Firmware 1.1.1 für Canon EOS R5 und R6

Canon hat heute eine neue und bereits vorangekündigte Firmware veröffentlich. Bei der R5 verbessert sie den IS mit dem RF100-500mm-Objektiv, was tatsächlich eine gute Idee ist, denn gerade bei relativ kurzen Zeiten war der etwas enttäuschend.
Bei der R6 kommen noch einige Punkte hinzu, unter anderem wird das Überhitzungsproblem bei Video verringert und der IS im Video für bestimmte RF-Objektive verbessert.

R5:

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r5.html?type=firmware

R6:

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r6.html?type=firmware

Adobe Lightroom IOS löscht Bilder

https://www.heise.de/news/Update-von-Adobes-Lightroom-App-fuer-iOS-loescht-Fotos-4875366.html

Adobes Lightroom für IOS (also iPad und iPhone) hatte ein massives Problem, das zum Verlust von Bildern und Presets geführt hat. Ein neues Update behebt das zwar, aber die Bilder bleiben verschwunden, wenn Sie nicht ein eigenes Backup haben. Starten Sie die App nicht, bevor Sie die neue Version auf Ihrem Gerät haben!

Remember, folks: there is no cloud, only someone elses computer.

Das ist ein guter Tag um mal wieder an Backups zu denken.

Canon EOS R5, R6 und Objektive vorgestellt

An manchen Tagen zeigt Canon, was sie können. Da wird dann ein komplett elektronisches Bajonett vorgestellt (EF), das erste Wechselobjektiv mit Stabilisator auf den Markt gebracht (1995), Beugungsoptik in Kamereobjektive integriert (DO) oder die erste DSLR mit brauchbarem Video eingeführt (5D Mark II).

Heute ist wieder so ein Tag, es kommen zwei neue Kameras, deren Namen sie als Nachfolger für die 5D Mark IV und die 6D Mark II positionieren, diese aber und gleichzeitig den gesamten Fotomarkt in den Schatten stellen. Die kleinere R6 kommt von den reinen Leistungsdaten schon nah an die Sony A9 II und übertrifft sie in manchen Bereichen (4K-Video in 60 statt nur 30fps z.B.), dabei kostet sie nur die Hälfte.

Die EOS R6 Bild: Canon

Ein Sucher mit 120 fps (3,69Mio Punkte wie bei der R) und ein sehr schneller AF, der auch Hunde, Katzen und Vögel erkennt, Ein Verschluss mit 20 Bildern pro Sekunde (elektronisch) und 12 (mechanisch) machen sie zu einer tauglichen Action- und Sportkamera. Von der reinen Leistung kann sie damit gut mit der dreimal so teuren EOS 1DX Mark mithalten, auch wenn die R6 natürlich als Amateurkamera konzipiert wurde.

Die EOS R schafft in der AF-Nachfürmessung gerade einmal 5 Bilder pro Sekunde, hat im Gegensatz zu den neuen Kameras keinen eingebauten Bildstabilisator, nur einen Speicherslot und der Sucher ist langsamer und nicht ganz so hoch aufgelöst. Auch die R ist schon eine schöne und sehr praxistaugliche Kamera mit einem sehr guten AF besonders bei schwachem Licht. Die neuen Kameras sind aber so sehr weiterentwickelt, dass viele bei den ersten Gerüchten nur ungläubig gelacht haben. Der IS soll übrigens mit den passenden Objektiven bis zu 8 Blendenstufen kompensieren und das auch, wenn das Objektiv selbst keinen IS besitzt, wie z.B. beim RF 85mm F1,2.

Die Rückseite der EOS R5, sehr vertraut für Canon-Nutzer Bild: Canon

Die EOS R5 schafft die gleiche Geschwindigkeit wie die R6 mit 45 statt 20MP, im Videobereich unterstützt sie 8K-Video und das sogar in 10Bit. Dafür benötigen Sie nicht einmal einen externen Rekorder, sondern können intern auf CF-Express aufzeichnen. Der zweiten Kartenslot ist SD UHS-II, die neuen Batterien sind kompatibel mit den alten, das macht den Umstieg günstiger. Der Crop beim Video, der bei der EOS R im 4K Video nur eine Aufzeichnung in einem 1,74 Mal kleineren Sensorbereich ermöglichte, ist ebenfalls Geschichte.
Die Kamera ist solider gebaut als die R6 und hat ein Top-Display, eine solche Kombination von Auflösung und Geschwindigkeit gibt es bislang noch nicht, die Kamera zeichnet immerhin 900 Millionen Pixel pro Sekunde auf und hat nebenbei noch genug Power für einen Hochleistungs-AF. Wenn sie 8K-Raw auf die CF-Express-Karte schreibt, hat die Kamera immer noch genug Leistung für den Dual-Pixel-AF und um ein 4K-Video zusätzlich auf die SD-Karte zu schreiben (für einen schnelleren Videoschnitt). Der IS wird im 8K-Video allerdings nicht unterstützt. Bei der EOS R6 ergibt sich im 4K-Video ein leichter Crop von ca. 10%, sie unterstützt auch kein DCI-4K, sondern ausschließlich UHD (3840 × 2160 Pixel).

Canon hat heute auch zwei Volks-Teles gezeigt, ein 600er und ein 800er mit fester Blende f11. So etwas wäre früher sinnlos gewesen, weil die Kameras den AF nicht mehr hinbekommen hätten. Mit gutem AF und guter ISO-Leistung wird das aber interessant, weil so ein Tele klein, leicht und günstig werden kann. Durch Beugungsoptik und eine zusammenschiebbare Konstruktion passen die Objektive noch gut in eine große Fototasche.

Das neue 800mm-Objektiv, der hintere Teil lässt sich bei Nichtbenutzung einschieben. Bild: Canon

Ein günstiges und gutes 85er f2 mit Stabilisator und Makro bis 1:2 wird ein Bestseller werden, für die Profis wurde ein RF100-500mm f4,5-7.1L USM IS gezeigt, das um 3000€ kosten wird und genau wie die Volksteles mit den neuen 1,4x und 2x-Extendern kompatibel ist. Wenn die Extender verwendet werden, stehen statt 100-500mm aber nur noch 300-500 mm Ursprungsbrennweite zur Verfügung, weil die Hinterlinsen sonst an den Extender stoßen würden. Immerhin regelt das das Objektiv automatisch. Und, wie ich schon schrieb, am RF 70-200 f2,8L IS USM lassen sich die beiden Extender gar nicht verwenden.

Canon RF 85mm F2 Macro IS STM Bild: Canoon

Sind das nun die perfekten Kameras? Es gibt immer noch rolling shutter beim elektronischen Verschluss, zum Dynamikumfang gibt sich Canon bedeckt, ich ging davon aus, dass Sony dort auch weiterhin die Nase ein wenig vorn haben würde. (UPDATE: DXO-Mark hat gerade bekanntgegeben, dass ihr Test der 1DX mark III fehlerhaft war und der Sensor tatsächlich 14,5 Blendenstufen schafft, der der R6 soll sehr ähnlich sein UPDATE2: Canon sagt, eine Blende mehr als bei der EOS R). Aber als Gesamtpaket sind sie hervorragende Werkzeuge, ich rechne damit, dass die sehr weite Verbreitung finden werden. Und ich denke, die Kameras sind das Ende der DSLR. Neue APS-C-DSLRs von Canon werden wahrscheinlich noch kommen, weil sie für das EF-S-Ökosystem sinnvoll sind, aber für eine neue Vollformat-DSLR nach der 1DX Mark III sehe ich keinen Markt mehr, der den Entwicklungsaufwand rechtfertigen würde, zumal diese Kameras technisch nicht mehr mithalten könnten. Auch der optische Sucher ist auch nicht mehr so wichtig, wenn der elektronische 5,7 Millionen Punkte bei 120 Hz liefern kann.

Der Verschluss der R6 ist auf 300.000, der der R5 auf 500.000 Auslösungen ausgelegt.

Die Preise und Lieferdaten sind auch schon bekannt und die Preise sind schön krumm geworden dank der kürzlichen MWSt-Senkung:

R5: 4.385,58 € (30.7)

R6: 2.630,96 € (27.8)

Canon RF 800mm F11 IS STM: 1022,55 € (30.7)

Canon RF 600mm F11 IS STM: 778,86 € (30.7)

Canon RF 100-500mm F4.5-7.1L IS USM: 3020,87 (30.9)

Canon RF 85mm F2 Macro IS STM: 681,38 € (30.10)

Sie müssen jetzt keine neue Kamera kaufen, aber wenn Sie es möchten, haben Sie wenigstens ein paar Gründe dafür 😉

https://www.canon.de/cameras/eos-r5/
https://www.canon.de/cameras/eos-r5/specifications/
https://www.canon.de/cameras/eos-r6/specifications/

SD-Express mit bis zu 4GByte/s

Der SD-Karten Standard ist noch lange nicht am Ende. Die letzte Revision (SD 8.0) setzt auf PCI für die Datenübertragung und erlaubt bis zu 4 Gbyte/s Übertragungsrate und 128 TB Speicherkapazität. Sie erkennen die neuen Karten an einer dritten Pinreihe (SD UHS II: zwei Pinreihen, Rest nur eine Pinreihe), sie bleiben abwärtskompatibel zu älteren SD-Standards. Sie entsprechen damit von der Geschwindigkeit einer guten m.2-SSD. Es ist davon auszugehen, dass SD-Karten auch weiterhin von den Fortschritten des PCI-Standards profitieren werden.

Mehr unter:

https://www.heise.de/news/SD-Express-Speicherkarten-mit-PCIe-4-0-kommen-High-End-SSDs-nahe-4725736.html

Luminar 3 umsonst, Affinity für 50%

Skylum hat die Vorgängerversion von Luminar 4 zum kostenlosen Download ins Netz gestellt. Man muss zwar etwas aufpassen, damit keinen Kitsch zu produzieren, aber die Software hat auch einen ganz interessanten Ansatz und kann sehr gute Ergebnisse produzieren. Sie ersetzt bei mir nicht Lightroom (das macht CaptureOne), aber sie ist eine willkommen Ergänzung:

https://skylum.com/de/luminar-3-for-free

Serif lässt Sie alle drei Affinity-Programme, Photo, Publisher und Designer, für 90 Tage kostenlos testen und bei einem Kauf bekommen Sie 50% vom Normalpreis erlassen (das gilt etwas länger, so dass Sie wirklich in Ruhe testen können). Der Designer hat bei mir Adobe Illustrator ersetzt, selbst wenn Sie alle drei Programme für je 27,99 € kaufen (für immer, keine Mietlösung), ist das nur wenig mehr als eine Monatsmiete der Adobe Creative Suite.

https://affinity.serif.com/de/

Die iPad-App Affinity Photo gibt es ebenfalls zum halben Preis, für 10,99€, sie ist die mächtigste Bildbearbeitungssoftware auf dem iPad überhaupt, Adobe hatte zwar angekündigt, eine vollständige Photoshop-App für das iPad herauszubringen, aber das was es bislang gibt, ist noch sehr rudimentär und kommt an Affinity Photo nicht heran.

Photokina auf 2022 verschoben

Es war abzusehen, dass die Photokina in diesem Jahr nicht wird stattfinden können. Die Koelnmesse hat nun entschieden, die nächste Photokina erst vom 18. bis 21. Mai 2022 durchzuführen. Ich halte das für eine sehr kluge Entscheidung, weil das den beteiligten Firmen Planungssicherheit gibt. 2021 wird entweder holprig oder sehr voll, weil viele Termine nachgeholte werden sollen (Fußball EM ist auch auf 2021 verschoben worden, nur das IOC ist noch stur (wofür steht eigentlich das “I”? 😉 ).

Weit klüger jedenfalls als es die Techno Classica gemacht hat, die Ihre Messe von März auf Juni verschoben hat, das ist wahrscheinlich nicht mehr als eine Absage mit einem Extra-Schritt. Ich wünsche der Photokina viel Erfolg, wir sehen uns 2022!

CP+ abgesagt

Nach der Mobilfunkmesse in Barcelona wurde gestern auch die CP+ in Yokohama abgesagt. Ich vermute, dass sich gerade mancher in Köln ärgert, die Photokina auf Mai vorverlegt zu haben und hoffe (natürlich nicht nur wegen der Messe), dass sich die Situation um den Coronavirus bald beruhigt. UPDATE (29.2.2020): Die Situation um SARS-CoV-2 wird sich leider nicht beruhigen, wie inzwischen abzusehen ist. Aber auch eine Verlangsamung der Epidemie wird vielen Menschen das Leben retten können, passen Sie gut auf sich (und andere) auf!

Ein Blick in die Glaskugel für 2020

Es ist schon Tradition geworden, dass ich um die Jahreswende meine Erwartungen für die nahe Zukunft aufschreibe. Hauptsächlich bezogen auf den Fotosektor. Den letzten finden Sie unter https://fotoschule.westbild.de/2018/12/der-blick-in-die-glaskugel-fuer-2019/

Ich ändere daran nachträglich nichts, ich finde es auch auch interessant, wo ich falsch liege und wie die Entwicklungen von meinen Erwartungen abweichen. Für den Fotomarkt insgesamt bin ich nicht so optimistisch, aber es wird Bereiche geben, die im Trend liegen und gut laufen werden. Trotzdem kann es gut sein, dass der eine oder andere Markteilnehmer den Fotomarkt verlassen wird, weil es keinen Sinn mehr ergibt. Je kleiner das eigene System ist, desto weniger sind Fremdhersteller willens, Produkte zu entwickeln und desto weniger lohnen sich auch eigene Neuentwicklungen wie neue Objektive. Der Kunde muss ja nicht einmal das System wechseln, es reicht ja schon, wenn er bei seiner Ausrüstung bleibt und nichts neues mehr kaufen möchte.

Im Kamerabereich wird zwar mittelfristig noch einiges passieren, aber wenn Sie sich eine der aktuellen hochauflösenden und schnellen Spiegellosen Kameras anschauen, die um die 10 Bilder pro Sekunde schaffen, 47-61 und bald noch mehr Megapixel und einen guten AF und detailreichen Sucher haben , dann werden sich sehr viele Fotografen fragen, warum Sie danach noch eine neue Kamera benötigen sollten. Zumal die technische Entwicklung gerade etwas stagniert. Die letzten Sony-Kameras waren eher inkrementelle Updates und die Sensorleistung ist auch schon zwischen der A7R II und der A7R III nicht viel besser geworden, auch wenn der Rest ein deutliches Update war.

Sensoren von 2014 wie z.B. der 50 MP Sony Mitteformatsensor, der in der Hasselblad, Pentax oder Fuji steckt, spielen auch heute noch ganz oben mit. Canon hat gerade den Vorteil, dass ihre Sensoren noch Spielraum nach oben haben, so dass es für Canon-Fotografen noch mehr Anreize gibt, im nächsten Jahr eine neue Kamera zu kaufen. Auch weil IBIS bislang noch nicht zu bekommen war, ab 2020 aber Standard auch bei Canon werden wird.

Viele der Fotografen werden ihre Möglichkeiten über neue Objektive also besser erweitern können als über eine neue Kamera. Der Trend zu einem erweiterten Fokus auf den Objektivbau wird verstärkt durch den Wettstreit neuer spiegelloser Systeme. Nikon Z, Canon RF und das L-Bajonett (Leica, Panasonic, Sigma) müssen Kaufentscheidungen auch über ein möglichst vollständiges und interessantes Objektivprogramm gewinnen.

Die neuen Objektive werden für sehr hohe Megapixelzahlen gerechnet und für schnelle Kamerakommunikation ausgelegt. Sie sind meist sehr scharf und haben ein weiches Bokeh, außer manchmal bei den kürzeren Brennweiten unter 35mm. Das führt für manchen zu einer langweiligen Perfektion und zu einer Gegenbewegung, die wieder verstärkt Objektive aus der Vor-AF-Zeit verwendet. Das Scharfstellen von manuellen Objektiven ist mit einer Spiegellosen, die Suchervergrößerung und Fokus-Peaking bietet, auch deutlich einfacher geworden. Die meisten Fotografen, die ich kenne, arbeiten nicht ausschließlich mit “Altglas”, sondern setzen dieses als Ergänzung dort ein, wo ein schnelles AF-Objektiv nicht notwendig ist, wie z.B. im Porträtbereich.

Wenn Sie eh schon ein altes Objektiv verwenden, dann können Sie auch eine alte Kamera dahinter setzen und einen Film einlegen. Die Analoge Fotografie hat Ihre Talsohle wahrscheinlich durchschritten, inzwischen liest man mehr Nachrichten über Neuerscheinungen (Ektachrome als Roll- und Planfilm z.B.) als über Produkteinstellungen. Fujifilm macht einen recht großen Anteil seines Umsatzes im Sofortbildbereich. Ich erwarte nicht, dass wieder ernstzunehmende analoge Kameras neu entwickelt werden, aber die analoge Szene und das Materialangebot wächst und die analoge Fotografie wird nicht aussterben.

Ein paar technische Entwicklungen sind schon mehr oder weniger absehbar:

  • 20 Bilder pro Sekunde mit mechanischem Verschluss, mehr mit elektronischem
  • 6K Video oder 4K Raw-Video in der Kamera
  • 75MP oder mehr Auflösung im Vollformat
  • CFexpress kommt als Speichermedium in Kameras
  • Neue Objektive mit bisher nicht dagewesen Spezifikationen, z.B. sehr lichtstarke Weitwinkelzooms, neue Makros etc.
Dr. Ganske vom TPDNI, Linktipp zu KI-Informationen folgt später *

Ein weiterer Trend ist immer mehr KI in Software. Skylum 4 z.B. nutzt das, um den Himmel auszutauschen und das Bild dazu anzupassen oder um Porträts zu verschönern. Das kann im Einzelfall nützlich sein, wird aber hauptsächlich dazu führen, dass wir noch mehr Schrott im Internet sehen werden. Analoge Fotografie oder SOOC-Bilder (straight out of camera- also ohne jede Nachbearbeitung) werden durch solche Entwicklungen als Gegenbewegung bestärkt, auf lange Sicht wird KI aber auch im kreativen Bereich immer mehr übernehmen, in seiner eigenen Arbeit die kreative Kontrolle zu behalten wird nicht einfacher werden. In vielen Bereichen wird die Arbeit der Fotografen auch durch Maschinen ersetzt werden. Das ist heute schon so, gucken Sie mal in einen IKEA-Katalog, der besteht zu 95% aus CGI und nicht mehr aus Fotos.

Haben Sie “The Irishman” von Martin Scorsese gesehen? Robert De Niro, Joe Pesci und Al Pacino spielen ihre Rollen im Alter von 30,50 und 70 Jahren. Die Filmbilder wurden mittels KI verjüngt. Das Verjüngen benötigte dafür nicht einfach Trackingpunkte auf dem Gesicht, sondern arbeitete mit einer Standard-Filmaufnahme. Statt aus einem alten Robert de Niro einen jungen zu machen, hätte man ihn auch zu Arnold Schwarzenegger werden lassen können. Und das nicht nur durch ein großes Filmstudio, sondern das können Sie auch zu Hause hinbekommen, wenn Sie sich ein wenig mit Video und Computer auskennen und etwas Rechenleistung zur Verfügung haben werden. Software ist frei verfügbar, z.B. hier https://github.com/iperov/DeepFaceLab

Es gibt Nachrichten, dass im nächsten Jahr ein neuer Film mit James Dean ins Kino kommen soll. Er starb 1955 bei einem Autounfall, aber es gibt genug Filmmaterial, um ihn digital wieder auferstehen zu lassen. Kennen Sie Shudu oder Lil Miquela? Das sind virtuelle Models, die durchaus Aufträge von den großen Modefirmen erhalten. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat einen virtuellen Nachrichtensprecher im Einsatz. Auch wenn vieles noch etwas hölzern wirkt, ist manches davon schon sehr überzeugend und es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Techniken bis zur Ununterscheidbarkeit perfektioniert worden sind. Suchen Sie einfach in Netz nach “Deepfake” und Sie werden eine Menge finden, je später Sie suchen, um so besser werden die Ergebnisse sein.

Das wird natürlich nicht nur in der Unterhaltungsbranche Anwendung finden, sondern auch zur Verbreitung von Fake News eingesetzt werden. Ich habe weniger Angst vor dieser Technik als davor, dass sich eine zunehmende Anzahl von Menschen ohnehin nicht mehr für die Wahrheit interessiert, Fakten ignoriert und alles was sie aus Ihrer selbst gewählten Blase holt als “Systemmedien” oder “Lügenpresse” diffamiert um dann auf der anderen Seite die vollkommen hanebüchene Informationsquellen zu akzeptieren oder einem obskuren YouTube-Video den Vorzug vor tausenden Mannjahren wissenschaftlicher Forschung zu geben.

Dass, was Maschinen in 10 Jahren können werden wird sich von heute viel deutlicher unterscheiden als das was sie vor 10 Jahren konnten zu heute. Die IT befindet sich in einer exponentiellen Entwicklung, wenn wir die großen Katastrophen umschiffen können, wird sie uns in vielen wenn nicht allen Bereichen überholen. Das wird noch dauern, aber es wird schneller gehen, als Sie denken. Vor allem adaptiert die Technik schnell auf andere Bereiche. Die KI Alpha Go konnte 2018 nach vier Stunden Lernen die besten Schach-Programme schlagen, obwohl sie für das japanische Spiel Go gebaut worden war. Das sind Anwendungen auf geschlossene Systeme mit festen Regeln, die sicher einfacher sind als das wahre Leben, aber Schach und Go sind auch nicht trivial.

Apropos große Katastrophen. Die Forschungsergebnisse der letzten Jahre haben uns gezeigt, dass wir beim Klimawandel am oberen Ende der früheren Prognosen liegen und wir große Chancen haben, relativ schnell einen unumkehrbaren Kipp-Punkt des Weltklimas zu erreichen. Wir sind in Deutschland mit unserem CO2-Austoß leider noch nicht viel weitergekommen und ich schreibe diese Zeilen, während die Klimakonferenz in Madrid zu scheitern droht. Allerdings müssen wir nicht auf politische Rahmenbedingungen warten, um unser eigenes Verhalten zu verändern. Wenn ich mir so manchen Instagram-Account anschaue, auf dem die Fotografen ihre weltweite Bucketlist an touristischen Zielen abarbeiten und dabei hunderttausende Flugkilometer zusammenkriegen, dann merke ich, dass wir im Fotobereich auch viel ändern können.

Bei mir selbst hat die Flugscham schon sehr durchgeschlagen, auch Auto fahre ich weniger und langsamer, im Haushalt kommt 100% der verwendeten Energie aus Ökostrom. Trotzdem ist meine Bilanz noch nicht gut. Ich finde bereits die Entwicklung der letzten Jahre erschreckend, dass zum Beispiel die Insekten um 80% zurückgegangen sind und in der Folge auch die Vogelwelt kleiner geworden ist. 42° Außentemperatur sind in einer Dachwohnung auch nicht lustig. Die Gletscher sahen auf meiner ersten Norwegentour anfang der 90er Jahre auch ganz anders aus als auf meiner letzten vor ein paar Jahren. Und das ist alles noch Kleinkram gegen die weltweiten Folgen und vor allem gegen das, was noch kommen wird.

Zurück zu den Kameras. In diesem Jahr wurden unter 20 Millionen Kameras weltweit verkauft (Nach CIPA-Zahlen, die nicht ganz vollständig sind, aber doch den Großteil der Verkäufe erfassen), 2010 waren das ungefähr sechs mal so viele. Das liegt zum einen natürlich daran, dass die allermeisten Leute heute nur noch mit dem Smartphone fotografieren und zum anderen daran, dass die Boomphase, in der die Digitalkameras gut und erschwinglich wurden und die meisten noch keine hatten, vorbei gegangen ist. Zum Vergleich soll die Zahl der Überwachungskameras weltweit auf eine Milliarde ansteigen, die Hälfte davon in China. In der nahem Zukunft wird wahrscheinlich jedes Auto mehrere Kameras besitzen, um die Umgebung für das autonome Fahren erfassen zu können (neben anderen Systemen wie Radar oder LIDAR). Der eigentliche Markt liegt also schon längst woanders, der Fotomarkt schrumpft bis hin zur Existenzgefährdung manchen Herstellers. Die wenigen verbleibenden Kunden werden immer anspruchsvoller, der Trend geht zu größeren Formaten, das Vollformat wird immer günstiger und das Mittelformat ist in preislich in Bereiche vorgerückt, in denen vorher nur Vollformat zu bekommen war (Preis im November: Sony A7R IV 3999€, Fuji GFX 50R 3899€ inkl. Cashback).

2020 werden mit der Nikon D6 und der EOS 1DX Mark III die besten Spiegelreflexkameras aller Zeiten herauskommen, ob es von diesem Kameras noch einen Nachfolger geben wird, ist aber mehr als fraglich. Das nahende Ende der DSLR-Technik werden sie nicht aufhalten können. Im Moment sind wir in der komfortablen Position, dass die DSLR-Objektive wegen des größeren Auflagemaßes auch an die spiegellosen mit einem Adapter abschließbar sind. So kann ich zum Beispiel Canon-EF-Objektive auch an eine Sony oder eine Fuji GFX-Mittelformat anschließen. Die Objektive der Spiegellosen werden diese Möglichkeit nicht mehr haben, wenn man Ausnahmen absieht, so gibt es zum Beispiel einen 2mm dicken AF-Adapter, um Sony FE-Objektive an einer Nikon Z zu verwenden. Mit dem Ende der DSLR-Zeit wird das native System des Herstellers immer wichtiger, Kameraentscheidungen werden sich stark an den verfügbaren Objektiven ausrichten.

Wenn Sie den Sternenhimmel fotografieren möchten, fangen Sie bald damit an. Es gibt Pläne, den Orbit mit Massen von Mikrosatelliten zuzumüllen, um darüber weltweit Internet bereitzustellen. Die Lichtverschmutzung nimmt auch weiter zu, wenngleich es auch Gegenden gibt, in denen die Menschen etwas begriffen haben und sehr bewusst die Beleuchtung bei Nacht einschränken.

Eine weibliche Große Königslibelle lässt Ihre Flügel austrocknen. Naturfotografie ist auch in Fahrradentfernung möglich.

Bei der Naturfotografie möchte ich Sie nicht zur Eile anhalten, es ist wahrscheinlich zielführender, darauf zu achten, dass sie auch in der mittleren Zukunft noch ergiebig sein wird, indem wir unsere Anstrengungen für den Klima-, Natur-, und Artenschutz verstärken. Man muss auch nicht nach Afrika fliegen, um Tiere vor die Kamera zu bekommen, selbst ein Supertele und ein Stativ lassen sich noch gut mit dem Fahrrad transportieren. Investieren Sie lieber hier oder vergleichbar und lassen Sie sich die Safariziele von David Attenborough zeigen. Das heißt nicht, dass ich mit dem Reisen aufhören werde oder Ihnen das nahelegen möchte. Aber ich werde es sehr viel bewusster machen, Ziele vermeiden, die eh schon unter Overtourism leiden, und generell etwas langsamer werden, auch um konzentrierter zu Fotografieren und weniger Zeit im Auto zu verbringen.

* Haben Sie mir das geglaubt? Das Porträt wurde von einer KI, oder genauer von einem GAN erzeugt, das können Sie auch selbst ausprobieren unter https://thispersondoesnotexist.com/

LowePro Support – gibt es den wirklich?

Seit September versuche ich auf fünf unterschiedlichen Wegen, Ersatzteile von LowePro zu erhalten. Die Verschlüsse von drei meiner Fototaschen sind alle an der selben Stelle kaputt. Außer einer Ticket-Nummer von der VitecGroup und einer Nachfrage der Facebook-Seite (nach Wochen) nach meiner eMail-Adresse habe ich aber keine Antwort erhalten. Ich hatte das gleiche mal etlichen vor Jahren bei Rowi, da war das Thema in zwei Tagen abgehakt, mein Vorhaben scheint also prinzipiell möglich zu sein.

Deshalb meine Frage in die Runde, ist der Support bei LowePro nur so etwas wie Nessie, ein Yeti oder ein Bigfoot, von denen man zwar häufiger mal gehört hat, aber den es aller Wahrscheinlichkeit nach in der Realität nicht gibt? Oder hat schon mal jemand eine persönliche Sichtung dieses Supports gehabt, also nicht nur von Hörensagen. Gibt es da Tricks?

UPDATE: Inzwischen (13.1.2020) habe ich eine freundliche Antwort bekommen, der Trick ist, über die Seite https://www.manfrottospares.com/ zu gehen, leider sitzen die in England, aber die Teile sollen in einer Woche da sein.

Kamerazeit

Haben Sie Ihre Kamerazeit schon auf Winterzeit umgestellt? Die Kamerazeit ist nicht nur wichtig, wenn Sie korrekte EXIF-Informationen haben möchten, sie sorgt auch dafür, dass Sie GPS-Tracks sauber mit Ihren Bildern synchronisieren können. Und wenn Sie mit mehreren Kameras arbeiten, passen die Bilder in der zeitlichen Sortierung hintereinander.

3 kleine Beobachtungen zum Fotomarkt

Canon hat die 90D und die M6 Mark II als spiegelloses Schwestermodell auf den Markt gebracht. Praktisch jeder Rezensent schreibt, dass die 90D im Livebild-Modus besser arbeite als mit dem optischen Sucher. Das war etwas, was ich zum Teil schon bei der 5D Mark IV feststellen konnte. Wenn ich mit dieser Porträts in Bewegung mit hochlichtstarken Objektiven aufnehmen wollte, dann erbrachte der Livebildmodus bessere Ergebnisse. DSLR ist nicht tot, aber es geht in die Endrunde, ich denke nicht, dass die Canon EOS 1D X Mark III und die Nikon D6, die im nächsten Jahr erscheinen, noch Nachfolger bekommen werden. Dafür werden spiegellose Sportkameras kommen.

Sony hat mit der α9 II einen Nachfolger zur α9 vorgestellt, der dieser in den technischen Daten fast gleicht. Das Update würde man Autos als Facelift bezeichnen und nicht als neues Modell. Die Kamera hat ein besseres Gehäuse, eine Netzwerk-Buchse und einen mechanischen Verschluss bekommen, der nun auch 10 Bilder pro Sekunde schafft statt 5. Der elektronische Verschluss bleibt weiter bei 20 fps, der Sensor ist der gleiche. Nicht einmal der Sucher wurde verbessert, wahrscheinlich ist der hervorragende Sucher der A7R IV nicht schnell genug oder Sony wollte bei diesem Release Geld und Entwicklungszeit sparen. Sony hat jedenfalls deutlich Dampf aus der Entwicklung genommen, auch die α6400 ist kaum berichtenswert gewesen.

Canon hat, wie ich schon schrieb, neue Firmwares für die EOS R und RP herausgebracht, die die Kameras wirklich enorm verbessern in Bezug auf den AF. Ich habe inzwischen den ersten Job mit der neuen Firmware fotografiert und möchte meine Empfehlung zum Update noch einmal deutlich wiederholen. Version 1.4 für die R und 1.3 für die RP sollten Sie möglichst bald aufspielen, falls Sie das noch nicht haben.

Zusammengefasst bleiben für mich drei Beobachtungen: DSLR geht dem Ende zu, Spiegellose sind, zumindest bei Sony, die ja schon länger dabei sind, inzwischen (vorerst) auch bei nur inkrementellen Updates angekommen und Software ist so wichtig geworden, dass Sie eine Kamera signifikant verändern kann und ihre Entwicklung der Hardware noch eine Weile hinterherläuft. Selbst Sony sagt, dass der neue Prozessor der α9 II mehr Raum für künftige Firmwares schafft. Diese Entwicklung ist nicht nur auf Kameras beschränkt, auch VW hat angekündigt, dass der nächste Golf zunächst nicht mit der vollen Software ausgeliefert werden wird.

EOS R/EOS RP: wichtige neue Firmwares (R 1.4, RP 1.3)

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r.html?type=firmware

Verbesserter Augen-AF, viel besseres AF-Tracking kleiner Objekte, schnellere Sucher-Rückmeldung der AF-Felder, Fehlerbehebungen und das Schließen einer kritischen Sicherheitslücke.
Sie können noch ein paar Tage warten, um zu gucken, ob andere auf Probleme mit der neuen Firmware gestoßen sind, aber grundsätzlich sollten Sie das Update einspielen, weil es die EOS R zu einer deutlich besseren Kamera macht, auch wenn sie vorher schon gut war.

Für die EOS RP sind ähnliche Verbesserungen schon seit dem 11.9. verfügbar:

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-rp.html?type=firmware

Canon: Vorsicht bei WLAN

Eine Reihe von Canon-Kameras besitzen ein Sicherheitsproblem, dass es z.B. ermöglicht, Schadsoftware auf die Kamera aufzuspielen. Das ist eher unwahrscheinlich und kann nur passieren, wenn Sie Ihre Kamera per WLAN in einer ungesichterten Umgebung verwenden. Näheres finden Sie unter:

https://www.canon.de/support/product-security/

Canon wird das Problem durch Firmware-Updates lösen, die nach und nach für die betroffenen Kameras veröffentlicht werden. Wenn Sie WLAN mit Ihrer Kamera verwenden, sollten Sie diese Updates einspielen, so bald sie verfügbar sind.

Neue Firmware für EOS R und EOS RP

Es gibt neue Firmwares für die EOS R (v1.3) und die EOS RP (v1.2), während bei der R nur die Unterstützung für das RF24-240mm F4-6.3 IS USM Objektiv hinzukommt, wird bei der RP auch ein Problem mit der Blitzsteuerung behoben, dass sich an einem dunklen Streifen oben im Bild bei externen HSS-Blitzen äußert.

Die RP würde ich jetzt updaten, bei der R können Sie auf das nächste Update warten (wenn Sie das 24-240 nicht besitzen), das schon für September erwartet wird und das den Augen-AF auf bei weiter entfernten Personen anzeigt und insgesamt den Autofokus verbessert. Das kommt für die RP wohl auch.

Das Firmware-Update für den AF ist nicht nur Kosmetik, sondern sieht sehr vielversprechend aus, eine Vorschau zeigt Canon unter:

https://youtu.be/uuQiqd-a32g

Neues vom Fotomarkt

Canon hat ein 24-240mm-Objektiv für die EOS R-Kameras herausgebracht. Ich bin kein Freund von Superzooms, aber ich vermute, dass Canon dabei viel richtig gemacht hat und das eine gute Wahl sein wird, für Leute, die trotz Vollformat leicht reisen möchten.

Sony hat ein 35mm f1,8 veröffentlicht, das einen sehr guten Eindruck macht und eine echte Lücke im Angebot schließt. Bislang gab es als kleines 35er nur das Zeiss, dass ich nicht besonders mochte und das auch nur f2,8 bietet. Mit 699€ UVP wird es wahrscheinlich einen ähnlichen Erfolg haben wie das 85mm f1,8. UPDATE: Das Objektiv konnte ich inzwischen kurz testen. Es wirkt noch kleiner als ich es mir vorgestellt hätte, die AF ist sehr fix und leise. Die Schärfe ist bei Offenblende sehr gut, lässt zu den Ecken aber sichtbar nach (erwartungsgemäß). Die LoCa (Farblängsfehler) ist deutlich sichtbar, kontrastreiche Kanten hinter der Schärfeebene bilden einen grünen Saum. Gesamteindruck wirklich gut, das Objektiv wird wahrscheinlich auch noch ein wenig günstiger werden, das 85er ist seit seiner Vorstellung um knapp 100€ im Straßenpreis gesunken.

Fujifilm hat ein Pancake für Mittelformat auf den Markt gebracht (angekündigt war das GF 50mm F3,5 R LM WR schon lange), dass die GFX 50R auf gerade eben über ein Kilo bringt, was für eine Mittelformatkamera mit Objektiv wirklich wenig ist. Die Schärfe reicht für 100MP, jedenfalls bis kurz vor dem Rand. Das GF 45mm f2,8 ist allerdings auch nicht besonders schwer, bietet etwas mehr Bildwinkel und Lichtstärke und ist ebenfalls sehr scharf.

Sony hat die A7R IV vorgestellt, die ab Ende August für knapp 4000€ erhältlich sein wird. Sie hat einen 61MP-Sensor mit 15 Blenden Dynamikumfang, einen verbesserten AF, einen besseren Sucher, bessere Wetterabdichtung, und die AF-Punkte im Sucher lassen sich endlich farbig anzeigen. Der zweite Kartenslot unterstützt nun auch UHS II. Das ist wahrscheinlich die beste Allroundkamera, die man kaufen kann, aber mich reizt die vorerst nicht. Die Vorteile zu A7R III scheinen mir in der Praxis zu gering, die Kamera als “Medium Format Quality” zu bewerben ist Quatsch, das weiß jeder, der wirklich einmal mit Mittelformat gearbeitet hat, ein großer Sensor ist nur mit Auflösung und Dynamik eben nicht zu schlagen. Es gibt auch immer noch kein besseres Menü, keine vernünftige Touchscreen-Unterstützung, der Rolling Shutter-Effekt mit dem leisen Verschluss ist immer noch fies, im Videobereich hat sich außer verbessertem AF nicht viel getan. Und weil die A7R III nicht mal zwei Jahre alt ist, fällt es auch nicht schwer, eine Generation auszusetzen.
Für mich wird die Vorstellung der hochauflösenden EOS R wahrscheinlich das spannendere Event. Die wird die Sony wohl in der Auflösung übertreffen, zwei Kartenslots und IBIS mitbringen. Nikon wird wohl ebenfalls eine Kamera mit dem 61MP-Sensor herausbringen, der Konkurrenzkampf auf dem Fotomarkt ist bei sinkenden Gesamtumsätzen sehr hart, es kann sein, dass das auf Dauer zum Rückzug von ein oder zwei Kameramarken führt, die momentan einstellige Prozentzahlen als Marktanteile vorweisen. Ich hoffe das nicht, ich würde jede davon vermissen.
UPDATE: Ich hatte die A7R4 heute in der Hand. Der Sucher ist sehr deutlich besser als bei der A7R III, der Body liegt besser in der Hand, die Bedienelemente sind haptisch besser, nur das Daumenrad auf der Rückseite wirkt zu kantig, so als hätte man einen Arbeitsgang gespart, der es perfekt gemacht hätte. Die Kamera wirkt insgesamt qualitativ hochwertiger, die A7R III hat dagegen den Charme eines Prototyps. Das Verschlussgeräusch ist deutlich leiser und dezenter geworden, in etwa vergleichbar der EOS RP. Die Rückschau in 1:1 dauert irritierend lange. Während die bei meinen Canons sofort kommt und bei der A7R III einigermaßen schnell, scheint es bei der A7R4 gut zwei Sekunden zu dauern, nicht ganz so schlecht wie bei der A7R2, aber immer noch zu lange.

Die Fuji GFX 100S ist nun erhältlich, ähnliche Sensortechnik wie bei der A7R IV, aber größerer Sensor und 100MP. Das ist für fast alle meiner Leser und mich eher theoretisch interessant, aber Sie können sich ja den Spaß machen und im Netz nach Raw-Bildern suchen, dann wissen Sie, was Mittelformatqualität bedeutet. Und das ist noch ein eher kleiner Sensor im Mittelformat, bei den größeren werden die Kameras aber sehr umständlich und die Preise erinnern eher an einen guten Neuwagen als an eine Kamera.

Linktipp: Lichtverschmutzung

Lichtverschmutzung ist nicht unser größtes Problem gerade, aber es ist deutlich größer, als die meisten denken, und verhältnismäßig einfach zu lösen. In der FAZ finden Sie gerade einen guten Artikel dazu:

https://www.faz.net/aktuell/wissen/lichtverschmutzung-wir-schaffen-die-nacht-ab-16276111.html

Insektenspuren vor dem Licht
Hier sehen Sie, wie viel Einfluss nur 10 Watt LED-Licht auf Insekten haben, dies sind ihre Lichtspuren innerhalb von 15s.