Zeitumstellung

Ein Großteil Ihrer Technik stellt die Uhr bereits automatisch auf die Sommerzeit um, die meisten Kameras jedoch nicht. Wenn Sie es noch nicht erledigt haben, stellen Sie jetzt alle Ihre Kameras auf die aktuelle Zeit ein. Seien sie dabei vorsichtig, es kann schnell passieren, dass man die Zeit um mindestens 30 Jahre zurückstellt oder gleich auf die Zeit vor 1953.
нет войны.

Neue Firmware 1.5.2 Für EOS R5 und R6

Für die Canon EOS R5 und die EOS R6 hat Canon heute eine neue Firmware veröffentlicht. Sie trägt die Versionsnummer 1.5.2 und soll den Augen-AF, die AF-Nachverfolgung und die Funktion von bestimmten langen Teleobjektiven mit Extendern verbessern.

EOS R5:
https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r5.html?type=firmware

EOS R6:
https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r6.html?type=firmware

Martin Langer ist gestorben

Auch wenn ich im Moment weniger schreibe, weil in Anbetracht der Lage z.B. neue Teleobjektive für 20.000€ sehr sehr unwichtig sind, muss ich heute eine Ausnahme machen für jemanden, der auch in schwierigen Zeiten alle Relevanzkriterien erfüllt, leider heute aus traurigem Anlass. Martin Langer ist gestorben. Vielleicht wird sein Name bei Ihnen nicht sofort Klick machen, aber jeder von Ihnen kennt Bilder von ihm. Seine Fotos aus Rostock Lichtenhagen haben sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt, aber er hatte aber auch sehr humorvolle Seiten.

Nachruf im Spiegel: https://www.spiegel.de/kultur/martin-langer-fotograf-im-alter-von-65-jahren-gestorben-a-13a3ad49-d862-47e3-9c2a-625b7d425e84

Instagram: https://www.instagram.com/martin.langer.hamburg/

Webseite: https://langerphoto.de/

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Langer_%28Fotograf%29

OM Systems Olympus OM-1 vorgestellt

Olympus hatte seine Kamerasparte abgegeben, der neue Besitzer heißt jetzt OM System. Die neue Kamera darf aber noch einmal den alten Namen „Olympus“ verwenden und hat gleich noch einen alten Namen zurückgeholt. Die alte OM-1 sollte erst M-1 heißen, was Leica aber nicht gefiel. Die OM-1 kam 1972 auf den Markt, war damals die leichteste SLR der Welt, vollmechanisch und so gut, dass sie 15 Jahre im Programm blieb. Ich habe mit Olympus angefangen zu fotografieren und besitze immer noch eine alte OM-1.

Die neue Kamera hat einen Sensor modernster Bauart, stacked BSI wie auch in der Sony A1, Quadpixel-AF und sehr schnell, bis zu 120fps bei vollen 20MP Raws. Mit AF-Nachführmessung immer noch 50fps. Multishot, Fokus-Stacking, Live ND und Live Composite übertreffen in den technischen Möglichkeiten die meisten Systemkameras, der IBIS geht bis 8 Blendenstufen, 4K bzw. Cinema4K in 60fps und 10Bit sind ebenfalls ordentlich, das Menüsystem ist ebenfalls neu und deutlich aufgeräumter als vorher.

Die neue OM-1. Bild: OM-System

Ein Eigentümerwechsel erzeugt erst einmal einen Zweifel, wenn OM-Systems ein kleineres Facelift vorgestellt hätte, hätte das bedeutet, dass das OM-System nur noch zuckt. Die neue OM-1 ist aber eine deutliche Weiterentwicklung und eine Kamera, die Hoffnung macht, dass das System noch eine gute Zukunft hat.

https://shop.olympus.eu/de_DE/new/om-1

Canon EOS R5/R6: Firmware 1.51

Canon hat eine neue Firmware für die R6 und die R5 herausgebracht, die einen Fehler beseitigt, der dafür sorgen kann, dass sich die Kamera bei der Verwendung des AF über den AF-ON-Button aufhängen kann. Auf den amerikanischen Seiten ist er bereits herunterzuladen, in Kürze auch auf den deutschen:

R5: https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r5.html?type=firmware

R6: https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r6.html?type=firmware

Canon EOS R5 C vorgestellt

Die EOS R5 hat nach ihrer Vorstellung etwas Gegenwind bekommen, weil Sie die besseren Videomodi wie 8K oder 4K-HQ je nach Umgebungstemperatur nicht unbegrenzt durchhielt, ohne zu überhitzen. Bei 8K war nach ungefähr einer halben Stunde Schluss, dann brauchte die Kamera eine Kühlpause. Für bestimmte Produktionen ist das ein Ausschlusskriterium, selbst wenn mit zwei Kameras gearbeitet wird.

Canon hat am 19.1 eine Cinema-Version der R5 präsentiert, die Ende März in den Handel kommen soll. Sie ist hinter dem Klappbildschirm deutlich dicker, um Platz für eine aktive Kühlung zu machen, ist aber nur 30g schwerer geworden. 8K-Aufzeichnung funktioniert nun ohne zeitliche Einschränkung, vorausgesetzt, Sie haben genug Speicher dabei, aber Überhitzung wird Sie nicht mehr bremsen. Die Kamera besitzt den Blitzschuh der EOS R3, der auch eine digitale Schnittstelle z.B. für Digitalmikros mitbringt und einen Timecode-Ausgang. Die Fotofunktionen entsprechen der der EOS R5 mit Ausnahme des IBIS, eine Sensorstabilisierung ist zugunsten der besseren Kühlung weggefallen.

Das Gehäuse der EOS R5 C ist hinter dem Monitor deutlich dicker, um die Kühlung unterzubringen. Bild: Canon

Der Funktionsumfang im Videobereich und die Menüführung entspricht den Cinemakameras wie z.B. einer C70 und wenn Sie eine externe Stromversorgung verwenden, dann schafft die Kamera in 8K 60fps. Die EOS R5 C hat einen UVP von 4.999€, gerade einmal 500€ mehr als bei der R5 und genauso viel wie bei der C70, die 4K 120fps mit einem Super 35 Sensor liefert. Das ist wirklich günstig für die gebotene Leistung und unterbietet auch die 8K30 Sony A1 um mehr als 2000€.

Ein Blick in die Glaskugel für 2022

Wie immer um diese Zeit, versuche ich, in die nähere Zukunft des Fotomarkts zu schauen und etwas über die voranschreitenden Entwicklungen zu reflektieren. Wie gut oder schlecht das gelingt, können sie in den vergangenen Jahresvorschauen überprüfen.

In den nächsten Monaten wird der Fotomarkt sicher nicht die Schlagzeilen beherrschen, weil die nächste Welle der Pandemie die vermutlich stressigste von allen werden wird. Für alle, die inzwischen dreimal geimpft sind, wird sie deutlich weniger bedrohlich sein als vor einem Jahr, aber insgesamt hat sie das Potenzial, sehr viele zu treffen und auch Abläufe außerhalb der Krankenhäuser stark durcheinanderzubringen. In den Monaten darauf wird der Fotomarkt auch nicht die Schlagzeilen beherrschen, weil er außer für uns Fotobegeisterte eine unbedeutende Nische geworden ist, die Zeiten, in denen es in fast jedem Haushalt eine „richtige“ Kamera gab, sind endgültig vorbei. Aber auch abgesehen von den Smartphones, die die Kameras zu einem großen Teil ersetzt haben, gibt es für die Hersteller von Bildsensoren und Objektiven genug zu tun. Weltweit gibt es mehr als eine Milliarde Überwachungskameras, fast 2/3 davon in China, ein Durchschnittsneuwagen besitzt mehr als eine Kamera, die Zahl und die Qualität wird noch zunehmen, je mehr wir uns dem autonomen Fahren nähern. In Industrie, Wissenschaft und Robotik wächst der Bedarf auch, viele der Techniken aus diesen Bereichen wirken zurück auf die Fotografie. Meine EOS R5 kann Menschen, Tiere und Kraftfahrzeuge recht zuverlässig erkennen und im Fokus behalten, etwas, woran eine DSLR aufgrund der sehr viel kleineren Sensoren für die Fokusermittlung scheitern würde.

Der AF einer EOS R5 macht solche Aufnahmen einfacher als jede DSLR (500mm, f7,1, 1/2000s)

Auch deswegen haben wir die DSLR in diesem Jahr beerdigt, Nikon und Canon haben mit der Z9 und der R3 Kameras herausgebracht, die ihre Top-DSLRs übertreffen. Und sie haben klargemacht, dass ihre letzte Top-DSLR auch die letzte bleiben wird. Nur Pentax, die das Pentaprisma der SLR schon im Namen tragen, bekennt sich weiterhin ganz zur DSLR. 2021 war das Jahr, in dem die Spiegellosen endgültig vorbeigezogen sind. Dazu brauchte es Sensoren, die sich schnell genug auslesen lassen, um zeitlich feinaufgelöste Daten für die Bewegungsermittlung zu liefern, Prozessoren, die diese Daten in Echtzeit sinnvoll inklusive Bilderkennung auszuwerten und Sucher, die so schnell und hochaufgelöst sind, dass wir den optischen Sucher der Spiegelreflex nicht mehr vermissen. Das bedeutet aber auch, dass viele DSLR-Objektive jetzt schon nicht mehr in der Produktion sind und nur noch Lagerbestände abverkauft werden. Viele der EF-Objektive z.B. werden Sie bald nicht mehr neu kaufen können. Dafür werden wir in 2022 wohl RF-Objektive auch von Sigma und anderen sehen, der Markt verschiebt sich stark zu den Spiegellosen.

Vermutlich als nächstes wird der mechanische Verschluss verschwinden. Er war bei einer Digitalkamera hauptsächlich notwendig, um den Sensor nur für eine kurze Zeit zu belichten, die kürzer war, als die Auslesezeit des Sensors. Ansonsten hätten Sie mit einem starken Rolling-Shutter-Effekt zu kämpfen und würden beim Blitzen nur einen Teil des Bildes belichten. Sobald aber die Auslesezeit in den Bereich der Blitzsynchronzeit kommt, verschwinden die Vorteile des mechanischen Verschlusses weitgehend und man kann auf dieses aufwendige und anfällige Bauteil verzichten. Die erste professionelle Kamera, die das tatsächlich auch so macht, ist die Nikon Z9, sie hat nur noch einen mechanischen Hilfsverschluss, der den Sensor beim Objektivwechsel bedeckt, um ihn vor Staub zu schützen.

Bei den Sensoren gibt es zwar immer schnellere Auslesezeiten, ob bald eine Kamera mit einem echten Global Shutter (zeitgleiches Auslesen des gesamten Sensors) kommt, ist aber weiterhin ungewiss. Mit gebogenen Sensoren rechne ich abseits von kleinen, integrierten Lösungen nicht, auch wenn sie immer mal wieder in Gerüchten auftauchen. Alternativen zu Sensoren mit Bayermuster sind allerdings langsam fällig, bislang sind Alternativen wie Foveon sind nur in Nischen zu finden, genau wie Quantum Dot Sensoren. Auflösung und Lichtempfindlichkeit aktueller Sensoren sind schon sehr gut, aber ich würde mir einen höheren Dynamikumfang wünschen, der es möglich macht, das, was das Auge wahrnehmen kann, in einer einzigen Belichtung zu erfassen. Noch kürzere Auslesezeiten würden auch weniger Blitzleistung erfordern, wenn sich der Blitz gegen das Tageslicht durchsetzen soll.

Ich denke auch, dass die Zeit, in der wir spezielle Cinema-Versionen zu Systemkameras sehen, langsam zu Ende gehen wird. Von der EOS R5 wird es bald eine C-Version geben, bei der kommenden R1 gehe ich davon aus, dass sie beide Bereiche perfekt beherrschen wird. Die Frage ist auch, ob es sich bei einem schrumpfenden Markt noch lohnt, eine große Modellvielfalt zu pflegen, eine Sony A7C halte ich z.B. für verzichtbar und es scheint, dass Sony die im Moment auch nicht weiterproduziert. Es werden sicher noch kleine Vloggerkameras erscheinen oder große Filmkameras, die nicht für die Fotografie gedacht oder geeignet sind, aber das man eine Systemkamera in Foto- und Videoversion aufspaltet, ist technisch nicht mehr notwendig.

Ich rechne schon damit, dass einige Kameragehäuse vor der Vorstellung stehen, Canons EOS R wird vier Jahre alt, auch die RP kann eine Auffrischung gebrauchen. Ich vermute, dass das EOS-M-System keine lange Zukunft haben wird und stattdessen bald eine APS-C mit RF-Mount kommen wird. Später ist auch eine EOS R1 absehbar. Bei Sony wartet die A9 II und die A7RIV auf einen Nachfolger. Ich denke aber, dass wir in der ersten Jahreshälfte kaum etwas in den Händen werden halten können, sondern nur Ankündigungen mit späterer Lieferbarkeit sehen werden. Mit noch späterer, wenn China es nicht schaffen sollte, Omikron unter Kontrolle zu halten, was schwieriger als alles bisher werden wird. Chipkrise und Lieferprobleme werden uns nicht nur in diesem Bereich noch eine Weile begleiten und wir können nur hoffen, dass sie nicht durch zusätzliche Ereignisse verschlimmert wird. Eine ernsthafte Taiwankrise wäre eine Katastrophe, aber auch „Kleinigkeiten“, wie die Zerstörung einer Fabrik durch Brand oder Überschwemmung/Tsunami etc. können weitreichende Folgen haben. Vor ein paar Jahren wurden Chips teuer, weil eine der Fabriken, die den Kunststoff für die Ummantelung herstellte, ausgefallen war. Im Moment werden die Folien knapp, die für die Isolation der Platinen sorgen. Ein Teil der Probleme rührt aber auch daher, dass wir unsere knappen Ressourcen verschwenden, indem z.B. riesige Bitcoin-Miner-Farmen aufgebaut werden oder Festplatten für „proof-of-space“-Cryptowährungen verbraucht werden. Es kann auch sein, dass die Zeiten, in denen fast alles kurzfristig verfügbar ist, langsam ganz vorbei gehen, nicht weil ich eine große Wirtschaftskrise erwarte, sondern weil die Wirtschaft soviel wichtige Dinge erledigen muss, während gleichzeitig Ressourcen knapper werden oder wir uns es aus anderen Gründen nicht leisten können, diese zu verbrauchen. Das muss aber kein Nachteil sein.

Der Trend weg von Lightroom und hin zu anderen Raw-Konvertern, vor allem zu CaptureOne, hat sich bei mir und befreundeten Profikolleg:innen fortgesetzt. In der neuen Version beherrscht CaptureOne auch HDR und Panoramen, damit gibt es eigentlich keine echten Gründe mehr für Lightroom, es sei denn, Sie verwenden Plugins wie z.B. Negative Lab Professional, die nur für LR verfügbar sind.

Die Verbreitung von Mittelformatkameras hat ebenfalls zugenommen, auch weil die Preise langsam in Regionen ankommen, die auch zu analogen Zeiten für Mittelformatkameras normal waren. Die Unbezahlbarkeit ist eindeutig vorbei, eine Fujifilm GFX 50S II ist günstiger zu haben als eine Canon EOS R5, selbst 100MP bekommen Sie jetzt für unter 6000 €. Immer noch viel Geld, aber noch vor einer Weile hätten Sie eher 40.000 € anlegen müssen, bei geringerer Alltagstauglichkeit. Die ist immer noch nicht so hoch, wie beim Vollformat, ich denke aber, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren ein Sensor für Mittelformat kommen wird, der sich sehr schnell wird auslesen lassen und auch einen schnelleren und genaueren AF ermöglichen wird. Ich halte es auch für möglich, dass eine noch kleinere und günstigere Mittelformatkamera auf den Markt kommen wird, die den Systemeinstieg noch weiter erleichtern wird.

rolling shutter effect der Fujifilm GFX100S Mittelformatkamera
Dieses Bild ist so in der Kamera entstanden. Die langsame Auslesezeit des elektronischen Verschlusses der GFX100S zeichnet das Drehen der Kamera nach der Auslösung mit auf

Bei den Blitzgeräten geht der Trend weiter zu Fremdherstellern. Nikon hat sogar einen Vertrag mit Nissin geschlossen, um die Versorgung mit Systemblitzen für das Z-System sicherzustellen. Fremdhersteller wie Godox sind inzwischen innovativ und liefern TTL-kompatible Akkublitze vom kleinen Aufsteckblitz bis hin zu 1200J Energie. Auch hier geht der Trend eindeutig zu Lithium-Ionen-Akkus, die schneller und ausdauernder sind als NiMH-Akkus. Allerdings auch nicht so standardisiert wie AA-Zellen.

Ein weiterer Trend führt zum Dauerlicht. LED-Technik ist günstig und gut geworden, ist hell genug bei ca. achtmal weniger Stromaufnahme als bei Glühlicht. Viele Leuchten sind obendrein über den gesamten Farbbereich regelbar, so dass Filter überflüssig werden. Vorteile sind, dass Sie auch für Video verwendbar sind oder für automatisches Fokusstacking, dass viele Kameras nur mit dem elektronischen Verschluss unterstützen, der oft nicht mit Blitz zusammen verwendbar ist.

Bei den Objektiven zeichnet sich eine Verbreiterung des Angebots ab, Zooms werden lichtstärker oder auch lichtschwächer, weil die Spiellosen auch mit kleinen Anfangsblenden fokussieren können. Festbrennweiten kommen in früher eher unüblichen Werten wie 45,65,70 oder 75mm, es gibt vermehrt sehr lichtstarke oder auch günstige Objektive ohne AF. Bei den besseren Objektiven werden Abbildungsfehler bewusst als Stilmittel verwendet. Das Fujifilm GF80mm f1,7 (für Mittelformat) besitzt zum Beispiel bei Offenblende ein paar ganz bewusst übriggelassene Abbildungsfehler, um dem Ergebnis bei immer noch sehr guter Schärfe mehr Charakter zu verleihen. Das Canon RF 100mm f2,8L Macro ist mit einem Ring ausgestattet, der die Sphärische Aberration in zwei Richtungen verändern kann. Dadurch ändert sich das Bokeh und die Bildschärfe verringert sich deutlich. Natürlich können Sie einen ähnlichen Look auch mit alten Objektiven erreichen. Das machen in der Fotografie schon einige, bei den Filmern gehört es schon zum Standard und etliche Objektive werden gerade deutlich teurer, weil sie aufgekauft werden, um ein Rehousing für den Kinobereich zu erfahren. Ein Olympus OM Zuiko-W 21mm f2 geht heute für mindestens 2000 € weg (gerade fand ich nur ein einziges Angebot, dass 3850 € kosten sollte), aber auch ein verhältnismäßig häufiges Objektiv wie das Canon FD 35mm F2 S.S.C. hat seinen Preis in der letzten Zeit verdoppelt.

KI ist ein großer Trend in der Bildbearbeitung, zum Teil auch in der Bilderstellung. Manches davon ist spannend und eröffnet neue Möglichkeiten, zum Beispiel GANs und Deepfake-Software, in der Bildbearbeitung sorgt sie aber leider oft nur dafür, den Zuckerguss noch dicker zu machen, die Bilder noch glatter zu bügeln und Landschaftsfotos zu erzeugen, die drei verschiedene Sonnenstände für den Himmel, den Mond und die Landschaft haben. In den Smartphones wird oft schon stark optimiert, ohne dass wir das extra einschalten müssen. Mich langweilt das eher und ich habe meine fotografische Arbeit 2020 darauf konzentriert, dokumentarisch und frei von jeder Retusche zu fotografieren. Zum einen haben ich mit http://ruhrstadt-revisited.de/ eine Arbeit aus meinem Fotodesignstudium wieder aufgenommen, zum anderen mit https://flusslandschaften.westbild.de/ eine Serie von Flusslandschaften in Nordrhein Westfalen aufgenommen. Und wenn ich für Kunden Dinge visualisieren soll, die es noch nicht gibt, verwende ich dafür heute eher die 3D-Software Blender als Photoshop, auch weil es mir ermöglicht, gleich mehrere Ansichten aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzeugen.

https://www.ibfdo.de/
Solartankstelle für Elektroboote, 3D-Rendering

Wenn Corona endemisch geworden sein wird, wird uns wieder klarer werden, dass wir noch viel größere Probleme zu lösen haben. Der Klimawandel schreitet schneller voran als die meisten von uns das erwartet haben, auch in Deutschland haben wir 2021 erfahren, welch katastrophale Auswirkungen er mit sich bringt. Der wahre Preis einer Tonne CO2 ist nicht der, zu dem man sie an anderer Stelle am günstigsten einsparen kann, sondern der, den man aufwenden muss, um sie wieder aus der Atmosphäre zu entfernen. Zuzüglich des Methans, dass durch die Erwärmung freigesetzt wird oder des CO2s, dass durch die verstärkten Waldbrände entsteht. Zuzüglich der Schäden, die durch die Fluten, Trockenheiten, Stürme, Brände, das Artensterben etc. zusammenkommen. Wenn Sie zu zweit nach Neuseeland fliegen, erzeugen Sie zwischen 12 und 24t CO2 (hin und zurück), bei kürzeren Strecken weniger, aber immer noch enorme Mengen. Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, in den nächsten Jahren noch in ein Flugzeug zu steigen und mein nächstes Auto wird mit Sicherheit batterieelektrisch. Den Haushalt habe ich schon lange auf 100% Ökostrom und Ökogas umgestellt. Und selbst damit komme ich noch lange nicht dahin, wo ich sein müsste, damit mein C02-Fußabdruck umweltverträglich wäre. Sie können das für sich selbst unter https://uba.co2-rechner.de/de_DE/ ausrechnen. Vieles davon wird allerdings von alleine besser werden, indem die Unternehmen, deren Kunde ich bin, ihre CO2-Bilanz verbessern, aber ich werde auch noch sehr viel ändern müssen, damit ich in einen wirklich umweltverträglichen Bereich komme.

Auch wenn sich manches vielleicht in der Produktion verzögern wird, die Entwicklung geht weiter, auch abseits der Fotografie. Alleine in den letzten Tagen wurde das James Web-Teleskop erfolgreich gestartet und ein chinesischer Tokamak hat es geschafft, für 17min. 70 Millionen Grad aufrecht zu erhalten. Vor nicht allzu langer Zeit liefen Kernfusionsreaktoren nur Sekunden. Bis zum praktischen Einsatz wird es noch sehr lange dauern, aber die Erfolge machen Mut, dass wir das hinkriegen können. Wie schnell Impfstoffe gegen Sars-CoV-2 in Menge verfügbar waren, macht ebenfalls Hoffnung für die Zukunft. Wir werden sehr viele Probleme lösen und Krisen entschärfen müssen, aber wir stehen auch nicht mit leeren Händen da. Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches, gesundes und angenehmes Jahr, machen Sie was draus.

Neue Firmware für EOS R5 und EOS R6 ab 2.12

Canon kündigt für den 2.12. eine neue Firmware für die EOS R5 und Eos R6 an, die im Wesentlichen die AF-Verbesserungen aus der EOS R3 enthält. Die Kameras erkennen dann auch Fahrzeuge automatisch und die Erkennung von Personen und Gesichtern wird verbessert, z.B. auch dann, wenn Masken getragen werden.
Das sind gute Nachrichten, weil Canon die Kameras auf dem aktuellen Stand hält und das wahrscheinlich nicht die letzte Funktionserweiterung während der Verkaufszeit der Kameras bleiben wird.

Update 2.12.: Die Firmwares sind da:


R5:
https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r5.html?type=firmware

R6:
https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r6.html?type=firmware

Nikon Z9 vorgestellt

Nikon hat gestern seine Profi-Spiegellose vorgestellt. 45MP, 20FPS, bei 11MP JPGs sogar 120FPS. 8K30 und 4K120 Video, auch in 10Bit (inkl. ProRes intern, ab 2022 wird sogar 8K in 60FPS und 12Bit N-Raw möglich sein), 2 CFExpress/QXD-Slots, Blackout-freier Sucher, solides Profigehäuse mit Profibatterie und integriertem Hochformatauslöser. Dazu ein AF, der auf anspruchsvollste Aufgaben in der Sport- oder Naturfotografie meistert und ein Tiltscreen, der die Kamera sehr viel flexibler macht als eine D6.

Die Nikon Z9 Bild: Nikon

Fehlt also nix. Doch, der Verschluss, aber es geht auch ohne. Die Z9 ist die erste Profikamera, die keinen mechanischen Verschluss mehr hat. Der eingebaute Verschluss ist nur für die Sensorabdeckung beim Objektivwechsel, wird aber bei der Belichtung nicht verwendet. Das geht nur, weil der Sensor schnell genug ausgelesen werden kann, Nikon gibt eine Synchronzeit von 1/200s an, mit leichten Einschränkungen in der Leitzahl auch 1/250s. Rolling Shutter ist damit auf dem gleichen Level wie bei einem mechanischen Verschluss. Das gilt für Fotoaufnahmen, im Videobereich muss jede Kamera auf den mechanischen Verschluss verzichten, deswegen wird die Nikon Z9 dort besser sein als alle Kameras mit langsamerer Auslesezeit.

Die Kamera ist sehr interessant positioniert, bei Canon gibt es zum gleichen Preis eine Kamera mit 24MP und 6K60-Video, bei Sony muss man für eine vergleichbare Kamera 1300€ mehr zahlen und hat dann noch nicht einmal den optionalen Hochformatgriff dabei. Im Verhältnis zum Body der Z9 sieht der der Sony aus wie ein drei Mal gefalteter CD-Player, so ein Body mag an einer Drohne oder in einem Rig für Video Vorteile haben, kommt aber ergonomisch nicht an eine Z9 oder R3 heran.

Nikon hat zeitgleich das NIKKOR Z 100–400 MM 1:4,5–5,6 VR S und den Objektivadapter FTZ II vorgestellt. Der erste FTZ-Adapter macht an der Z9 wenig Spaß, weil er bei der Verwendung des Hochformatgriffs ergonomisch im Weg ist.

Ich bin zwar auf Langzeiterfahrungen gespannt, z.B. wie gut die Kamera 8K-Video thermisch verkraftet oder ob der rein elektronische Verschluss in bestimmten Fällen doch noch Nachteile offenbart. Ich erwarte aber keine bösen Überraschungen und halte die Z9 für sehr gelungen und zudem preislich interessant, wenn man sie mit den DSLR-Vorgängern vergleicht, die weniger konnten, aber teurer waren. Wäre ich hauptsächlich ein Nikon-Fotograf, würde mich die Kamera sehr beruhigen, weil klar geworden ist, dass Nikon sich nicht abhängen lässt und den Umstieg ins Spiegellose sehr gut bewältigt, obwohl Sie ein wenig zu zaghaft begonnen hatten.

Ich denke, das Canon im nächsten Jahr eine R1 bringen wird, die technologisch noch weiter sein wird, aber die wird wohl teurer als die Nikon sein und zweitens werden die Unterschiede für die meisten Anwendungen so relevant sein, wie es die Endgeschwindigkeiten von Sportwagen im normalen Straßenverkehr sind.

Canon Winter Cashback

Bis zum 16.Januar 2022 gibt es bei Canon wieder Winter Cashback. Wer ohnehin Anschaffungen plant, sollte das mitnehmen, bei der EOS R5 sind das z.B. 500€, die es von Canon wieder zurück gibt. Ein paar der wichtigen EF-Zooms sind ebenfalls bis zu 250€ günstiger, RF-Objektive sind ohnehin so schwer lieferbar, dass Canon keine Promotion dafür veranstalten muss.
EOS+X ist (vorerst) leider ausgelaufen am 15.8, wenn Sie eine Kamera kaufen, kommen Sie damit günstiger an ein Objektiv.

https://www.canon.de/promotions/

Austellungstipp: Lee Friedlander bei C/O Berlin

Große Werkschauen bedeutender Fotografen sind nicht so häufig. Wer die Gelegenheit hat und bis zum 3.12.2021 nach Berlin kommt bzw. schon dort ist, kann sich im C/O Berlin Bilder von Lee Friedlander anschauen:
https://co-berlin.org/de/programm/ausstellungen/lee-friedlander
Wer nicht dazu kommt, kann sich dem Werk Friedlanders auch gut über Bücher nähern, denn er hat viele seiner Arbeiten für die Veröffentlichung in Buchform aufgenommen.

Sony A7 IV wird heute offiziell vorgestellt

Heute um 16.00 stellt Sony seine wahrscheinlich wichtigste Kamera vor, den Nachfolger der A7 III. Live auf youtube können Sie hier zuschauen:
https://www.youtube.com/watch?v=A1OXVkKyKBw

Natürlich ist schon schon sehr viel bekannt, das „leaking“ gehört zu den meisten Markteinführungen dazu.
33 MP, Dynamikumfang von 15 Blendenstufen, Gehäuse sehr ähnlich der A7S III, das heißt der Bildschirm kann so geklappt werden, dass er von der Vorderseite sichtbar ist, 4K 60 (aber vielleicht nicht von der vollen Sensorgröße), 5,5 Stops IBIS.

Auch angenehm ist, dass der Sucher besser wird, den fand ich persönlich schwach in der A7 III. Ebenso soll die Touchscreen-Unterstützung umfassender ausfallen, was nicht schwer ist, wenn man bedenkt, wie wenig Sony den bisher ausgenutzt hat.

Die Kamera trifft einen Bereich, der für viele Fotografen interessant ist, ich vermute, dass von Canon da bald (Anfang 2022?) auch etwas kommt, die EOS R ist inzwischen drei Jahre alt und zwischen der R6 mit 20MP und der R5 mit 45MP ist genug Platz für einen dritten Sensor und eine Brot und Butter-Kamera, die alles wichtige kann und bezahlbar bleibt.

Update: Die Daten sind nun alle da:

https://www.sony.de/electronics/wechselobjektivkameras/ilce-7m4/specifications

2799 EUR UVP

Canon stellt Doppelfisheye für RF-Mount vor

Canon hat das RF 5.2mm F2.8L DUAL FISHEYE-OBJEKTIV auf den Markt gebracht. Es zeichnet zwei Kreise mit etwas über 180° auf den Sensor, die sich für VR-Video in hoher Qualität verwenden lassen. Die entsprechende Software bietet Canon ebenfalls an. Da aus den Kreisen im Headset jeweils nur ein rechtwinkliger Ausschnitt gezeigt wird, benötigt die Technik große Auflösungsreserven, deswegen ist hauptsächlich an die Verwendung der EOS R5 gedacht, die 8K-Video aufzeichnen kann.

Das Objektiv ist extrem spezialisiert für die VR-Produktion und es ist auch ein bisschen typisch für Canon, dass sie Produkte entwickeln, die sehr genau auf ihren Einsatz zugeschnitten sind und die damit auch Nischen bedienen, wie z.B. Astrofotografiekameras. In der Vergangenheit hat Canon noch viel kleinere Nischen bedient, das EF PE 300mm f/1.8-Objektiv wurde z.B. nur viermal gebaut mit dem Einsatzzweck, den Zieleinlauf von Rennpferden aufzuzeichnen.

Es ist interessant, dass so ein Spezialobjektiv vor naheliegenderen Lücken im RF-System kommt. Es gibt z.B. noch kein lichtstarkes Weitwinkel, noch kein Shift-Objektiv und noch kein 135mm-Objektiv für RF. Die Not ist durch die gute Adaptierbarkeit von EF-Objektiven auch nicht so groß, aber wenn ich hätte raten sollen, was als nächstes kommt, hätte ich nicht „ein Doppel-Fisheye“ gesagt.

Das Objektiv gibt es ab Dezember für 2199€ UVP.

mehr unter: https://www.canon.de/lenses/rf-5-2mm-f2-8l-dual-fisheye-lens/

Neues von Canon

Auch wenn die offizielle Vorstellung wohl erst am 14.9. stattfinden wird, sind schon sehr konkrete Daten, Preise und Bilder öffentlich geworden. Die EOS R3 wird offiziell, der Preis wird bei 5999€ liegen. Sie wird die erste richtige Profikamera im R-System, in der Solidität absolut vergleichbar mit der EOS 1D Mark III, technisch diese übertreffend. Das heißt nicht, dass die EOS R5 oder R6 nicht für Profis gebaut werden, aber es gibt eine eigene Klasse von Kameras, die für höchste Leistung und Belastbarkeit ausgelegt ist, bei Nikon ist das die D6. Die meisten meiner Leser werden diese Kamera nicht brauchen und nicht kaufen, bei mir ist das genauso, obwohl ich sehr schätze, was Canon da entworfen hat. Ich benötige in meiner fotografischen Praxis nicht so viel Belastbarkeit und schätze höhere Auflösungen sehr. Trotzdem freue ich mich, wenn ein blitztauglicher elektronischer Verschluss irgendwann in den Klassen darunter ankommen wird.
Aber Canon bring auch etwas für „Normalbürger“, ein bezahlbares Telezoom, das Canon RF 100-400 f/5.6-8 IS USM (699$), das auch Extender-tauglich sein wird und das RF16mm f2,8 STM, das die gleiche Bauform wir das RF50mm f1,8 STM hat und 299$ kosten wird. So günstig gab es Ultraweitwinkel bei Canon im Vollformat bislang noch nie, ich bin gespannt auf die Leistung des Objektivs.
Es kommt auch neues Zubehör, die EOES R3 wird einen neuen Zubehörschuh haben, der zum Beispiel Digitalmikros direkt unterstützt. Der Zubehörschuh wird wahrscheinlich auch für die EOS R5 als kostenpflichtiges Update angeboten werden. Ich hoffe sehr, dass Canon den Schuh besser macht als Sony, mit dem Schuh hatte ich schon Ärger, zudem sind die Blitzfüße für Sony oft in Plastik ausgeführt und brechen leicht ab.

Beobachtungen einer Norwegenreise

Im letzten Jahr habe ich auf alle Reisen verzichtet, in diesem Sommer nutzte ich, frisch geimpft, die Gelegenheit für eine Fotoreise nach Norwegen. Ich war seit 2016 nicht mehr dort und auch die Inzidenzen sprachen eher für Norwegen als für Frankreich. 2016 sah ich dort schon deutlich mehr E-Autos als heute in Deutschland, inzwischen ist der Anteil der Neuzulassungen bei über 75%. Überspitzt könnte ich sagen, es gab in Norwegen nur E-Autos und Wohnmobile. Wenn der Trend so weiter geht, muss ich in zehn Jahren auf Campingplätzen erst einmal erklären, was ein Zelt ist. Den Wechsel zum E-Auto werde ich allerdings auch, so bald es für mich sinnvoll möglich ist, vollziehen. Immerhin waren kaum Kreuzfahrtschiffe unterwegs und wenn dann nur kleine. Auch die damit verbundenen Reisebusse waren selten.

Die Vegetation am Vassbygdevatnet sah am 27.7.21 schon sehr herbstlich aus.

Der Klimawandel war auch in Norwegen deutlich spürbar, der Sommer war sonnig und zu trocken, das Laub an den Fjordhängen war Ende Juli schon oft herbstfarben, ich konnte Löschhubschrauber beobachten und habe mir den Rückgang der Gletscher angeschaut, die ich von früheren Reisen kannte. Besonders deutlich wurde mir das beim Besuch des Briksdalsbreen. 2003 gab es etliche Anbieter von Gletscherwanderungen, die auch ungeübte Touristen auf den Gletscher brachten. Damals ging der Gletscher bis an den Gletschersee und das über die volle Breite. Diese Angebote waren alle verschwunden, nur noch gute Bergsteiger könnten heute die Gletscherzunge in der Höhe über dem See erreichen. Schilder mit Instagram-Tags und junge Frauen, die sich vor dem Gletscher noch mal nachschminken, waren 2003 auch noch in weiter Ferne. In ein paar Jahren wird man den Gletscher vielleicht gar nicht mehr sehen und es werden weniger Touristen in das Tal kommen.

Vom Gletschersee aus ist vom Briksdalsbreen 2021 nur noch ein Rest zu sehen.

Wenn Sie den Vergleich selbst ziehen möchten, unter diesem Link ist die Situation 2003 und 2008 zu sehen. Die Auswirkungen in Norwegen waren sicher weniger dramatisch als die Flutkatastrophe in Deutschland oder die Brände im Mittelmeerraum (oder als das, was wir vor der Hurrikan- und Waldbrandsaison in diesem Jahr noch erwarten), aber die Geschwindigkeit der Veränderung hat mich dennoch überrascht. Nun bin ich nicht als Klimawandelleugner bekannt und Hoimar von Ditfurth hat mit die Auswirkungen der CO2-Zunahme in meinen Kindertagen schon erklärt. Trotzdem dachte ich bis vor wenigen Jahren, dass uns noch etwas mehr Zeit bleiben würde.

Ich bin froh, wieder reisen zu können, wenn sich die Tourismusindustrie nicht wieder auf das Vorkrisenniveau erholt, würde mich das trotzdem freuen. Die klaren Himmel im letzten Jahr ohne Flugzeugabgase fand ich sehr schön und den Qualm der Kreuzfahrtschiffe habe ich auch nicht vermisst. Ich selbst möchte in Zukunft CO2-neutral unterwegs sein und dem Massentourismus noch mehr aus dem Weg gegen als vorher schon. Das ich trotzdem ein Teil des Overtourism bin, weiß ich, mal sehen, wohin mich das noch führt.

Zurück zur Fotografie: In den letzten Jahren habe ich das digitale Mittelformat zu schätzen gelernt und hatte nun meine Fuji GFX mit, hauptsächlich mit dem 45mm- und dem 80mm-Objektiv (umgerechnet 36 und 63mm Brennweite, also sehr gemäßigte Bildwinkel). Die Canon R5 mit dem RF100-500mm-Objektiv musste natürlich trotzdem mit, das ist eine Kombination, die ich wirklich sehr zu schätzen gelernt habe. Das TS-E 24mm f3,5L II ließ sich praktischerweise an beiden Kamerasystemen gut verwenden. Ich habe zu analogen Zeiten viel mit der Hasselblad und der Sinar gearbeitet, also mit Seitenverhältnissen von 1:1 und 5:4, die 4:3 der Fuji liegen mir sehr, das 3:2 von Vollformat finde ich zunehmend eigenartig. Ich ertappe mich in den letzten Jahren immer öfter, wie an den Seiten (oder oben und unten beim Hochformat) etwas abschneide.

Fujifilm Neuheiten GFX und X-Mount

Fujifilm hat heute eine große Videopräsentation gehalten, um die kommenden Neuheiten vorzustellen. Hauptvorstellung war die GFX50SII, eine Kamera, die weitestgehend der GFX100S gleicht (allerdings nur mit Full HD-Video), aber den alten (und immer noch sehr guten) 50MP-Sensor enthält und 2000$ günstiger ist. Sie soll 3999$ kosten und wenn man von der GFX100S ausgeht, dann wird der Euro-Preis der Gleiche sein. Im Kit dazu gibt es für 500$ mehr das nur 390g schwere GF35-70mmF4.5-5.6, das später auch separat für den doppelten Preis erhältlich sein wird. Die Kamera hat einen Bildstabilisator mit bis zu 6,5 Blendenstufen und unterstützt einen Multishot-Modus mit 200MP.

Fujifilm hat gleich drei neue GF-Objektive seiner Roadmap hinzugefügt. Im nächsten Jahr erscheint ein 20-35mm Zoom-Objektiv, im Jahr darauf ein lichtstarkes 55mm f1,7 mit schönem Bokeh und 3D-Eindruck und ein Tilt-Shift-Weitwinkel mit noch unbekannter Brennweite (endlich!). Wenn Sie die Brennweiten des FGX-System auf Vollformat umrechnen möchten, müssen Sie diese mit 0,79 malnehmen, ein 55mm f1,7 entspricht also 43 oder 44mm mit f1,4 an einer Vollformatkamera.

Im Oktober kommt für die GFX100 und die GFX100S ein Firmware-Update, das Blackmagic Raw-Video unterstützt, ProRes Raw geht jetzt schon.

Für das X-System, für das in Zukunft höher aufgelöste Sensoren kommen sollen, wurde das XF33mm f1.4 angekündigt, das schärfer sein soll und ein schöneres Bokeh haben soll als das inzwischen fast zehn Jahre alte XF35mm f1.4. Ein lichtstarkes Weitwinkel XF23mmF1.4 R LM WR kommt ebenfalls.

EOS R5: Manche CFexpress-Karten benötigen Update nach Firmware 1.4.0

Canon hat mit dem Firmware-Update auch die Ansprache von CFexpress-Karten geändert. Mit meinen Sandisk-Karten habe ich keine Probleme feststellen können, aber Delkin, Exascend und Angelbird haben entsprechende Mitteilungen mit Lösungsvorschlägen veröffentlicht. Falls Sie Probleme haben sollten, schauen Sie bei Hersteller, manchmal müssen Sie die Karte zum Update einsenden.

Canon EOS R5 – Firmware 1.4.0

Canon hat für die EOS R5 ein größeres Firmware-Update veröffentlicht. Die meisten Neuerungen betreffen die Videofunktionen, so ist zum Beispiel externe 8K-Aufzeichnung möglich und es lassen sich Videos auf beiden Speicherkarten gleichzeitig aufnehmen, was auch die, die nur gelegentlich filmen, wichtig sein kann, wenn sie unwiederholbare Events sicher einfangen möchten. Da aber auch die Bildstabilisatorleistung noch einmal verbessert wurde, empfiehlt sich das Update für Alle.

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r5.html?type=firmware

Canon EOS R6 Firmware 1.4.0

Für die EOS R6 hat Canon die Firmware 1.4.0 herausgebracht. Die ist vor allem für Filmer interessant, weil sie CLog 3 mitbringt und die Filmaufzeichnung auf beide Speicherkarten gleichzeitig ermöglicht. Sie verbessert aber auch die IS-Leistung am Beginn der Aufnahme, so dass sie für jeden Anwender sinnvoll ist.

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r6.html?type=firmware