Neues von Canon

Auch wenn die offizielle Vorstellung wohl erst am 14.9. stattfinden wird, sind schon sehr konkrete Daten, Preise und Bilder öffentlich geworden. Die EOS R3 wird offiziell, der Preis wird bei 5999€ liegen. Sie wird die erste richtige Profikamera im R-System, in der Solidität absolut vergleichbar mit der EOS 1D Mark III, technisch diese übertreffend. Das heißt nicht, dass die EOS R5 oder R6 nicht für Profis gebaut werden, aber es gibt eine eigene Klasse von Kameras, die für höchste Leistung und Belastbarkeit ausgelegt ist, bei Nikon ist das die D6. Die meisten meiner Leser werden diese Kamera nicht brauchen und nicht kaufen, bei mir ist das genauso, obwohl ich sehr schätze, was Canon da entworfen hat. Ich benötige in meiner fotografischen Praxis nicht so viel Belastbarkeit und schätze höhere Auflösungen sehr. Trotzdem freue ich mich, wenn ein blitztauglicher elektronischer Verschluss irgendwann in den Klassen darunter ankommen wird.
Aber Canon bring auch etwas für „Normalbürger“, ein bezahlbares Telezoom, das Canon RF 100-400 f/5.6-8 IS USM (699$), das auch Extender-tauglich sein wird und das RF16mm f2,8 STM, das die gleiche Bauform wir das RF50mm f1,8 STM hat und 299$ kosten wird. So günstig gab es Ultraweitwinkel bei Canon im Vollformat bislang noch nie, ich bin gespannt auf die Leistung des Objektivs.
Es kommt auch neues Zubehör, die EOES R3 wird einen neuen Zubehörschuh haben, der zum Beispiel Digitalmikros direkt unterstützt. Der Zubehörschuh wird wahrscheinlich auch für die EOS R5 als kostenpflichtiges Update angeboten werden. Ich hoffe sehr, dass Canon den Schuh besser macht als Sony, mit dem Schuh hatte ich schon Ärger, zudem sind die Blitzfüße für Sony oft in Plastik ausgeführt und brechen leicht ab.

EOS R3, RF100L Makro etc.

In Kürze kommt eine größere Vorstellung von Canon, im Netz geistern schon seit Tagen die Abbildungen dazu herum. Interessant wird die Canon R3, die EOS 3 war früher die Kamera unter dem Topmodell, auch ein Technologieträger, bei dem man mehr ausprobieren konnte ohne die Profis zu verschrecken, für die es ja noch die EOS 1 gab. Verständlicherweise hat Canon das erstmal nicht fortgesetzt, denn EOS 3D hätte blöd geklungen (bei DualPixel Raw eventuell noch vertretbar 😉 ). Die EOS 3 war übrigens meine erste Canon, die ich später mit der EOS 1V ergänzt habe.

UPDATE: Heute sind die offiziellen Daten veröffentlich worden, Auflösung und Preis sind noch unbekannt, wenn ich raten müsste, 45-50MP und gut 6500€ (Update: Da die Kamera kein 8K Video unterstützen wird, wird die Auflösung wohl geringer sein, wahrscheinlich ca. 30MP Update 2: es werden genau 24MP sein, die Kamera zielt also genau auf den 1DX Mark III-Bereich, was für die EOS R1 eine höhere Auflösung übrig lässt). Interessanterweise wird die R3 genau wie die EOS 3 einen mit dem Auge steuerbaren AF besitzen. Damals mochte ich den nicht und habe ihn ausgestellt, aber inzwischen sind 23 Jahre vergangen.
Canon schreibt:

• Neuer, von Canon entwickelter Stacked BSI CMOS-Sensor
• Bis zu 30 B/s bei AF/AE-Nachführung
• Eye Control Funktion
• Erkennung von Augen, Kopf und Körper am Motiv
• Dual Pixel CMOS AF
• Staub- und Spritzwasserschutz wie bei der Canon EOS-1 Serie

Stacked BSI bedeutet schnell und mit recht guter Dynamik. Wenig Rolling Shutter, schneller Sucher und AF, gute Video-Eignung. Ich bin gespannt, ob Canon es hinbekommt, dass mit dem elektronischen Verschluss auch geblitzt werden kann (wie bei der Sony A1). Gespannt als Marktbeobachter, kaufen werde ich die Kamera wohl nicht, weil die EOS R5 meine Anforderungen sehr gut abdeckt. Selbst meine EOS R ist gut genug für die allermeisten Jobs. Aber so eine Kamera ist auch eine Bestätigung, dass man das richtige System gewählt hat. So ein Ding herauszubringen und es nur „EOS R3“ zu nennen, ist ein boss move, die EOS 1R wird wohl die Grenzen des Machbaren noch weiter verschieben, vielleicht kommt ja endlich ein praxistauglicher Global Shutter.

https://www.canon.de/cameras/eos-r3/
Hier vermute ich eher, das Canon eine olympiataugliche Profikamera bringt, die es locker mit der Nikon Z9 oder Sony A1 aufnimmt und gleichzeitig unmissverständlich klar macht, dass da noch etwas kommt, was die noch toppt. Passend dazu kommen das RF400 mm f2,8L und das RF600mm f4L (zu praktisch den gleichen Preisen wie bei den Vorgängern).

Die EOS R3 Bild: Canon

Das neue 100er Makro wird ebenfalls spannend, erstens geht es bis 1:1,4, kann also noch etwas weiter vergrößern als die 1:1-Makros. Und zweitens bringt es einen Ring „SA-Control“ mit, mit dem sich die Sphärische Aberration anpassen lässt. Leser meines Objektivbuchs oder Nikon-Kenner (Nikon Nikkor AF DC 105mm/2,0 D) wissen schon Bescheid, damit lässt sich das Bokeh für den Nah- oder Fernbereich verbessern. Das Objektiv wird etwas teurer als das EF100L mit1.549,00€, es kommt Ende Juli 2021. Ich bin gespannt auf die AF-Geschwindigkeit.

https://www.canon.de/lenses/canon-rf-100mm-f2-8l-macro-is-usm/


Dem Vernehmen nach plant Canon für die zweite Jahreshälfte noch deutlich mehr Vorstellungen. Parallel wird die Produktion der EF-Objektive stark ausgedünnt, der Generationenwechsel nimmt bei Canon gerade richtig Fahrt auf.

Fuji GFX100S and the one never seen

Fujifilm stellt morgen seine neue 100-MP-Mittelformatkamera vor. Sie ähnelt der GFX100 in vielem, ist aber deutlich günstiger und kleiner. Der IS und der bessere AF machen Sie auch für GF-Anwender interessant, die mit den 50MP der beiden kleineren Mittelformatkameras auskommen würden. Der Sensor darin ist von 2014 und es gibt keinen Nachfolger mit Phasen-AF, so dass Aufsteiger in den 100MP-Apfel beißen müssen. Ob süß oder sauer soll jeder selbst entscheiden, aber da auch das Vollformat in diesem Jahr mehr Megapixel erhalten wird, ist der 100MP-Sensor meines Erachtens eine gute Entscheidung. Fujifilm hatte da auch nicht so viel Auswahl, so dass sie nicht wirklich entscheiden mussten.

Heute stellt Sony „the one never seen“ vor, interessanterweise habe ich noch keine echten Leaks gesehen, obwohl der Livestream bereits um 16.00 losgeht. Es gibt Gerüchte, dass es sich um ein teures Flaggschiff, vielleicht die A1, handelt, das einen neuen Sensor mit sehr hoher ISO-Leistung besitzt. Ich werde den Beitrag aktualisieren, wenn es wirklich konkrete Informationen gibt. Es scheint ein größerer Schritt zu werden als die eher inkrementellen Updates, die Sony in letzter Zeit gezeigt hat, von der A7S III einmal abgesehen.

Zur Fuji GFX100S ist praktisch schon fast alles bekannt außer dem Lieferdatum, es kommt auch ein neues GF80mm f1,7, was bei Vollformat einem 63mm f1,3 entsprechen würde, eine sehr interessante Ergänzung zum hervorragenden GF110mm f2.
https://www.fujirumors.com/leaked-fujifilm-gfx100s-press-release-introduces-nostalgic-negative-film-simulation-and-more/

Die Informationen zur Sony Alpha 1 sind nun da:

  • 50 Megapixel bei 30FPS mit elektronischem Verschluss, 10FPS mit mechanischem Verschluss
  • Tieraugen-AF auch für Vögel
  • schnellere Auslesezeit des elektronischen Verschlusses erlaubt Blitzfotografie
  • bessere Flacker-Unterdrückung mit elektronischem Verschluss
  • Mechanischer Verschluss mit 1/400s Synchronzeit
  • 8K30 und 4K120 Video bis zu 30min lang
  • 9MP Sucher wie in der A7S III, aber mit 240fps Bildwiederholrate
  • 2x SD/CFexpress-Slot wie in der A7S III
  • Netzwerkanschluss über RF45
  • USB mit 10GBit
  • AF bis -4 LW
  • IBIS 5,5 Blendenstufen
  • Gleiche Batterien, ähnlicher Body
  • Menü wie A7S III, mit Touchscreen-Unterstützung

Die Kamera vereint Geschwindigkteit und Auflösung mit guten Video-Specs, am ehesten wäre Sie mit der EOS R5 zu vergleichen, übertrifft diese aber in einigen Bereichen noch. Beim Lowlight-AF oder IBIS liegt die Canon vorne, aber insgesamt ist die Leistung der A1 noch höher. Für Sony-Fotografen eine deutliche Erweiterung der Möglichkeiten, ich selbst finde die morgige Ankündigung von Fujifilm noch interessanter, aber ich komme auch aus der Großbildfotografie, als Universalkamera ist die A1 sicherlich spannender.

Allerdings gibt es einen Nachteil: „The Alpha 1 Full-frame Interchangeable-Lens Camera will be available in Europe in March 2021 for approximately €7,300 EUR.“

mehr unter https://www.sony.de/electronics/wechselobjektivkameras/ilce-1

Ein Blick in die Glaskugel für 2021

Traditionell nutze ich die Zeit um die Jahreswende, um meine Erwartungen für die nahe Zukunft hauptsächlich in Bezug auf den Fotomarkt aufzuschreiben. Wie gut oder schlecht das gelingt, können sie in den vergangenen Jahresvorschauen überprüfen.

Im nächsten Jahr wird es die erste richtige Profi-Spiegellose geben. Natürlich gibt es jetzt schon spiegellose Kameras, die von Profis gerne verwendet werden, oder die von der Leistung her traditionelle Profikameras in den Schatten stellen, wie z.B. die EOS R5, die 20 Bilder pro Sekunde bei 45MP schafft, ohne den geringsten Kompromiss beim AF einzugehen. Aber eine Kamera wie die Nikon D6 oder die EOS 1DX Mark III gab es bisher nicht als Spiegellose. Das wird 2021 anders werden, ich erwarte entsprechende Kameras von Canon, Nikon und vielleicht Sony, wobei ich bei Nikon nicht ganz sicher bin, ob sie wirklich nächstes Jahr fertig damit werden. „Sicher“ bin ich bei den anderen beiden auch nicht, aber ich halte es für sehr wahrscheinlich.

Es kann gut sein, dass wir in dem Zusammenhang zum ersten Mal einen Global Shutter in einer normalen Fotokamera sehen werden. Das ist ein elektronischer Verschluss, der das gesamte Bild gleichzeitig aufnimmt, so dass beliebig kurze Blitzsynchronzeiten möglich werden und auch der Rolling-Shutter-Effekt nicht mehr auftritt. Trotzdem wird es weiterhin einen mechanischen Verschluss geben, weil er wahrscheinlich bei langen Zeiten noch Vorteile hat, den Sensor vor Verschmutzung schützt (wenn man es wie Canon richtig macht) und Reflexionen bei kurzen Belichtungszeiten verhindert.

Canon ist strategisch sehr gut aufgestellt und ich habe schon vorher geschrieben, dass ich fest davon ausgehe, dass sie Marktführer auch bei den Spiegellosen werden. Aber sie haben eine Bruchstelle im System, es gibt keinen Upgrade-Pfad von den EOS M zu den EOS R-Kameras. Ich vermute deswegen, dass bald auch eine EOS R im APS-C-Format herauskommen wird. So etwas ähnliches gibt es schon jetzt mit der Canon Cinema EOS C70, einer Filmkamera mit RF-Bajonett, aber einem kleineren Sensor. Das M-System ist zwar ein Erfolg, aber ich könnte mir vorstellen, dass das mittelfristig ausläuft und R auch den APC-Bereich übernimmt.

Stadtnahe Natur, mit dem Fahrrad erreichbar, eine zehntel Sekunde belichten mit dem IBIS der EOS R6, das war typisch für 2020.

Im Spiegelreflexbereich erwarte ich signifikante Neuerungen nur noch von Nikon, d.h. DSLRs, die auf den Profi zielen. Pentax wird sicher auch bei DSLR bleiben, aber wie lange das gut gehen wird, weiß ich nicht. Und ob Nikon den Entwicklungsaufwand nicht auch lieber in die Spiegellosen hätte stecken sollen, wird sich zeigen. Ohnehin ist Nikon durch die Verluste in der Halbleitersparte gerade etwas angeschlagen und das Marktumfeld wird auch in den nächsten Monaten nicht besser werden. Ich gehe aber insgesamt von einer Besserung der Lage bei Nikon aus, das Z-System macht auch objektivseitig inzwischen einen guten Eindruck. Nikon stellt 2021 die Kameraproduktion in Japan ein und wird auch die Profikameras in Zukunft in Thailand fertigen. Die Kamerasparte von Olympus ist bereits an Japan Industrial Partners verkauft worden, eine Investmentfirma, die sich um die Sanierung von Unternehmen kümmert. Was das für die Zukunft bedeutet, muss man abwarten, aber der harte Konkurrenzkampf zwischen den großen Kameraherstellern wird auf Dauer wahrscheinlich zum Aufgeben von einem oder mehreren der kleinen führen. Ich kann mir auch vorstellen, das mittelfristig ein chinesischer Hersteller hinzukommt. Einigermaßen einfach wird die nächste Zeit nur für Canon, Fuji und Sony.

Das größte Objektivfeuerwerk wird im nächsten Jahr Canon zünden, zudem werden die Fremdhersteller endlich AF-Objektive für das RF-Bajonett bringen. Samyang tut das schon jetzt. Wir werden auch verblüffende Objektive sehen, die es bisher so noch nicht gab. Ich denke, dass Objektive für Fotografen wichtiger werden werden, da im Kamerabereich eine durchgängig hohe Leistung erreicht wird, die für eine Systementscheidung nicht mehr ganz so bedeutend ist. Es werden auch mehr kleine und scharfe Objektive für das spiegellose Vollformat erscheinen, die zusammen mit günstigen Kameras den Trend zum Vollformat noch weiter verstärken werden. APS-C wird es weiter gut gehen, aber bei Micro Four Thirds bin ich mir da nicht langfristig sicher.

Kleine Trends, die ich gerade beobachte, sind, dass in meinem professionellen Umfeld Lightroom immer mehr an Bedeutung verliert und immer mehr meiner Profikollegen hauptsächlich Capture One verwenden und dass immer mehr mit Mittelformat arbeiten. Das liegt sicher an sinkenden Preisen und höherer Praxistauglichkeit, aber auch am anderen Arbeiten und der besseren Bildqualität.

Ein weiterer Trend, den Sie auch 2020 schon beobachten können, sind leistungsfähige ARM-Prozessoren, die durch ihren geringen Stromverbrauch auch schon in Servern oder Macs Verwendung finden. Die neuen M1-Prozessoren, auf die Apple nach und nach sein gesamtes Computerangebot umstellen will, basieren auf ARM. Microsoft fängt auch an, eigene ARM-Architektur zu entwickeln. Die Prozessoren in den Kameras wie BIONZ (Sony) oder DIGIC (Canon) basieren meist auch auf ARM-Architektur. Auch im X86-Bereich verschiebt sich der Markt, AMD ist inzwischen effizienter als Intel, die immer noch Probleme haben, ihre Chip-Produktion auf kleinere Strukturbreiten umzustellen, die höhere Leistung bei geringerem Stromverbrauch ermöglichen. Während AMD schon seit einem Jahr auf 7nm fertigt, ist man bei Intel wohl nicht einmal sicher, ob man das bis 2022 hinbekommt. Vielleicht ist das auch einfach schlechtes Karma, Intel hat AMD früher sehr unfair aus dem Markt zu drängen versucht. Ein weiterer Trend ist die Zunahme der Wichtigkeit von Grafikkarten bei Berechnungen. Nicht nur Adobe oder Capture One verwenden die GPUs immer mehr, um die Bildbearbeitung zu beschleunigen, sondern auch Anwendungen aus der KI benutzen hautsächlich GPU-Rechenpower, wenn Sie Videos mit anderen Gesichtern fälschen möchten, dann läuft das über eine Nvidia-Grafikkarte.
Die Leistungsfähigkeit der Prozessoren ermöglicht heute Kameras, die über eine Milliarde Pixel pro Sekunde verarbeiten können, wie es die EOS R5 im 8K DCI mit 30 fps macht, bei 20 Raws mit 45MP sind es auch schon 900 Mio. Pixel/s. Da diese Technik jetzt möglich ist, wird Sony wohl 2021 eine ähnlich leistungsfähige Kamera herausbringen. Bislang mussten sich Kamerahersteller immer entscheiden, ob sie hohe Auflösung oder hohe Geschwindigkeit umsetzen wollten, diese Zeiten sind ab jetzt vorbei. Vielleicht war die Sony A9 II auch deswegen so ein lahmes Update, weil klar war, dass bald eine deutlichere Technikumstellung folgen wird.

Ich habe 2020 so viele Firmware-Updates durchgeführt wie noch nie, auch das ist ein Trend, der vorerst so weiter gehen wird. Kameras, Objektive und Blitze enthalten immer mehr Software, die immer öfter aktualisiert werden muss, um die Kompatibilität mit neuen Geräten zu gewährleisten oder um alte Fehler loszuwerden. Ich kann damit leben, denn erstens sind die Geräte von Anfang an meist so gut, dass man professionell damit arbeiten kann und zweitens profitiert der Kunde, wenn die Geräte besser werden und durch Firmware-Anpassungen zukunftssicherer werden. Firmen, die das vernachlässigen, werde ich auf Dauer nicht mehr kaufen, über die Update-Politik von Yongnuo (bestimmte Blitze werden nicht mehr aktualisiert, obwohl praktisch baugleiche neue Firmware bekommen) und Nissin (nur beim Service) habe ich mich schon so geärgert, dass die Hersteller bei mir rausgeflogen sind.

Kein Foto, sondern eine schnelle Übung in einer 3D-Software.

Vielleicht nicht direkt Fotografie, aber doch extrem nah und in direkter Konkurrenz steht 3D-Visualisierung. Ich habe in diesem Jahr meine ersten Jobs als reines Rendering abgegeben, gerade wenn man Dinge visualisieren will, die es so noch nicht gibt oder die noch keiner sehen soll, ist das viel mächtiger als Photoshop. Und in manch anderen Bereichen die einfachere Lösung. Wenn Sie sich den kürzlich verstorbenen IKEA-Katalog oder die Webseite, die ihn beerbt, anschauen, werden Sie feststellen, dass fast alles berechnet wurde und kaum etwas fotografiert. Auto-Werbung ist auch nur noch teilweise fotografisch, selbst im Food-Bereich wird manchmal 3D verwendet.

Ich selbst habe darüber auch entdeckt, wie gut freie Software inzwischen geworden ist. Das liegt auch daran, dass dort bezahlte Programmierer arbeiten, die von Firmen oder Einzelpersonen, die die Software nutzen, gefördert werden. Trotzdem können Sie sie auch einfach legal und dauerhaft kostenlos verwenden, ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben. Beispiele:
Office: https://de.libreoffice.org/
3D: https://www.blender.org/
Illustration: https://krita.org/en/

Nicht Open Source, aber in einer guten kostenfreien Version erhältlich, ist folgende Videosoftware: https://www.blackmagicdesign.com/de/products/davinciresolve/

Und bis zu einem recht ordentlichen Jahresumsatz ebenfalls kostenlos ist eine Software zur 3D-Echtzeitvisualisierung oder die Game-Entwicklung: https://www.unrealengine.com/en-US/

Wir bewegen uns langsam aber stetig auf den 200. Geburtstag der Fotografie zu. 1826 nahm Nicéphore Niépce das erste beständige Bild auf. Diese Beständigkeit ist aber auch endlich. Wir haben es mit in der Hand, wieviel aus der Frühzeit der Fotografie überlebt, einer Zeit, in der sehr viel weniger Bilder aufgenommen wurden und die die erste überhaupt war, die fotografisch dokumentiert wurde.

Eine Glasplatte, deren Emulsion sich auflöst. Wahrscheinlich Paris, Anfang des 20. Jahrhunderts.

Wenn Sie noch alte Schätze haben, dann digitalisieren Sie sie und stellen Sie sie am besten auch online, so dass sie für die Nachwelt verfügbar sein werden. Das muss auch nicht auf die ersten Jahrzehnte der Fotografie beschränkt bleiben, die gesamte Zeit vor Internet und Digitalfotografie ist schlecht repräsentiert. Ein Trend, den ich für verzichtbar bis ärgerlich halte, ist die nachträgliche Kolorierung, Hochskalierung von Fotos oder das Umrechnen auf 60fps von altem Filmen. Für nachfolgende Generationen ist die Originalinformation viel wichtiger als irgendwelche KI-Spielereien, die Artefakte hinzufügen oder den Eindruck verfälschen.

Paris, nach 1889, denn das Plakat im Vordergrund wirbt für den Eiffelturm. Ein Klick aufs Bild zeigt die volle Auflösung.

Im Bereich Social Media und Internet wird es 2021 richtig knallen. Google und Facebook (Whatsapp und Instagram gehören zum Konzern) werden mit Ihren Geschäftspraktiken so sehr anecken, dass auch eine Zerschlagung der Konzerne möglich wird, auch wenn die Prozesse bis dahin vielleicht etwas länger dauern. Aber ab jetzt wird es Ernst für die beiden. Vielleicht sollte auch jeder einzelne schon darauf achten, sich weniger abhängig von nur ein paar Konzernen zu machen, Alternativen zu suchen und zu nutzen und auch die eigene kreative Produktion nicht nur in die immer gleichen Social-Media-Kanäle zu füllen. Leider ist das Internet seinem schnellen Wachstum in manchen Ebenen nicht hinterhergekommen, das Risiko, dass ernsthafte Störungen oder Krisen dadurch hervorgerufen werden, steigt kontinuierlich weiter. Künftig wird noch mehr am Internet hängen (z.B. Autos), es ist sehr wichtig, dass die Infrastruktur dafür stabil und sicher genug ist. Wenn Sie bei manchen Dingen hinter die Fassade gucken, wie zum Beispiel vielen IOT-Produkten (Internet of Things, auch Smart Home), dann wird Ihnen schlecht.

Die Digitalisierung beeinflusst den Fotomarkt immer mehr. Künstliche Intelligenz kommt zunehmend zum Einsatz und ist auch im Videobereich schon ein fast normales Produktionswerkzeug geworden. Bildbearbeitungssoftware setzt immer mehr darauf, nicht immer zum Vorteil der Ergebnisse, aber oft doch. Der Trend wird zu noch mehr überwürzten Landschaftsaufnahmen und süßlichen Porträts führen, aber auch zu spannenden neuen Bildern. Ob KI zu Kitsch führt, ist ein Luxusproblem, auf lange Sicht werden wir mit ganz anderen Fragen konfrontiert werden. Als ich zwischen sechzehn und einundzwanzig war und mich sehr für Kognitionswissenschaften interessiert habe, hätte ich bestimmte Dinge, die wir heute schon nutzen, für in meiner Lebenszeit nicht erreichbar gehalten. Viele Entwicklungen werden noch Zeit benötigen, aber da sie oft exponentiell verlaufen, werden sie schneller vonstatten gehen und größer werden, als wir es uns vorstellen können. Was machen wir, wenn die Maschinen uns weit überlegen sein werden und ihre Weiterentwicklung von ihnen selbst weitergetrieben wird? Wie viele Menschen werden noch ansatzweise erfassen können, was technisch gerade passiert? Abgesehen davon, dass das auch jetzt schon gilt. Ich befürchte, dass die Abkehr von Fakten und Wissenschaft, die wir bei Vielen beobachten können, auch damit zusammenhängt, dass sie bereits überfordert sind und lieber nach ganz einfachen oder monokausalen Zusammenhängen suchen, als nach verständlichen Zusammenfassungen von Menschen, die sich auskennen. Der andere Teil kommt daher, dass man dank Social Media zu jedem Unsinn genug Menschen findet, die einen gerne darin bestätigen.

Der größte „Trend“ für 2021 wird leider Covid-19 bleiben. Wir haben großes Glück, dass die Entwicklung der ersten Impfstoffe inkl. der Phase-III-Tests schon abgeschlossen ist, aber für die meisten wird das trotzdem noch recht lange dauern, bis sie die zweite Impfung erhalten haben und bald darauf etwas freier planen können. Es mag sein, dass sich das durch weitere Impfstoffkandidaten verkürzt oder durch Virus-Mutationen verlängert. Ich gehe bislang jedenfalls davon aus, auch den nächsten Sommer genau wie in diesem nicht zu verreisen, sehr viel lokaler zu fotografieren und meine Kontakte auch noch ein ca. Dreivierteljahr sehr stark einzuschränken. Wie in der Oper passiert in der zweiten Halbzeit meist mehr, wenn Sie sich frühzeitig darauf einrichten, können Sie die Zeit, bis sich die Lage entspannt, besser nutzen und verringern die Chance, das es für Sie oder Ihre Nächsten oder Fremde übel ausgeht. Ich meine damit nicht Angst, aber Respekt und einen vernünftigen Umgang mit dem Thema. Und eine Einstellung, die die Zeit nicht einfach als Abwarten begreift, sondern als eine, die Sie sinnvoll füllen können und in er Sie sich mit weniger Ablenkung als sonst entwickeln können. Ich weiß, dass das nicht für alle gilt, das die Lage für viele existenzbedrohend ist oder wirkt oder dass sie so viel für Eltern und Kinder erledigen müssen, dass sehr viel weniger Freizeit bleibt und der psychische Druck zunimmt. Die Maßnahmen abzukürzen und aus wirtschaftlichen Gründen wieder eine „Normalität“ einzuführen, ist aber auch keine gute Idee.

„Es gibt viel zu tun, packen wir’s an“ war mal ein Werbespruch von Esso…

Durch eine weltweite Pandemie werden andere Themen nicht weniger wichtig. Gerade beim Artensterben und beim Klimawandel bleibt uns nur wenig Zeit für durchgreifende Lösungen. Viele große Unternehmen haben schon Selbstverpflichtungen abgegeben, ab wann sie CO2-neutral arbeiten wollen. Auch wenn nicht jede Rechnung dahinter stichhaltig ist, ist der Trend klar. Aber wir sollten das nicht nur von Politik oder Wirtschaft erwarten, sondern uns selbst fragen, ab wann wir so weit sind. Unter https://uba.co2-rechner.de/de_DE/ können Sie überprüfen, wo Sie momentan stehen. Ich setze im Haushalt auf 100% Ökostrom und Ökogas, fahre weniger und langsamer, das nächste Auto wird batterieelektrisch, und wann ich das nächste Mal eine Flugreise machen werde, weiß ich nicht. Airbus plant, 2035 ein erstes emissionsfreies Verkehrsflugzeug auf den Markt zu bringen. Die Energiewende wird auch bei den Fotografen ein wichtiger Trend sein, ich kenne Kolleginnen, die bereits mit einem elektrischen Lastenfahrrad zum Kunden fahren, vielleicht werden Sie, wenn Sie für bestimmte Kunden tätig werden wollen, bald nachweisen müssen, dass auch Sie C02-neutral arbeiten.

Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und einen besinnlichen Lockdown, passen Sie auf sich und andere auf, bei der nächsten Jahresvorschau sieht die Welt schon ganz anders aus. Wie, liegt auch an uns.

Ein Blick in die Glaskugel für 2017

Um die Jahreswende blicke ich traditionell ein wenig in die Zukunft und äußere meine Erwartungen über die anstehenden technischen Entwicklungen in der Fotobranche. Einige der letzten Prophezeiungen sind eingetroffen, so wurden z.B. 2016 endlich spiegellose Mittelformatkameras von Hasselblad und Fuji vorgestellt. Hasselblad ist übrigens gerade chinesisch geworden, DJI (die Firma mit den Drohnen, genau) hat inzwischen die Mehrheit. Das entspricht sicher einem generellem Trend, die Chinesen werden auch im Rest der Industrie Europas weiter stark an Übernahmen interessiert sein. Japan hatte übrigens auch einmal das Image eines belächelten Billigproduzenten mit Nachbaumentalität. Von dem sind die Chinesen nun auch schon entfernt, aber die haben auch noch viel Luft nach oben und arbeiten mit großer Kraft am weiteren Aufstieg. Chinas Anteil am Fotomarkt wird auch zu Lasten etablierter Europäischer und Amerikanischer Hersteller weiter wachsen.

Morgen wird das iPhone 10 Jahre alt. Ich erinnere mich an den Tag und habe mir die Präsentation damals angeschaut. Ich war erleichtert, dass es endlich jemand richtig macht. Internet auf dem Handy war vorher fürchterlich. Es war so schlecht, dass die Provider die Handies so gebrandet hatten, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch war, irrtümlich auf den Internet-Button zu kommen, damit überhaupt einmal Datenvolumen generiert wird. Die Benutzung war ein Krampf und die Gebühren ein Hohn. Dann kam das iPhone und der Rest ist Geschichte. Heute hat fast jeder ein Smartphone, die meistverwendete Kamera bei flickr ist ein iPhone, die Kamera an Platz 2 ist auch ein iPhone, Kompaktkameras werden kaum noch verkauft und wenn, dann sind Ihre Sensoren deutlich größer geworden, damit sie sich qualitativ absetzen. Diese Entwicklung ist noch nicht vorbei, Smartphones haben noch großes Entwicklungspotential und werden den Fotomarkt von unten weiter stark unter Druck setzen. Und trotz der Kulturrevolution, die Smartphones bei jedem von uns ausgelöst haben ist das nur ein Klacks im Vergleich zu dem, wie die Technik unser Leben und die Fotografie in den nächsten Jahren verändern wird.

Wie das fahrerlose Auto wird es auch die fotografenlose Kamera geben. In ein paar Jahren wird man Drohnen losschicken können, die auch ohne menschliche Steuerung Bilder von aktuellen Ereignissen liefern, Objekte aus der Luft fotografieren und selbsttätig gute Bildwinkel und Ausschnitte wählen. Techniken aus der Überwachung werden zurückschwappen in den fotografischen Bereich. Computer werden mehr und mehr in der Lagen sein, Bildinhalte zu erkennen, bei der Bildsuche und Bildverschlagwortung zu helfen und auch die Bildwirkung auf den Menschen analysieren. Computer werden auch immer mehr in die Bildbearbeitung eingreifen, schon heute erstellen Bilderdienste wie Google Photos selbstständig Montagen, Panoramen oder Zusammenstellungen.

Canon hat auf der CES gerade einen Sensor mit 250MP vorgestellt, dessen angedachter Anwendungsfall die Überwachung ist. Mit so einem Sensor kann man einen großen Platz mit einer Auflösung erkennen, die für die Erkennung einzelner Gesichter ausreicht. Auch im fotografischen Bereich werden die Auflösungen weiter steigen, ebenfalls auf der CES wurde der erste 8K-Monitor vorgestellt, 8K-Video wird in absehbarer Zeit auch für Normalanwender verfügbar sein. Der Schritt von FullHD zu 4K war aber sicher bedeutender, denn das Auge kann bei Ganzbildbetrachtung ohnehin nicht viel Mehr als 4K auflösen, ab einem gewissen Abstand zum Fernseher macht es auch keinen Unterschied mehr, ob der FullHD oder 4K kann. Trotzdem werden Fotografen von der Auflösungssteigerung profitieren, Ich fotografiere gerne mit der EOS 5DS R, weil Sie mir erlaubt, auch noch kleinere Ausschnitte des Bildes mit hinreichender Auflösung zu verwenden. Das ist vor allem in der Tierfotografie sinnvoll, weil ich fliegende Vögel auch in größerer Entfernung noch erfassen kann, ohne das es bildnerisch sinnlos wird. Ich würde auch eine 50MP-APS-C-Kamera kaufen, wenn Sie bei ISO-Leistung und Dynamikumfang gut genug wäre.

Apropos 4K:  4K würde am meisten Sinn im Beamerbereich ergeben, weil die großen Bilddiagonalen die Bildinformation dort wirklich sichtbar machen. Es ist zu hoffen, das 2017 endlich bezahlbare echte 4K-Beamer auf den Markt kommen, im Moment sind sie entweder bezahlbar oder echt („4K-Enhancement“).

Für viele Fotografen ist der Unterschied zwischen Gesehenem und Aufgenommenem bzw. Wiedergebbarem immer noch etwas frustrierend. Farb- und Dynamikumfang waren gerade in der Wiedergabe recht begrenzt. HDR-Monitore und neue Displaytechniken kommen immer mehr dem nahe, was das Auge verarbeiten kann.

Wenn Sie eine Sony A7R II oder eine vergleichbare Kamera im leisen Modus auslösen, hören Sie gar keinen Kameraverschluss mehr, weil die Belichtung rein elektronisch gestartet und beendet wird. Leider werden die Daten immer noch zeilenweise ausgelesen, so dass Sie bei Flackerlicht Bildstreifen erhalten, die sie beim mechanischen Verschluss nicht bekommen. Schön und technisch machbar wäre ein globaler elektronischer Verschluss, der das Bild gleichzeitig ausliest. Damit gäbe es keinen Rolling Shutter-Effekt mehr im Video und man könnte auch mit kurzen Belichtungszeiten blitzen, ohne dass man HSS einsetzen muss. Das wäre eine Entwicklung, die gerade professionelle Fotografen dazu verleiten könnte, sich eine neue Kamera zu kaufen. Auf der anderen Seite wird auch Hensel in diesem Jahr eine mobile Blitzanlage herausbringen, die HSS unterstützt.

Dass bei manchen neuen Kameras nicht auf neue Speicherstandards gesetzt wurde, damit die Käufer ihren alten Speicher weiterverwenden können, kann ich gut verstehen. Dass UHS-II bei SD-Karten-Slots noch nicht weiter verbreitet ist, wundert mich allerdings schon. Vielleicht liegt das auch an den langen Projektlaufzeiten bei der Kameraentwicklung. In UHS-II-Slots kann man auch alte SD-Karten weiterverwenden, es gäbe also keinen Kunden, der sich über die Einführung ärgern würde. Ich hoffe, dass das in 2017 endlich auf breiterer Basis passiert. Zumindest gute 300MB/s könnte man damit realisieren, ohne sich in der CFast gegen XQD-Frage entscheiden zu müssen. CF-Karten haben nämlich im Moment mindestens zwei Nachfolger, die auch mit der bisherigen Technik nicht kompatibel sind.

Ein weniger schöner Trend ist, dass Fototechnik etwas teuer wird. Das liegt nicht nur am Wechselkurs von Yen zu Euro, sondern auch am schrumpfenden Markt. Smartphones haben das untere Segment fast aufgelöst und im oberen ist eine gewisse Sättigung eingetreten, weil auch eine Kamera von vor fünf Jahren noch sehr gut ist. Trotzdem hat sich eine Menge getan und wenn Sie darüber nachdenken, ihre Ausrüstung aufzufrischen, dann möchte ich Sie nicht davon abbringen. Es gibt jetzt schon genug wirklich leistungsfähige Kameras wie z.B. die Nikon D500 oder die Canon 5D Mark IV, aber ich erwarte auch für dieses Jahr einige schöne Neuerscheinungen. Canon wird eine neue 6D bringen und auch die 750D/760D wird wohl aufgefrischt, Bei Nikon ist ein Nachfolger der D750 oder der D810 denkbar, Sony wird auch einen Schritt nach vorne gehen und hoffentlich eine A7 auf den Markt bringen, die bei Autofokus und Serienbildtauglichkeit deutlich besser geworden ist, es kommen ein paar schöne neue Objektive wie z.B ein 24-70mm und ein 70-200mm der ART-Serie von Sigma, ein 85er von Canon, vielleicht auch ein 50er. Und im Bereich der Spiegellosen werden auch die großen Hersteller, die nicht Sony heißen, fleißig weiterentwickeln. Ob da 2017 schon ein großer Wurf kommt, wage ich zu bezweifeln, aber wir werden dem näher kommen.

Vergessen wir bei alledem nicht, dass es ein großes Privileg ist, sich bei Anbruch eines Jahres um solche Themen Gedanken machen zu können. Das geht nur in Zeiten des Friedens, des Wohlstands und der Freiheit. Und nichts davon ist selbstverständlich.

 

 

EOS 7D Mark II: Wifi-Adapter in SD-Kartenform kommt

Canon wird mit dem W-E1 einen Wifi-Adapter vorstellen, der Tethered Shooting mit der EOS 7D Mark II erlaubt. Ich vermute, dass das eine deutliche bessere Lösung als die EyeFi-Karten werden wird. Ich denke, dass dafür ein Firmware-Update für die 7D Mark II kommt und bin gespannt, was Canon da noch reingepackt hat. Die alte 7D wurde über Firmware auch noch einmal aufgewertet.

Die 5D Mark IV wird wohl am 24.8 vorgestellt, zusammen mit einem neuen 24-105L. Im September ist die Photokina und wir können mit einem ganzen Schub weiterer Ankündigungen aus der Fotobranche rechnen. Leider auch mit Preiserhöhungen, weil der Euro gegenüber dem Yen in den letzten 12 Monaten ca. 15% an Wert verloren hat.

 

Sony bringt 59MP-Kamera

Die Vorstellung einer E-Mount-Kamera im Vollformat mit 59 Megapixeln scheint unmittelbar bevorzustehen. Wahrscheinlich wird es die A7r II werden. Zeiss hat versehentlich oder „versehentlich“ ein Bild veröffentlicht, dass mit der neuen Kamera und dem Batis 85mm entstanden ist. Unten rechts können Sie es in der vollen 56MP-Auflösung herunterladen, es ist seitlich leicht beschnitten.

UPDATE: Es gibt Gerüchte, dass die A7R II eine A7R im A7 II-Gewand wird. Also bessere Ergonomie, Bildstabilisator, aber der gleiche Sensor. Die 59MP-Kamera kommt aber in jedem Fall, kann nur sein, dass sie einen eigenen Namen erhält.

Update: Die A7R II ist raus, von einer noch höher aufgelösten Kamera keine Spur. Vielleicht hat Zeiss uns nur an der Nase herumgeführt, dass sie das gut können, haben Sie schon früher bewiesen. 1960 haben sie das Carl Zeiss Super-Q-Gigantar 0,33/40 mm vorgestellt, ein Scherz, aber ein guter:
http://petapixel.com/2013/08/06/carl-zeiss-super-q-gigantar-40mm-f0-33-the-fastest-lens-ever-made/

Ein Blick in die Glaskugel für 2015

Das folgende ist vielleicht eine private Wunschliste, die sich an den Möglichkeiten orientiert, die langsam zur technischen Reife kommen.

Ich hoffe, dass wir 2015 folgende Dinge zu sehen bekommen werden:

  • Neue DSLRs von Canon, die die bestehenden in Auflösung und Dynamikumfang deutlich übertreffen. Auflösungen im Bereich von 46-54 MP sind bei einer Vollformat sinnvoll umzusetzen, Die Pixeldichte einer EOS 70D entspricht bei Vollformat 51,7 MP. Wichtiger ist aber ein verbesserter Dynamikumfang, den braucht man nämlich viel häufiger als hohe Auflösung.
  • Eine profitaugliche spiegellose Vollformatkamera. Die Sony A7-Reihe ist eine willkommene Ergänzung im Kameramarkt, in bestimmten Bereichen kann man mit den Kameras großartig arbeiten (Landschaft, Architektur z.B.), aber für den echten Allroundeinsatz fehlt es an AF-Leistung und das Bedienkonzept und die Handhabbarkeit könnten auch verbessert werden. Ich vermute, das Sony in dem Bereich zeigen wird, was Sie können. Wenn Sie nicht vorher von Nordkorea erledigt werden  😉
  • Studioblitzanlagen mit HSS. Ich schrieb ja schon in dem Artikel zur Photokina 2012, dass ich die Hersteller nerve, endlich Highspeedsync mit großen Akkugeneratoren zu ermöglichen. Es gab Nischenprodukte, aber die großen Hersteller haben sich zurückgehalten. Prophoto hat es nun endlich getan: http://www.profifoto.de/index.php?id=342&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=22495. Andere werden wohl folgen. Ich werde jedenfalls nichts mehr ohne HSS kaufen.
  • Echte Electronic Shutter. Ein Verschluss muss nicht mechanisch sein, der Sensor selbst kann sich und die Begrenzung der Belichtungszeit kümmern. Elektronische Verschlüsse werden ein Trend werden, ich hoffe, dass die dann so gut umgesetzt werden, dass man nicht mehr über Blitzsynchronzeiten nachdenken muss. Dannn würden die Blitzanlagenhersteller etwas spät kommen, aber es wird ja auch nicht gleich jeder mit einem elektronischen Verschluss arbeiten.
  • Größere Sensoren in spiegellosen Systemen. Nikon hat sein spiegelloses System viel zu klein dimensioniert, gegen die Konkurrenz durch Smartphones hat das System auf Dauer keine Chance. Eine Vollformat ist nicht unwahrscheinlich, selbst von Canon könnte so etwas kommen, wenn auch vielleicht noch nicht im nächsten Jahr. Und warum soll bei 24*36mm Schluss sein? Das erste echte Mittelformatsystem als Spiegellose kann auch vor der Tür stehen. Es gibt zwar schon Rückteile an kurzen Bodies wie von Alpa, aber das zähle ich noch nicht zu dem, was ich vom Markt erwarte.
  • Wind im Mittelformatmarkt. Mittelformat wird bezahlbarer werden. Pentax hat mit der 645Z gut vorgelegt, die Kamera ist mit knapp 8000€ nicht schlechter als andere für 25.000€. Das Objektivsystem kann noch etwas Ausbau vertragen. Da der Markt von unten Druck verspührt, werden auch andere Hersteller überlegen, ob sie nicht nach oben ausweichen. Der Markt ist da, allerdings wird die Qualität der kommenden Vollformatkameras es dem Mittelformat auch nicht leicht machen. Mittelformat wird bleiben, ob das auch für alle Mittelformathersteller gilt, oder ob sich das Feld da verschieben wird, ist eine zweite Frage.
  • Großartige Objektive. Man darf nicht vergessen, dass die Entwicklung im Objektivmarkt genauso groß war, wie bei den Kameras. Wir arbeiten teilweise noch mit alten Scherben, aber es werden auch 2015 ein paar Objetive auf den Markt kommen, die die älteren deutlich in den Schatten stellen. Sigma sollte ein 85er in der Art-Serie herausbringen.
  • 4K in normalen DSLRs. Die nächste Runde der Kameras sollte 4K-tauglich sein. Ob man für Video immer dazu greifen sollte, ist eine zweite Frage, aber die Möglichkeit 30 Bilder pro Sekunde in über 8MP aufzuzeichnen ist auch für Fotografen spannend.
  • Innovationen in der Suchertechnik. Auch in einer DSLR muss ein Sucher nicht nur eine Mattscheibe sein. Ob ein hybrider Sucher, der optische mit elektronischen Elementen so gut verbindet, dass er für Video und Spiegelreflexfotografie gleichermaßen geeignet ist, bereits nächstes Jahr kommt, weiß ich nicht, aber der Bedarf wäre da.

Ich erwarte, dass 2015 eines der spannendsten Jahre für die Entwicklung der Digitalfotografie wird. Ich beneide die Industrie nicht, denn es treten echte Sättigungsefekte im Markt ein, für viele ist das, was sie jetzt besitzen, einfach schon gut genug. Aber für die, die echte Leidenschaft besitzen und hohe Ansprüche haben, wird es aufregend bleiben. Ich gebe zu, dass meine Entwicklungserwartungen langsam überholt werden und es sind schon Dinge am Horizont zu erkennen, die noch verrückter sind. 21 Blenden Dynamikumfang? Dauert gar nicht mehr lange…

 

EOS 650D wird morgen vorgestellt

für alle, die nicht warten mögen, gibt es heute schon alle Daten:
http://www.canonrumors.com/2012/06/canon-eos-rebel-t4i650d-specifications/#more-10157

Das AF-System wird von der 60D übernommen und die Bedienung funktioniert über Touch-Screen, AF im Videomodus wird stark verbessert. Ich schreibe spätestens dann mehr dazu, wenn ich eine habe.

Canon Eos 5d MkIII kommt

Die Canon EOS 5D Mk III ist kurz vor der offiziellen Vorstellung, die wohl diesen Freitag stattfinden wird. Es sind neue Bilder aufgetaucht, die die letzten bestätigen und neue Details zeigen (Kopfhörerausgang). Die technischen Daten sind wahrscheinlich folgende:

  • 22MP
  • 61 Punkte AF (ähnlich 1D-X, aber abgespeckt)
  • Sucher mit 100% Abdeckung
  • 6,9 Bilder/s
  • SD- und CF-Kartenslot
  • 3,2 Zoll Bildschirm

Sie wird wahrscheinlich teurer werden (3500$, die leider in diesem Bereich fast 1:1 umgerechnet werden. UPDATE: Ja, 3299€ UVP), aber dafür soll die 5D Mk II im Preis runtergehen. Und wem auch das noch zu viel ist: Ich komme gerade von einer Fotoreise zurück und habe fast die Hälfte der Bilder mit einer EOS 600D gemacht, im Punkt Bildqualität/Preis ist die wohl nicht zu schlagen.

 

UPDATE: Sie ist da, wie vorausgesagt: http://cpn.canon-europe.com/de/content/education/technical/inside_canon_eos_5d_mark_iii.do

Bild: Canon

Nikon D800 morgen

UPDATE: Ja, die D800 ist da. Die Canon-Objektive auch. Die Beispielbilder der D800 in voller Auflösung sind absolut überzeugend. Als Nikon-Fotograf wäre dies meine nächste Kamera.

Aller Voraussicht wird Nikon morgen die D800 vorstellen. 36MP, leicht, 4Bilder/s, mit Batterie-Pack 6/s, eine Version mit und eine ohne AA-Filter. Letztere wird einige Menschen von der Idee, eine Mittelformat-Kamera zu kaufen, abbringen. Noch ist es nicht offiziell, aber ziemlich sicher werden wir morgen mehr wissen. Es ist bekannt, dass ich mit Canon arbeite, aber ich bin kein Fan von irgendeiner Fotofirma. Ich freue mich über alles, was neu rauskommt und die Möglichkeiten der Fotografen erweitert. Würde ich mit Nikon arbeiten, stünde die D800 ziemlich sicher auf meiner Einkaufsliste. Ich hoffe, dass Canon bald etwas ähnliches bringt.

 

Apropos Canon. Auch Canon-Fotografen müssen sich nicht grämen, heute sind Bilder dreier neuer Objektive aufgetaucht (24-70L f2,8 II, 24mm 2,8 IS, 28mm 28 IS). Zur Vorstellung der 5D MK III oder einer ähnlichen Kamera in diesem Segment ist es auch nicht mehr lange, weil es bereits echte Bilder davon gibt. Wahrscheinlich wird der Februar nicht vorbei sein, bevor es verlässliche Neuigkeiten gibt.

Olympus bringt das neue OM-D System, Fuji hat die X1 Pro vorgestellt, Pentax die K-01, im Einsteiger-Segment kommen die Nikon D3200 und die Canon EOS 650D etc. Aber vergessen Sie nicht: Ihre jetzige Kamera wird deswegen keine schlechteren Bilder machen. Aber falls es nun trotzdem Zeit für etwas Neues wird, werde ich Ihnen das nicht  ausreden.

Canon EOS 5D MK III gesichtet

Ich sah heute zum ersten mal Bilder, auf denen die kommende 5D MKIII zu sehen sein könnte. Wenn dem so ist, ist sie schön geworden und sie hat, wie ich es schon vor Jahren haben wollte, einen zweiten AF-Joystick am Batterieteil.

Die Bilder gibt es hier:

http://blog.apertureacademy.com/2012/01/canon-200-400mm-and-600mm-prototype.html

(die unteren Fotos mit dem Moduswahlrad, die oben sind von einer 1D-X)

Die Objektive sind ebenfalls neu und noch nicht im Handel zu bekommen, das 200-400 mit zuschaltbarem Extender ist technisch etwas Neues, 200 bis 560mm sind ein toller Bereich für Sport und Wildlife, billig wird es allerdings nicht werden, das Pendant von Nikon kostet ohne eingebauten Extender an die 7000€.

Gut zu wissen: Es kommt etwas und es ist schon im Einsatz, so lange wird bis zu einer offiziellen Vorstellung also nicht mehr dauern.

Ich rechne mit der Vorstellung der 5D MKIII zu der Zeit, wenn die 1D-X verfügbar sein wird, also (hoffentlich) Ende März.

Die Bilder halte ich für absolut echt, die Designentscheidungen habe ich zum großen Teil erwartet (Einschalter am Moduswahlrad, 2. Joystick, verriegelbares Moduswahlrad, Bildschirmformat wie 1Dx), aber ich bin trotzdem angenehm überrascht von dem harmonischen Design. Ich hoffe, dass ihre Auflösung deutlich über den 18MP der 1Dx liegt, aber sicher bin ich mir dabei nicht, vielleicht wird die hochauflösende Vollformat eine zusätzliche Baureihe im Canon-Programm.

Aus der Gerüchteküche für 2012

2012 wird spannend werden. Es sieht so aus, als würden die günstigen Einsteigerkameras mehr Pixel auf dem kleinen Sensor haben als die Profikameras auf Vollformat. Im Augenblick kursieren folgende Gerüchte für Canon und Nikon:

Canon:

  • Profikamera EOS 1D X: 18MP, ISO bis 51.200, erweiterbar bis 204.800, 12 bzw. 14 Bilder/s, Profi-AF mit 61 Messfeldern, RJ-45 (Gigabyte-Ethernet). Diese Kamera ist kein Gerücht mehr und wird ab März zu kaufen sein.
  • EOS 5D MKIII: um die 35MP, langsamer und weniger hohes ISO, dafür kleinerer Body, AF ähnlich der 7D, gute Video-Möglichkeiten. UPDATE: Neuere Gerüchte deuten eher auf 22MP, dafür gibt es schon Bilder von der Kamera.
  • EOS 650D: APS-C, 24MP, ähnlich der 600D

NIKON:

  • Profikamera D4: 16,2MP, 11Bilder/s, ISO 102.400 (Update: Base-ISO gibt Nikon bei der Veröffentlichung mit 12.800 an), erweiterbar bis ISO 204.800, Profi-AF mit 51 Messpunkten, RJ-45 (Gigabyte-Ethernet).
  • D800: kleiner, leichter, 36MP, weniger ISO und langsamer, guter AF

 

Blaumeise_MG_8606-Bearbeitet

ISO 2500, 1/100s bei 600mm, eine Kamera wie die 1D-X hätte mir die Arbeit heute leichter machen können beim dunklen Dezemberlicht…

Ich hoffe, dass sich diese Gerüchte bewahrheiten werden, denn es ergibt für mich sehr viel Sinn, Kameras so abzustufen. Wer eine schnelle Kamera braucht, dem ist hohe ISO-Qualität und guter Dynamikumfang wichtiger als sehr hohe Auflösung, weil man für 36MP wirklich sehr sorgfältig arbeiten muss. Wer aber in der Landschaftsfotografie oder im Studio arbeitet, der möchte gute Auflösung, ISO ist weniger wichtig und die Kamera darf gerne etwas leichter sein (zumindest für draußen). So kommen sich die Kameras weniger ins Gehege (die 1Ds hat schon sehr unter der 5D MkII leiden müssen). Uns es bleibt auch noch Luft für eine günstigere Vollformatkamera mit weniger Megapixeln und guten Video-Eigenschaften.

Sony hat bereits eine 24MP-Aps-C vorgestellt (A77), es ist davon auszugehen, dass es wohl auch eine Vollformatkamera geben wird, die vielleicht den gleichen Sensor wie die D800 verwenden wird, aber zumindest in einem ähnlichen Bereich liegen wird.

2012 wird ein gutes Jahr für Kameras und auch wer sich kein Profischiff kaufen möchte, wird in der Einsteigerkameraklasse Kameras finden, die in der Bildqualität die Profikameras von vor einigen Jahren in den Schatten stellen. Wer vor Weihnachten noch eine günstige Canon kaufen will, dem würde ich die 600D empfehlen, die gibt es inzwischen schon für um die 600€ mit Objektiv, der Nachfolger wird wahrscheinlich anfangs gut 200€ darüber liegen.

In den Foren liest man häufig den Ruf nach Thunderbolt statt RJ45. Thunderbolt ist aber wie eine Magnetschwebebahn: cool, schnell und fast nirgendwo zu finden. Mit RJ45 kommt man an fast jedes Laptop, jeden PC oder Mac und in alle Netzwerke in den Stadien und Pressezentren der Welt. Als Profi braucht man keinen schicken Exoten, sondern etwas was in jeder Situation funktioniert. Abgesehen davon, dass Thunderbolt nicht nachrüstbar ist, weil es im Chipsatz des Rechners verankert ist. Und wenn man schon 5-6000€ für eine Kamera in die Hand nimmt, möchte man nicht gleich noch einen neuen Computer dazu kaufen.