht mehr funktionieren. Mir ist bislang noch kein Adapter dafür bekannt, umgekehrt auf den alten Blitzschuh schon, dieser hat auch Vorteile, wenn es nur um die Wetterabdichtung beim Blitzen geht. Gerade im Videobereich hat der neue Zubehörschuh Vorteile, etwas für digitale Mikrofone, für die Fotografie ist er eher ein Einfallstor für Probleme, da die vielen kleinen Kontakte anfällig sind für Verschmutzung und Feuchtigkeit.

Der Akku bleibt in der Form gleich, ist aber eine neue Version (LP-E6P). Das Gehäuse ist nur 8g schwerer als das der R5
Die Kamera kommt ab Ende August für 4.799,00 € auf den Markt

https://www.canon.de/cameras/eos-r5-mark-ii

EOS R1 Bild: Canon

Die EOS R1 hat Quad-Pixel AF, der ebenfalls mit den Augen gesteuert werden kann. Der Sensor bleibt bei 24 MP, ist aber nun ein stacked BSI-Sensor, der 40 Bilder/s mit elektronischem Verschluss schafft. Im Video sind 6K/120 und 4K120 bzw. 4K/60 mit Oversampling möglich. Der AF funktioniert bis -7,5LW (R5II:-6,5LW).Der Sucher hat 9,44 Millionen Bildpunkte, ein 2,5 Gbit/s Ethernet-Anschluss ist eingebaut, bei der R5 Mark II braucht es dafür den BG-R20EP-Akkugriff (699€). Die Kamera kommt ab November für 7499€.

https://www.canon.de/cameras/eos-r1

A9 III: Wichtige Neuigkeiten von Sony

Gerade findet ein Event von Sony mit Neuvorstellungen im Fotobereich statt. Normalerweise würde ich nur drüber schreiben, wenn es die Relevanzkriterien erfüllt, wie man bei Wikipedia so schön sagt. Diesmal ist es aber wirklich relevant, denn es kommt etwas, auf das ich schon seit Jahren warte, das aber außerhalb wissenschaftlicher und industrieller Anwendungen noch nicht verfügbar war: Eine Kamera mit Global Shutter. Ein Global Shutter erlaubt es, das gesamt Bild sofort zu speichern, ohne dass es erst zeilenweise ausgelesen werden muss, so dass Sie einen Rolling-Shutter-Effekt bekommen und auch meist mit dem elektronischen Verschluss nicht blitzen können.

Die Sony α9 III, die erste Kamera mit Global Shutter Bild: Sony

Die Sony Alpha 9 III hat einen Global Shutter, sie kann mit 1/80.000s Verschlusszeit blitzen, kann mit 120 Bildern pro Sekunde Raw aufnehmen, zumindest für gute 1,5s. Wie z.B. in der Canon EOS R6 Mark II unterstützt die Kamera Raw-Voraufnahme. Die Kamera arbeitet weiterhin mit 24,6MP wie der Vorgänger, der Sucher hat nun 9,44MP bei 120 fps. Die Kamera kommt im Frühling auf den Markt, ebenso wurde heute ein 300mm f2,8-Objektiv vorgestellt, das nur 1470g wiegt, mein Canon EF300mm f2,8L IS II USM (Baujahr 2011) wiegt 2350g zum Vergleich.

https://www.sony.de/electronics/wechselobjektivkameras/ilce-9m3

Der UVP für beide Produkte beträgt 6.699 € für das 300er und 6.999 € für die α9 III.

Canon bringt drei neue Objektive

Heute hat Canon drei Objektive vorgestellt, zwei davon habe ich erwartet, das dritte kam etwas überraschend.

Von den beiden größten Lücken im RF-S-System, einem echten Weitwinkelzoom und einer lichtstarken Normalbrennweite hat Canon heute mit dem RF-S 10-18mm F4.5-6.3 IS STM eine geschlossen. Dieses Objektiv wurde im Fotobereich vermisst, man musste sich bisher mit adaptierten Objektiven behelfen, es liefert aber auch für das Vlogging genug Bildwinkel, so dass man für die nachträgliche Stabilisierung noch etwas Luft hat. Eine Kamera wie die R50 wird so erst vollständig. Es kommt ab Dezember für 399 € UVP.

Das RF 200-800mm F6.3-9 IS USM Bild: Canon

Andere Hersteller haben Zooms wie das Sony SEL 200-600mm F5,6-6,3 im Programm, die einen großen Telebereich, einigermaßen gute Lichtstärke und einen Preis, der noch überschaubar ist, vereinen. Ich habe das im RF-System vermisst, auch, weil die adaptierten Fremdhersteller-Objektive für EF im AF in diesem Brennweitenbereich nicht an die RF-Objektive herankommen. Das RF 200-800mm F6.3-9 IS USM bietet dies und liefert mit 800mm eine sehr beachtliche Telereichweite und ist zudem noch mit den Extendern kompatibel. Es ist kein L-Objektiv, aber trotzdem weiß, gegen Wetter abgedichtet und kommt mit Streulichtblende (schwarz). Mit gut 2kg ist es ca. ein halbes Kilo schwerer als das RF100-500mm f4,5-7,1L IS USM, kommt in der Schärfeleistung aber nicht ganz das L-Objektiv heran. Das RF100-500mm erreicht mit dem 1,4x-Extender 700mm Brennweite bei f10, das neue Zoom ohne Extender 800mm bei f9, mit 1120mm bei f13. Es ist ab Dezember für 2449 € UVP erhältlich, vermutlich erstmal aber nicht gleich in den Stückzahlen, die den Kaufwünschen entsprechen werden. Das wird ein Erfolg.

Das RF 24-105mm F2.8 L IS USM Z ist etwas größer und schwerer als das EF80-200mm f2,8L von 1989, an dass es mich bei den ersten unscharfen Vorabbildern erinnerte Bilder: Canon

Das dritte Objektiv hat mich etwas überrascht, weil ich Canon nicht zugetraut hätte, das sechste (!) Standardzoom (wenn man das 24-50mm mitzählt) vorzustellen, bevor das erste 35mm-Objektiv mit f1,4 oder besser da ist. Gleichwohl ist es eine sinnvolle Erweiterung, da es den wichtigsten Brennweitenbereich (24-150mm) bei guter Lichtstärke (2,8) und Qualität abdeckt und auch für Video optimiert wurde. Dazu gibt es einen extra Blendenring, der elektronisch in 1/32 Stufen die Blende steuert (also praktisch stufenlos). Das Z in RF 24-105mm F2.8 L IS USM Z steht für Powerzoom, denn für das Objektiv werden zwei Adapter für motorischen Zoom-Betrieb angeboten, der teurere unterstützt die 20-polige Schnittstelle für die Canon Zoom-/Fokuseinrichtung und die Canon Zoomwippe. Das Objektiv ist ab Dezember für 3599 € zu haben. Es ist fast 20cm lang und 1430g schwer, wird allerdings mit drehbarer Stativhalterung ausgeliefert. Zum Vergleich, das 24-70mm f2,8L IS USM wiegt 900g und ist 12,6cm lang.

Bleibt nur zu hoffen, dass Canon jetzt langsam den RF-Mount für andere Hersteller öffnet, denn auch diese haben in der Zwischenzeit viele gute Objektive für Spiegellose Kameras entwickelt, die Canon-Nutzern durch die restriktive Firmenpolitik leider vorenthalten werden. So könnten Sie für Sony, Panasonic oder Leica nativ ein hervorragendes Sigma 35mm F/1.2 DG DN ART für ca. 1300€ verwenden, während Canonnutzer seit fünf Jahren auf etwas ähnliches warten.

Neues Superweitwinkelzoom Canon RF10-20 mm f4L IS STM

Canon hat gestern ein Superweitwinkelzoom für das R-System vorgestellt. 10-20 mm Brennweite, Blende 4 durchgehend, recht kompakt und nur ca. 570g schwer. Das ist immerhin nicht einmal die Hälfte des EF11-24 mm f4L USM, bei durchaus vergleichbarer optischer Qualität. Ich habe noch keine Daten, befürchte aber, dass die kleine Bauweise eine recht hohe Vignettierung bei 10mm mit sich bringen wird (die zwar durch die Objektivkorrektur ausgeglichen wird, aber dadurch das Rauschen in den Ecken erhöht). Interessant ist, dass Canon sich für einen IS entschieden hat, vielleicht haben sie dabei die Anwendung im Filmbereich im Auge gehabt, im Fotobereich halte ich das in diesem Brennweitenbereich für verzichtbar, vor allem aber nicht nur bei der Verwendung von Kameras mit IBIS.

Das RF 10-20 mm f4L STM Bild: Canon

Auf der japanischen Seite hat Canon auch eine MTF-Kurve veröffentlicht, warum Canon Deutschland das nicht macht, ist mir absolut unbegreiflich, gerade bei Profiobjektiven:
https://cweb.canon.jp/eos/rf/lineup/rf10-20-f4l/spec.html

Das Objektiv kommt gegen Ende Oktober für 2699 € UVP auf den Markt, viel Geld, aber ein ganzes Stück günstiger als das EF11-24mm f4L. Solche Brennweite sind nur in speziellen Anwendungen sinnvoll. Ich selbst verwende Brennweiten unter 16 mm selten und dann praktisch nur in Innenräumen.

https://www.canon.de/lenses/rf-10-20mm-f4l-is-stm/

Canon RF 24mm f1,8 und RF15-30mm, R7

Canon hat zwei neue Objektive für R-Kameras herausgebracht. Ein RF24mm f1,8 Macro IS STM, das ähnlich wie das entsprechende 35mm aussieht, aber etwas teurer ist (749€ UVP). Der Preis kann natürlich auch damit zusammenhängen, dass Euro und Dollar inzwischen Parität erreicht haben, Importe werden alle etwas teurer im Moment. Ich vermute, dass es sich gut verkaufen wird, die Kombination von klein, leicht, lichtstark, scharf und vielseitig wird für viele reizvoll sein. Man munkelt, dass Sigma das 20mm und 24mm ART sehr bald in einer neuen Version herausbringt, das könnte eine interessante Alternative für Sternenfotografen sein, weil die sehr scharf sind und 2/3 Blendenstufen lichtstärker. Allerdings ist bislang noch nichts über RF-Versionen bei Sigma bekannt, auch, wenn es schon seit einem Jahr Gerüchte darüber gibt.

Das RF24mm f1,8 Macro IS STM Bild: Canon

https://www.canon.de/lenses/rf-24mm-f1-8-macro-is-stm/

Das zweite Objektiv ist das RF 15-30mm F4.5-6.3 IS STM, ein Weitwinkelzoom, dass mit UVP 699€ deutlich günstiger ist das die L-Objektive. Es ist nicht besonders lichtstark, dafür deckt es den Weitwinkelbereich recht weit ab und ist klein und leicht. Ich bin auf erste Tests gespannt. „Center Macro“ heißt allerdings, dass im Nahbereich die Bildränder indiskutabel unscharf werden, was bei manchen Motiven unwichtig ist. Allerdings ist der Nahbereich beim starken Weitwinkel auch eher außerhalb der Standardanwendungen.

https://www.canon.de/lenses/rf-15-30mm-f4-5-6-3-is-stm/

R7, RF100 Macro, f5, ISO 400

Seit dem 23.6 bin ich im Besitz einer EOS R7, obwohl eine APS-C-Kamera für mich vielleicht nicht die naheliegendste Anschaffung ist. Nach meinen ersten Erfahrungen würde ich sie wieder kaufen. Die zwei größten Nachteile sind, dass sie momentan noch nicht von CaptureOne unterstützt wird und dass ich nun manches an meiner R5 vermisse, die AF-Steuerung ist ein wenig logischer, ich kann endlich auch ins Sucherbild hineinvergrößern, wenn die Motiverkennung eingeschaltet ist und das Daumenrad sitzt an einer guten Stelle. Die Kamera ist sehr schnell, der Sucher ist besser als gedacht, Canon macht aus 2,36MP mehr als Sony das tut. Der Raw-Burst-Modus ist auch eine gute Ergänzung. Hier zeichnet die Kamera die Bilder auf, bevor Sie den Auslöser drücken und speichert die letzten Aufnahmen, sobald Sie ihn durchdrücken. Gerade für die Naturfotografie wird man für 1,5k€ wahrscheinlich keine bessere Kamera kaufen können. Nur wer einen großen Sprung von der Bildqualität im Verhältnis zur EOS 90D erwarten sollte, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Wobei die 90D auch schon recht gut ist.

Ich habe immer darauf gewartet, dass Canon EF-M aufgibt und APS-C ins RF-System holt. Mit der R7 haben sie das getan und gezeigt, dass sie das ernst meinen. Mit zwei Speicherkarten, robustem und abgedichtetem Gehäuse, IS, Profi AF und High-End-Prozessor ist die Kamera durchaus profitauglich, allerdings hätte man bei dieser Kamera die Motivautomatiken und Modus-Erklärbildschirme gerne einfach weglassen können.

Nikon Z9 vorgestellt

Nikon hat gestern seine Profi-Spiegellose vorgestellt. 45MP, 20FPS, bei 11MP JPGs sogar 120FPS. 8K30 und 4K120 Video, auch in 10Bit (inkl. ProRes intern, ab 2022 wird sogar 8K in 60FPS und 12Bit N-Raw möglich sein), 2 CFExpress/QXD-Slots, Blackout-freier Sucher, solides Profigehäuse mit Profibatterie und integriertem Hochformatauslöser. Dazu ein AF, der auf anspruchsvollste Aufgaben in der Sport- oder Naturfotografie meistert und ein Tiltscreen, der die Kamera sehr viel flexibler macht als eine D6.

Die Nikon Z9 Bild: Nikon

Fehlt also nix. Doch, der Verschluss, aber es geht auch ohne. Die Z9 ist die erste Profikamera, die keinen mechanischen Verschluss mehr hat. Der eingebaute Verschluss ist nur für die Sensorabdeckung beim Objektivwechsel, wird aber bei der Belichtung nicht verwendet. Das geht nur, weil der Sensor schnell genug ausgelesen werden kann, Nikon gibt eine Synchronzeit von 1/200s an, mit leichten Einschränkungen in der Leitzahl auch 1/250s. Rolling Shutter ist damit auf dem gleichen Level wie bei einem mechanischen Verschluss. Das gilt für Fotoaufnahmen, im Videobereich muss jede Kamera auf den mechanischen Verschluss verzichten, deswegen wird die Nikon Z9 dort besser sein als alle Kameras mit langsamerer Auslesezeit.

Die Kamera ist sehr interessant positioniert, bei Canon gibt es zum gleichen Preis eine Kamera mit 24MP und 6K60-Video, bei Sony muss man für eine vergleichbare Kamera 1300€ mehr zahlen und hat dann noch nicht einmal den optionalen Hochformatgriff dabei. Im Verhältnis zum Body der Z9 sieht der der Sony aus wie ein drei Mal gefalteter CD-Player, so ein Body mag an einer Drohne oder in einem Rig für Video Vorteile haben, kommt aber ergonomisch nicht an eine Z9 oder R3 heran.

Nikon hat zeitgleich das NIKKOR Z 100–400 MM 1:4,5–5,6 VR S und den Objektivadapter FTZ II vorgestellt. Der erste FTZ-Adapter macht an der Z9 wenig Spaß, weil er bei der Verwendung des Hochformatgriffs ergonomisch im Weg ist.

Ich bin zwar auf Langzeiterfahrungen gespannt, z.B. wie gut die Kamera 8K-Video thermisch verkraftet oder ob der rein elektronische Verschluss in bestimmten Fällen doch noch Nachteile offenbart. Ich erwarte aber keine bösen Überraschungen und halte die Z9 für sehr gelungen und zudem preislich interessant, wenn man sie mit den DSLR-Vorgängern vergleicht, die weniger konnten, aber teurer waren. Wäre ich hauptsächlich ein Nikon-Fotograf, würde mich die Kamera sehr beruhigen, weil klar geworden ist, dass Nikon sich nicht abhängen lässt und den Umstieg ins Spiegellose sehr gut bewältigt, obwohl Sie ein wenig zu zaghaft begonnen hatten.

Ich denke, das Canon im nächsten Jahr eine R1 bringen wird, die technologisch noch weiter sein wird, aber die wird wohl teurer als die Nikon sein und zweitens werden die Unterschiede für die meisten Anwendungen so relevant sein, wie es die Endgeschwindigkeiten von Sportwagen im normalen Straßenverkehr sind.

Canon 5D Mark IV ist da

Canon hat heute die neue EOS 5D Mark IV vorgestellt, die technischen Daten können Sie in aller Ruhe hier durchlesen:

http://www.canon.de/cameras/eos-5d-mark-iv/specifications/

Canon 5D Mrk IV Bild: Canon

Canon 5D Mrk IV Bild: Canon

Das wichtigste in Kürze:

  • 30,4 MP, 7 Bilder/s
  • ISO 100-32.000, erweiterbar 50-102.400
  • erhöhter Dynamikumfang wie schon bei der 80D und 1D X Mark II
  • AF bis f8 und -3LW, 61 Messfelder, erweiterte Abdeckung
  • 4K-Video in voller DCI-Auflösung (4.096 x 2.160) und 30fps (aber wohl nur mit einem Cropfaktor von 1,74x), FullHD mit 60FPS und ohne Crop
  • besserer Spritzwasserschutz und leichteres Gehäuse
  • Dual Pixel CMOS AF bis LW-4, Dual Pixel RAW (mehr dazu unten)
  • GPS und WIFI mit NFC
  • Monitor mit Touchscreen und 1,6 Mio Pixel
  • Belichtungsmessung und AF Tracking gegenüber der 5D Mark III deutlich verbessert
  • gleiche Akkus und Speicherkarten
  • Preis: 4065€, Lieferbar ab Mitte September

Grundsätzlich wirkt das für mich sehr rund, das wird eine sehr gut bedienbare Kamera mit klasse Bildqualität, die fast jeder Aufnahmesituation gewachsen sein wird. Der Cropfaktor beim 4K-Video ist eine Enttäuschung, weil er Weitwinkelvideo in 4K sehr schwierig macht, für Tierfilmer ist das aber eher ein Vorteil auch in Verbindung mit dem tollen Video-AF. Schade finde ich es auch, dass nicht die Gelegenheit genutzt wurde, schnellere Speicherkarte wie SD UHS II oder CFast zu unterstützen, so ist nach 21 Raws Schluss.

Dual-Pixel-Raw speichert beide Hälften eines Pixels und Sie könne die 3D-Information darin für drei verschieden Anwendungszwecke mit DPP einsetzen:

  1. Nachfokussieren nach der Aufnahme um bis zu 5 Mikroschritte, so lässt sich die Schärfe auch nachträglich noch exakt auf die Augen legen, wenn Sie leicht daneben war.
  2. eine seitliche Verschiebung (bezogen aufs Querformat) unscharfer Bereiche, so lässt sich die Abdeckung des Motivs durch Vordergrundunschärfe nachträglich verschieben
  3. ein leichtes Herausrechnen von Überstrahlungen und Reflexen

Vor allem der erste Punkt kann sich als wirklich nützlich erweisen, auch wenn Sie dadurch mit doppelter Raw-Dateigröße arbeiten müssen. Im Porträtbereich hat die 5D-Reihe wahrscheinlich jetzt schon eine deutliche Marktführerschaft.

Den Mehrpreis haben wir wohl hauptsächlich der Euro-Yen-Entwicklung zu verdanken:

http://www.finanzen.net/devisen/euro-yen/chart

 

Bild und Videobeispiele:
http://web.canon.jp/imaging/eosd/samples/eos5dmk4/

 

 

EOS 80D vorgestellt

Canon hat gestern die EOS 80D vorgestellt. Der Nachfolger der 70D hat nun 24MP, 45 AF-Punkte, die zum Teil bis Blende 8 und LW -3 funktionieren. Sie macht 60 FPS in Full HD, hat einen verbesserten Dual-Pixel-CMOS-AF und einen Kopfhörerausgang. Zusätzlich zu Wifi unterstützt sie nun auch NFC.

Bild: Canon

Bild: Canon

Interessant ist das neue EF-S 18-135mm f/3.5-5.6 IS USM, das deutlich schneller fokussieren kann als sein Vorgänger und sich mit dem optionalen  Power Zoom Adapter PZ-E1 motorisch und auch vom Smartphone ferngesteuert zoomen lässt. Was der Sensor kann, ist noch nicht bekannt, die 1DX Mark II scheint deutlich besser geworden zu sein im Dynamikumfang, ich bin allerdings skeptisch, ob man diese Entwicklung auch der 80D anmerken wird (UPDATE: Wird man!), bei den ISO-Werten hat sich jedenfalls nicht viel getan. Es gibt wohl keine DSLR, mit der sich einfacher Video aufnehmen lässt als mit der 80D, nur schade, dass auf 4K verzichtet wurde.
Die Kamera wird sich wieder hervorragend bedienen lassen, eine schöne Größe und Gewicht haben und sich als „kleinste Profikamera“ von Canon einsetzen lassen, aber sie lässt auch ein wenig den frischen Wind, den man sich im Canon-Portfolio wünscht, vermissen. Hoffen wir, dass der mit der nächsten 5D kommt.

UPDATE: Es sieht so aus, als hätte Canon doch einen größeren Schritt gemacht als vermutet. Wie schon bei ersten und wieder verschwundenen Tests der EOS 1DX Mark II ist der Dynamikumfang im Vergleich zum Vorgänger deutlich größer geworden. Wer sich selbst davon überzeugen möchte, kann das hier tun:
http://www.dpreview.com/news/7168986570/canon-shows-dynamism-eos-80d-breaks-new-ground-for-canon-low-iso-dr

 

Die ersten Neuigkeiten für 2016

In den ersten Tagen des neuen Jahres sind schon ein paar spannende Neuerscheinungen auf den Markt gekommen:

100MP: PhaseOne hat ein neues Rückteil vorgestellt, dass Mittelformat fürs erste wieder einen deutlicheren Vorsprung über Vollformatkameras verschafft: 100 Megapixel, 15 Blenden Dynamikumfang, ISO 50-12.800, 53.7 x 40.4mm Sensorformat, CMOS-Sensor von Sony. Deutlicher noch ist der Vorsprung im Preis, eine XF mit 100MP-Rückteil und Normalobjektiv liegt bei gut 48.000$
https://www.phaseone.com/en/Products/Camera-Systems/XF100MP.aspx

Nikon D5: Die neue Profikamera von Nikon hat nun gut 20MP, Touchscreen, schafft 12-14Bilder pro Sekunde, hat einen neuen AF mit 153 Messfeldern, davon 99 Kreuzsensoren, auch die Sucherabdeckung des AF ist etwas größer geworden. In der höchsten ISO-Erweiterung kommt die Kamera auf ISO 3.280.000. Davon habe ich noch keine Bilder gesehen, es ist aber davon auszugehen, das die Kamera bei ISO 102.400, ihrer höchsten Standardempfindlichkeit noch erstaunlich gut ist. Video wurde etwas halbherzig implementiert, bei 4K gibt es ein Limit von 3min und einen Cropfaktor von 1,5, Nikon scheint den Videomarkt mit dieser Kamera nicht wirklich anzupeilen. Trotzdem eine tolle Weiterentwicklung, die auch Hoffnung macht, für das was Canon traditionell kurz nach Nikon vorstellt. Interessant ist, dass Nikon hier wieder auf die immer noch wenig verbreiteten XQD-Speicherkarten setzt, wenngleich man auch eine CF-Version mit etwas geringerer Pufferleistung gibt.

http://www.nikon.de/de_DE/product/digital-cameras/slr/professional/d5

Nikon D500: Manche haben schon nicht mehr daran geglaubt, dass Nikon nach der D300 von 2007 (D300s von 2009) noch einmal eine APS-C-Profikamera herausbringt. Gleicher AF wie die D5, 21MP, 10 Bilder pro Sekunde, klappbarer Touchscreen, höchste ISO-Erweiterung ISO 1.640.000, 4k-Video, Einmal SD und einmal XQD-Speicherkartenslot. Mit 2.300€ kostet die Kamera aber auch soviel wie manche Vollformatkamera, ist aber im Verhältnis zur fast dreimal teureren D5 bei ähnlicher technischer Basis eher günstig.

Funkblitz bei Nikon: Worüber sich der Canon-Fotograf sich schon seit vier Jahren freuen kann, kommt jetzt auch bei Nikon: Blitze mit eingebauter Funksteuerung  inkl. iTTL und HSS.
http://www.nikon.de/de_DE/product/speedlights/speedlight-sb-5000

Nikon hat außerdem eine Art 360°-GoPro vorgestellt, die KeyMission 360, auch von Canon munkelt man, dass sie etwas in dem lukrativen Action-Camera-Markt bringen möchten. Zeiss hat Objektive mit Halterungssystem für das iPhone vorgestellt.

Sony, Canon und Sigma haben auch noch etwas in der Hinterhand, was sie anlässlich der CES noch nicht präsentieren wollten. Es ist aber abzusehen, dass 2016 ein aufregenderes Fotojahr als 2015 wird.

Canon EOS 6D erste Eindrücke

Die EOS 6D hatte ich vorbestellt und nun bereits einige Stunden Gelegenheit, sie auszuprobieren. Ich werde später detaillierter berichten, hier aber schon meine ersten Eindrücke zusammenfassen:

1. Gehäuse und Ergonomie

Der allererste, sehr positive Eindruck hat sich inzwischen weiter bestätigt. Das Gehäuse liegt gut in der Hand, ist steif und wertig aber trotzdem relativ klein und leicht.  Die Tasten über dem Top-Display sind nur einfach belegt, links vom Monitor befinden sich keine. Das führt dazu, das man bis auf „Menu“ und „Info“ alles mit einer Hand erreichen kann und es wenig Verwirrung gibt. Obwohl die 5D Mark III ein paar Vorteile hat, wie die Multifunktionstaste neben dem Objektiv, würde ich die 6D für noch gelungener halten vom Bedienkonzept. Der Bildschirm ist von ähnlicher Qualität wie bei der 5D Mark III, ob das Reflexverhalten wirklich etwas schlechter ist, konnte ich bei diesem Wetter noch nicht wirklich testen. Der Sucher ist groß, klar und hell und unterstützt Wechselmattscheiben. Die Akkus sind die gleichen wie bei der 5D3, 5d2, 7D.

2. WLAN und GPS

Die Apps für Android und IOS sind bereits verfügbar und kostenlos, ich habe beide schon getestet. Sie sind einfach mit der Kamera zu verbinden, man kann Livebild übertragen und vergrößern, scharfstellen, auslösen und Zeit, Blende, Belichtungskorrektur und ISO einstellen. Die App ist ans iPad leider noch nicht gut angepasst (iPhone-App), aber verwendbar. Die Bilder lassen sich nach der Aufnahme gut auf dem Mobilgerät betrachten. Der Funktionsumfang ist aber nicht vergleichbar mit DSLR Controller unter Android, der mit der 6D aber noch nicht funktioniert.

GPS ist ebenfalls schnell einzurichten und kann auch Tracks aufzeichnen, wenn die Kamera ausgeschaltet ist. Man erkannt das im Top-Display, dass das GPS weiterarbeitet. Selbst wenn man alle 15s die Position ermittelt, bleibt der Vebrauch unter 1% Akkuleistung pro Stunde.

3. Bildqualität und AF

Die Bildqualität ist bei ersten Tests sehr ähnlich mit der 5D Mark III, oben ist eine Vergleichsaufnahme bei ISO 12.800 und gleichen Einstellungen als JPEG direkt aus der Kamera (die Bilder sind in voller Auflösung abspeicherbar, unten finden Sie einen Link auf die RAW-Dateien). Der AF greift mit dem mittleren Sensor auch auf dunklem Stoff bei schwacher Beleuchtung noch und scheint wirklich sehr gut mit schwachen Lichtverhältnissen klarzukommen.

4. Erstes Fazit:

Vorteile:

  • solides, logisch aufgebautes Gehäuse
  • handlich und trotzdem echtes Vollformat
  • Gute Bildqualität auch bei schlechtem Licht
  • AF auch bei sehr schwacher Beleuchtung
  • ein enormes Zubehörprogramm an Objektiven, Blitzen etc.
  • Gute HD-Video-Unterstützung incl. ALL-I/IPB und Timecode
  • GPS eingebaut, arbeitet auch bei ausgeschalteter Kamera ohne Strom zu fressen
  • WLAN eingebaut, einfach zu konfigurieren und gut integriert
  • leiser Verschluss mit zusätzlichem Silentmode, der wirklich sehr dezent ist.
  • Livebildmodus ist auch bei sehr schwachem Licht noch gut verwendbar

Nachteile:

  • max 1/4000s und 1/180 Blitzsynchronzeit
  • HDR-Modus zeichnet die Einzelbilder nicht als RAW auf wie bei der 5D Mark III
  • Der AF hat eine begrenzte Sucherabdeckung und nur einen Kreuzsensor in der Mitte
  • Langsamer AF im Video-Modus oder Livebild-Modus
  • nur ein Kartenschacht statt 2 bei der 5D Mark III
Eine schöne Kamera, die Einschränkungen sind nicht so gravierend, dass sie nicht auch für professionelle Fotografen interessant bleibt.

ISO 16000 direkt aus der Kamera

ISO 16000 direkt aus der Kamera

5. Für wen?

Die 6D ist ein guter Allrounder. Wer eine sehr gute Kamera haben möchte, die trotzdem einfach zu bedienen und reisetauglich ist, wird wahrscheinlich glücklich mit der Kamera werden. Wer allerdings sehr schnell bewegte Motive wie Sport oder Wildlife fotografiert, wird mit der 5D3 besser bedient sein oder mit der kommenden 7D Mark II, die auch für Vogelfotografie die bessere Wahl sein wird. Wer eher Landschaft, Reise, Architektur, Available Light, Makro o.ä. fotografiert oder bereits eine 5D Mark III besitzt und eine gute Zweitkamera sucht, dem ist die 6D zu empfehlen.

6. UPDATE: Ein Tag später

ich hatte gestern Gelegenheit, eine Jazz-Session zu fotografieren, eine klassische Low-Light-Situation mit bewegten Motiven. Der Autofokus des mittleren Felds ist sehr gut, nach unten ist praktisch keine Grenze zu erkennen. Auch in Bereichen, in denen ich selbst im Sucher praktisch nichts mehr erkennen konnte (und, ja, der Sucher ist sehr gut), fand die 6D noch den Fokus und der passte dann auch. Die anderen Fokusfelder sind bei weitem nicht so gut. Beim 85mm f1,2 lagen Sie bei Offenblende daneben, der mittlere Punkt funktionierte aber tadellos, es lag also nicht am Mikroadjustment. Beim 24-70mm f2,8L II war der AF auch bei den äußeren Messfeldern zu gebrauchen. Die Bildqualität bei schwachem Licht ist tatsächlich noch besser als bei der 5D Mark III. Die Bedienung ist gelungen, allerdings ist bei meiner 6D der Auslöser empfindlicher als bei meinen anderen Canons, das stört nicht, wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat.

 

RAWs von der 6D 5D2 und 5D3 zum Vergleich als ZIP (87MB)

Unser Buch zur EOS 6D

Canon EOS 6D vorgestellt

Der wahre Nachfolger der EOS 5D Mark II wurde erst heute vorgestellt, die EOS 6D. 200g leichter als die 5D Mark III ist sie die kleinste Vollformat DSLR auf dem Markt, hat Wifi und GPS eingebaut und einen neuen 20-Megapixel-Sensor mit ähnlichen ISO-Fähigkeiten wie die 5D Mark III.

Bild: Canon

Canon sagt, dass der neue AF der lichtempfindlichste ist, den Canon je gebaut hat, der mittlere Kreuzsensor arbeitet bis -3LW. Leider sind die 10 weiteren AF Punkte keine Kreuzsensoren und auch nicht weiter über das Sucherbild verteilt als bei der 5D Mk II. Man wird abwarten müssen, wie sich der AF in der Praxis bewährt. Schön ist, dass der Silent-Shutter von der 5D3 übernommen wurde und sich der Akkutyp nicht geändert hat. Die Sucherscheiben der 5D2 können ebenfalls übernommen werden.

Für die Landschaftsfotografie ist diese Kamera sicher eine gute Wahl, GPS, Spritzwasserschutz, sehr gute Bildqualität und ein leichter Body. Wer allerdings actionreichere Motive fotografiert, sollte überlegen, ob er nicht lieber zur 5D Mark III greift, da diese Kamera ein wirkliches Profi-AF-System hat. Nikon hat seine D600 professioneller positioniert, 2 Kartenschächte, 100%-Sucher und ein 39-Punkt-AF lassen die Kamera zu einem hochaufgelösten D700-Nachfolger werden, während man Canon zu etwas mutigeren Fortschritten gegenüber der 5D2 hätte raten können.

Allerdings: Tethered Shooting mit einem iPhone, IPad oder Android-Gerät ohne teures Zubehör (der EOS EOS WFT-E7 kostet fast 700€) ist ein Traum, der gerne auch schon in der 5D Mark III hätte in Erfüllung gehen können. Die Software EOS Remote wird kostenlos verfügbar sein für IOS und Android. Die Kamera ist für eine Menge Canon-Kameras ein interessantes Upgrade, bei einem UVP von 1999€ ist es absehbar, dass sie irgendwann günstiger sein wird, als eine 5D Mark II heute. Eine EOS 7D würde ich wegen ihrer Geschwindigkeit und Autofokusfähigkeiten allerdings nicht  für eine 6D verkaufen.

Etwas ärgerlich sind die 1/180s Synchronzeit und die 1/4000s schnellste Verschlusszeit. Es bleibt zu hoffen, dass die Verschlusslebensdauer deswegen etwas besser ist. Dass nur noch SD-Karten unterstützt werden, ist in der Praxis kein so großer Unterschied. Mit der Synchronzeit werde ich auch leben können, weil ich ohnehin meistens Highspeend-Sync (HSS) verwende und die Studioblitze oft nicht mehr mitnehme für einen Job.

Links:

http://www.dpreview.com/previews/canon-eos-6d (englisch)

http://cweb.canon.jp/eos/lineup/6d/samples/index.html (Beispielbilder, japanisch)

http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/Digital_SLR/EOS_6D/

http://www.usa.canon.com/cusa/professional/products/professional_cameras/digital_slr_cameras/eos_6d#Specifications (englisch, bisher die besten technischen Daten, die verfügbar sind)

http://www.canon.co.uk/For_Home/Product_Finder/Cameras/Digital_SLR/eos_remote.aspx (englisch, Vorschau auf EOS Remote)

Kurzkritik Canon EOS 650D und EF 40mm f2,8 STM

Seit einer Woche habe ich die EOS 650D im Einsatz und möchte kurz von meinen Erfahrungen berichten, auch im Vergleich zur EOS 600D.

650D-40mm-westbild.jpg

Das Beispielbild lässt sich durch einen Klick auf’s Bild in flickr öffnen und dort auch in voller Auflösung betrachten (40mm bei f4 an 650D, Lightroom-Standardeinstellungen)

Die Qualität von Bild und Video scheint mir, ohne bislang exakte Vergleichstest ausgeführt zu haben, recht ähnlich zur 600D, aber trotzdem hat die 650D ein paar echte Vorteile gegenüber dem Vorgänger:

  • Der Touchscreen ist sehr schön geworden, die Bedienung ist damit schneller als mit dem Menütasten, er ist gut integriert in das Bedienkonzept. So kann man z.B. einstellen, dass die Kamera im Live View auf den Bereich scharfstellt, den man auf dem Screen berührt, und dann selbst auslöst. Bilder durchblättern und vergrößern funktioniert ebenfalls gut. Selbst als iPhone-gewohnter Profifotograf nervt mich nichts an der Umsetzung des Touchscreens, ich finde, dass man sich sehr schnell daran gewöhnen kann und es Spaß macht, damit zu arbeiten.
  • Guter AF in Live View und Video: Der Autofokus ist immer noch keiner, der im Videobereich alles von alleine hinkriegt oder blitzschnell ist, aber die Kamera ist auch ohne Phasen-AF gut brauchbar und kann dort mehr als jede Canon vor ihr. Die Lösung ist nicht perfekt, aber viel besser als vorher. Eine richtige abschließende Meinung habe ich nach einer Woche aber noch nicht zu dem Thema.
  • Besserer Phasen-AF: Alle AF-Sensoren sind nun Kreuzsensoren statt nur der in der Mitte, die Kamera ist damit auf dem Level der 60D
  • Neuer Prozessor und schnellerer Bildtransport: Die Kamera schafft nun 5 Bilder pro Sekunde statt 3,7, allerdings ist bei RAW auch nach 6 Bildern Schluss, weil der Puffer nicht größer geworden ist.
  • Stereomikrofon und manuelle Steuerung des Tons
  • ON/OFF Schalter hat nun eine dritte Position Video, so kommt man schneller in den Videomodus.
  • Volle Unterstützung neuer Techniken wie z.B. die Steuerung des Funkblitzsystems Speedlite 600EX-RT/Speedlite Transmitter ST-E3

Es gibt auch ein paar Nachteile gegenüber der 600D:

  • Kein Digitalzoom (Video) mehr: Die 600D hatte einen Modus, der nur die mittleren 1920*1080 Pixel zur Videoaufzeichnung verwenden konnte und so eine virtuelle Brennweitenverlängerung um den Faktor drei bewirkte, also als ob Sie mit 300mm statt mit 100mm Brennweite filmen würden
  • Empfindlicher gegenüber schlechten SD-Karten: Billige SD-Karten, die in der 600D klaglos funktionieren, können in der 650D Aussetzer zeigen. Dafür kann die 650D nichts, es liegt an der höheren Geschwindigkeit der Kamera und an mangelhafter Implementation der Standards seitens der Kartenhersteller.
  • Die 600D ist momentan ca. 200€ billiger.

Mein Fazit: Die 650D ist eine sehr gelungene Weiterentwicklung der 600D. Sie regt mit dem ausklappbaren und berührungsempfindlichen Bildschirm zu kreativen Bildgestaltungen an, ihr Bedienkonzept ist gleichzeitig einfacher und mächtiger geworden, AF und Geschwindigkeit sind besser. Eine Kamera, die wirklich Spaß macht und gute Qualität liefert. Wer gerade einsteigt und für den 200€ eine Menge Geld sind, die er lieber in ein Objektiv steckt, der bekommt aber auch mit der 600D eine prima Kamera. Wer die neuen Möglichkeiten wirklich nutzt, der bekommt für die 200€ aber auch einen deutlichen Mehrwert.

Das neue EF 40mm f2,8 STM

Canon hat mit der EOS 650D ein neues Pancake-Objektiv vorgestellt, das allerdings auch an Vollformatkameras funktioniert. Das EF 40mm f2,8 STM wiegt nur 130g, ist nicht so viel größer als ein Gehäusedeckel und schon für gute 200€ zu bekommen. Die Verarbeitung ist recht gut, der AF leise aber nicht wahnsinnig schnell (allerdings auch keine Krücke), zum manuellen Fokussieren muss man es auf MF umschalten, aber auch dann macht das wenig Spaß, weil die Verstellwege sehr klein sind und man so nicht besonders schnell genau arbeiten kann.

Die optische Qualität ist allerdings absolut hervorragend, die Schärfe ist schon bei Offenblende sehr gut, etwas abgeblendet super. An einer Vollformat vignettiert es aber bei Blende 2,8 deutlich.

40 mm sind an einer Vollformat eine sehr schöne Normalbrennweite, das Objektiv ist brillant und streulichtunempfindlich.

Die rechnerische Normalbrennweite für Vollformat ist 42,6mm. Das 40mm ist also viel näher am Ideal als ein 50mm Objektiv. Durch das geringe Gewicht und die hohe optische Leistung ist es ein Objektiv, das man wirklich gerne mitnimmt. An einer Vollformat macht es aber noch mehr Spaß als an einer APS-C. Mein Fazit: Absolute Empfehlung.

UPDATE: Die Bildqualität beim RAW ist praktisch nicht zu unterscheiden zu der der 600D. Der Autofokus ist besser geworden, in Vergleichsaufnahmen mit dem 70-200mm f2,8L IS pumpt oder springt die 600D etwas, während die 650D sich sofort den Fokuspunkt holt. Der AF im Livebild-Modus folgt bewegten Zielen recht sanft (auch mit dem 70-200, nicht nur mit STM-Objektiven). Die Touch-Bedienung macht immer noch Spaß, gerade wenn man wie ich mit mehreren verschiedenen Kameras arbeitet, muss man sonst immer kurz umdenken, der Touchbildschirm ist aber so intuitiv, dass man die traditionelle Menusteuerung oft  sein lässt. Dass das neue Blitzsystem jetzt voll unterstützt wird, wird für die meisten Anwender der 650D erst dann richtig interessant, wenn auch die günstigeren Blitze mitspielen. Insgesamt ist die 650D eine runde Kamera geworden, mit der es Spaß macht zu arbeiten und die wirklich gute Bildqualität liefert.

 

CR: effect of viewfinder-cover in IR-photography

(für die deutschen Leser: Es folgt ein Diskussionsbeitrag für das CR-Forum, der illustriert, warum man den Sucher gegen Lichteinfall während der Aufnahme abdecken sollte, wenn man IR-Fotografie betreibt)

i did not manage to include my images in the canon-rumors-forum, so here are the samples of how light through the viefinder can affect IR-photography:

 

1: a typical sample: the blue light in the right upper corner and in the middle right area is caused by light from the viewfinder:

2. To test the effect, i chose an extreme setup: direct sunlight in the late afternoon, perfect angle for getting the maximum amount of light into the viewfinder. The blue cast is all over the pic.

3. Now the same setup, with the viewfinder-cover from the camera-strap attached to the viewfinder: No blue light at all:

tec specs(2nd image):

5d MKII, IR720 Filter, 32s, f13, ISO 500

 

Nikon D800 morgen

UPDATE: Ja, die D800 ist da. Die Canon-Objektive auch. Die Beispielbilder der D800 in voller Auflösung sind absolut überzeugend. Als Nikon-Fotograf wäre dies meine nächste Kamera.

Aller Voraussicht wird Nikon morgen die D800 vorstellen. 36MP, leicht, 4Bilder/s, mit Batterie-Pack 6/s, eine Version mit und eine ohne AA-Filter. Letztere wird einige Menschen von der Idee, eine Mittelformat-Kamera zu kaufen, abbringen. Noch ist es nicht offiziell, aber ziemlich sicher werden wir morgen mehr wissen. Es ist bekannt, dass ich mit Canon arbeite, aber ich bin kein Fan von irgendeiner Fotofirma. Ich freue mich über alles, was neu rauskommt und die Möglichkeiten der Fotografen erweitert. Würde ich mit Nikon arbeiten, stünde die D800 ziemlich sicher auf meiner Einkaufsliste. Ich hoffe, dass Canon bald etwas ähnliches bringt.

 

Apropos Canon. Auch Canon-Fotografen müssen sich nicht grämen, heute sind Bilder dreier neuer Objektive aufgetaucht (24-70L f2,8 II, 24mm 2,8 IS, 28mm 28 IS). Zur Vorstellung der 5D MK III oder einer ähnlichen Kamera in diesem Segment ist es auch nicht mehr lange, weil es bereits echte Bilder davon gibt. Wahrscheinlich wird der Februar nicht vorbei sein, bevor es verlässliche Neuigkeiten gibt.

Olympus bringt das neue OM-D System, Fuji hat die X1 Pro vorgestellt, Pentax die K-01, im Einsteiger-Segment kommen die Nikon D3200 und die Canon EOS 650D etc. Aber vergessen Sie nicht: Ihre jetzige Kamera wird deswegen keine schlechteren Bilder machen. Aber falls es nun trotzdem Zeit für etwas Neues wird, werde ich Ihnen das nicht  ausreden.

Schlitzverschluss in Highspeed

Für alle, die nur eine unscharfe Vorstellung davon haben, wie ein Schlitzverschluss abläuft: In diesem Video wird als Hochgeschwindigskeitsaufnahme gezeigt, wie 1/4000s bei einer Nikon D3 abläuft, man sieht gut, wie schmal der Schlitz bei so kurzen Zeiten wird.

https://youtu.be/fG5QedhroYQ

Auch der Hilfsspiegel, der hinter dem teildurchlässigen Hauptspiegel das Licht in die AF- und Belichtungsmesseinheit im Kameraboden reflektiert, ist gut zu sehen. Die Nikon D3 macht 9 Bilder/s, der Vorgang ist also hier über 100fach verlangsamt.