Canon stellt Doppelfisheye für RF-Mount vor

Canon hat das RF 5.2mm F2.8L DUAL FISHEYE-OBJEKTIV auf den Markt gebracht. Es zeichnet zwei Kreise mit etwas über 180° auf den Sensor, die sich für VR-Video in hoher Qualität verwenden lassen. Die entsprechende Software bietet Canon ebenfalls an. Da aus den Kreisen im Headset jeweils nur ein rechtwinkliger Ausschnitt gezeigt wird, benötigt die Technik große Auflösungsreserven, deswegen ist hauptsächlich an die Verwendung der EOS R5 gedacht, die 8K-Video aufzeichnen kann.

Das Objektiv ist extrem spezialisiert für die VR-Produktion und es ist auch ein bisschen typisch für Canon, dass sie Produkte entwickeln, die sehr genau auf ihren Einsatz zugeschnitten sind und die damit auch Nischen bedienen, wie z.B. Astrofotografiekameras. In der Vergangenheit hat Canon noch viel kleinere Nischen bedient, das EF PE 300mm f/1.8-Objektiv wurde z.B. nur viermal gebaut mit dem Einsatzzweck, den Zieleinlauf von Rennpferden aufzuzeichnen.

Es ist interessant, dass so ein Spezialobjektiv vor naheliegenderen Lücken im RF-System kommt. Es gibt z.B. noch kein lichtstarkes Weitwinkel, noch kein Shift-Objektiv und noch kein 135mm-Objektiv für RF. Die Not ist durch die gute Adaptierbarkeit von EF-Objektiven auch nicht so groß, aber wenn ich hätte raten sollen, was als nächstes kommt, hätte ich nicht „ein Doppel-Fisheye“ gesagt.

Das Objektiv gibt es ab Dezember für 2199€ UVP.

mehr unter: https://www.canon.de/lenses/rf-5-2mm-f2-8l-dual-fisheye-lens/

Neues von Canon

Auch wenn die offizielle Vorstellung wohl erst am 14.9. stattfinden wird, sind schon sehr konkrete Daten, Preise und Bilder öffentlich geworden. Die EOS R3 wird offiziell, der Preis wird bei 5999€ liegen. Sie wird die erste richtige Profikamera im R-System, in der Solidität absolut vergleichbar mit der EOS 1D Mark III, technisch diese übertreffend. Das heißt nicht, dass die EOS R5 oder R6 nicht für Profis gebaut werden, aber es gibt eine eigene Klasse von Kameras, die für höchste Leistung und Belastbarkeit ausgelegt ist, bei Nikon ist das die D6. Die meisten meiner Leser werden diese Kamera nicht brauchen und nicht kaufen, bei mir ist das genauso, obwohl ich sehr schätze, was Canon da entworfen hat. Ich benötige in meiner fotografischen Praxis nicht so viel Belastbarkeit und schätze höhere Auflösungen sehr. Trotzdem freue ich mich, wenn ein blitztauglicher elektronischer Verschluss irgendwann in den Klassen darunter ankommen wird.
Aber Canon bring auch etwas für „Normalbürger“, ein bezahlbares Telezoom, das Canon RF 100-400 f/5.6-8 IS USM (699$), das auch Extender-tauglich sein wird und das RF16mm f2,8 STM, das die gleiche Bauform wir das RF50mm f1,8 STM hat und 299$ kosten wird. So günstig gab es Ultraweitwinkel bei Canon im Vollformat bislang noch nie, ich bin gespannt auf die Leistung des Objektivs.
Es kommt auch neues Zubehör, die EOES R3 wird einen neuen Zubehörschuh haben, der zum Beispiel Digitalmikros direkt unterstützt. Der Zubehörschuh wird wahrscheinlich auch für die EOS R5 als kostenpflichtiges Update angeboten werden. Ich hoffe sehr, dass Canon den Schuh besser macht als Sony, mit dem Schuh hatte ich schon Ärger, zudem sind die Blitzfüße für Sony oft in Plastik ausgeführt und brechen leicht ab.

Beobachtungen einer Norwegenreise

Im letzten Jahr habe ich auf alle Reisen verzichtet, in diesem Sommer nutzte ich, frisch geimpft, die Gelegenheit für eine Fotoreise nach Norwegen. Ich war seit 2016 nicht mehr dort und auch die Inzidenzen sprachen eher für Norwegen als für Frankreich. 2016 sah ich dort schon deutlich mehr E-Autos als heute in Deutschland, inzwischen ist der Anteil der Neuzulassungen bei über 75%. Überspitzt könnte ich sagen, es gab in Norwegen nur E-Autos und Wohnmobile. Wenn der Trend so weiter geht, muss ich in zehn Jahren auf Campingplätzen erst einmal erklären, was ein Zelt ist. Den Wechsel zum E-Auto werde ich allerdings auch, so bald es für mich sinnvoll möglich ist, vollziehen. Immerhin waren kaum Kreuzfahrtschiffe unterwegs und wenn dann nur kleine. Auch die damit verbundenen Reisebusse waren selten.

Die Vegetation am Vassbygdevatnet sah am 27.7.21 schon sehr herbstlich aus.

Der Klimawandel war auch in Norwegen deutlich spürbar, der Sommer war sonnig und zu trocken, das Laub an den Fjordhängen war Ende Juli schon oft herbstfarben, ich konnte Löschhubschrauber beobachten und habe mir den Rückgang der Gletscher angeschaut, die ich von früheren Reisen kannte. Besonders deutlich wurde mir das beim Besuch des Briksdalsbreen. 2003 gab es etliche Anbieter von Gletscherwanderungen, die auch ungeübte Touristen auf den Gletscher brachten. Damals ging der Gletscher bis an den Gletschersee und das über die volle Breite. Diese Angebote waren alle verschwunden, nur noch gute Bergsteiger könnten heute die Gletscherzunge in der Höhe über dem See erreichen. Schilder mit Instagram-Tags und junge Frauen, die sich vor dem Gletscher noch mal nachschminken, waren 2003 auch noch in weiter Ferne. In ein paar Jahren wird man den Gletscher vielleicht gar nicht mehr sehen und es werden weniger Touristen in das Tal kommen.

Vom Gletschersee aus ist vom Briksdalsbreen 2021 nur noch ein Rest zu sehen.

Wenn Sie den Vergleich selbst ziehen möchten, unter diesem Link ist die Situation 2003 und 2008 zu sehen. Die Auswirkungen in Norwegen waren sicher weniger dramatisch als die Flutkatastrophe in Deutschland oder die Brände im Mittelmeerraum (oder als das, was wir vor der Hurrikan- und Waldbrandsaison in diesem Jahr noch erwarten), aber die Geschwindigkeit der Veränderung hat mich dennoch überrascht. Nun bin ich nicht als Klimawandelleugner bekannt und Hoimar von Ditfurth hat mit die Auswirkungen der CO2-Zunahme in meinen Kindertagen schon erklärt. Trotzdem dachte ich bis vor wenigen Jahren, dass uns noch etwas mehr Zeit bleiben würde.

Ich bin froh, wieder reisen zu können, wenn sich die Tourismusindustrie nicht wieder auf das Vorkrisenniveau erholt, würde mich das trotzdem freuen. Die klaren Himmel im letzten Jahr ohne Flugzeugabgase fand ich sehr schön und den Qualm der Kreuzfahrtschiffe habe ich auch nicht vermisst. Ich selbst möchte in Zukunft CO2-neutral unterwegs sein und dem Massentourismus noch mehr aus dem Weg gegen als vorher schon. Das ich trotzdem ein Teil des Overtourism bin, weiß ich, mal sehen, wohin mich das noch führt.

Zurück zur Fotografie: In den letzten Jahren habe ich das digitale Mittelformat zu schätzen gelernt und hatte nun meine Fuji GFX mit, hauptsächlich mit dem 45mm- und dem 80mm-Objektiv (umgerechnet 36 und 63mm Brennweite, also sehr gemäßigte Bildwinkel). Die Canon R5 mit dem RF100-500mm-Objektiv musste natürlich trotzdem mit, das ist eine Kombination, die ich wirklich sehr zu schätzen gelernt habe. Das TS-E 24mm f3,5L II ließ sich praktischerweise an beiden Kamerasystemen gut verwenden. Ich habe zu analogen Zeiten viel mit der Hasselblad und der Sinar gearbeitet, also mit Seitenverhältnissen von 1:1 und 5:4, die 4:3 der Fuji liegen mir sehr, das 3:2 von Vollformat finde ich zunehmend eigenartig. Ich ertappe mich in den letzten Jahren immer öfter, wie an den Seiten (oder oben und unten beim Hochformat) etwas abschneide.

Fujifilm Neuheiten GFX und X-Mount

Fujifilm hat heute eine große Videopräsentation gehalten, um die kommenden Neuheiten vorzustellen. Hauptvorstellung war die GFX50SII, eine Kamera, die weitestgehend der GFX100S gleicht (allerdings nur mit Full HD-Video), aber den alten (und immer noch sehr guten) 50MP-Sensor enthält und 2000$ günstiger ist. Sie soll 3999$ kosten und wenn man von der GFX100S ausgeht, dann wird der Euro-Preis der Gleiche sein. Im Kit dazu gibt es für 500$ mehr das nur 390g schwere GF35-70mmF4.5-5.6, das später auch separat für den doppelten Preis erhältlich sein wird. Die Kamera hat einen Bildstabilisator mit bis zu 6,5 Blendenstufen und unterstützt einen Multishot-Modus mit 200MP.

Fujifilm hat gleich drei neue GF-Objektive seiner Roadmap hinzugefügt. Im nächsten Jahr erscheint ein 20-35mm Zoom-Objektiv, im Jahr darauf ein lichtstarkes 55mm f1,7 mit schönem Bokeh und 3D-Eindruck und ein Tilt-Shift-Weitwinkel mit noch unbekannter Brennweite (endlich!). Wenn Sie die Brennweiten des FGX-System auf Vollformat umrechnen möchten, müssen Sie diese mit 0,79 malnehmen, ein 55mm f1,7 entspricht also 43 oder 44mm mit f1,4 an einer Vollformatkamera.

Im Oktober kommt für die GFX100 und die GFX100S ein Firmware-Update, das Blackmagic Raw-Video unterstützt, ProRes Raw geht jetzt schon.

Für das X-System, für das in Zukunft höher aufgelöste Sensoren kommen sollen, wurde das XF33mm f1.4 angekündigt, das schärfer sein soll und ein schöneres Bokeh haben soll als das inzwischen fast zehn Jahre alte XF35mm f1.4. Ein lichtstarkes Weitwinkel XF23mmF1.4 R LM WR kommt ebenfalls.

EOS R5: Manche CFexpress-Karten benötigen Update nach Firmware 1.4.0

Canon hat mit dem Firmware-Update auch die Ansprache von CFexpress-Karten geändert. Mit meinen Sandisk-Karten habe ich keine Probleme feststellen können, aber Delkin, Exascend und Angelbird haben entsprechende Mitteilungen mit Lösungsvorschlägen veröffentlicht. Falls Sie Probleme haben sollten, schauen Sie bei Hersteller, manchmal müssen Sie die Karte zum Update einsenden.

Canon EOS R5 – Firmware 1.4.0

Canon hat für die EOS R5 ein größeres Firmware-Update veröffentlicht. Die meisten Neuerungen betreffen die Videofunktionen, so ist zum Beispiel externe 8K-Aufzeichnung möglich und es lassen sich Videos auf beiden Speicherkarten gleichzeitig aufnehmen, was auch die, die nur gelegentlich filmen, wichtig sein kann, wenn sie unwiederholbare Events sicher einfangen möchten. Da aber auch die Bildstabilisatorleistung noch einmal verbessert wurde, empfiehlt sich das Update für Alle.

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r5.html?type=firmware

Canon EOS R6 Firmware 1.4.0

Für die EOS R6 hat Canon die Firmware 1.4.0 herausgebracht. Die ist vor allem für Filmer interessant, weil sie CLog 3 mitbringt und die Filmaufzeichnung auf beide Speicherkarten gleichzeitig ermöglicht. Sie verbessert aber auch die IS-Leistung am Beginn der Aufnahme, so dass sie für jeden Anwender sinnvoll ist.

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r6.html?type=firmware

Nikon Z fc im Retrodesign

Nikon hat heute eine neue Kamera für das Z-System auf den Markt gebracht. Technisch kann ich das kurz halten, sie entspricht der Z50 sehr weitgehend, die Unterschiede sind USB-C, ein Bildschirm, der sich auch seitlich nach vorne klappen lässt (wie bei Canon, praktisch fürs Vloggen) und dedizierte Einstellräder für ISO und Verschlusszeit. Der Augen-AF funktioniert auch im Video, das ließe sich de Z50 über eine neue Firmware aber auch beibringen. Der wesentliche Unterschied ist das Design, die Kamera ist an die Nikon FM2 angelehnt, sieht also aus, wie eine klassische Nikon DSLR. Eine von den Zarten und nicht von den Klötzen wie der Nikon F2. Nichts gegen den Klotz btw. Die Umsetzung ist auch besser gelungen als bei der Nikon Df, mit der ich nicht so viel anfangen konnte.
Ich habe die Kamera noch nicht in der Hand gehabt, aber visuell halte ich sie für gelungen. Mit dem 28mm f2,8SE ist sie sogar hübsch, mit dem Kit-Zoom funktioniert der Eindruck nicht so gut, das sieht halt aus, wie ein APS-C-Kit-Zoom eben oft aussieht.

Nikon Z fc mit 28mm Festbrennweite Bild: Nikon

Ich hoffe, das Canon auch bald RF-Kameras in APS-C herausbringt, man munkelt, dass sie das tun werden. Das EOS-M-System hat zwar ein paar schöne Produkte, aber keine Aufstiegsperspektive zum R-System. So eine Kamera wie eine Z fc ist ein schöner Einstieg in ein System, das bald bis zur Z9, einer High-End-Profikamera herausreichen wird. Das 28er ist für Vollformat geeignet und wird später auch in einem anderen Design für das Z-System herauskommen.
Die Kamera ist mit Einstiegsrabatt kaum teurer als die Z50 (bei Nikon 899€, fünfzig Euro mehr als die Z50) und ab sofort erhältlich. Es gibt die Belederung auch in unterschiedlichen Farben. Manche Firmen bringen Farbe ja, wenn ihnen sonst nichts mehr einfällt, aber hier passt es zum Konzept, auch wenn ich denke, dass dieses Detail auf dem asiatischen Markt wichtiger sein wird als in Deutschland.

Canon RF 14-35mm f4L angekündigt

Canon hat heute das RF14-35mm F4 L IS USM offiziell vorgestellt. Im Vergleich zum EF16-35mm f4L IS USM hat es am kurzen Ende 2 mm weniger Brennweite, ist kleiner und leichter, hat deutlich weniger focus breathing (für Filmer wichtig) und hat eine kürzere Naheinstellgrenze. Eine MTF-Kurve habe ich noch nicht gesehen, zur Schärfe im Vergleich kann ich noch nichts sagen. UPDATE: Ein freundlicher Leser sandte mir einen Link zu einem MTF-Vergleich:
https://www.canonnews.com/canon-rf-14-35mm-f4l-is-usm-mtf-and-comparisons

Das sieht ganz gut aus, am kurzen Ende ist es noch einen Tick besser als das EF 16-35 mm f4L, aber es ist auch nicht aus einer anderen Welt, Sie können also gut mit EF-Objektiven weiterarbeiten, die oft auch schon sehr gut. Das Nikon Nikkor Z 14-30mm f/4,0 S geht zwar nur bis 30mm, ist aber optisch auch gut und kostet im Moment 999€. Preislich hat das Canon noch Luft nach unten, meiner Meinung nach.

Trotz 14mm Brennweite ist es immer noch schraubfiltertauglich (77mm). Es hat nur einen einzigen Nachteil, wie es bislang scheint: Als günstige Alternative zum 2,8er Zoom taugt es mit einem UVP von 1819 € nicht. Es bleibt zu hoffen, das Fremdhersteller bald die Lücke schließen werden und günstige Weitwinkelzooms für RF herausbringen. Canon selbst hat auch noch einige Nicht-L-Objektive in Vorbereitung, die spätestens dann wichtig werden, wenn der Nachfolger der EOS RP kommt.

Das Canon s RF14-35mm F4 L IS USM Bild: Canon

Wenn ich neu anfangen würde, meine Ausrüstung zusammenzustellen und dadurch ein kürzeres Weitwinkel (im Verhältnis zum 16-35mm) einsparen können, würde ich durchaus über das Objektiv nachdenken. Gerade in Verbindung mit EOS+X oder Cashback. So bin ich aber mit meinem EF16-35mm f4L, das ich nach wie vor sehr schätze, sehr gut bedient.

Das Objektiv wird voraussichtlich im September erhältlich sein. Mehr unter:

https://www.canon.de/press-centre/press-releases/2021/06/canon-reveals-its-widest-rf-lens-to-date/

WD MyBook vom Internet trennen!

Falls Sie ein WD MyBook als von außen zugänglichen Festplattenspeicher verwenden, sollten Sie ihn sofort vom Netz trennen. Es gibt etliche Leute, die von einem externen Reset inkl. totalem Datenverlust berichten. Die Geräte scheinen eine Schwachstelle zu haben, die gerade aktiv ausgenutzt wird.

https://www.heise.de/news/Western-Digital-My-Book-Live-Trennen-Sie-Ihre-Festplatten-vom-Internet-6119250.html

EOS 5D Mark IV: kleines Firmwareupdate

Für die EOS 5D Mark IV hat Canon ein Update veröffentlicht, dass nur einen Punkt verändert:
„1. Verbessert die Anschlusskompatibilität der Kamera mit einem PC bei der Verwendung eines USB 3.0-Kabels oder höher.“
Das kann gerade für tetherered shooting allerdings einen Unterschied machen.
Download hier:

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-5d-mark-iv.html?type=firmware

UPDATE: Canon hat die Firmware erst einmal wieder kassiert und wird in Kürze eine korrigierte Version veröffentlichen (Stand 7.6.21)

UPDATE2: Die neue Version ist jetzt erhältlich (Stand 16.6.21)

Fotografie im Web: Joel Sternfeld

Ich vermisse es sehr, Ausstellungen zu besuchen. Aber es gibt auch im Internet wirklich Sehenswertes, von dem ich ab jetzt in loser Folge immer wieder etwas verlinken möchte.
Den Anfang macht Joel Sternfeld, den viele von Ihnen schon kennen werden, weil er zu den wirklich berühmten Fotografen gehört, einer der Pioniere der New-Color-Bewegung:

https://www.joelsternfeld.net/

Ich habe ihn vor langer Zeit einmal in einem Vortrag erlebt, bei dem seine Hart-Island Serie noch nicht alt war. Stephen Shore, Nan Goldin oder Martin Parr habe ich z.B. auch live erlebt, im Umfeld der Museen oder FHs und Universitäten ergeben sich solche Gelegenheiten erstaunlich oft und meist wäre dort auch Platz für mehr Besucher, deswegen werde ich versuchen, in Zukunft auf auf diese Veranstaltungen hinzuweisen.

EOS R5: kleiner Bugfix Firmware 1.31

Canon hat eine neue Firmware für die EOS R5 veröffentlicht. Die einzige Änderung ist eine Anpassung der Sucher- und Bildschirmhelligkeit bei der Verwendung von C-Log3. Wer kein Video nutzt oder C-Log3 nicht verwendet, kann das also ignorieren, beim nächsten Update ist das eh mit drin.

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r5.html?type=firmware

EOS R3, RF100L Makro etc.

In Kürze kommt eine größere Vorstellung von Canon, im Netz geistern schon seit Tagen die Abbildungen dazu herum. Interessant wird die Canon R3, die EOS 3 war früher die Kamera unter dem Topmodell, auch ein Technologieträger, bei dem man mehr ausprobieren konnte ohne die Profis zu verschrecken, für die es ja noch die EOS 1 gab. Verständlicherweise hat Canon das erstmal nicht fortgesetzt, denn EOS 3D hätte blöd geklungen (bei DualPixel Raw eventuell noch vertretbar 😉 ). Die EOS 3 war übrigens meine erste Canon, die ich später mit der EOS 1V ergänzt habe.

UPDATE: Heute sind die offiziellen Daten veröffentlich worden, Auflösung und Preis sind noch unbekannt, wenn ich raten müsste, 45-50MP und gut 6500€ (Update: Da die Kamera kein 8K Video unterstützen wird, wird die Auflösung wohl geringer sein, wahrscheinlich ca. 30MP Update 2: es werden genau 24MP sein, die Kamera zielt also genau auf den 1DX Mark III-Bereich, was für die EOS R1 eine höhere Auflösung übrig lässt). Interessanterweise wird die R3 genau wie die EOS 3 einen mit dem Auge steuerbaren AF besitzen. Damals mochte ich den nicht und habe ihn ausgestellt, aber inzwischen sind 23 Jahre vergangen.
Canon schreibt:

• Neuer, von Canon entwickelter Stacked BSI CMOS-Sensor
• Bis zu 30 B/s bei AF/AE-Nachführung
• Eye Control Funktion
• Erkennung von Augen, Kopf und Körper am Motiv
• Dual Pixel CMOS AF
• Staub- und Spritzwasserschutz wie bei der Canon EOS-1 Serie

Stacked BSI bedeutet schnell und mit recht guter Dynamik. Wenig Rolling Shutter, schneller Sucher und AF, gute Video-Eignung. Ich bin gespannt, ob Canon es hinbekommt, dass mit dem elektronischen Verschluss auch geblitzt werden kann (wie bei der Sony A1). Gespannt als Marktbeobachter, kaufen werde ich die Kamera wohl nicht, weil die EOS R5 meine Anforderungen sehr gut abdeckt. Selbst meine EOS R ist gut genug für die allermeisten Jobs. Aber so eine Kamera ist auch eine Bestätigung, dass man das richtige System gewählt hat. So ein Ding herauszubringen und es nur „EOS R3“ zu nennen, ist ein boss move, die EOS 1R wird wohl die Grenzen des Machbaren noch weiter verschieben, vielleicht kommt ja endlich ein praxistauglicher Global Shutter.

https://www.canon.de/cameras/eos-r3/
Hier vermute ich eher, das Canon eine olympiataugliche Profikamera bringt, die es locker mit der Nikon Z9 oder Sony A1 aufnimmt und gleichzeitig unmissverständlich klar macht, dass da noch etwas kommt, was die noch toppt. Passend dazu kommen das RF400 mm f2,8L und das RF600mm f4L (zu praktisch den gleichen Preisen wie bei den Vorgängern).

Die EOS R3 Bild: Canon

Das neue 100er Makro wird ebenfalls spannend, erstens geht es bis 1:1,4, kann also noch etwas weiter vergrößern als die 1:1-Makros. Und zweitens bringt es einen Ring „SA-Control“ mit, mit dem sich die Sphärische Aberration anpassen lässt. Leser meines Objektivbuchs oder Nikon-Kenner (Nikon Nikkor AF DC 105mm/2,0 D) wissen schon Bescheid, damit lässt sich das Bokeh für den Nah- oder Fernbereich verbessern. Das Objektiv wird etwas teurer als das EF100L mit1.549,00€, es kommt Ende Juli 2021. Ich bin gespannt auf die AF-Geschwindigkeit.

https://www.canon.de/lenses/canon-rf-100mm-f2-8l-macro-is-usm/


Dem Vernehmen nach plant Canon für die zweite Jahreshälfte noch deutlich mehr Vorstellungen. Parallel wird die Produktion der EF-Objektive stark ausgedünnt, der Generationenwechsel nimmt bei Canon gerade richtig Fahrt auf.

Generationswechsel bei Canon-Objektiven

In den letzten beiden Wochen wurde bekannt, dass bestimmte EF-Objektive auslaufen und manche RF-Objektive kurz vor der Vorstellung sind.

Neu werden kommen:
Canon RF 100mm f/2.8L IS USM Macro
Canon RF 400mm f/2.8L IS USM
Canon RF 600mm f/4L IS USM

Auslaufen werden u.a.:

Canon EF 200mm f/2L IS USM
Canon EF 70-200mm f/4L IS II USM
Canon EF 85mm f/1.2L USM II
Canon EF 85mm f/1.8 USM
Canon EF 40mm f/2.8 STM

Vieles wird man noch irgendwo neu bekommen und ansonsten ist der Gebrauchtmarkt bei der großen Zahl der gebauten Objektive in den meisten Fällen entspannt (vom 200mm f2 einmal abgesehen). Canon sendet damit klare Signale, dass EF auslaufen wird, professionelle Canon-DSLRs werden nicht mehr neu erscheinen. Bei RF ist in diesem Jahr noch mit einigem zu rechnen, aber die großen Lücken L-Makro und Superteles sind schon mal geschlossen. Lichtstarke Weitwinkel, Ultraweitwinkel und ein paar günstigere Optionen fehlen noch sehr offensichtlich, aber Canon hat sehr viel in der Pipeline und veröffentlicht enorm viele RF-Patente. Nicht jedes Patent wird ein Objektiv, aber ich rechne mit deutlich mehr Neuvorstellungen in den nächsten 12 Monaten als sonst üblich.

Firmware 1.3 der EOS R6 fehlerhaft (gefixt)

Canon hat die Firmware 1.3 für die EOS R6 zurückgezogen. Falls Sie sie schon installiert haben, sollten Sie vermeiden, Video bei 120fps mit EF-S-Objektiven oder eingestelltem Crop-Mode aufzunehmen. Die Kamera hängt sich dabei auf, ist aber wohl durch Entnahme der Batterie wieder zurücksetzbar.

Update: So schnell habe ich das noch nie erlebt, die neue Firmware 1.3.1 ist schon verfügbar:

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r6.html?type=firmware

Neue Firmwares für Canon EOS R5/R6 und RF100-500

Canon hat heute neue Firmwares für die R5, die R6 und die EOS 1DX Mark III veröffentlicht. Das ist diesmal ein größerer Schritt, der für Video FullHD ist 120 fps, C-Log3 und ein kleineres Raw-Video-Format mitbringt.
Bei der R5 lassen sich nun die personalisierten Einstellungen abspeichern und auf eine zweite Kamera übertragen oder nach einem Reset/einer Reparatur wieder auf die selbe Kamera, das ist ein echtes Profifeature, das viele schon vermisst haben. Der Bildschirm lässt sich nun so konfigurieren, dass er nur bei der Wiedergabe aktiv wird.
Bei der R5 und R6 ist nun ein jederzeitiger manueller Eingriff in die Fokussierung möglich, die R6 bekommt C-Log3 allerdings erst mit einem zukünftigen Update.

Die Firmwares für das RF100-500mm und das RF70-200mm f2,8 ermöglichen den manuellen Fokuseingriff und verbessert den IS beim Mitziehen, so dass er auch bei geringeren Mitziehgeschwindigkeiten auf die Bewegung reagiert.

Mehr Informationen: https://www.canon.de/press-centre/press-releases/2021/03/canon-releases-firmware-update-for-selected-professional-cameras-to-streamline-workflows/

EOS R5:

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r5.html?type=firmware

EOS R6 (UPDATE: vorerst zurückgezogen wegen eines Fehlers, UPDATE II: schon gefixt, Version 1.3.1)

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r6.html?type=firmware

Canon RF100-500mm F4.5-7.1 L IS USM

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/rf-lenses/rf-100-500mm-f4-5-7.1-l-is-usm.html?type=firmware

Canon RF 70-200mm F2.8L IS USM

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/rf-lenses/rf70-200mm_f28_l_is_usm.html?type=firmware

Bei mir erscheint im Moment teilweise noch die alte Firmware, erst nach einem Reload die neue, das sollte sich aber in den nächsten Stunden geben.

400 Megapixel Multishot

Das Steag-Kraftwerk in Lünen wird gerade abgerissen und nächsten Sonntag gesprengt. Das gab mir heute Gelegenheit, die Multishot-Funktion der Fuji GFX100S zu testen, denn die Kraftwerksreste sind extrem detailreich und fast ohne Bewegung. Die Kamera nimmt 16 102MP-Bilder auf (gute 2,1GB an komprimierten Raws), die Fuji-Software macht daraus auf dem Rechner recht schnell und einfach ein DNG mit hier gut 1,5GB (2,27GB unkomprimiertes TIF).

Ein Klick auf das Bild oder den untenstehenden Link lädt das 400MP-Original (JPEG, 44MB)

https://live.staticflickr.com/65535/51055348731_885dc4a67d_o.jpg

Bewegte Elemente sorgen sofort für Artefakte, das kann man hier an den Stellen sehen, in denen sich Planenfetzen im Wind bewegen. Die Datei wird ein wenig unhandlich und man wird auch nur selten eine Situation erleben, in denen man ein drei Quadratmeter großes Foto immer noch in 300dpi benötigt. Mal abgesehen davon, dass das Objektiv mitspielen muss, was dem Fujifilm GF 110mm F 2 R LM WR hier aber noch recht gut gelingt.

Es gibt sicher Jobs, in denen man das brauchen kann, etwas wenn man Gemäldereproduktionen für das Rijksmuseum in Amsterdam erstellen sollte oder für bestimmte Fälle in der künstlerischen Fotografie. 100MP ohne Multishot sind nicht so absurd, ich habe Repros von meinen alten 4x5inch-Negativen gemacht und festgestellt, dass bei 100MP kleine Schriften auf Gebäuden gerade eben lesbar waren. Ich war erstaunt, wie gut die technische Qualität meiner alten Negative war, bislang war ich überzeugt, dass man mit geringerer Auflösung als 100MP dem alten Großbild nahekommen konnte.

Ca. 120 Jahre alte Stereofotos aus Frankreich

Ich bin meiner Verpflichtung gegenüber der Nachwelt nachgekommen und habe alte Glasplatten digitalisiert. Sie scheinen von einem Mitglied einer wohlhabenden und gebildeten Familie aus oder aus der Nähe von Paris zu stammen. Es gibt ein paar Anhaltspunkte, die bei einer Identifikation helfen könnten, so ist zum Beispiel einer der Abgebildeten auf dem Bild einer Hochzeitsgesellschaft ein General, der einen besonderen Orden trägt, der ihn als Kommandeur der Ehrenlegion ausweist (Commandeur de la Légion d’Honneur (C. LH)).

Erkennen Sie den General ganz links wieder? Ich würde mich über einen Hinweis freuen.

Auf einem anderen Bild spielt ein Geiger in einem Atelier, Skulpturen und Gemälde sind gut zu erkennen. Auch hier wäre vielleicht eine Identifizierung möglich.

Den gesamten Satz von 28 Aufnahmen finden Sie unter https://www.flickr.com/photos/westphalen/albums/72157718627199736

Unter anderem mit schönen Aufnahmen eines Ballonstarts in Paris. Wenn Ihnen irgendetwas einfällt, dass mir helfen könnte, die Aufnahmen besser zu beschriften, dann würde ich mich sehr über Hinweise freuen.

Rechts unter den Bildern finden Sie einen Pfeil, der einen sehr hoch aufgelösten Download ermöglich, falls Sie Details näher betrachten möchten.

Nikon kündigt die Z9 an

Nikon hat die Entwicklung der Nikon Z9 angekündigt, eines Profi-Topmodells, das die Nikon D6 beerben könnte. Entwicklungsankündigung ist ein seltsames Wort, das meist dann verwendet wird, wenn die Entwicklung schon fertig ist, aber man die endgültigen Daten erst später veröffentlicht und die Kamera selbst noch ein wenig später bringt. Die Kamera kommt 2021, wahrscheinlich nicht erst gegen Ende des Jahres. Stacked Sensor und 8K legen Ähnlichkeiten zum Sensor der Sony A1 nahe, 8K bedeutet, dass die Kamera mindestens 45MP hat.

https://www.nikon.de/de_DE/news-press/press.tag/news/bv-pr-wwa2103-nikon-announces-development-of-z-9.dcr

Traditionell zeigt die Vorstellung einer Profi-Nikon auch die baldige Vorstellung einer entsprechenden Canon an, Canon hat schon angekündigt, dass sie in der zweiten Jahreshälfte so viele Objektive wie nie zuvor auf den Markt bringen werden.
Fuji GFX100S, Sony A1, Nikon Z9 und Canon R1, allein dadurch wird 2021 schon ein Jahr, in dem auf dem Fotomarkt mehr passiert als durchschnittlich und es wird auch eine Menge bei den günstigeren Kameras kommen. Die Sony A7 III und die EOS R und RP warten z.B. auf Nachfolger. Wer noch auf neue DSLRs wartet, wird meiner Meinung nach enttäuscht werden, außer vielleicht im Einsteigerbereich und bei Pentax, auch bei den Objektiven wird fast alles für die neuen Systeme entwickelt werden, weil diese über die zukünftige Markpositionierung entscheiden werden.

Die Nikon Z9, die endgültige Kamera kann noch leicht abweichen. Bild: Nikon


Die Nikon mag nach der Sony A1 die zweite Profi-Spiegellose sein, aber sie ist die erste, bei der das Gehäuse auch die Anmutung einer Profikamera vermittelt. Ich sage damit nicht, dass die Kameras in den Kategorien darunter nicht von Profis verwendet werden, aber es gibt ein eigenes Segment im Fotomarkt, das extra ausgelegt wird für härteste Reportage-Einsätze oder anspruchsvolle (und wetterunabhängige) Sportfotografie.

Bislang hat man bei diesen Kameras auf hohe Auflösung zugunsten von Geschwindigkeit und Bildqualität bei schwachem Licht verzichtet, aber inzwischen ist das auch mit Bildauflösungen von um die 50MP kein Problem mehr, weil sich die Sensoren schneller auslesen lassen und die Prozessoren auch mit einer Milliarde Pixel pro Sekunde noch umgehen können. Das schnellere Auslesen des Sensors ermöglicht sowohl einen besseren Sucher als auch, den AF schneller mit aktuellen Bildinformationen zu versorgen, so dass die Geschwindigkeit und Genauigkeit so weit steigen, dass eine DSLR heute keine Chance mehr dagegen hätte. Ich habe vor Jahren mal in der Großen Fotoschule geschrieben, dass die Spiegellosen Kameras es erst dann geschafft haben werden, wenn wir sie mehrheitlich neben dem Spielfeldrand oder bei Olympia sehen. Mit der Z9 und vergleichbaren Kameras kommt diese Zeit nun.