Was bisher geschah (ein Update)

Ich war in der letzten Zeit sehr beschäftigt mit neuen Büchern zur EOS R6 Mark II, der EOS R50 und der EOS R8, deswegen war es hier etwas ruhiger. In der Zwischenzeit ist jedoch einiges passiert.

  • Es gibt neue Firmwares für die R7, die R6 Mark II und die R6, die jedoch hauptsächlich eine Verbesserung der Touchscreen-Empfindlichkeit beinhalten und bei der R6 Mark II das Laden des zweiten Akkus im Batteriegriff.
  • Nikon hat die Z8 herausgebracht, die nah an der z9 ist, aber ein kompakteres Gehäuse mitbringt und günstiger ist. Sie konkurriert mit der EOS R5, die inzwischen 500€ günstiger geworden ist. Eine sehr schöne Kamera für Foto und Video (45MP, 8,3K Video in 12 Bit, AF bis -9 LW, 4599€ UVP)
  • Eine Nachricht, die davon sprach, dass mit dem Meike 85mm 1,4 das erste AF-Fremdobjektiv für RF mit Canons Erlaubnis erscheint, hat sich inzwischen als nicht richtig erwiesen. Canon blockiert auch fünf Jahre nach der Einführung das Bajonett für andere Hersteller. Wenn Canon sich nicht bald dem Wettbewerb stellt, werden Sie viele ihrer Kunden verärgert haben. Ich selbst habe dafür keinerlei Verständnis mehr.
  • Canon hat die R100 vorgestellt, eine Einsteigerkamera, die deutlich langsamer als die anderen ist und auf einen Touchscreen verzichtet. Da sie auch nur ein Einstellrad hat, wird die vollmanuelle Bedienung etwas fummelig. Das ist für die Zielgruppe vielleicht auch nicht so wichtig, wer ambitionierter ist, sollte sich aber etwas weiter oben im Angebot umsehen, R50, wenn die Puffergröße für Reihenaufnahmen nicht so wichtig ist, R10, um mehr Bedienelemente und ein etwas größeren Body zu erhalten oder sogar R7, wenn die Kamera zwei Speicherkartenslots haben und von der Verarbeitung eher Richtung Profikamera gehen soll.
  • Der Nachfolger des EF300mm f2,8L IS II USM ist ein Zoom geworden, das RF100-300mm f2,8L IS USM, damit gibt es nun kein natives Supertele mehr unter 10.000€.
  • Canon hat ein Pancake vorgestellt, das RF28mm f2,8 STM. Das kürzere Auflagemaß macht kürzere Brennweiten als Pancake für Vollformat möglich, bei EF gab es nur ein 40mm f2,8 STM.
  • Photoshop unterstützt nun die Bilderweiterung per Texteingabe mittels KI. Bislang nur in der Beta, aber die können Sie herunterladen und neben ihrer Installation betreiben.
  • Nochmal KI: In den letzten Monaten und wenigen Jahren sind Tools herausgekommen, die Bilder aus Text erzeugen , Texte zusammenstellen, Programmcode erzeugen, Texte vorlesen mit der Stimme einer bestimmten Person, Videos erstellen mit einer Person oder einem Schauspieler, die komplett generiert sind oder über das Video einer andere Person gelegt werden. Bilder entrauschen und dreidimensional umwandeln (neural radiance fields neRV). Aber auch neue Medikamente, Drogen oder Gifte entwerfen, einen Kampfjet fliegen, Satellitenbilder nach militärischen Gesichtspunkten auswerten, astronomische Messdaten durchsuchen, Aufgaben nach Zielvorgabe abarbeiten etc. Vieles davon ist inzwischen so einfach geworden, dass Sie das selbst auf einem leistungsfähigen PC (oder Mac) installieren können. Und das ist erst ein winziger Anfang einer exponentiell verlaufenden Entwicklung. Die Fragen nach dem Copyright von KI-Aufnahmen oder welche Jobs ersetzt werden können sind harmlos gegenüber denen, die uns bevorstehen. Die Erschaffung einer technologischen Singularität, die kognitiv und technisch in der Lage ist, die weitere Entwicklung ihrer Fähigkeiten selbst zu gestalten, ist nicht nur möglich sondern wohl viel näher, als die meisten das denken. Wir Menschen wären dann nicht mehr ansatzweise in der Lage, die weitere Entwicklung zu verstehen und vielleicht auch nicht mehr, sie zu beeinflussen. Im schlechtesten Fall sind wir dann nur noch eine Konkurrenz um Ressourcen. Das es uns dann besser gehen sollte als den Wildtieren im Anthropozän, ist nicht abzusehen. Die nächsten Level werden jedenfalls immer schneller werden, ob es dann irgendwann „Game over!“ heißt oder die Maschinen mit uns das Spiel auch zu unserem Vorteil weiterspielen, ist bislang offen. Meiner Meinung nach steuern wir auf die anspruchsvollste Kurve der Menschheitsgeschichte zu und das so bald, dass die meisten von uns das noch erleben werden und dann wahrscheinlich irgendwo auch noch Fax-Geräte im Einsatz sein werden ;).

EOS R10 / EF50mm f1,2L USM Rückruf

Wenn Sie eine EOS R10 besitzen, deren Seriennummer mit einer Zahl zwischen „01“ und „10“ beginnt, können Sie von einem Problem mit dem internen Blitz betroffen sein und die Kamera kostenfrei reparieren lassen. Ob Ihre Kamera dazu gehört, können Sie unter folgendem Link überprüfen:

https://global.canon/en/imaging/eosd/serial/eos/r10.html

Wenn Sie im seit 2022 ein EF50mm f1,2L USM neu gekauft haben, können Sie ebenfalls von einem Rückruf betroffen sein, die Steuerung ist bei hohen Temperaturen unzuverlässig, Dies bezieht sich auf Objektive mit den Anfangsziffern “1840”, “1940”, “2040”, “2140”, und “2240” bei der Seriennummer.

EOS R5 Firmware-Update 1.8.1, 400MP, aber

Das Firmeware-Update 1.8.1 ist heute veröffentlicht worden, noch nicht auf der deutschen Seite, aber z.B. in Neuseeland und Malaysia schon. Ich habe es installiert und den 400 MP-IBIS-Multishot-Modus ausprobiert. Die Kamera berechnet intern ein JPEG und das war’s. Kleine Bewegungen führen sofort zu Artefakten, das ist bei Sony oder Fuji auch so, aber die liefern Raws, so dass man eine wirklich bearbeitbare Datei erhält. Wer gehofft hat, das Canon das brauchbar umsetzt oder ein paar längst überfällige Ergänzungen bringt, damit die Kamera frischer wirkt (gerade im Vergleich zur EOS R6 Mark II, die wirklich in vielem weiter ist und sich besser bedienen lässt), der wird enttäuscht. Das Update ist nicht das, was es hätte sein können, wenn Canon auf seine Kunden gehört hätte. Die R5 ist immer noch eine sehr gute Kamera, aber sie ist heute nicht wirklich besser geworden.

Update: Jetzt auch auf der deutschen Canon-Seite:

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r5.html?type=firmware

Neue Firmwares für EOS R6, R7 und R10

Canon hat heute neue Firmwares für drei Kameras herausgebracht.

R6: https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r6.html?type=firmware
UPDATE: Bitte erst einmal nicht installieren und auf eine neue Version warten, Canon Japan hat das Update bereits zurückgezogen. UPDATE2: Canon hat Version 1.8.1 herausgebracht, die in Kürze auch auf der deutschen Canon-Seite unter oben stehendem Link verfügbar sein wird (14.3.23)

R7: https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r7.html?type=firmware

R10: https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r10.html?type=firmware

Das sind jeweils kleine Updates, die die Kompatibilität mit neuen Produkten herstellen oder die Bildbeschneidung vor dem FTP-Transfer ermöglichen und kleine Fehler beheben. Beachten Sie, dass der Touchscreen während des Updates nicht aktiv ist und Sie die Kamera über die Tasten steuern müssen.

Canon EOS R-Kameras, eine kurze Übersicht für Unentschlossene

Ich habe bislang für jede Kamera der EOS-R-Reihe bis auf die R3 und die R100 zusammen mit Holger Haarmeyer ein Buch (die Links im Text verweisen auf die Bücher) geschrieben. Canon versucht, seine Kameras für bestimmte Nutzer maßzuschneidern. Das wird manchmal vielleicht etwas unübersichtlich, deswegen möchte ich im folgenden einen Überblick geben:

EOS R3: Profikamera mit 24 MP, sehr robust, der Sensor lässt sich sehr schnell auslesen, so dass Sie mit elektronischem Verschluss blitzen können und kaum rolling shutter erleben. Der AF-Bereich lässt sich auch mit den Augen positionieren, dass heißt, über Ihre Blickrichtung im Sucher. Der Name R3 impliziert, dass es noch eine R1 geben wird, die die R3 übertreffen wird, auch wenn die R3 die EOS 1DX Mark III bereits deutlich übertrifft.

EOS R5: 45 MP, 8K-Video in Raw-Qualität, allerdings bekommen Sie im Video irgendwann thermische Probleme, weswegen es auch eine EOS R5C gibt, die gekühlt wird, dafür aber keinen IBIS hat und deren Steuerung mehr für Video optimiert wurde. Die Kamera ist schnell mit 12 Bildern/s und 20 elektronisch, der AF ist sehr gut, wird aber von neueren Kameras wie der EOS R6 Mark II übertroffen. Die Kamera hat eine gute Bildqualität, einen hervorragenden Sucher und ist als Arbeitspferd für Profis ausgelegt. Man kann aber spüren, dass Canon sie vielleicht dieses Jahr noch ersetzen wird, weil die Vorteile in der Konfigurierbarkeit und in den Features der neueren Kameras nicht in Firmware-Updates für die R5 auftauchen. Inzwischen ist der Preis auch um 500€ gesunken. Großartige Kamera, aber in manchem fühlt sie sich nicht mehr ganz up-to-date an, wenn man viel mit der R6 Mark II gearbeitet hat. Ich besitze sie und werde sie noch lange nutzen, aber wer warten kann, guckt vielleicht, was der Nachfolger kann. Da im nächsten Jahr Olympiade ist und vorher oft eine neue Profikamera (R1 diesmal) kommt und Canon meist die Technik in einer anderen Kamera davor bringt, könnte die R5 II eine neue Generation einleiten und z.B. den Nachfolger des DIGIC X-Prozessors mitbringen. UPDATE: Inzwischen (6.3.23) gibt es Gerüchte über ein größeres Firmwareupdate, dass der Kamera einige Möglichkeiten der EOS R6 Mark II bringt. Das würde die Kamera für eine längere Laufzeit fit machen und wäre eine gute Nachricht für jeden Besitzer. Ich hoffe, dass Canon dann auch den einzigen Punkt behebt, der mich wirklich nervt, nämlich das Suchervergrößerung bei Motiverkennung nicht möglich ist und dass nach dem Update die Umschaltung zwischen elektronischem und halbmechanischem Verschluss auf eine Taste gelegt werden kann.

EOS R6 Mark II: 24 MP, 12fps mechanisch, 30fps elektronisch, Raw-Burst zeichnet eine halbe Sekunde (15 Bilder) vor der Auslösung auf. Es passt der Batteriegriff der R5 oder R6. Der elektronische Verschluss ist recht schnell, so dass rolling shutter kein großes Problem ist und sich somit Raw-Burst auch für die Vogelfotografie im Flug eignet, von seltenen, sehr schnellen Flügelschlägen abgesehen. Die Konfigurierbarkeit der Bedienung ist sehr gut, Canon hat sich da sehr weiterentwickelt. Störend sind für mich nur die Amateurfunktionen wie „Hybrid-Auto“, die teilweise unausgegoren sind und in Kameras 2-3 Kategorien darunter passen würden. Diese lassen sich aber leicht ignorieren und ändern nichts an der hervorragenden Eignung als Profikamera. Video mit 4K60 oder 6K extern ist ebenfalls in sehr guter Qualität möglich. Wer hohe Ansprüche hat und mit 24 MP auskommt, wird mit der Kamera glücklich.

EOS R6: 20 MP und 12fps/20FPS. ein paar weniger Features als der Nachfolger, AF etwas schlechter, was sie aber nur merken, wenn Sie z.B. sehr große Teles mit geringer Anfangsblende verwenden, dann ist der AF-Bereich etwas kleiner und die Treffsicherheit etwas geringer als bei der R6 II. Gut bei schwachem Licht, Events, People und Action, die R6 II ist aber eine echte Überlegung für Neukäufer, ein Wechsel von der R6 auf die R6 II lohnt sich aber nur für bestimmte Anwender, die z.B. den elektronischen Verschluss häufig benötigen.

EOS R7: APS-C Kamera, solide und mit 15fps/30fps schnell. Sehr guter AF und gute Ergonomie, zwei Speicherkartenslots, aber kein Batteriegriff möglich. Der IBIS kann sogar einen schiefen Horizont ausgleichen, das ist einmalig bei der R7 (verlangsamt aber die Serienbildgeschwindigkeit). Die Bildqualität ist bei 32 MP sehr gut, eine kleine Schwäche ist der etwas langsamer auszulesende elektronische Verschluss, der den Ausschuss beim Raw-Burst ein wenig ansteigen lässt. Für Naturfotografen eine günstige und gute Option, weil auch die Objektive weniger Brennweite brauchen und insgesamt günstiger zu beschaffen sind.

im Raw-Burst Modus mit Voraufnahme mit der EOS R7 aufgenommen. Der elektronische Verschluss ist hier schnell genug, um keine sichtbaren Verzerrungen zu erzeugen.

EOS R8: Selber Sensor wie bei der R6 Mark II, kein IBIS, langsamer Verschluss im halbmechanischen Modus (6fps), vollmechanisch gar nicht, elektronisch aber ebenfalls 40 Bilder/s. Kleines Gehäuse ähnlich der RP, kleinerer Akku, nur ein Speicherkartenslot. 1000 € günstiger als die R6 Mark II. Man könnte sie als Amateurvariante der R6 Mark II bezeichnen, sie hat viele der Stärken der R6II, aber einige auch nicht.

EOS R: Die erste Kamera der Serie, 30 MP mit dem Sensor der EOS 5D Mark IV und entsprechend guter Bildqualität. Sie ist deutlich langsamer als die neueren Modelle, aber z.B. für People und Events, auch bei schwachem Licht, immer noch sehr gut. Kein IBIS, keine zwei Speicherkartenslots, 4K 10Bit-Video nur bei externer Aufzeichnung, Batteriegriff möglich.

EOS RP: Kleiner, leichter Body, Sensor mit 26MP, gleich der 6D Mark II, kleiner Akku. Langsame Serienbildgeschwindigkeit und durch den vergleichsweise geringen Dynamikumfang weniger Reserven bei nachträglicher Bildaufhellung. Der elektronische (leise) Verschluss steht nur als Kreativmodus mit eingeschränkten Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung. Gut bei schwachem Licht und eine kleine, leichte und günstige Vollformatkamera.

Ein Bussard, aufgenommen mit der EOS R10

EOS R10: Die Amateurversion der R7 in gewisser Weise. Der Body ist nicht so groß und solide, kleiner Akku, es gibt nur einen Speicherkartenslot und keinen IBIS, dafür ist der AF sehr gut und die Bildqualität bei 24 MP APS-C sehr ordentlich. Die günstigste Kamera, mit der die Vogelfotografie noch richtig Spaß macht, weil der AF super ist und die Serienbildgeschwindigkeit (15fps/23fps) und der Puffer auch gut sind. Die R7 ist in vielen Bereich etwas besser, aber die R10 ist mächtiger als man denkt, wenn man Sie in die Hand nimmt. Apropos Hand: Als großgewachsener Mann kam es bei mir schon zu unabsichtlicher Bedienung der rechten Kreuztaste mit dem Handballen, ich konnte die Kamera so konfigurieren, dass das nicht mehr störte, aber die Kamera eignet sich eher für diejenigen, die wirklich eine kleine, leichte und günstige Kamera suchen, mit der sie trotzdem alles in den Kasten kriegen können.

EOS R50: Noch kleiner und leichter und aufgeräumter als die R10. Eine Einsteigerkamera mit 24 MP mit sehr gutem AF und ordentlichen Videomöglichkeiten, die aber echte Einschränkungen bei Reihenaufnahmen mit sich bringt: Nach 7 Raws ist der Puffer voll und wird auf die UHS-I Speicherkarte auch nicht so schnell weggeschrieben, wie das bei den anderen Kameras der Fall ist. Die Kamera ist für diejenigen gedacht, die vorher mit dem EOS-M-System glücklich geworden wären. Kleine Kamera, gute Qualität, einfache Bedienung, schön für die Reise aber nichts für jemanden, der auch mal 2000 Bilder am Tag aufnimmt, um ein paar perfekt eingefangene dabei zu haben. Es gibt ein preislich und qualitativ interessantes Doppelzoom-Kit zur Kamera, dass 18-210mm Brennweite abdeckt. Die Kamera hat keine herkömmlichen Blitzkontakte mehr, wenn Sie einen älteren oder Fremd-Blitz verwenden möchten, benötigen Sie den AD-E1-Adapter.

EOS R100: Die EOS R100 ist die günstigste und leichteste der Kameras des R-Systems. Allerdings werden diese Eigenschaften durch einige Einschränkungen erkauft: Die Kamera hat einen alten Prozessor, der der R100 nur die Gesichtserkennung, aber nicht die Erkennung von Tieren gestattet. Die Kamera hat keinen Touchbildschirm. Die Kamera hat nur ein Einstellrad, was die Benutzung im Manuellen Modus etwas langsam und fummelig macht. Wer eine Einsteigerkamera sucht, die mit RF-Objektiven klarkommt und selbst Einsteiger bleiben möchte und sich für die Tierfotografie nicht interessiert, kann drüber nachdenken. Wer aber mit der Kamera wachsen und ernsthaft in die Fotografie einsteigen möchte, sollte weiter oben im Kameraprogramm wählen. Mir selbst und Holger Haarmeyer ist die Kamera zu freudlos, deswegen wollten Holger und ich kein Buch darüber machen. Unser Verlag bringt aber eines.

Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass Sie unbedingt eine der größeren Kameras benötigen, um die Fotografie zu erlernen. Ich selbst habe mit einer Olympus OM-10 angefangen, ein reiner Zeitautomat, um die Belichtung zu beeinflussen, musste ich den ISO-Wert umstellen. Aber aus einer R100 werden Sie schneller herauswachsen als aus einer R7, zumindest wenn Sie auch schnell arbeiten möchten oder müssen.

EOS R8, EOS R50 und neue Objektive

Die EOS R8 und das neue RF24-50mm-Kitzoom Bild: Canon

Canon hat gestern neue Produkte vorgestellt. Die EOS R8 ist eine abgespeckte EOS R6 Mark II in einem ähnlichen Gehäuse wie das der EOS RP. Der Sensor und damit die Bildqualität ist gleich, die Kamera schafft genau wie die R6 Mark II 40 Bilder pro Sekunde mit dem elektronischen Verschluss. Ein rein mechanischer Verschluss ist nicht vorhanden, wohl aber ein elektronische erster Verschlussvorhang mit mechanischem zweiten Verschlussvorhang (EFCS). Hier ist die Kamera mit 6 Bildern pro Sekunde nur halb so schnell wie die R6 II. Die R8 hat nur einen Speicherkartenslot, verwendet den kleineren LP-E17 Akku, hat keinen IBIS, unterstützt keinen Batteriegriff und die Sucherauflösung mit 2,36 MP ist etwas geringer als bei der R6 II. Die Wetterabdichtung ist ebenfalls nicht auf dem gleichen Level. Dafür ist die Kamera mit 1799€ UVP 1100€ günstiger und mit 461g auch ein Stück leichter.

Der elektronische Verschluss der R6 II und der R8 lässt sich schnell auslesen, so dass er auch für bewegte Szenen recht gut geeignet ist

Als Kit-Objektiv für 200€ Aufpreis oder 299€ einzeln kommt das RF 24-50MM f4,5-6,3 IS STM, dessen IS 4,5 Stufen Stabilisierung leistet. Wer eine Vollformat kauft, um bessere Freistellung zu erhalten, wird mit so einem lichtschwachen Objektiv kaum glücklich, wer den Weitwinkel und Normalobjektiv-Bereich günstig abdecken möchte und noch ein Telezoom wie das RF100-400mm f5,6-8 IS USM (674 €) dazu erwirbt, kommt recht günstig recht weit und das bei reisetauglichem Gewicht und videotauglichem Geräuschpegel.

Apropos Video: Die Kamera unterstützt 4K60 in 10 Bit aus Oversampling, die Qualität ist also sehr gut. Canon Log 3 ist ebenfalls an Bord.

Die EOS R50 Bild: Canon

Ebenfalls neu ist die EOS R50, eine sehr kompakte APS-C-Kamera, die sich eher an den Einsteiger richtet. Sie hat 24 MP und 4K-Video, einen sehr schnellen AF und schafft 12 Bilder/s mechanisch, 15 elektronisch. Allerdings nicht sehr lange, denn der Puffer ist klein und der SD-Kartenslot unterstützt nur UHS-I. Nach 7 Raws oder 27 JPEGs wird die Kamera deutlich langsamer. IS gibt es nur elektronisch oder im Objektiv und der elektronische kostet etwas Bildausschnitt. Deswegen sollte Canon schnellstens ein RF-S-Weitwinkelzoom auf den Markt bringen. Und einen günstigen Blitz für den Multifunktions-Zubehörschuh, denn die Kamera hat keine herkömmlichen Blitzkontakte mehr, allerdings einen eingebauten Blitz mit LZ 6. Mit dem AD-E1-Adapter lassen sich aber ältere Blitze oder Funkfernsteuerungen für das Studio verwenden. Die Kamera wird auch als Doppelzoom-Kit mit dem RF-S 18-45mm f4.5-6.3 IS STM und dem RF-S 55-210mm f5-7.1 IS STM angeboten (1179€ UVP, nur Body 829€).

Die R50 ist klar als Amateurkamera positioniert, wirkt aufgeräumt und „süß“. Wer einsteigt, sollte über das Kit mit den beiden Objektiven nachdenken, von 29-336mm auf Vollformat umgerechnet ist dann alles abgedeckt, damit kommt man auf einer Reise schon sehr weit und die Kamera wird wenig Frusterlebnisse liefern, weil mal irgendeine Szene oder ein Tier nicht mit dem AF erfassen konnte.

Ein Blick in die Glaskugel für 2023

Traditionell versuche ich, um die Jahreswende ein wenig in die Zukunft zu schauen, bezogen auf den Foto- und Bildermarkt und wohl wissend das andere Dinge wichtiger sind. Die vorigen Artikel finden Sie über die Suche: https://fotoschule.westbild.de/?s=Glaskugel&submit=Suchen. Diesmal ein wenig später, aber es hatte Vorrang, ein paar Bücher auf den Weg Richtung Druck zu schicken: EOS R7, EOS R10, Große Fotoschule, EOS R6 Mark II.

Zum Jahresende ging eine Reihe von Berichten durchs Netz, in denen sich die Autoren verwundert darüber zeigten, dass Adobe ihre Daten verwendet, um ihre KI zu trainieren. Wenn Sie ein Adobe-Konto haben, können Sie unter https://account.adobe.com/privacy nachschauen, ob das entsprechende Häkchen gesetzt ist („Adobe darf Ihre Inhalte mit Verfahren wie maschinellem Lernen (z. B. zur Mustererkennung) analysieren, um seine Produkte und Dienste weiterzuentwickeln und zu verbessern.“). Das wird es sein, wenn Sie es nicht schon ausgeschaltet haben und nein, sie wurden vorher nicht gefragt. Im Blick in die Glaskugel für 2018 habe ich das schon angesprochen. Im gleichen Artikel schrieb ich „Es gibt auch schon KI-Systeme, denen Sie nur noch mitteilen müssen, was der Bildinhalt sein soll und die dann die Bilder fast aus dem Nichts erzeugen. „. Das ist in 2022 eine ganz große Sache geworden, weil all diese Systeme öffentlich zugänglich gemacht wurden: DALL·E, Stable Diffusion und Midjourney. Bei all dem nicht zu vergessen ChatGPT, das erstaunlich Fähigkeiten bei Textverständnis und Texterzeugung aufweist.

„a camera in the style of picasso“ von Stable Diffusion

Auch wenn es jetzt berechtigte Klagen gibt, weil die Systeme Bilder zum Training verwendet haben, die mit Copyright belegt sind und so auch Inhalte im Stile von XY oder mit geschützten Comicfiguren etc. erzeugen, wird KI bleiben und immer größere Teile der Arbeitswelt beeinflussen. Nicht nur als Hilfe, sondern auch als Konkurrenz. Es wird gestalterische Scheußlichkeiten geben, Langeweile bei Wiederholungen oder schlechten Ideen und Fragen zur Echtheit von Bildinhalten. Aber das hatten wir ähnlich auch schon bei der Einführung der elektronischen Bildbearbeitung. Es wird ganz feine Abgrenzungsprobleme geben, z.B. die Frage, bis wohin das Entrauschen einer Aufnahme noch die Details des Motivs freilegt oder ab wann es welche erfindet, was es für die journalistische Arbeit dann ungeeignet macht. Und es wird sehr große Probleme geben, weil die Einfachheit und Schnelligkeit der von Deep Fakes selbst Live-Bilder fälschen kann.

Im kreativen Bereich wird es Leute geben, die sich voll auf die neuen Möglichkeiten einlassen und andere, die sich als Gegenbewegung sehr in Richtung Straight Photography oder einer dokumentarischen Genauigkeit entwickeln werden. Das kann auch in einer Person zusammenkommen.

Die gleiche Technik, die den AF ihrer Kamera blitzschnell auf das Auge eines fliegenden Vogels scharfstellen lässt, kann auch für die Zielerfassung einer militärischen Drone verwendet werden. KI wird in vielen Bereichen schnell weiterentwickelt werden, weil die Nachteile, in der Entwicklung zurückzufallen, von großer Tragweite sein werden. Das beginnt bei so harmlosen Dingen wie selbstfahrenden Autos, stößt aber bei den totalitären Staaten auch auf großes Interesse in der Überwachungstechnik und wird generell auch in der Militärtechnik ein Thema bleiben.

Wir haben es mit einer Technik zu tun, deren Entwicklung in der Größenordnung des Mooreschen Gesetzes fortschreitet, während man beim Menschen wahrscheinlich schon optimistisch sein muss, von einer positiv linearen Entwicklung auszugehen. Das bedeutet, dass die KI die natürliche Intelligenz überholen wird, dass der Mensch nicht mehr in der Lage sein wird, Entscheidungen der KI nachzuvollziehen, auch dann nicht, wenn sie fehlerhaft sind. Und ob die nicht fehlerhaften Entscheidungen langfristig im Interesse der Menschheit sein werden, lässt sich auch nicht voraussehen. Es kann auch sein, dass die KI uns nur als einen Konkurrenten um Ressourcen ansehen wird, der ihrer Entwicklung im Weg steht.

Genügend Ressourcen sind auch für die nächsten Jahre ein Problem. Im Kamerabereich entspannt sich die Situation bereits und die Verzögerung der Neuvorstellungen, die bis Mitte 2022 fühlbar war, ist vorbei. Aber wer auf ein Elektro-Auto umsteigen will, renovieren oder ein Haus bauen möchte oder Infrastrukturprojekte auf den Weg bringen möchte, der wird das noch deutlich länger spüren. Die politische Lage, das Bevölkerungswachstum und der Klimawandel sind Faktoren, die uns in eine Zeit führen, in denen ein Ressourcenverbrauch wie in der Vergangenheit nicht mehr möglich sein wird. Was grundsätzlich in die richtige Richtung geht, aber eben auch eigene Probleme mit sich bringt, die die Lösung der anderen Probleme verlangsamen wird.

Die Beschleunigung der Technik hat auch im Kamerabereich sichtbare folgen. Die Kameras sind so schnell geworden, dass die Mechanik nicht mehr hinterher kommt. Eine EOS R6 Mark II schafft mit dem mechanischen Verschluss 12 Bilder in der Sekunde, mit dem elektronischen 40. Der Nachteil bislang ist, dass der elektronische Verschluss in 15 ms ausgelesen wird, während der teilmechanische nur 4 ms braucht. Zudem ist das Rauschen höher, so dass bei niedrigen ISO-Zahlen fast zwei Blendenstufen Dynamikumfang wegfallen. Je höher die Auslesegeschwindigkeit, desto besser kann auch der AF Bewegungen einschätzen. Die Richtung im Sensordesign ist also vorgegeben: Schnellere Auslesezeiten und höhere Dynamik. Ich warte ja schon seit Jahren auf den Global Shutter, der das gesamte Bild sofort erfassen kann, inzwischen gibt es von Blackmagic Global Shutter für den Videobereich und auch Canon hat ein Patent für einen solchen Sensor veröffentlicht, im industriellen Bereich mit entsprechenden Einbußen beim Dynamikbereich ist die Technik ohnehin schon lange in Verwendung. Der mechanische Verschluss wird irgendwann Geschichte sein, die Nikon Z9 hat ihn heute schon weggelassen.

Wenn ein Sensor sehr schnell ausgelesen werden kann, können Sie ihn für eine Belichtung auch mehrfach auslesen. Das macht dann das sogenannte Photon Counting möglich, das heißt, dass Lichtteilchen einzeln gezählt werden können, was in der Wissenschaft schon Verwendung findet. In der bildmäßigen Fotografie lässt sich das nutzen, um ein Sensorpixel auszulesen, bevor es im Lichterbereich zuläuft und keine Zeichnung mehr aufweist. Diese mehrfach ausgelesenen Werte lassen sich dann einfach addieren und ermöglichen perfekt durchgezeichnete Lichter und einen viel höheren Dynamikumfang. Eine zweite Technik, die im Filmbereich schon viel häufiger Verwendung findet, ist Dual ISO. Unterschiedliche Verstärkungswerte für dunkle und helle Motivbereiche ermöglichen weniger Rauschen in den Schatten und höhere Durchzeichnung in den Lichtern.

Im Morgennebel an der Ruhr.

Ein anderer Trend ist die Verbesserung der AF-Technik. Panasonic ist mit der S5 Mark II endlich auch zum Phasen-AF gewechselt, die Sony A7 RV hat als hochauflösende Kamera nun auch einen deutlich besseren AF als ihr Vorgänger. Vielleicht werden wir in diesem Jahr die erste Kamera mit Quad-Pixel-AF sehen, die nicht mehr so blind gegen Linien ist, die parallel zu dem Dual-Pixel AF liegen. Ebenso sollte ein neuer Mittelformat-Sensor in der Lage sein, eine deutlich bessere AF-Leistung zu ermöglichen, als sie bislang im Mittelformatbereich zu finden ist. Das wäre auch für mich ein Grund, über eine neue Kamera nachzudenken, während es für eine weitere Verbesserung der Bildqualität gegenüber der Fujifilm GFX100S eher schwierig wird, noch eine sinnvolle Anwendung zu finden.

In der Bildauflösung ist auch noch Spielraum nach oben. Es gibt heute schon Handysensoren mit 200 MP. Interessanter ist, dass Fujifilm im APS-C bereits bei 40 MP angekommen ist, das sind 90 MP im Vollformat und 144 MP im kleinen Mittelformat der Hasselblad X2D oder Fujifilm GFX100S. APS-C ist gerade im Aufwind, es ist zu erwarten, dass auch in naher Zukunft interessante Kameras in diesem Format erscheinen werden. Die Sony α6600 ist von 2019 und immer noch das Top-Modell von Sonys APS-C-Reihe. Das wird sich 2023 hoffentlich ändern. Da Canons M-System sein Ende erreicht hat, ist zu erwarten, dass ein paar der erfolgreichen Objektivkonstruktionen des Systems für RF-S erscheinen werden. Gerade ein Weitwinkelzoom und ein Pancake-Objektiv würde ich für eilig halten.

Ich vermute, dass computergestütze Fotografie stärker auch in Systemkameras verwendet werden wird. Bislang ist das viel stärker in Handys vertreten. Es gibt Ausnahmen, etwa, wenn bei Pentax die Erddrehung bei Sternenaufnahmen kompensiert werden kann, oder wenn OM-Systems Sie beim Lichtsammeln für eine Nachtaufnahme zugucken lässt. Ich meine damit nicht den Firlefanz, den die Marketingabteilung der Technikabteilung reindrückt, so stelle ich mir das zumindest vor. Diese „Kreativfilter“, überschminkten HDR-Modi oder „Hybrid Auto“, das Videoschnipsel mit Standbildern zu einem Klumpen Müll verschmilzt. Und ich möchte auch nicht diesen überakzentuierten Look, den das iPhone erzeugt, in dem jeder Partialkontrast betont ist und jede Farbnuance verdeutlicht wird. Aber längere Nachtaufnahmen aus der Hand, Kontrastausgleich, Rauschentfernung etc.

Es gibt auch negative Entwicklungen, die ich nicht verschweigen möchte. CaptureOne hat seine Update-Regelung eingestellt, Sie müssen nun eine Vollversion kaufen, wenn Sie eine neue Kamera verwenden oder neue Funktionen verwenden möchten. Canon hat seit fünf Jahren immer noch nicht das RF-Bajonett für Fremdhersteller geöffnet, sondern alle AF-Objektive für RF mit Patentklagen oder Androhung solcher vom Markt gedrängt. Unternehmensberater haben Spezialsoftwares im Einsatz, mit denen Produkte und vor allem Ersatzteile nach der Schmerzgrenze der Kunden bepreist werden und nicht nach Aufwand plus Marge. Ich will damit keinesfalls sagen, dass Kamerahersteller obszöne Gewinne machen, diese sind meist Aktienunternehmen, deren Bilanz sie selbst einsehen können. Wenn ich jetzt Aktien kaufen würde, wäre ein Kamerahersteller wahrscheinlich nicht meine erste Wahl. Aber bei bestimmten Produkten zahlen Sie Fantasiepreise und ob Sie das mitmachen wollen, sollten Sie selbst entscheiden. Wenn ein kleiner Akku 100 € kostet, die Druckerpatrone plötzlich 80% teurer geworden ist, oder die APP plötzlich in ein deutlich teureres Abo-Modell wechselt, dann kann man als Kunde auch mal nach Alternativen gucken.

Ein anderer Bereich, der mit einem Preisproblem zu kämpfen hat, ist die analoge Fotografie. Während Kameras und Objektive zu guten Preisen zu bekommen sind und Hersteller wie Leica oder Pentax sogar wieder neue Kameras für Film auf den Markt bringen, werden Filme immer teurer. Ein Fünferpack Kodak Portra 400 Rollfilm kostet inzwischen 74,99 €, bei einer 6×6-Kamera kommen Sie so auf 1,25 € pro einzelner Auslösung ohne Filmentwicklung. Wenn das so weiter geht, werden bald mehr Leute sich ihre Kollodium-Nassplatten selbst gießen, als das sie Filme im Fachhandel kaufen. Ich übertreibe ein wenig, aber die analoge Fotografie gerät gerade etwas in Gefahr. Ich habe als Fotostudent manchmal schon ein wenig gehungert, um mir mein Material leisten zu können, aber heute wäre das für Menschen wird wenig Geld nicht mehr möglich. Immerhin gibt es noch einige günstige Filme, vor allem im Kleinbildbereich. Je mehr Menschen diese kaufen, desto länger werden diese günstig bleiben können. #keepfilmalive

Speicherstraße Dortmund, 1992 aus http://ruhrstadt-revisited.de/

Die Jugend wäre ja nicht die Jugend, wenn sie sich nichts einfallen ließe. Um bezahlbare Retro-Fotografie zu erleben, werden die Digitalkameras der Frühzeit wieder in. Im Point-and-Shoot-Bereich passiert ohnehin nicht mehr viel neues und die alte Technik ist extrem günstig zu bekommen. Wahrscheinlich werden wir für bestimmte Kameras auch bald höhere Preise sehen, eine analoge Yashica T4 z.B. ist inzwischen auch irrational teuer.

Ich habe in meinem Leben 3D schon so oft scheitern sehen und vor ein paar Wochen einen Artikel aus den 1950ern gefunden, in dem das auch schon das „next big thing“ war. Ich meine damit stereoskopisches Sehen für VR, Internet, Kino oder Fernsehen und nicht 3D-Visualisierung, die sicher immer weiter an Bedeutung gewinnen wird und in mit der ich auch schon kommerziell gearbeitet habe. Ich bin sehr skeptisch, ob die Menschen so einen Drang haben, Dinge dreidimensional zu erfahren, die sie mit weniger Anstrengung auch zweidimensional erledigen können. Auch industrielle Kollaboration ergibt für mich in 3D nur dann Sinn, wenn es auch um 3D geht. Die Metaverse-Vorstellung bleibt mir deswegen fremd, für mich bedeutet das meiste davon kognitiven Mehraufwand, der vom eigentlichen ablenkt. Zudem muss die Technik leicht und verzögerungsfrei werden, denn vielen Menschen wird sehr schnell schlecht, wenn 3D nicht ganz passt. Immersion ist auch ohne eine 3D-Brille möglich, bei mir reicht dafür schon ein gutes Buch. Meine Vermutung ist, dass das mittelfristig eine Nische bleiben wird, in der zwar immer bessere Lösungen entwickelt werden, aber für einen Wechsel von z.B. Social Media ins Dreidimensionale spricht nicht viel.

Die Fortschritte im Objektivbau sind weniger gut in Zahlen zu fassen, aber auch in diesem Bereich passiert enorm viel. Die Objektive werden immer schärfer und leichter, erreichen neue Werte bei Lichtstärke oder im Brennweitenbereich. Manchmal macht auch ein Verzicht auf etwas Lichtstärke viel günstigere Konstruktionen möglich, wie beim Nikon Z 400mm f4.5 VR S, das mit 1245g auch sehr gut aus der Hand zu verwenden ist. Der AF der neuen Kameras funktioniert auch noch mit lichtschwachen Objektiven gut, was Canon dazu veranlasst hat, lange und leichte Teleobjektive mit Anfangsblende f11 herauszubringen. Wir werden in diesem Jahr das erste Tilt-Shift-Objektiv mit AF sehen (von Canon), ein Tilt-Shift-Objektiv für das digitale Mittelformat (von Fujifilm), Weitwinkelzooms, die noch ein wenig weitwinkliger werden und AF-Motoren, die für die steigende AF-Geschwindigkeit der Systemkameras ausgelegt sind.

Als Ende 2021 Memorial von der Russischen Regierung verboten wurde, war mir klar, dass sich dieser Staat auf dem Weg in Richtung Faschismus bewegt. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so bald darauf Krieg geben würde. Als 200.000 Mann vor den Grenzen der Ukraine standen, wusste ich aber, dass es gleich nach der Winterolympiade losgehen würde. Trotzdem macht mich die stumpfe Dummheit dieser Entscheidung immer noch fassungslos. Wir haben eine Menge vor uns, um „solutions for a small planet“ zu finden, wie es IBM einmal in einem schönen Werbespruch formulierte. Und wir müssen dabei leider mehr leisten, weil uns die menschliche Dummheit immer wieder dazwischen grätschen wird. Trotzdem sollten wir nicht vergessen, dass jeder einzelne dazu beitragen kann, dass die Zukunft keine Dystopie wird, sondern ein recht angenehmer Ort zum Leben. Fatalismus hilft nicht, viele Dinge lassen sich so verbessern wie der AF in den letzten Jahren und Probleme lösen wie das Ozonloch oder der Saure Regen. Vor ein paar Jahren noch große Themen, aber kaum macht man’s richtig, geht’s. Dass der momentane Gasfüllstand in Deutschland 20% höher ist als im Durchschnitt der Vorjahre, hätte im Sommer auch noch niemand vorhergesagt.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Jahr, bleiben Sie beweglich im Kopf und in den Beinen, genießen Sie Kultur und Natur und nutzen Sie Ihre Chancen, etwas besser zu machen.

R6 Mark II: Firmware 1.1.1

Die Aufwachzeit der R6 Mark II nach dem Standby ist manchmal sehr lange, knapp drei Sekunden, was die Zeit der anderen R-Kameras übertrifft. Es gibt aber nun eine neue Firmware, die in Bälde auch auf der deutschen Seite erscheinen wird und für early adopters bereits auf der japanischen zu finden ist. Neben der Kompatibilität mit dem EL-5 ist auch die Aufwachzeit bei Bluetooth-Verwendung deutlich verbessert worden. Die Kamera wacht nun fast sofort wieder auf.

Das Große Buch der Objektive und andere E-Books günstiger

Mein Verlag schickte mir eine Mail, dass bestimmte E-Books bis zum 6.1.2023 um die Hälfte günstiger zu bekommen sind.

https://www.rheinwerk-verlag.de/e-book-preisaktion/#fotografie?GPP=westphalen

Unter anderem ist das große Buch der Objektive dabei:
https://www.rheinwerk-verlag.de/das-grosse-buch-der-objektive-technik-ausruestung-und-fotografische-gestaltung/?GPP=westphalen

Wer lieber Bücher auf Papier kauft, in der nächsten Zeit erscheinen Bücher von mir über die EOS R7, die EOS R10, die EOS R6 Mark II und die neue Ausgabe der neuen Fotoschule.

EOS R6 II vorgestellt

Canon hat heute den Nachfolger der EOS R6 vorgestellt, die neue Kamera hat 24 MP, schafft mit dem elektronischen Verschluss 40 Bilder pro Sekunde, Im Video 4K60 10Bit intern und 6K60 10Bit extern. Der AF ist deutlich verbessert worden und die Motiverkennung ist stark erweitert worden. Der Einschalter ist endlich auf der richtigen Seite und hoffentlich mechanisch etwas solider als bei der R6, bei der manche Nutzer einen Verlust zu beklagen hatten. Der Videobereich ist nun mehr auf Dauerbetrieb ausgelegt und auch der Akku hält länger. Insgesamt wurde die Kamera in sehr vielen Punkten verbessert, ist aber keine Revolution. Wenn ich eine R6 hätte, würde ich wohl erstmal bei der bleiben, es sei denn, Sie würde mich in meiner Videoarbeit beschränken. Wenn ich in dem Bereich kaufen wollte, würde ich schon zur R6 II greifen. Der Mehrpreis ist gering (UVP 2899 €, ab Ende November) und wohl hauptsächlich dem inzwischen sehr viel schlechterem Wechselkurs zum Dollar geschuldet.

Die Canon EOS R6 II Bild: Canon

Ein interessantes Detail ist auch die automatisch Focus-Breathing-Korrektur, die die Größenänderung des Videobilds beim Fokussieren ausgleicht (nur mit unterstützten Objektiven). Leider hat es die automatische Wasserwaage aus der R7 nicht in die Kamera geschafft, im Vollformat wäre die Funktion für Architekturfotografen wichtiger als in APS-C. Mit ihr wird eine leicht schiefe Kamera durch den IBIS so ausgeglichen, dass der Horizont gerade bleibt. Die R6 II ist ein guter Allrounder geworden und wird sich sicher gut verkaufen.

https://www.canon.de/cameras/eos-r6-mark-ii/specifications/

Neu vorgestellt wurden das RF135mm f1,8L IS USM (2699 € UVP, Ende Januar) und das Speedlite EL-5, dass auf den neuen Multifunktions-Zubehörschuh setzt, also mit älteren Kameras nicht mehr kompatibel ist, dafür aber einen Großteil der Vorzüge des EL-1 zu einem deutlich günstigeren Preis bietet (499 €, ab März 2023)

https://www.canon.de/lenses/rf-135mm-1-8-l-is-usm-lens/

https://www.canon.de/cameras/speedlite-flash-el-5/

Firmware 1.1 EOS R7 – Cloud Raw

Canon hat für die EOS R7 eine neue Firmware veröffentlicht. Die einzige neue Funktion ist die Ergänzung um den Cloud Raw image service, einen Mietdienst, mit dem Sie für knapp 6€ im Monat 80 Bilder entrauschen können. Der Dienst startet heute (25.7.22). Wenn Sie rechtzeitig kündigen, können Sie das kostenfrei ausprobieren. Für die meisten wird dieses Update aber wohl überspringbar sein.

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r7.html?type=firmware

Neue Firmwares für EOS R3, R5, R6

Canon hat neue Firmwares für drei Kameras herausgebracht:

https://www.canon.de/press-centre/press-releases/2022/07/canon-introduces-more-speed-and-endurance-to-the-r-system-with-its-latest-firmware/

Für Nutzer der R5 ist besonders interessant, dass sich das Temperatur-Limit für die Abschaltung bei Erwärmung hochsetzen lässt, was deutlich längere Aufnahmezeiten in den Modi mit hoher Videoqualität ermöglicht.

Canon RF 24mm f1,8 und RF15-30mm, R7

Canon hat zwei neue Objektive für R-Kameras herausgebracht. Ein RF24mm f1,8 Macro IS STM, das ähnlich wie das entsprechende 35mm aussieht, aber etwas teurer ist (749€ UVP). Der Preis kann natürlich auch damit zusammenhängen, dass Euro und Dollar inzwischen Parität erreicht haben, Importe werden alle etwas teurer im Moment. Ich vermute, dass es sich gut verkaufen wird, die Kombination von klein, leicht, lichtstark, scharf und vielseitig wird für viele reizvoll sein. Man munkelt, dass Sigma das 20mm und 24mm ART sehr bald in einer neuen Version herausbringt, das könnte eine interessante Alternative für Sternenfotografen sein, weil die sehr scharf sind und 2/3 Blendenstufen lichtstärker. Allerdings ist bislang noch nichts über RF-Versionen bei Sigma bekannt, auch, wenn es schon seit einem Jahr Gerüchte darüber gibt.

Das RF24mm f1,8 Macro IS STM Bild: Canon

https://www.canon.de/lenses/rf-24mm-f1-8-macro-is-stm/

Das zweite Objektiv ist das RF 15-30mm F4.5-6.3 IS STM, ein Weitwinkelzoom, dass mit UVP 699€ deutlich günstiger ist das die L-Objektive. Es ist nicht besonders lichtstark, dafür deckt es den Weitwinkelbereich recht weit ab und ist klein und leicht. Ich bin auf erste Tests gespannt. „Center Macro“ heißt allerdings, dass im Nahbereich die Bildränder indiskutabel unscharf werden, was bei manchen Motiven unwichtig ist. Allerdings ist der Nahbereich beim starken Weitwinkel auch eher außerhalb der Standardanwendungen.

https://www.canon.de/lenses/rf-15-30mm-f4-5-6-3-is-stm/

R7, RF100 Macro, f5, ISO 400

Seit dem 23.6 bin ich im Besitz einer EOS R7, obwohl eine APS-C-Kamera für mich vielleicht nicht die naheliegendste Anschaffung ist. Nach meinen ersten Erfahrungen würde ich sie wieder kaufen. Die zwei größten Nachteile sind, dass sie momentan noch nicht von CaptureOne unterstützt wird und dass ich nun manches an meiner R5 vermisse, die AF-Steuerung ist ein wenig logischer, ich kann endlich auch ins Sucherbild hineinvergrößern, wenn die Motiverkennung eingeschaltet ist und das Daumenrad sitzt an einer guten Stelle. Die Kamera ist sehr schnell, der Sucher ist besser als gedacht, Canon macht aus 2,36MP mehr als Sony das tut. Der Raw-Burst-Modus ist auch eine gute Ergänzung. Hier zeichnet die Kamera die Bilder auf, bevor Sie den Auslöser drücken und speichert die letzten Aufnahmen, sobald Sie ihn durchdrücken. Gerade für die Naturfotografie wird man für 1,5k€ wahrscheinlich keine bessere Kamera kaufen können. Nur wer einen großen Sprung von der Bildqualität im Verhältnis zur EOS 90D erwarten sollte, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Wobei die 90D auch schon recht gut ist.

Ich habe immer darauf gewartet, dass Canon EF-M aufgibt und APS-C ins RF-System holt. Mit der R7 haben sie das getan und gezeigt, dass sie das ernst meinen. Mit zwei Speicherkarten, robustem und abgedichtetem Gehäuse, IS, Profi AF und High-End-Prozessor ist die Kamera durchaus profitauglich, allerdings hätte man bei dieser Kamera die Motivautomatiken und Modus-Erklärbildschirme gerne einfach weglassen können.

Canon EOS R7 und R10 vorgestellt: APS-C im R-System

Canon hat heute zwei neue APS-C Kameras mit RF-Bajonett vorgestellt. Ich hatte schon länger vermutet, dass das passiert, weil das EOS-M-System keinen Aufstiegspfad zum R-System besitzt. Man kann zwar EF-Objektive gut an eine Canon M adaptieren, aber RF-Objektive nicht und umgekehrt lassen sich auch M-Objektive nicht an RF verwenden. Das M-System ist also zu Sackgasse geworden.

EOS-M wird wohl aussterben, weil Canon seine Energien auf RF bündeln muss. Es ist keine gute Strategie, Einsteiger mit zwar guten und günstigen M-Kameras zu gewinnen, wenn diese später keinen Vorteil haben, bei der Marke zu bleiben, wenn sie ins Vollformat gehen möchten.

Das RF-Bajonett wirkt sehr groß im Vergleich zum APS-C-Sensor der R7. Bild: Canon

Die neue R7 erinnert vom Namen an die EOS 7D Mark II, ist aber preislich ähnlich der EOS 90D positioniert. Mit 10-Bit Video, 2 Speicherkartenslots und 15 Bildern pro Sekunde beim mechanischen Verschluss ist sie aber etwas professioneller als die 90D ausgerichtet. Der AF erkennt Personen, Tiere und Fahrzeuge und wird ähnlich gut arbeiten wie bei der R5 oder R6. 32,5 MP lassen Spielraum für Ausschnitte z.B. bei der Tierfotografie. Mit elektronischem Verschluss sind 30 Bilder pro Sekunden und bis zu 1/16 000s möglich, allerdings kein Blitz. Die Blitzsynchronzeit ist wegen des kleineren Verschlusses mit 1/320s ein wenig schneller als bei den Vollformatkameras.

Die Kamera wiegt mit Akku und Karte nur 612g, ist aber trotzdem robust ausgelegt und gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt. Der IBIS schafft bis zu 8 Stufen und kann sogar den Horizont gerade halten, wenn Sie Ihre Kamera leicht schräg halten. Ab 24 Juni kommt sie für 1499€ in den Handel.

https://www.canon.de/cameras/eos-r7/specifications/

Die 24MP-Kamera EOS R10 liegt eher im Bereich einer 850D, allerdings deutlich schneller und mit besserem Video und im AF lägen die auch Welten auseinander. Aber der Body ist mit 429g sehr leicht, hat einen Ausklappblitz, es gibt nur einen Speicherkartenslot, keinen IBIS und Wetterabdichtung ist auch nicht vorgesehen. Diese Kamera zielt also auf den Amateurmarkt, ist aber mit 15 Bildern pro Sekunden mechanisch und 23 elektronisch sehr schnell. Der Verschluss schafft mechanisch nur 1/4000s, Blitzsynchronzeit ist 1/250, elektronisch unterstützt die Kamera aber auch die 1/16 000s. Die Videomöglichkeiten sind auch recht weitgehend, bei 4K60 werden allerdings nur 64% der Sensorbreite verwendet.

Die Kamera kommt ab Juli mit einem UVP von 979€, mit dem RF-S 18-45mm F4.5-6.3 IS STM Kit-Objektiv 1099€. Ebenfalls neu ist ein RF-S 18-150mm F3.5-6.3 IS STM. Beide Objektive werden nach dem Bajonett wieder schlanker, das RF-Bajonett ist für APS-C wirklich Overkill, ganz anders als bei Sony, bei denen ich immer das Gefühl habe, E-Mount wäre eigentlich für APS-C entworfen, da von vorne die Ecken des Vollformatsensors gar nicht mehr sichtbar sind.

Die EOS R10 mit dem RF-S 18-45mm F4.5-6.3 IS STM. Bild: Canon

Beide Kameras kommen bereits mit dem neuen Blitzschuh der EOS R5 C oder R3, der auch Digitalmikros unterstützt, ein EF an RF-Adapter wird mitgeliefert, so dass Sie Ihre EF-S oder EF-Objektive weiternutzen können, was sehr gut funktioniert, besser als an Ihrer DSLR sogar. EF-M aber natürlich nicht.

https://www.canon.de/cameras/eos-r10/specifications/

Auch wenn viele lieber die Nachfolger der R und RP gesehen hätten, die Entscheidung, APS-C-Kameras im R-System zu bringen, ist strategisch richtig. Gerade die R7 wird bei den Tierfotograf:innen einige Freunde gewinnen, die R10 wird wahrscheinlich irgendwann noch günstiger und den Einstieg in das R-System noch weiter nach unten rücken.

Interessant ist auch der MF/AF-Umschalter an der Kamera. Ich vermute, dass wir bald ein Pancake-Objektiv für RF-S sehen werden, was kaum Platz für eine Umschaltung am Objektiv hätte, beim 18-45 würde es auch schon knapp werden.

Zeitumstellung

Ein Großteil Ihrer Technik stellt die Uhr bereits automatisch auf die Sommerzeit um, die meisten Kameras jedoch nicht. Wenn Sie es noch nicht erledigt haben, stellen Sie jetzt alle Ihre Kameras auf die aktuelle Zeit ein. Seien sie dabei vorsichtig, es kann schnell passieren, dass man die Zeit um mindestens 30 Jahre zurückstellt oder gleich auf die Zeit vor 1953.
нет войны.

Neue Firmware 1.5.2 Für EOS R5 und R6

Für die Canon EOS R5 und die EOS R6 hat Canon heute eine neue Firmware veröffentlicht. Sie trägt die Versionsnummer 1.5.2 und soll den Augen-AF, die AF-Nachverfolgung und die Funktion von bestimmten langen Teleobjektiven mit Extendern verbessern.

EOS R5:
https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r5.html?type=firmware

EOS R6:
https://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-r6.html?type=firmware

Martin Langer ist gestorben

Auch wenn ich im Moment weniger schreibe, weil in Anbetracht der Lage z.B. neue Teleobjektive für 20.000€ sehr sehr unwichtig sind, muss ich heute eine Ausnahme machen für jemanden, der auch in schwierigen Zeiten alle Relevanzkriterien erfüllt, leider heute aus traurigem Anlass. Martin Langer ist gestorben. Vielleicht wird sein Name bei Ihnen nicht sofort Klick machen, aber jeder von Ihnen kennt Bilder von ihm. Seine Fotos aus Rostock Lichtenhagen haben sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt, aber er hatte aber auch sehr humorvolle Seiten.

Nachruf im Spiegel: https://www.spiegel.de/kultur/martin-langer-fotograf-im-alter-von-65-jahren-gestorben-a-13a3ad49-d862-47e3-9c2a-625b7d425e84

Instagram: https://www.instagram.com/martin.langer.hamburg/

Webseite: https://langerphoto.de/

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Langer_%28Fotograf%29

OM Systems Olympus OM-1 vorgestellt

Olympus hatte seine Kamerasparte abgegeben, der neue Besitzer heißt jetzt OM System. Die neue Kamera darf aber noch einmal den alten Namen „Olympus“ verwenden und hat gleich noch einen alten Namen zurückgeholt. Die alte OM-1 sollte erst M-1 heißen, was Leica aber nicht gefiel. Die OM-1 kam 1972 auf den Markt, war damals die leichteste SLR der Welt, vollmechanisch und so gut, dass sie 15 Jahre im Programm blieb. Ich habe mit Olympus angefangen zu fotografieren und besitze immer noch eine alte OM-1.

Die neue Kamera hat einen Sensor modernster Bauart, stacked BSI wie auch in der Sony A1, Quadpixel-AF und sehr schnell, bis zu 120fps bei vollen 20MP Raws. Mit AF-Nachführmessung immer noch 50fps. Multishot, Fokus-Stacking, Live ND und Live Composite übertreffen in den technischen Möglichkeiten die meisten Systemkameras, der IBIS geht bis 8 Blendenstufen, 4K bzw. Cinema4K in 60fps und 10Bit sind ebenfalls ordentlich, das Menüsystem ist ebenfalls neu und deutlich aufgeräumter als vorher.

Die neue OM-1. Bild: OM-System

Ein Eigentümerwechsel erzeugt erst einmal einen Zweifel, wenn OM-Systems ein kleineres Facelift vorgestellt hätte, hätte das bedeutet, dass das OM-System nur noch zuckt. Die neue OM-1 ist aber eine deutliche Weiterentwicklung und eine Kamera, die Hoffnung macht, dass das System noch eine gute Zukunft hat.

https://shop.olympus.eu/de_DE/new/om-1