Canon EOS 90D und EOS M6 Mark II vorgestellt

Canon hat zwei neue Kameras vorgestellt, die sich sehr ähneln, da sie den gleichen Sensor verwenden. In den Details gibt es einige Unterschiede. Die Kameras stellen deutliche Updates zu ihren Vorgängerversionen da und lassen auf gute weitere Kameras hoffen. Bislang hat Canon bei 4K-Video zumeist nur einen kleinen Teil des Sensors ausgelesen, so dass sich im Video ein Cropfaktor von z.B. 1,74 im Verhältnis zu einer Fotoaufnahme ergab. Damit ist nun Schluss, beide Kameras verwenden die volle Sensorbreite.

Der Sensor löst 32,5 MP auf, erste Raw-Daten sehen auch nach einem guten Dynamikumfang aus. Die 90D schafft 10 Bilder pro Sekunde, auf eine EOS 7D Mark III sollten Sie deswegen nicht mehr warten, die wird wohl nicht mehr kommen. Die M6 Mark II schafft 14 Bilder pro Sekunde und hat einen Raw-Burst Mode, bei dem sie 30 Bilder pro Sekunde von 75% des Sensors auslesen kann. Kurz zum Vergleich: Die alte M6 erreichte 7 Bilder pro Sekunde bei 24MP und unterstützte nur full HD Video. Das ist also ein gewaltiger Schritt nach Vorne.

Die Eos 90D bietet einen elektronischen (leisen) Verschluss mit Belichtungszeiten bis zu einer 1/16.000s, der Akkugriff ist seit der 70D gleich geblieben. Mit 1299€ ist sie ein Stück teurer als die EOS M6 II (929€), der Unterschied relativiert sich ein wenig, weil der elektronische Sucher bei der M6 II ein Extra ist, dass knapp 200€ kostet. Wenn Sie EF-Objektive anschließen wollen, benötigen Sie auch den EF-EOS M Adapter, so dass es keine Preisfrage, sondern ein grundsätzliche System- und Ergonomiefrage ist, welche Kamera Sie bevorzugen.

Wenn Sie die Sensorauflösung auf Vollformat umsetzen, ergäben sich ca. 83MP, die immer noch recht schnell ausgelesen werden können. Wir dürfen also auch auf die hochaufgelöste EOS R gespannt sein, auch weil diese dann wohl IBIS, also Bildstabilisierung über den Sensor, mitbringen wird. Die R-Profizooms 15-35, 24-70 und 70-200mm, alle mit f2,8 und IS kommen dieses Jahr noch auf den Markt.

https://www.canon.de/cameras/eos-m6-mark-ii/specifications/

https://www.canon.de/cameras/eos-90d/specifications/

Canon: Vorsicht bei WLAN

Eine Reihe von Canon-Kameras besitzen ein Sicherheitsproblem, dass es z.B. ermöglicht, Schadsoftware auf die Kamera aufzuspielen. Das ist eher unwahrscheinlich und kann nur passieren, wenn Sie Ihre Kamera per WLAN in einer ungesichterten Umgebung verwenden. Näheres finden Sie unter:

https://www.canon.de/support/product-security/

Canon wird das Problem durch Firmware-Updates lösen, die nach und nach für die betroffenen Kameras veröffentlicht werden. Wenn Sie WLAN mit Ihrer Kamera verwenden, sollten Sie diese Updates einspielen, so bald sie verfügbar sind.

Neue Firmware für EOS R und EOS RP

Es gibt neue Firmwares für die EOS R (v1.3) und die EOS RP (v1.2), während bei der R nur die Unterstützung für das RF24-240mm F4-6.3 IS USM Objektiv hinzukommt, wird bei der RP auch ein Problem mit der Blitzsteuerung behoben, dass sich an einem dunklen Streifen oben im Bild bei externen HSS-Blitzen äußert.

Die RP würde ich jetzt updaten, bei der R können Sie auf das nächste Update warten (wenn Sie das 24-240 nicht besitzen), das schon für September erwartet wird und das den Augen-AF auf bei weiter entfernten Personen anzeigt und insgesamt den Autofokus verbessert. Das kommt für die RP wohl auch.

Das Firmware-Update für den AF ist nicht nur Kosmetik, sondern sieht sehr vielversprechend aus, eine Vorschau zeigt Canon unter:

https://youtu.be/uuQiqd-a32g

APS-C-Neuigkeiten von Sony

Sony hat zwei neue APS-C-Kameras vorgestellt, die Sony α6600, das neue Topmodell im APS-C-Bereich. Diese ist um Prinzip eine α6500 mit dem großen Akku der A7 III und den AF-Möglichkeiten der α6400. Mit 1599€ ist der Abstand zu einer Vollformatkamera preislich kaum noch gegeben. Mit 899€ deutlich günstiger ist die neue α6100, die keinen IBIS hat, den kleinen Akku und deren Sucher deutlich geringer aufgelöst ist. Die sonstigen Leistungsdaten unterscheiden sich weniger, als der Preisunterschied vermuten lässt. 11 fps bei 24 MP machen beide, das AF-System scheint gleich zu sein.

Etwas spannender sind die Objektiv-Neuvorstellungen, das Sony SEL 70-350mm F4,5 – 6,3 G OSS (899 €) und das Standardzoom Sony SEL 16-55 mm/2,8 G, die beide allerdings nur für APS-C gerechnet wurden.

Die Kameras sind fast eher Produktpflege als Neuvorstellungen, ich bin gespannt, ob Sony mit dem Nachfolger der A7S II noch eine Sensation im Köcher hat, die Konkurrenz bei Panasonic hat jedenfalls mit der 6K-Vollformat S1H schon sehr gut vorgelegt. Die native Dual-ISO-Unterstützung ist eine interessante Neuigkeit, ich bin auf erste Praxistests gespannt.

Neues vom Fotomarkt

Canon hat ein 24-240mm-Objektiv für die EOS R-Kameras herausgebracht. Ich bin kein Freund von Superzooms, aber ich vermute, dass Canon dabei viel richtig gemacht hat und das eine gute Wahl sein wird, für Leute, die trotz Vollformat leicht reisen möchten.

Sony hat ein 35mm f1,8 veröffentlicht, das einen sehr guten Eindruck macht und eine echte Lücke im Angebot schließt. Bislang gab es als kleines 35er nur das Zeiss, dass ich nicht besonders mochte und das auch nur f2,8 bietet. Mit 699€ UVP wird es wahrscheinlich einen ähnlichen Erfolg haben wie das 85mm f1,8. UPDATE: Das Objektiv konnte ich inzwischen kurz testen. Es wirkt noch kleiner als ich es mir vorgestellt hätte, die AF ist sehr fix und leise. Die Schärfe ist bei Offenblende sehr gut, lässt zu den Ecken aber sichtbar nach (erwartungsgemäß). Die LoCa (Farblängsfehler) ist deutlich sichtbar, kontrastreiche Kanten hinter der Schärfeebene bilden einen grünen Saum. Gesamteindruck wirklich gut, das Objektiv wird wahrscheinlich auch noch ein wenig günstiger werden, das 85er ist seit seiner Vorstellung um knapp 100€ im Straßenpreis gesunken.

Fujifilm hat ein Pancake für Mittelformat auf den Markt gebracht (angekündigt war das GF 50mm F3,5 R LM WR schon lange), dass die GFX 50R auf gerade eben über ein Kilo bringt, was für eine Mittelformatkamera mit Objektiv wirklich wenig ist. Die Schärfe reicht für 100MP, jedenfalls bis kurz vor dem Rand. Das GF 45mm f2,8 ist allerdings auch nicht besonders schwer, bietet etwas mehr Bildwinkel und Lichtstärke und ist ebenfalls sehr scharf.

Sony hat die A7R IV vorgestellt, die ab Ende August für knapp 4000€ erhältlich sein wird. Sie hat einen 61MP-Sensor mit 15 Blenden Dynamikumfang, einen verbesserten AF, einen besseren Sucher, bessere Wetterabdichtung, und die AF-Punkte im Sucher lassen sich endlich farbig anzeigen. Der zweite Kartenslot unterstützt nun auch UHS II. Das ist wahrscheinlich die beste Allroundkamera, die man kaufen kann, aber mich reizt die vorerst nicht. Die Vorteile zu A7R III scheinen mir in der Praxis zu gering, die Kamera als “Medium Format Quality” zu bewerben ist Quatsch, das weiß jeder, der wirklich einmal mit Mittelformat gearbeitet hat, ein großer Sensor ist nur mit Auflösung und Dynamik eben nicht zu schlagen. Es gibt auch immer noch kein besseres Menü, keine vernünftige Touchscreen-Unterstützung, der Rolling Shutter-Effekt mit dem leisen Verschluss ist immer noch fies, im Videobereich hat sich außer verbessertem AF nicht viel getan. Und weil die A7R III nicht mal zwei Jahre alt ist, fällt es auch nicht schwer, eine Generation auszusetzen.
Für mich wird die Vorstellung der hochauflösenden EOS R wahrscheinlich das spannendere Event. Die wird die Sony wohl in der Auflösung übertreffen, zwei Kartenslots und IBIS mitbringen. Nikon wird wohl ebenfalls eine Kamera mit dem 61MP-Sensor herausbringen, der Konkurrenzkampf auf dem Fotomarkt ist bei sinkenden Gesamtumsätzen sehr hart, es kann sein, dass das auf Dauer zum Rückzug von ein oder zwei Kameramarken führt, die momentan einstellige Prozentzahlen als Marktanteile vorweisen. Ich hoffe das nicht, ich würde jede davon vermissen.
UPDATE: Ich hatte die A7R4 heute in der Hand. Der Sucher ist sehr deutlich besser als bei der A7R III, der Body liegt besser in der Hand, die Bedienelemente sind haptisch besser, nur das Daumenrad auf der Rückseite wirkt zu kantig, so als hätte man einen Arbeitsgang gespart, der es perfekt gemacht hätte. Die Kamera wirkt insgesamt qualitativ hochwertiger, die A7R III hat dagegen den Charme eines Prototyps. Das Verschlussgeräusch ist deutlich leiser und dezenter geworden, in etwa vergleichbar der EOS RP. Die Rückschau in 1:1 dauert irritierend lange. Während die bei meinen Canons sofort kommt und bei der A7R III einigermaßen schnell, scheint es bei der A7R4 gut zwei Sekunden zu dauern, nicht ganz so schlecht wie bei der A7R2, aber immer noch zu lange.

Die Fuji GFX 100S ist nun erhältlich, ähnliche Sensortechnik wie bei der A7R IV, aber größerer Sensor und 100MP. Das ist für fast alle meiner Leser und mich eher theoretisch interessant, aber Sie können sich ja den Spaß machen und im Netz nach Raw-Bildern suchen, dann wissen Sie, was Mittelformatqualität bedeutet. Und das ist noch ein eher kleiner Sensor im Mittelformat, bei den größeren werden die Kameras aber sehr umständlich und die Preise erinnern eher an einen guten Neuwagen als an eine Kamera.

Linktipp: Lichtverschmutzung

Lichtverschmutzung ist nicht unser größtes Problem gerade, aber es ist deutlich größer, als die meisten denken, und verhältnismäßig einfach zu lösen. In der FAZ finden Sie gerade einen guten Artikel dazu:

https://www.faz.net/aktuell/wissen/lichtverschmutzung-wir-schaffen-die-nacht-ab-16276111.html

Insektenspuren vor dem Licht
Hier sehen Sie, wie viel Einfluss nur 10 Watt LED-Licht auf Insekten haben, dies sind ihre Lichtspuren innerhalb von 15s.

Neu: RF85mm f1,2, Fuji GFX 100

Canon hat das Profi-85er für das RF-Bajonett vorgestellt. Anfangsblende f1,2, phantastische Schärfe und schönes Bokeh.

https://www.canon.de/lenses/rf-85mm-f1-2l-usm/

Das Objektiv hat nur zwei Nachteile: 1195g und 2999€ UVP. Profis werden diese Nachteile in Kauf nehmen, wenn Sie dafür perfekte Ergebnisse und Produktionssicherheit erhalten. Alle anderen sollten nicht meckern, wie das in Netz häufig zu hören ist, denn Canon hat günstigere Alternativen im Programm (Canon EF 85mm 1:1,8 USM für 359 €, Canon EF 85MM F/1.4L IS USM für 1479 €) und Canon macht auch keine obszönen Gewinne. Wie bei jeder Aktiengesellschaft können Sie sich die Bilanz selbst anschauen. Fast 3000 € sind sehr viel Geld, aber das ist auch ein reeller Preis für die gebotene Leistung.

Canon RF 85mm f1,2L USM Bild_ Canon

Für die EOS R und noch mehr für die EOS RP ist dieses Objektiv Overkill, die volle Schärfeleistung wird erst mit höher aufgelösten Sensoren nutzbar. Canons Objektivprogramm für RF ist bislang hauptsächlich auf eine noch kommende Profikamera zugeschnitten, es gibt Gerüchte von über 70 MP Sensorauflösung. Ich gehe davon aus, dass Canon auch günstige 50 mm und 85 mm-Objektive bringen wird, ähnlich wie das RF35 mm f1,8 STM. Mir ist der Ansatz sympathisch, erst die Objektive zu bringen, die Profis zu Systementscheidungen bringen können und dann die Consumer-Produkte, zumal die EF-Objektive mit den Adaptern hervorragend funktionieren und dort nichts fehlt. Als ich auf der Photokina nach Canon zu Nikon ging und die Objekte zur Z sah, dachte ich “Wie, das ist alles?”. Canon hatte mit dem 28-70 f2L USM und dem RF50mm f1,2L USM einen sehr hohen Standard gesetzt. Nikon hat bei der Z-Reihe auch sehr viel richtig gemacht, bei der Adaptierbarkeit liegt Nikon vorne, es gibt sogar schon einen AF-Adapter für Sony-E-Mount-Objektive.

Die GFX 100 Bild: Fujifilm

Fuji hat seine neue Mittelformatkamera vorgestellt, wie bei der GFX 50R oder 50S ist der Sensor in der Diagonale 1,3 mal, in der Fläche 1,7 mal größer als Vollformat. Der neue Sensor hat allerdings 102 MP und Phasen AF und die Kamera bringt einen IBIS für 5,5 Blendenstufen längere Verschlusszeiten mit. Der bessere AF und die Bildstabilisierung wären für mich fast die wichtigeren Vorteile gegenüber dem Auflösungsgewinn. Die Auflösung ist allerdings nutzbar, da Fuji gute Objektive baut (das Fujifilm GF 110mm F 2 R LM WR ist ein Traum) und 102 MP auf Kleinbild 60 MP ergeben. Die Sony A7R IV wird meiner Vermutung nach genau diese Auflösung mitbringen und Canon wahrscheinlich noch mehr liefern. Gegen Ende des Jahres wird das normal sein und die Objektive werden schon heute nach solchen Anforderungen entworfen, wie das oben genannte RF85mm f1,2L USM.

Das eigentlich Interessante für mich ist, dass dies die erste Mittelformatkamera ist, die einer modernen Vollformatkamera nicht in vielen Punkten unterlegen ist. Bislang haben Sie Mittelformatkameras in die Hand genommen und sofort einen Unterschied in der Autofokusabdeckung des Sucherbilds (bei den Spiegelreflexmodellen) oder bei der AF-Geschwindigkeit (bei den Spiegellosen) bemerkt haben. Diese Kamera deckt fast 100% des Bildes mit dem AF ab, hat einen schnellen Nachführ-AF und macht 5 Bilder/s und 4K Video in 30fps. Der Mittelformat-Nachteil ist damit zum großen Teil aufgehoben, außer, Sie ahnen es bereits, beim Preis von 10.999 €.

Eine GFX 50R bekommen Sie bereits für 4.099 €, wenn die Vorteile der 100er wie IS und AF in eine nächste Generation dieser Kamera einfließen, dann wird für sehr viele Fotografen Mittelformat zu einer interessanten Option, wie es das zu analogen Zeiten auch schon war. Wenn Sie nicht ganz so schnelle Motive fotografieren, ist es das jetzt schon, zumal der Bildkreis vieler adapterbarer Kleinbildobjektive auch für die 1,3 mal größere Sensordiagonale ausreicht.

Ich werde mir die GFX 100 sicher nicht kaufen, aber ich freue mich über die sich dahinter abzeichnende Entwicklung. Mittelformatkameras sind nicht mehr langsame Spezialkameras zu großenteils unbezahlbaren Preisen, sondern werden universeller und günstiger. Allerdings sind die Objektive und Kameras im Vollformat auch schon so gut (und bald noch besser), dass der Qualitätsvorsprung von Mittelformat weiterhin nur für wenige Anwendungsfälle wichtig ist. Trotzdem vermute ich, dass die Nutzerzahlen steigen werden und das Fujifilm davon besonders profitieren wird.

EOS R Firmware 1.2 (machen!)

Falls Sie Ihre EOS R noch nicht auf die aktuelle Firmware-Version gebracht haben, sollten Sie das nachholen. Abgesehen davon, dass der Augen AF im Servo-Modus wichtig und nützlich ist, steigert das Update die Bildqualität. Die EOS R hat bislang bei starker Aufhellung der Schatten eine Streifenbildung gezeigt, oft ausgehend von hellen Bereichen in der gleichen Höhe auf dem Sensor. Mit Version 1.2 sind die Streifen weg, Schatten sehen homogener aus und sind besser zu bearbeiten.

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r.html?type=firmware

Sony SEL14TC 1,4 Telekonverter Serienfehler

In meinem Objektivbuch weise ich auf eine auf eine Schwäche des SEL14TC Konverters von Sony hin. Er schattet in den Ecken stark ab. Bis gestern dachte ich, dass das normal wäre und an dem sehr engen Bajonett des Sony E-Mounts liegt. Es ist aber nur der schlechten Qualitätskontrolle bei Sony geschuldet und keinesfalls das Sollverhalten. Sony tauscht die Konverter auch aus, allerdings wohl nur innerhalb der Garantie.

Wenn Sie auch so dunkle Ecken feststellen, schicken Sie Ihren Konverter ein.


Ich hatte erst nur in Lightroom nach der ersten Aufnahme mit dem Konverter geguckt (die war aber einige Zeit vor dem Kauf beim Händler) und dachte fälschlicherweise, dass ich Außerhalb der Garantie läge. Darauf antwortete mir Sony:

vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Den Defekt Ihres Produktes bedauern wir sehr, weshalb wir selbstverständlich Verständnis für Ihr Anliegen haben.
Als Sony-Kunde erwarten Sie zu Recht Produkte, die über viele Jahre einwandfrei funktionieren.
Leider kann es trotz hoher Qualität und unserem Anspruch diese bei jedem einzelnen Gerät zu erreichen, vereinzelt zu Ausnahmefällen kommen.
Für solche greift unsere Herstellergarantie, während der wir für alle Schäden, die auf Material- oder Verarbeitungsschäden beruhen, aufkommen.
Bitte haben Sie Verständnis, dass dieser Zeitraum bei Ihrem Produkt bereits überschritten und eine kostenfreie Reparatur daher nicht mehr möglich ist.
Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Tag. “

Sony Customersopport Mail vom 18.4.2019

Bei einem bekannten Serienfehler, von dem ich selbst leider erst spät erfuhr, ist das eine sehr schwache Antwort. Zum Vergleich: Canon hat den Spiegel meiner 5D nach fünf Jahren und über 100.000 Auslösungen kostenlos repariert, weil Sie wussten, dass sie den falschen Kleber verwendet hatten.

Fazit: Wenn Sie den Fehler bei sich auch feststellen, dann weg zu Sony damit. Wenn die Garantiezeit vorbei ist: Der Händler steht für 2 Jahre in der Gewährleistung, soll der sich dann mit Sony rumärgern.

EOS R Firmware 1.2

Morgen (18.4.19) wird unter
https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r.html?type=firmware die neue Firmware der EOS R verfügbar sein. Ich habe Sie heute schon installiert, weil Canon Canada der Zeit etwas voraus ist. Endlich ist die Kamera rund, Augen AF funktioniert in allen Varianten, auch mit Servo-AF, Serienbild und leisem Verschluss.

Neue Firmwares für Sony und Canon

Für die Sony A9 ist das Firmware-Update schon im März herausgekommen, erste Benutzer-Berichte sind sehr begeistert. Die Kamera erhält das AI-Tracking aus der A6400, Tieraugen-AF und Augen-AF, ohne dafür eine Taste gedrückt halten zu müssen. Die letzten beiden Punkte sind seit heute auch für die A7 III und A7R III verfügbar. Zudem können Sie nun Intervallaufnahmen direkt mit der Kamera steuern. EOS R-Benutzer fragen sich vielleicht, wann endlich das versprochene Update erscheint, dass ich auch in unserem Buch zur Kamera erwähne. Die Antwort ist: wohl am 18. April, also in ein paar Tagen. Es enthält Augen-AF auch für den AI-Servo-Modus und Spot-AF für Ai-Servo und Filmen. Die Serienbildmöglichkeit für den leisen Verschluss ist ja schon seit dem letzten Update vorhanden.

Dass Funktionen erst verfügbar werden, wenn das Produkt dazu schon eine Weile auf dem Markt ist, wird zunehmend normal. Heute berichtete die Presse darüber, dass die Entwicklung der Vernetzung und der Elektronischen Funktionen des neuen Golf nicht vollumfänglich vor Produktionsbeginn in den Griff zu bekommen sein. Der Golf VIII wird deswegen in diesem Jahr mit stark eingeschränktem Funktionsumfang auf den Markt gebracht, der Rest kommt später.

EOS RP vorgestellt

Canon hat mit der RP das Einsteigermodell der R-Reihe auf den Markt gebracht, es wird schon Ende Februar für 1499€ inkl. EF-Adapter im Handel verfügbar sein. Es ist die kleinste und leichteste Vollformatkamera der Welt, Sie wiegt nur 485g inkl. Akku. Der Sensor ist fast gleich dem der 6D mark II, nur die Mikrolinsen wurden für die spiegellose Kamera optimiert.

Die technischen Daten können Sie unter https://www.canon.de/cameras/eos-rp/specifications/ nachlesen. Ich werde mich hier mit eine Zusammenfassung und ersten Einschätzung begnügen,

Die EOS RP. Bild:Canon

Die Kamera ist gut geeignet für Porträts und schwaches Licht, das AF funktioniert auch bei wenig Licht noch sehr gut und der Augen AF funktioniert jetzt schon so gut wie bei der EOS R nach dem nächsten Firmware-Update. Das Objektivangebot ist sehr gut, auch wenn die meisten RF-Objektive für teurere Kameras als die RP entworfen wurden, die EF-Objektive arbeiten mit dem Adapter mindestens genauso gut wie an einer Canon DSLR. Der Sucher ist gut und der Touchscreen kann anders als bei Sony alles. Wer von einer APS-C-Kamera aufsteigt, wird, wenn es nicht gerade die professionell ausgerichtete 7D Mark II war, sich sofort gut zurecht finden, da die Bedienung sehr der 800D oder 80D ähnelt. Wenn man bedenkt, dass die ähnliche 6D Mark II für 2099€ auf den Markt kam, ist der Preis der EOS RP sehr beachtlich, auch weil sie die 6D Mark II in einigen Punkten übertrifft. Sie kann 4K Video, allerdings mit Crop, ohne DualPixel-AF und bei schnellen Bewegungen mit Rolling-Shutter Effekt. Sie bringt auch eine Funktion für automatisches Focus-Stacking mit, die RP nimmt bis zu 199 Bilder mit unterschiedlichem Fokus auf, die Sie später zu einem Bild mit riesiger Schärfentiefe z.B. in Digital Photo Professional kombinieren können. 4K-Timelapse unterstützt sie ebenfalls.

Der günstige Preis bringt auch Einschränkungen mit sich. Die Kamera macht nur 5 Bilder pro Sekunde, mit Nachführmessung 4. Der Akku (LP-E17) ist recht klein. Der leise Verschluss lässt sich nur in einem vollautomatischen Szenenmodus verwenden (wie auch bei der M50), allerdings ist der mechanische Verschluss auch recht leise. Dafür unterstützt er maximal eine 1/4000s und 1/180s Blitzsynchronzeit. Es gibt keinen IBIS, nur eine Software-Bildstabilisierung im Video und natürlich viele Objektive mit Stabilisator.

Auf der anderen Seite unterstützt die Kamera schnelle UHS-II-Speicherkarten und der Puffer ist erst nach 50 Raws voll (also nach mindestens 10s). Selbst danach wird sie mit einer schnellen UHS-II Karte die Bilder noch zugig wegschreiben können, ob sie im CRaw überhaupt an ihre Puffergrenze kommt, werde ich ausprobieren müssen, im JPG tut sie das jedenfalls nie.

Die EOS RP ist keine Kamera für Sport oder 4K-Video, wer mit HD auskommt oder hauptsächlich fotografiert wird die Kamera wahrscheinlich besser finden, als die reinen Daten vermuten lassen. Und selbst wer diese Kamera für völlig uninteressant hält, wird wahrscheinlich von ihr profitieren, weil Vollformat durch sie günstiger wird und die anderen Hersteller in der einen oder anderen Form reagieren werden.


Canon hat zeitgleich sechs RF-Objektive vorgestellt:

  • RF 85mm F1.2 L USM
  • RF 85mm F1.2 L USM DS (Defocus Smoothing, Apodization für weicheres Bokeh)
  • RF 24-70mm F2.8 L IS USM
  • RF 15-35mm F2.8 L IS USM
  • RF 70-200mm F2.8 L IS USM
  • RF 24-240mm F4-6.3 IS USM

Zwei professionelle 85er, die “heilige Dreifaltigkeit” der Profifotografen (Weitwinkelzoom, 24-70 ind 70-200 in f2,8) und ein Superzoom, das vielleicht das einzige Objektiv dieser Reihe war, bei dem Canon die EOS RP im Blick hatte. Die anderen machen zwar an einer RP auch sehr viel Spaß, richten sich aber in Qualität und Preis eher an Profis. Alles Objektive kommen 2019, Preise und Verfügbarkeit sind aber noch offen.

EOS R Firmware 1.1.0

Wie schon im EOS R Buch angekündigt, hat Canon nun das erste Firmware-Update für die EOS R herausgebracht. Sie können es unter

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r.aspx?type=firmware

herunterladen. Das wichtigste neue Feature ist die Unterstützung von Serienbildern mit dem leisen Verschluss. Es wurden auch einige Fehler behoben, von denen ich nur einen auch selbst erfahren habe: Wenn man die Kamera ins Hochformat dreht, blieben die Sucherwerte manchmal im Bild stehen statt darunter .
Augen-AF im Nachführmodus ist, anders als ich das von Canon auf der Photokina erfahren habe, diesmal noch nicht dabei. Ich komme allerdings mit der Gesichtserkennung normalerweise gut hin.
Ich hatte meine EOS R noch auf Filmen eingestellt, dann ist der Firmware-Menüeintrag unter SET UP6 nicht sichtbar. Stellen Sie sie also auf Foto, wenn Sie updaten möchten.

Für das RF24-105L IS STM steht ebenfalls eine neue Firmware bereit (2.0), diese sollten Sie auch gleich installieren, falls Sie das Objektiv besitzen.

Erfahrungen mit der EOS R

Ich arbeite seit dem ersten Tag der Verfügbarkeit (9.Oktober 2018) mit der EOS R und habe inzwischen gut über 20.000 Aufnahmen mit ihr gemacht und mit Holger Haarmeyer ein Buch über sie geschrieben. Mit Canon arbeite ich seit den 90er Jahren und mit spiegellosen Kameras seit 2014. Obwohl die Kamera nicht perfekt ist, ist sie in manchen Beziehungen die beste Canon und die beste Spiegellose, die ich je besaß.

Momentan kann ich die EOS R am besten mit meiner EOS 5D Mark IV und meiner Sony A7R III vergleichen. Die 5D Mark IV ist solider gebaut und hat zwei Speicherkartenslots, unter harten Bedingungen würde ich sie deswegen wahrscheinlich vorziehen. Die EOS R hat aber den deutlich besseren AF, genauer, mit viel größerer Abdeckung und bei schwachem Licht besser. Zudem lässt sich der AF-Punkt auch beim Blick durch den Sucher mit dem Daumen auf dem Touch-Bildschirm verschieben. Mit dem Klappbildschirm ist sie auch eine kreativere Kamera.

Der AF der EOS R reicht extrem weit an den Bildrand, meine 5D Mark IV hätte wahrscheinlich schon längst den Fokus verloren.

Im Verhätnis zur A7R III ist der AF bei schwachem Licht deutlich besser, die Kamera ist ergonomischer und der Sucher ist besser, vor allem auch wieder bei schwachem Licht. Da verschwimmt der Sonysucher, während die Canon klar bleibt. Die Bedienung und der Touchbildschirm sind bei der Canon auch besser. Die Sony liegt beim Sensor und beim IBIS vorn, IBIS hat die EOS R leider gar nicht. Das Top-Display der EOS R ist ebenfalls ein Vorteil, der Blitzschuh ist robust und Canons Blitzsystem ist auch besser. Ebenso ist die manuelle Scharfstellung bei Canon besser gelöst. Dafür hat die Sony mehr Auflösung und ist trotzdem schneller. Ich hatte eine Reihe von Veranstaltungen bei schwachem Licht zu fotografieren, zu denen ich die Sony und die Canon mitgenommen habe. Mit der Zeit hat sich die Canon als die Kamera herausgestellt, mit der ich unter in diesen Bedingungen lieber gearbeitet habe und mehr AF-Treffer hatte. Was nicht heißen soll, dass die Sony bei anderen Aufgaben auch hinten liegen würde, das ist ebenfalls eine sehr gute Kamera. Ein Vorteil der Canon ist, dass sie beim Ausschalten den Verschluss zu macht, so dass der Sensor nicht verdreckt. Das ist bei der Sony ein echtes Problem, zumal die interne Sensorreinigung bei mir noch nie auch nur ein einziges Staubkorn entfernt hat. Ein Blasebalg in der Kameratasche ist bei der Sony Pflicht.

Das RF35mm f1,8 STM besitzt ein angenehmes Bokeh

Ich arbeite hauptsächlich mit EF-Objektiven, sowohl mit dem mitgelieferten Adapter als auch mit einem zusätzlichen Einstellring-Adapter. EF-Objektive funktionieren ohne Einschränkungen an der EOS R. Wenn es überhaupt eine Veränderung zu vorher gibt, ist es eine Verbesserung, weil der AF der EOS R auch bei schwierigen Objektiven (50mm f1,2L USM, 85mm f1,2L USM) sehr exakt ist. Ich habe ein RF35mm f1,8 STM gekauft, auch um einen Vergleich zu nativen Objektiven zu haben. Außer der Schnellansicht, die für mich keinen so großen Unterschied macht und der Anzeige der Einstellentfernung bei manueller Scharfstellung im Sucher ist nichts zu bemerken. Das RF-Bajonett macht ganz andere Objektive möglich, Canon hat für dieses Jahr wohl schon acht Neuerscheinungen in der Pipeline, während es um EF eher sehr ruhig bleiben wird. Das RF35 bildet mit der EOS R eine schöne kompakte Einheit, der AF ist sehr schnell, die Schärfe sehr gut, das Bokeh angenehm aber nicht langweilig. Es verzeichnet sichtbar, aber nur, wenn Sie keine Objektivkorrektur verwenden. Im Nahbereich geht es bis 1:2. Ich mag es, es wäre schön, wenn Canon auch ein 50er und ein 85er in gleicher Qualität und Lichtstärke anbieten würde, im Moment konzentrieren Sie sich aber eher auf teurere Profiobjektive, wohl auch, um der kommenden Profi-EOS-R den Boden zu bereiten. Zuerst wird aber am 14.2. die EOS RP vorgestellt, die deutlich günstiger, kleiner und leichter als die EOS R wird.

Ich würde die EOS R wieder kaufen und bin insgesamt positiv überrascht. Ob das die richtige Kamera für Sie ist, müssen Sie allerdings abwägen. Sie könnte schneller sein, IBIS wäre nicht schlecht und ein zweiter Speicherkartenslot wäre auch sinnvoll. Spätestens Anfang 2020 wird Canon sicher eine bessere (und teurere) R bringen, am 14.2 wird Canon wohl die günstigere und leichtere EOS RP vorstellen, die Kamera soll sogar leichter werden als eine EOS 800D. Und die EOS R wird selbst auch noch besser werden nach dem nächsten Firmwareupdate, das Augen AF im Serienbild und Serienaufnahmen mit dem geräuschlosen Verschluss bringen wird. Als Start in ein neues System ist die EOS R gelungen, aber es wir noch viel kommen, was über sie hinausgehen wird.

Neue Entwicklungen im Fotomarkt

Für die Nikon Z gibt es jetzt einen Adapter für Sony E-Mount-Objektive. Der ist nur 2mm dünn, übersetzt aber den AF und den Stabilisator. Nikon war die Firma, an deren Bajonett fast nichts adaptierbar war, weil Sie mit das größte Auflagemaß verwendet haben. Nun haben Sie das kleinste und auch einen großen Durchmesser. Ihre Lektion haben Sie gelernt.

Panasonics Vollformatkameras kommen auf den Markt, gute Sensoren, Profi-Wetterabdichtung und ein Suchermonitor mit über 5 Millionen Pixel sind ein interessanter Einstieg. Es gibt auch ein paar neue Objektive dazu, das 50mm f1,4 scheint anhand der britischen Kitpreise allerdings bei über 2000€ zu liegen. Aber Luxus-50er liegen gerade im Trend,

Sony hat eine neue APS-C-Kamera herausgebracht, die A6400. Als Vlogger-Kamera beworben, allerdings klappt der Bildschirm nach oben, so dass man beim Einsatz eines Aufsteckmikrofons von vorne nichts mehr sieht. Der Rolling-Shutter Effekt ist auf den offiziellen Beispielvideos bereits störend. Auf einen IBIS hat Sony auch verzichtet, dafür ist der AF wohl großartig. Ich bin sicher, dass Sony bald eine bessere APS-C-Kamera vorstellen wird, auch wenn die a6400 durchaus ihre Stärken hat. Ich würde mir einen besseren Body mit einer größeren Z-Batterie wünschen und natürlich IBIS.

Der neue AF, der deutlich besser als bisher tracken kann, kommt per Firmware-Update auch in die Sony A9. Ebenfalls kommen Tier-Augen-AF und dauerhafter Augen AF ohne Tastendruck. Diese beiden Möglichkeiten werden auch die A7R III und die A7 III erhalten. Zudem erscheint eine neue App für das Tethered Shooting für IOS und Android. Das alles kommt aber erst im März/April heraus, so dass Sie noch ein wenig warten müssen.

Unser neues Buch zur EOS R erscheint in Kürze. Ich werde auch im Blog von meinen Erfahrungen bislang berichten. Insgesamt mag ich die Kamera sehr gern und finde auch, dass Canon etliches besser gelöst hat als Sony bei der A7R III, wenn auch der Sensor nicht ganz an Sony herankommt und IBIS fehlt.

Olympus hat die Olympus OM-D E-M1X herausgebracht, eine Profikamera mit integriertem Handgriff für 3000€. Ich vermute, dass die eher für Bestandskunden interessant ist, als dass sie Kameras mit größerem Sensor bei der Erstanschaffung verdrängen wird. Der Bildstabilisator schafft 7,5 Blendenstufen. Ich schätze, wenn Olympus das um eine weitere Stufe erhöhen kann, dann können Sie die Kamera während der Aufnahme loslassen, ohne dass sie auf den Boden fällt 😉
Auflösungsnachteile können durch gut umgesetzte Multishot-Modi kompensiert werden, aber für eine 3000€-Kamera ist der Sensor schon recht klein. Dafür macht die Camera echtes Cinema 4K und schafft im Silent-Modus 60fps aufzunehmen.

Der Blick in die Glaskugel für 2019

Die 5Ds R ist schon bald vier Jahre alt und immer noch die hochauflösendste Vollformatkamera. 2019 wird das vorbei sein, Sony hat bereits einen Sensor angekündigt, der um die 60 MP auflöst, Canon einen mit über 70 MP, der wahrscheinlich in einer EOS R Verwendung finden wird. Der Sony-Sensor soll auch einen langsameren 16Bit-Auslesemodus haben, der einen um fast zwei Blendenstufen höheren Dynamikumfang verspricht (bei 4,6 Bildern/s).

Es kommen zwar erste Global-Shutter-Kameras, aber diese zeigen, dass die Technik immer noch nicht so weit ist, Dynamikumfang und Rauschen sind noch nicht auf dem Level, den Kameras mit zeilenweiser Sensor-Auslesung erreichen. Deswegen sind das eher Speziallösungen und keine Technik, mit der ich 2019 in Massenkameras rechne. Leider.

Der Trend geht zu Spiegellos und Vollformat, es werden noch neue DSLRs erscheinen, aber es ist abzusehen, dass Sie ähnlich wie Verbrennungsmotoren beim PKW die letzte Generation sein werden. Canon, Nikon und Panasonic haben schon spiegellose Vollformatkameras herausgebracht bzw. vorgestellt, bei Canon kommen bestimmt noch zwei dazu in 2019, eine über der EOS R, eine darunter. Ich hoffe, dass zumindest die große IBIS mitbringen wird, gerade bei einer hochauflösenden Kamera ist das ein Muss. Die Technik ist inzwischen so weit, dass spiegellose Kameras Vorteile haben. Die Vorteile der DSLRs, etwa, dass einige davon deutlich robuster gebaut sind, sind ja nicht systembedingt, sondern können auch für zukünftige Spiegellose Anwendung finden. Die eher schlechte Wetterabdichtung von z.B. Sony-Kameras ist ja nur eine Designentscheidung, die bei stärkerem Wettbewerb wahrscheinlich bald überdacht werden wird. Eine professionellere EOS R wird auch ein anderes Level der Abdichtung mitbringen, als das erste Modell, dass eher auf dem Niveau einer EOS 6D Mark II konstruiert ist. Was nicht schlecht ist, aber eben nicht an Profi-DSLRs herankommt. Auch wenn sich die bestehenden Objektive an einer Nikon Z oder EOS R hervorragend und ohne Einbußen adaptieren lassen, ist der Druck der Hersteller groß, das native Objektivprogramm deutlich auszubauen. Wir werden im nächsten Jahr also nicht nur aufregende neue Kameras sehen, sondern auch interessante neue Objektive, die die Möglichkeiten der neuen Bajonette ausnutzen.

Die Frage ist, was langfristig aus Micro Four Thirds ( µFT ) wird, durch die schnelleren Prozessoren lassen sich auch hochauflösende Vollformatsensoren schnell auslesen und somit sehr schnelle Bildfolgen erzielen. Die Gehäusegröße ist bei Spiegellosen ebenfalls kein Argument mehr. Allein die Objektivmaße sind noch ein Argument für
µFT, für alle, die eine leichte und kompakte Ausrüstung bevorzugen. Ob das auf Dauer reicht, die Nutzergemeinde groß genug zu halten, um mit den Neuentwicklungen der anderen Fotohersteller vom Entwicklungsaufwand her mithalten zu können, weiß ich nicht. Das werden Sie als Kunde entscheiden.

Das Mittelformat demokratisiert zu zunehmend, Sie bekommen eine neue Mittelformatkamera wie die Fuji GFX 50R schon für unter 4500€. Mit einem Canon-EF-Adapter ist der Druck, gleich in Objektive zu investieren auch nicht mehr hoch. Auf der anderen Seite sind die Qualitätsverbesserungen und die Praxistauglichkeit im Vollformat so hoch, dass die Notwendigkeit für das Mittelformat nicht mehr hoch ist. Ich rechne trotzdem mit steigenden Nutzerzahlen, weil der Reiz einer größeren Kamera bleibt und die Preise nicht mehr viel höher sind als für gute Vollformatkameras.

Die Bereiche, in denen man Berechnungen zur Verbesserung der Bildqualität verwenden wird, werden zunehmen, Echtzeitkorrekturen von Objektivfehlern auch für Video sind bereits Realität, das Google Pixel 3 nutzt KI, um Nachtaufnahmen deutlich zu verbessern und gleicht damit eine der letzten Schwächen von Handykameras weitgehend aus. Einer der Trends wird sein, dass KI-Funktionen zunehmend auf lokalen Maschinen ausgeführt werden und nicht mehr auf Server zurückgreifen müssen. Manche Smartphones oder Tablets sind heute schon so leistungsfähig wie ein gehobenes Laptop oder ein guter Desktop PC, deswegen wird im nächsten Jahr auch eine Vollversion von Photoshop für das iPad erscheinen. Selbstfahrende Autos werden bei lebenswichtigen Entscheidungen im Straßenverkehr auch nicht auf Serverantworten warten wollen. KI wird keinesfalls schleichend Einzug halten in viele unsere Lebensbereiche, sondern die Entwicklung wird schnell und selbstbeschleunigend stattfinden, manche der Ergebnisse werden weit jenseits meiner Fantasie sein. Der Mensch wird sein Selbstverständnis an diese Entwicklungen anpassen müssen, die Veränderungen für die Gesellschaft positiv umzusetzen, wird eine Herausforderung. Ich hatte bei der Wahl meines Berufes gedacht, dass die Entwicklung von Computerintelligenz mich in einem kreativen Beruf erst relativ spät betreffen wird. Inzwischen weiß ich, dass es heute schon anfängt, mein Berufsfeld zu berühren und rapide fortschreiten wird. Trotzdem bin ich froh, nicht in einer Bank oder Versicherung zu arbeiten, wo KI viel schneller das Berufsfeld verändern wird und auch Angestellte ersetzen wird.

Dronen werden zunehmend kritisch gesehen werden und stärker reglementiert. Dass der Flughafen Gatwick für einen Tag vor Weihnachten wegen Dronen stillstand, ist ein eher harmloser Vorgeschmack auf das, was mit Dronen in der näheren Zukunft ausgeführt werden wird. Damit meine ich die kleinen Consumer-Dronen und nicht die militärischen, die schon seit Jahren viel mehr Menschen töten, als uns bewusst ist. Der technische Fortschritt geht in jede Richtung, dass er insgesamt zum Guten beiträgt, funktioniert nur, wenn sich Menschen engagieren und rechtzeitig die Kurve kriegen. Wir werden durch den Fortschritt Probleme schneller lösen können, aber auch in schnellerer Folge neue Probleme zu lösen haben. Ohne internationale Zusammenarbeit wird das nicht gehen, aber genauso muss sich jeder einzelne bewusst werden, dass er selbst auch wichtig ist und etwas ändern muss. Die Frage “Warum ändern die nichts?” sollte jeder erst einmal durch “Warum ändere ich nichts?” und dann durch “Wie kann ich etwas ändern?” ersetzen. CO-Vermeidung wird in den nächsten Jahren Mainstream, in Deutschland sind wir da vielleicht etwas hinterher (suchen Sie doch mal nach “Flygskam”), aber auch hier kommt das Ende einer Ära.

Die Erkenntnis, dass auch die gebildeten und umweltbewussten Menschen eher ein Teil des Problems sind als ein Teil der Lösung, setzt sich langsam durch (http://www.spiegel.de/wirtschaft/klimawandel-das-koennen-sie-persoenlich-dagegen-tun-a-1240539.html). Ich selbst bin da leider keine Ausnahme, auch wenn ich nur eine kleine Wohnung nutze, die keine andere Energie als 100% Oköstrom verbraucht, liegt mein C02-Ausstoß trotzdem über dem Durchschnitt. Ich habe begonnen, Dinge zu ändern, aber das ist noch ein weiter Weg. Elektromobilität wird meine Bilanz hoffentlich bald verbessern, Flugreisen kann ich entweder lassen oder zumindest kompensieren (https://www.atmosfair.de/de/). Und wenn dann lieber einmal für länger weg als öfter und kürzer.

Instagram hat den Trend verstärkt, dass immer mehr Menschen die gleichen Foto machen möchten, Seiten wie https://www.instagram.com/insta_repeat/ machen Sie sich darüber schon lustig, Instagrammer stehen vor den Sehenswürdigkeiten Schlange, um ein Foto zu bekommen, das aussieht, als wären Sie alleine dort (http://www.reisereporter.de/artikel/6116-overtourism-instagram-zerstoert-diese-orte-komplett-mit-geotagging-neuseeland-yosemite-verzascatal). Immer mehr Menschen haben die wirtschaftlichen Möglichkeiten für Fernreisen, social media schaltet deren Reisewünsche teilweise gleich, Overtourism macht diese Ziele dadurch unerfreulich und trägt oft zu deren Zerstörung bei. Gegen ein modernes Kreuzfahrtschiff sieht die Titanic aus wie eine Barkasse. In Deutschland werden gerade Kreuzfahrtschiffe der neuen “Global Class” gebaut, die 9500 Passagieren Platz bieten.

Diese Aufnahme entstand mit einem Nikkor 55mm f1,2 Auto S.C von 1973 an einer EOS R bei Offenblende mit 1/20s und ISO 12.800. Das Objektiv hat einige optische Schwächen, die dem Ergebnis aber nicht schaden.

Ein weiterer Trend, der schon seit einigen Jahren wächst, aber seinen Höhepunkt sicher noch nicht erreicht hat, ist Altglas, d.h. die Verwendung von Objektiven, die zumeist vor der Einführung des Autofokus gebaut wurden. Altglas ist das Vinyl der Fotoszene. Ich selbst habe mich erst so richtig mit dem Thema beschäftigt, als ich mein Objektivbuch begonnen habe, seitdem aber viel gelernt über die Vorteile alter Objektive, so dass sie in Zukunft ein wesentlicher Bestandteil meiner fotografischen Arbeit bleiben werden. Spiegellose Kameras erleichtern die Arbeit mit alten Objektiven durch ihr geringes Auflagemaß und die Scharfstellhilfen im elektronischen Sucher stark. Viele Fotografen werden also jetzt erst hinzukommen, wenn Sie auf Nikons und Canons adaptierfreudige neue Kameras umsteigen. Das Vergnügen ist oft günstig, so dass Sie für den Preis eines hochwertigen neuen Objektivs schon eine ganze Sammlung aufbauen können. Darin liegt auch eine gewisse “Gefahr”, denn bei den meisten Altglas-Nutzern bleibt es nicht bei ein paar Objektiven, sondern es werden auch wegen des sehr unterschiedlichen Charakters der Objektive schnell sehr viele.

Die Fototechnik wird sich im nächsten Jahr stark entwickeln, das Gefühl der momentanen Stagnation wird sich nicht halten, ist eigentlich auch spätestens seit dem Sommer 2018 nicht mehr angebracht. Der Fotomarkt für Fotografen wird dagegen eher leicht negativ sein, auch wenn es Trends gibt, dass sich Fotografen besser organisieren und nicht mehr alles mit sich machen lassen. Leuten, die ich mag, würde ich nicht raten, Fotograf zu werden, es sei denn bei überragendem Talent.

Ich vermute, dass Facebook und Instagram bereits heute auf dem absteigenden Ast sind und sich der Trend 2019 verstärken wird, augmented reality und KI werden aber wichtiger werden. Tablets werden für immer mehr Nutzer Computer ersetzen und Smartphones immer mehr Kameras. Für echte Amateurfotografen werden Kamerasysteme weiterhin die Wahl sein und auch lange bleiben, aber wer einfach nur Familie, Freunde und Reiseerinnerungen festhalten möchte, der wird dafür meist mit einem Smartphone auskommen.

Auch bei meinen professionellen Kollegen beobachte ich einen gewissen Trend weg von Adobe, bei der Raw-Konvertierung und Bildbearbeitung gibt es inzwischen ernst zu nehmende Alternativen, ich selbst habe meine letzten Jobs auch mit CaptureOne durchgeführt, weil mir die Ergebnisse besser gefielen. Ein Softwaremonopol ist für niemanden gut außer dem Monopolisten, es wäre auch nicht schön, wenn es nur noch eine Kameramarke gäbe. Eine zwangsweise Mietlösung wie bei Adobe lässt sich weniger leicht durchsetzen, wenn man nur ein Anbieter unter vielen ist. Ich beobachte an mir, dass ich von Miet- und Cloud-Lösungen eher genervt bin und hatte auch schon Zeiten, in denen ich kurzfristig nicht mit Adobe arbeiten konnte, weil Lightroom und Photoshop ihren Lizensierungsserver nicht fanden. Als Lytro insolvent ging, konnten die Kunden der plenoptischen Kameras ihre Arbeiten nicht mehr im Web zeigen, weil die Cloud-Lösung des Viewers eingestellt wurde. Nutzen Sie moderne Technik mit Spaß, aber überlegen Sie sehr gut, wenn Sie sich oder Ihre Firma von ihr abhängig machen.

Vergessen Sie bei all den Zukunftsentwicklungen nicht die Vergangenheit. Die Fotografie wird 2026 200 Jahre alt. Gehen Sie mal wieder ins Museum, verwenden Sie historische Fototechnik, nicht um die Zeit zurückzudrehen, sondern um sich selbst weiterzuentwickeln. Ich wünsche Ihnen ein zufriedenes und gesundes 2019, machen Sie was draus!

Sony A7(R) III Firmware-Updates

Das letzte große Firmware-Update hat fast mehr Fehler erzeugt als behoben, die vor allem zu massiven Problemen mit Speicherkarten und Datenverlusten fürhen konnten. Sony hat heute die Version 2.1 der Firmwares für die A7R III und die A7 III veröffentlicht, die diese Fehler beheben sollen, Sie finden Sie unter: https://www.sony.de/electronics/support/e-mount-body-ilce-7-series

Für die A9 ist das Update ebenfalls verfügbar.

Zwei kleine Updates zum Objektivbuch

In meinem Objektivbuch schreibe ich , dass der Canon 1,4x-Extender mit dem Sigma 150-600 Contemporary zur ERR 01 an der 5D mark IV und 5Ds R führt. Ich habe das im Zuge von Kompatibilitätstests mit der EOS R getestet und keinen Fehler festgestellt. Daraufhin habe die die beiden genannten Kameras auch noch einmal neu getestet. Kurz: läuft.

Sigma hat dieses Problem also mit der aktuellen Firmware behoben, den 1,4x-Sigma-Konverter im Set mit zu kaufen ist also für Besitzer des Canon-Extenders nicht sinnvoll.

Da ich gerade bei der EOS R bin. Ich schrieb auch, dass ich Fokus Peaking (mit der Erfahrung von Sony-Kameras) nicht empfehle, weil das zu ungenau ist, zumindest bei Fotos und nicht im Video. Das ist in der EOS R allerdings so gut, dass Sie damit auch mit lichtstarken manuellen Objektiven eine exakte Schärfe hinbekommen. Der Fokus-Assistent ist ebenfall sehr genau, mit Altglas an der EOS R zu arbeiten, macht wirklich Spaß. Die ersten günstigen Adapter zum Beispiel für Canon FD sind auch schon auf dem Markt. Zur EOS R werde ich später noch mehr schreiben, aber mein Grundfazit ist sehr positiv.