Zwei kleine Updates zum Objektivbuch

In meinem Objektivbuch schreibe ich , dass der Canon 1,4x-Extender mit dem Sigma 150-600 Contemporary zur ERR 01 an der 5D mark IV und 5Ds R führt. Ich habe das im Zuge von Kompatibilitätstests mit der EOS R getestet und keinen Fehler festgestellt. Daraufhin habe die die beiden genannten Kameras auch noch einmal neu getestet. Kurz: läuft.

Sigma hat dieses Problem also mit der aktuellen Firmware behoben, den 1,4x-Sigma-Konverter im Set mit zu kaufen ist also für Besitzer des Canon-Extenders nicht sinnvoll.

Da ich gerade bei der EOS R bin. Ich schrieb auch, dass ich Fokus Peaking (mit der Erfahrung von Sony-Kameras) nicht empfehle, weil das zu ungenau ist, zumindest bei Fotos und nicht im Video. Das ist in der EOS R allerdings so gut, dass Sie damit auch mit lichtstarken manuellen Objektiven eine exakte Schärfe hinbekommen. Der Fokus-Assistent ist ebenfall sehr genau, mit Altglas an der EOS R zu arbeiten, macht wirklich Spaß. Die ersten günstigen Adapter zum Beispiel für Canon FD sind auch schon auf dem Markt. Zur EOS R werde ich später noch mehr schreiben, aber mein Grundfazit ist sehr positiv. 

Photokina 2018

Gestern habe ich die Photokina besucht. Sie ist deutlich geschrumpft, findet nur noch in 5 Hallen statt, die aber eigentlich 8 Hallen sind, weil drei davon doppelgeschossig sind. Es ist immer noch eigentlich zuviel für einen Tag, und das was weggefallen ist, sind hauptsächlich die öden Hallen, in denen die Bilderrahmen etc. zu sehen waren. Nicht nur, aber dazu später.

Trotz kleinerer Größe ist diese Photokina sicherlich eine der spannendsten bisher, weil es sehr viele relevante Neuerungen zu sehen gab.  Vor allem im spiegellosen Vollformat und bei den Objektiven.

Die EOR R mit RF28-70mm f2, aufgenommen mit der selben Kombination (Ausschnitt des JPEG

Canon hat sein EOS R-System vorgestellt, mit dem ich recht viel Zeit verbracht habe. Der erste Eindruck ist sehr positiv, die Kamera liegt wie eine Profi-DSLR in der Hand, vor allem mit dem Batteriegriff. Der Sucher ist sehr gut, die Bedienung durchdacht und der AF überzeugend. Sie ist sicher noch nicht ganz perfekt, aber wenn Canon es schafft, dass ich, wenn ich meine Zweitkamera Sony A7R III nach der EOS R wieder in die Hand nehme, das Gefühl habe, einen unfertigen Prototypen anzufassen, dann haben sie gleich beim ersten Mal sehr viel richtig gemacht. Die neuen Objektive sind beeindruckend, selbst das riesige RF 28-70mm f2 liegt mit der Kamera gut in der Hand. Vor allem, und das ist für mich erstmal viel wichtiger, arbeitet die Kamera mit den EF Objektiven und dem Adapter hervorragend zusammen. Ich habe ein EF 600mm f4 mit Adapter an die EOS R gesetzt und in der wirklich dunklen Canon-Halle auf die Besucher fokussiert. Der Fokus saß sofort und das Sucherbild war trotz des schwachen Lichts immer noch sehr gut. Ich habe auch das neue EF 35er und EF 85er ausprobiert, die arbeiteten genauso schnell und zuverlässig wie die nativen Objektive. Die Adapter mit Einstellring und Drehfilter habe ich ebenfalls getestet. Beim Drehring hätte ich mir gewünscht, dass er vorne am Adapter und nicht an der Gehäuseseite wäre, aber daran würde ich mich wahrscheinlich schnell gewöhnen. Beim variablen ND-Filter habe ich bei starken Werten eine Verschiebung ins Blau festgestellt, diesen während des Filmens zu verstellen wird wahrscheinlich ungünstig sein. Wahrscheinlich wird Canon erstmal eine Kamera unter der EOS R bringen, bis dann eine „dicke“ R auf den Markt kommt. Auch wenn die Kamera noch keinen IS hat und 4K nicht über den ganzen Sensor ausliest, sondern nur im Crop, hat Canon beim ersten Wurf etliches besser gemacht als Sony beim dritten. Trotzdem behalte ich meine A7R III noch eine Weile, sie hat ebenfalls ein paar echte Vorteile gegenüber der EOS R. Ich befürchte aber, dass Sony auf lange Sicht die Entscheidung für einen so kleinen Bajonett-Durchmesser etwas bereuen wird, Nikon und Canon haben eine bessere Wahl getroffen.

Apropos Nikon: Nach der Canon hat mich die Z7 ein bisschen irritiert. Der Sucher wirkte auf mich gelbgrün und in den Lichtern kippend, die Dunkelpause nach dem Aufnehmen war sehr lang (soll etwas kürzer sein mit eingesetzter Speicherkarte und der Mitarbeiter am Stand meinte, dass man die Rückschau gar nicht ausstellen, aber ja gleich wieder auf den Auslöser tippen könnte. Ich hoffe, dass das nur an mangelnder Schulung lag und werde die Kamera in Ruhe beim Händler in die Hand nehmen und mich dann dazu fundierter äußern. Nach der Canon war ich aber tendenziell wenig beeindruckt, allerdings ist der Sensor und die Geschwindigkeit besser und die Kamera hat IS. Das Gefühl bei der Bedienung hat Canon aber am besten hinbekommen.

Noch kurz zurück zu Canon: Augen AF bei Nachführmessung und Serienbilder mit leisem Verschluss (eher lautlos als leise, da vollelektronisch) werden erst nach dem Firmwareupdate im Januar funktionieren.

Zwei neue Vollformatkameras von Panasonic, allerdings noch hinter Glas.

Panasonic hat übrigens auch zwei spiegellose Vollformatkameras vorgestellt, diese kommen aber erst im nächsten Jahr. Die Leistungsdaten der großen sind durchaus beeindruckend, 47MP und 4K/60fps. Sie haben dafür kein neues Bajonett erfunden, sondern das der Leica SL technisch etwas erweitert, Sigma ist neben Leica mit im Boot, wird Objektive bauen und eine eigene Vollformatkamera mit Foveon-Sensor bringen.

Sigma hatte einen eindrucksvollen Stand und auch einige neue Objektive vorgestellt. 28mm f1,4 Art, 40mm f1,4 Art (groß, schwer und unfassbar scharf), 60-600mm Sports, 56mm f1,4 für APS-C, 70-200 f2,8 Sports. Die Entwicklung der Firma ist fast unglaublich, der Generationswechsel Anfang 2012 zu Kazuto Yamaki (der gestern auch auf der Photokina war) hat dem Unternehmen viel neuen Schwung verliehen. 

Tokina hatte sein Opera 50mm f1,4 da. Das Objektiv ist ebenfalls sehr scharf, hat aber ganz leichte LoCa und ein angedeutetes Bubble-Bokeh, was aber meiner Meinung nach seine visuelle Qualität eher verstärkt. Pentax-Nutzer können sich auch auf dieses neue Objektiv freuen, denn hinter dem neuen Pentax 50mm f1,4 steckt wohl das Opera.

Im Mittelformatbereich sinken zwar die Preise, allerdings sind die Kameras immer noch viel träger als Vollformatkameras. Wer als erstes eine Mittelformatkamera bringt, die sich so gut bedienen lässt wie einen Vollformatkamera und das zu einem interessanten Preis, wird gut verkaufen können. Bislang habe ich noch keine Mittelformatkamera gefunden, die mich wirklich reizen würde und die ich mir dann auch leisten könnte oder wollte. Die Leica S3 war von der Bedienung allerdings recht angenehm und die Fuji GFX 50R lag schön oldschool in der Hand und war preislich interessant (eine 100MP-Kamera kommt auch). PhaseOne hat mit der neuen 150MP-Kamera einen Sensor in Einsatz, der auch von der Fläche her in einem reizvollen Bereich liegt. Ich bin optimistisch für die Zukunft von Mittelformat, denke aber, dass die spannenden Zeiten da eher noch vor uns liegen. Für Landschaftsfotografen sind die Einschränkungen allerdings schon heute ohne Belang.

Kein russischer Leica-Nachbau, sondern eine echte Leica im russischen Gewand: Die Zenit M

Ich habe lange Gerüchte gehört, dass Zenit im Luxussegment eine Kamera auf den Markt bringen möchte. Bei Gerüchten aus Russland bin ich immer noch einen Tick vorsichtiger, aber ich habe mich gefreut, dass die tatsächlich auf der Photokina waren und eine Kollaboration mit Leica vorgestellt haben. Im Prinzip ist das eine Leica M im Zenit-Look mit einem eigenen 35mm f1,0. 

Bei K&F-Concept wollte ich die Streulichtempfindlichkeit der Adapter anmerken, lernte aber, dass die bereits eine neue Version auf den Markt bringen, die eine deutlich bessere Innenbeschichtung aufweist.

Mich hat das neue Konzept der Photokina überzeugt. Ich habe ein paar Hersteller vermisst, aber das liegt nicht nur an der neuen Photokina, sondern auch an den Entscheidungen der Hersteller und der Marktentwicklung. Nicht da waren z.B. Zeiss, Polaroid, Hensel und Elinchrom (dafür aber Godox mit einem großen Stand).  Zeiss hat aber die Photokinaphase genutzt, um ein neues Batis 40mm f2 und eine 37MP Vollformatkamera mit festem 35mm-Objektiv anzukündigen.

Diese Photkina hat allerdings auch von einer spannenden Umbruchphase profitiert, ob die nächste, die bereits im Mai stattfindet (und ab dann jährlich wieder) genauso interessant werden wird, bleibt abzuwarten.

Canon EOS R ist da

Canon hat heute offiziell die EOS R vorgestellt, die Gegen die Sony A7 III und die Nikon Z6 antreten wird. Sie hat ein neues RF-Bajonett mit gleichem Durchmesser wie EF, aber nur 20mm Auflagemaß. Zudem ist die elektronische Kommunikation deutlich schneller geworden, weil Canon den schnellsten AF anbieten möchte. Das Bedienkonzept ist deutlich weiter als bei der Konkurrenz, zumindest ist das meine persönliche Meinung. Canon betont sehr, dass die Kamera um die neuen optischen Möglichkeiten für die Objektiventwicklung herumgebaut wurde und die ersten Objektive für die Kamera sehen auch sehr spannend aus, jedenfalls deutlich aufregender als das, was Nikon vorgestellt hat. Um die Objektive muss man sich aber ohnehin keine Sorgen machen, da alle EF-Objektive ohne Einschränkung funktionieren sollen. Canon hat gleich verschiedene Adapter vorgestellt, der einfachste kostet nur um 100€, wenn man den Einstellring dabei haben möchte oder einen Filtereinsatz, wird es etwas teurer.

Die EOS R mit RF24-105mm F4L IS USM  Bild: Canon

Das System überzeugt mich dabei ganz, die Kamera selbst hat noch ein paar Einschränkungen, die ich auf Dauer gerne los werden würde:

  • Keinen IBIS: Der Sensor hat keinen Stabilizer, den ich für einen der großen Vorteile bei Spiegellosen Kameras halte, zumal man damit auch alte Objektive mit Stabi verwenden kann.
  • Nur eine Speicherkarte: Immerhin UHS II, aber bei einer echten Profikamera dürfen es gerne zwei sein. Nikon hat das auch nicht und Sony hat das schlecht implementiert, als bei mir die eine Karte zickte, wurden wichtige Bilder auch nicht auf die zweite geschrieben. Hier können also alle gerne noch mal nachlegen.
  • Bei Nachführ-AF wird die Kamera langsamer, auf nur 5 oder sogar noch weniger Bilder pro Sekunde.
  • 4K-Video ist nicht mit der vollen Sensorfläche möglich

Das war es auch schon im Wesentlichen. Die Kamera liegt mit 2499€ UVP 400€ über dem damaligen Einstiegspreis der 6D Mark II, kommt in vielem aber der 5D Mark IV nahe und übertrifft Sie auch in ein paar Aspekten.

Der AF soll bis -6LW  (bei f1,2) ud bis f11 Anfangsblende gut funktionieren. Die Kamera hat einen Puffer für 47 Raws, das ist mehr als bei den Mitbewerbern, der Sucher wird wahrscheinlich auch etwas besser als bei der Sony A7 III. Die Kamera hat einen ganz leisen vollelektronischen Verschluss (als Option, der mechanische bleibt natürlich), der aber wahrscheinlich wie bei Sony auch für schnelle Bewegungen nicht geeignet sein wird, da es dann zu deutlichen Rolling-Shutter-Effekten kommt. Für Konzerte oder Trauungen ist das jedoch ideal.

Die Kamera wird wunderbar zu bedienen sein für FullHD-Videos, bei 4K ist der starke Cropfaktor jedoch indiskutabel für professionelle Nutzer. Wer Video als Hauptanwendung nutzt, wird mit anderen Kameras glücklicher, zumindest, wenn er mehr als FullHD oder 60fps bei FullHD benötigt.

EF- und EF-S-Objektive werden sich verwenden lassen, aber EOS M und EOS R sind getrennte Welten, die keinen gegenseitige Adaptierung ermöglichen. Da hat es Sony besser, die APS-C-Kameras sind kompatibel mit den Vollformat-Sonys, allerdings ist dafür der Bajonett-Durchmesser auch deutlich kleiner, was sich auf lange Sicht als Nachteil für Sony herausstellen kann. Die bequemen Zeiten sind für Sony jedenfalls vorbei, aber für Sony-Fotografen wird das nur zu besseren Kameras führen, Konkurrenz ist gut für den Endkunden. Das was jetzt gerade in der zweiten Jahreshälfte 2018 geschieht, wird den Fotomarkt über Jahrzehnte prägen. Neue Bajonette von großen Herstellern kommen nur alle zig Jahre, EF ist von 1987. 

EOS R kommt am 5.9.18

Die spiegellose Vollformatkamera von Canon wird am 5.9. vorgestellt, erste Bilder von ihr und neuen Objektiven sind bereits online:

https://www.canonrumors.com/here-are-the-first-images-and-specifications-for-the-canon-eos-r-and-the-new-rf-mount-lenses/

Interessant ist, dass die neuen Objektive einen weiteren Einstellring haben und es auch einen EF-Adapter gibt, der diesen Ring mitbringt. Er wird wohl für die Einstellung der Blende sein, aber ich denke, das man ihn vielleicht auch mit anderen Funktionen belegen kann. Was ich bislang weiß, gefällt mir sehr gut, auch das Gehäuse wirkt ergonomisch und solide. Der Touchscreen lässt sich auch nach vorne drehen, der Akku bleibt der Gleiche. Das Auflagemaß ist 20mm, der Durchmesser des Bajonetts wie bisher, Sony ist jetzt gegenüber Nikon und Canon etwas im Nachteil bei der Objektiventwicklung.

Die Daten sind bislang:

30,3MP
4K Video
AF bis -6EV (LW), das wäre sehr gut
580g

Ich schreibe mehr, wenn die restlichen Daten kommen, aber bislang sieht die EOS R aus wie meine nächste Kamera.

Ich las auf der Seite einer Computerzeitschrift, dass man anhand der Daten mit einem Preis von ca. 4000€ rechnen müsste. Das ist natürlich Unsinn, die Kamera zielt auf das Vollformat-Einstiegssegment, einen ähnlichen Bereich wie die EOS 6D Mark II. Außerdem will Canon Marktanteile, man kann davon ausgehen, dass dieses Kamerasegment sehr aggressiv angegangen wird. Mit nur einem Kartenslot und ohne Sensor-Bildstabilisator lässt die Kamera auch genug Raum für eine größeres Modell, dass in den nächsten Monaten zu erwarten ist.

Nikon Z6 und Z7 vorgestellt

Player 2 has entered the game (Nein, Player 3, ich habe die Leica SL vergessen. Apropos: Jetzt kommt vielleicht auch noch Panasonic als Nummer 5 nach Canon zum Vollformat-Spigellosen-Markt hinzu).

Nikon hat zwei spiegellose Vollformatkameras vorgestellt und meine Anforderungsliste aus http://fotoschule.westbild.de/2018/07/spiegellose-von-canon-und-nikon/ recht gut eingehalten. Bei der Batterielebensdauer bestehen zwar noch etwas Zweifel, aber es ist nicht auszuschließen, dass das durch Firmwareupdates noch sehr viel besser werden kann. Es gibt erste Berichte, dass die AF-Leistung bei schwachem Licht eher der letzten Generation von Sony-Kameras entspricht, als der aktuellen. Auch beklagen sich viele, das Nikon nur einen Speicherkartenplatz verbaut hat (XQD-Format). Eine Profikamera darf ruhig zwei haben, aber wenn die so umgesetzt werden, wie bei Sony, dann bleibt der Nutzen gering. Mir setzte in einer wichtigen Jobphase eine Karte aus und die Daten wurden auch nicht auf die Zweite geschrieben, zudem dauert der Vorgang bei Sony (Bilddatenbank wiederherstellen). Dass daraus keine sehr ärgerliche Lücke wurde, lag daran, dass wir zu zweit fotografiert haben, alleine hätte ich noch eine Canon als Backup zur Hand gehabt, die zuverlässiger arbeitet. Zudem ist ein Slot der Sony A7RIII nur UHS-I, so dass die Kamera deutlich langsamer wird, wenn man zwei Karten verwendet.

Nikon Z7 mit 35mm-Objektiv Bild:Nikon

Der Bajonettdurchmesser ist deutlich größer als bei Sony und das Auflagemaß kleiner, hier hat Nikon gelernt und eine sehr zukunftsfähige Lösung gewählt. Als Demonstration, was damit möglich sein wird, hat Nikon auch gleich eine 58mm-Objektiv mit f0,95 angekündigt. Als Zweitkamera sind die spiegellosen Nikons sicher schon interessant, da sich über den FTZ-Adapter die Nikon-F-Objektive gut weiterverwenden lassen. In der Gesamtleistung kommt auch eine Z7 nicht an Nikons D850 heran, die im Augenblick wohl die beste DSLR am Markt ist. Für einen ersten Versuch sind die Kameras durchaus gelungen und sie werden sicher von vielen Nikon-Fotografen ohne langes Nachdenken gekauft werden. Als Profi wäre es mir allerdings zu früh, ganz auf das spiegellose System zu setzen. Als Fotomarkt-Beobachter bin ich aber recht zufrieden, dass Nikon bei den grundsätzlichen Entscheidungen fast alles richtig gemacht hat, ein paar der anderen Details wird man über Software lösen können und den Rest in Version 2 oder 3 der neuen Kameraserie.

Man munkelt, dass Canon am 5.9. als dritter Spieler einsteigt, dann mit einer eher an den Einsteiger gerichteten Kamera, während die größere später kommt. Das würde zu Canon passen, die EOS 3 kam auch vor der EOS 1V, so kann neue Technik erstmal in der Breite getestet werden, bevor die Profiversion herausgebracht wird.

Ich bin gespannt auf ausführlichere Tests und freue mich über ein spannendes Fotojahr.

 

Nikon 1 offiziell am Ende

Ich gebe zu, dass ich bereits die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen habe, als Nikon die erste Nikon 1 vorgestellt hat. Der Sensor war mit 13,2 mm × 8,8 mm einfach viel  zu klein, als das dieses Kamerasystem je hätte wirklich Sinn ergeben können. Deswegen bin ich auch nicht traurig, das Ende der Reihe mitteilen zu können. Vor allem da ich denke, das Nikon bereits in Kürze ein spiegelloses System im Vollformat ohne Geburtsfehler vorstellen wird. Nikon Spiegellos ist tot, es lebe Nikon Spiegellos!

Spiegellose von Canon und Nikon

Bevor eine Kamera oder ein Objektiv auf den Markt kommt, müssen etwaige Patente veröffentlicht werden und die Zertifizierung abgeschlossen werden. Nicht jedes Patent kommt später auch auf den Markt, aber Zertifizierungen sind ein recht sicherer Indikator, dass etwas kommt, wenngleich Nikon auch einmal eine High-End-Kompakte im  letzten Moment noch abgeblasen hat, weil sie die Marktchancen skeptisch beurteilten.

Ich denke, dass Nikon recht bald eine spiegellose Vollformatkamera ankündigen wird und dass Sie sie zur Photokina schon in die Hand nehmen können. Die Gerüchte und anderen Quellen sind da schon relativ weit:
https://nikonrumors.com/2018/07/04/nikon-mirrorless-camera-specs-recap.aspx/#more-123111

Ich selbst halte folgende Voraussetzungen für wichtig, damit solche Kameras erfolgreich werden:

  • ein konkurrenzfähiger Sensor
  • Bildstabilisierung über den Sensor
  • schnelle Bildfolge
  • ein guter Sucher, schnell und hochauflösend
  • ein zukunftsfähiges Bajonett, dass auch hochlichtstarke Objektive erlaubt
  • eine perfekte Adaptierungsmöglichkeit des bisherigen Objektivprogramms
  • gute Batteriedauer
  • vernünftige Ergonomie
  • Robustheit

Sony hat gut vorgelegt, aber es gibt durchaus noch einiges, was man besser machen kann als Sony. Zudem ist die installierte Basis an Objektiven ein gutes Argument, bei der Marke zu bleiben, wenn die Adaptierung ohne Leistungseinbußen erfolgt.

Canon hat ebenfalls schon Patente für z.B. Weitwinkelzooms mit ganz geringem Auflagemaß veröffentlicht. Es ist klar, dass Auch Canon an mindestens zwei spiegellosen Vollformatkameras arbeitet. Ich rechne aber nicht vor der nächsten Photokina mit einer Veröffentlichung. Zum Glück ist die nicht erst in zwei Jahren, wie sonst immer, sondern im Mai 2019 (und von da an jährlich). Update: Nachdem bislang nur Quatsch in den Gerüchten zu hören war, wird die Canon wohl doch eine 2018er Camera, auch bezogen auf die Lieferbarkeit. Ich bin gespannt.

Ich denke nicht, dass wir keine neuen Spiegelreflexkameras mehr von Canon oder Nikon sehen werden, aber die Zeit, in der spiegellose Systeme Vorteile haben, weil die Rechenleistung dafür ausreicht, ist bereits da. Das heißt nicht, dass eine DSLR wie die Nikon D850 unterlegen wäre oder keine eigenen Vorteile mitbrächte.

Ich würde mich freuen, wenn zur Einführung auch noch eine kleine Sensation kommt, Global Shutter wäre ein guter Kandidat für mich. So oder so: Das nächste Jahr wird spannend auf dem Fotomarkt.

GIMP unterstützt endlich 16 Bit

Es hat lange gedauert, aber bei GIMP tut sich etwas, die neue Version 2.10 hat endlich eine neue Grafik-Engine unter der Haube, die auch die Bildbearbeitung in 16 Bit ermöglicht.

https://www.gimp.org/news/2018/04/27/gimp-2-10-0-released/

Für Windows lässt sich im Moment nur der Release Candidate 2 herunterladen, aber die finale Version sollte nur eine Frage der Zeit sein.

5D Mark IV – neue Firmware

Canon hat heute die Veröffentlichung der Firmware 1.12 für die 5D Mark IV bekanntgegeben, die meisten Änderungen betreffen die Verwendung von TS-E-Objektiven, allerdings auch alten wie dem 17mm f4L.

Zitat Canon:
„Firmware-Version 1.1.2. ersetzt Version 1.0.4 und beinhaltet folgende Änderungen:

  • Unterstützung für die chromatische Aberrationskorrektur, Peripheriebeleuchtungskorrektur, Verzerrungskorrektur und digitale Objektivoptimierung bei der Verwendung von Digital Photo Professional zur Bearbeitung von RAW-Bildern, die mit den folgenden TS-E-Objektiven gemacht werden:
    • TS-E 17mm 1:4L
    • TS-E 24mm 1:3,5L II
    • TS-E 50mm f/2.8L Macro
    • TS-E 90mm f/2.8L Macro
    • TS-E 135mm f/4L Macro
  • Behebt das Problem, bei dem keine Standardbelichtung, sondern nur eine ungleichmäßige Belichtung erreicht werden kann, wenn leise Aufnahmen von Livebildern mit den folgenden TS-E-Objektiven gemacht werden:
    • TS-E 50mm f/2.8L Macro
    • TS-E 90mm f/2.8L Macro
    • TS-E 135mm f/4L Macro
  • Behebt ein Phänomen, bei dem die Kamera möglicherweise nicht ordnungsgemäß funktioniert, wenn die Camera Connect App verwendet wird, um einen Film mit hoher Bildrate aufnehmen.
  • Behebt ein Phänomen, bei dem Fehler 80 möglicherweise auftreten kann, wenn HDR-Filme mit der Funktion Remote Live View-Aufnahmen aufgenommen werden. (Gilt nur für Kameras mit Canon Log.)
  • Exif 2.31 wird nun unterstützt.“

Hier herunterzuladen:
https://www.canon-europe.com/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-5d-mark-iv.aspx?type=firmwarehttps://www.canon-europe.com/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-5d-mark-iv.aspx?type=firmwarehttps://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos-5d-mark-iv.aspx?type=firmware

 

Sigma Firmware behebt Objektivkorrekturfehler (Canon)

Bislang waren die Sigma-Objektive nicht kompatibel mit der Objektivkorrektur in Canon Kameras. Das führt dann zum Beispiel zu einer ringförmigen Darstellung im Livebild und unbrauchbaren JPEGs. Am 7.3.2018 veröffentlicht Sigma die neue Firmware 2.0, die Abhilfe schaffen wird. Bislang mussten Sie sie Objektivkorrektur ausschalten. Das Update kommt vorerst für folgende Objektive:

Contemporary:
SIGMA 100-400mm F5-6.3 DG OS HSM

Art :
SIGMA 18-35mm F1.8 DC HSM
SIGMA 24-70mm F2.8 DG OS HSM
SIGMA 35mm F1.4 DG HSM
SIGMA 50mm F1.4 DG HSM
SIGMA 85mm F1.4 DG HSM
SIGMA 135mm F1.8 DG HSM

für eine große Anzahl weiterer Objektive werden ebenfalls Updates erscheinen, allerdings etwas später.

Neues von Sony, Sigma, Samyang, Tokina

Sony hat heute seine A7 III vorgestellt. Dass die ersten A9-Besitzer jammern, zeigt, dass sie dabei alles richtig gemacht haben. Die A7 III ist sehr ähnlich der A7R III, allerdings mit 24 MP, einem etwas schlechteren Sucher, einem noch besseren AF, besserer ISO-Leistung und ohne Pixelshift. Und natürlich deutlich günstiger. Es bleibt abzuwarten, wie schnell der elektronische Verschluss ausgelesen werden kann, sicher etwas schneller als bei der A7R III. Die A9 setzt sich eigentlich nur noch ab durch ihre höhere Geschwindigkeit mit dem silent shutter, den besseren Sucher und den besseren AF. Und den doppelten Preis. Ich vermute, dass viele Fotografen, die die A9 für Events gekauft haben, mit der A7 III besser bedient sind, auch weil sie eine höhere Bildqualität bietet und 10 Bilder pro Sekunde fast immer ausreichen. 4K-Video macht die A7 III im Gegensatz zum Vorgänger nun auch. mit ca. 2300€ UVP ist die A7 III etwas teurer geworden gegenüber der A7 II. Es ist aber auch eine in vielen Belangen deutlich bessere Kamera und eine, die als Universalkamera taugt. Der AF der A7 II war nicht für jeden Einsatzzweck tauglich.

Sony A7 III Bild: Sony

https://www.sony.de/electronics/wechselobjektivkameras/ilce-7m3-body-kit

Sigma bring neun der Art-Objektive jetzt auch mit Sony-Anschuss auf den Markt (14mm f1,8, 20mm f1,4, 24mm f1,4, 35mm f1,4, 50mm f1,4, 70mm Makro f2,8, 85mm f1,5, 105mm f1,4, 135mm f1,8). Wer Sigma kennt, hat gemerkt, dass das 70mm-Makro und das 105mm f1,4 neu sind. Diese Objektive wird es, wie die anderen auch, natürlich auch für Kameras von Canon, Nikon und Sigma geben. Ebenfalls neu von Sigma ist das 14-24mm f2,8 Art.

für mich ist das 105mm f1,4 die spannendste Neuigkeit:
https://www.sigma-foto.de/objektive/105mm-f14-dg-hsm-art/uebersicht/

Samyang hat ein 50mm f1,2 vorgestellt, dass für 50 MP gerechnet wurde. So etwas gibt es bislang noch nicht auf dem Markt, leider verfügt das Objektiv nicht über AF.

http://www.samyang-deutschland.de/samyang-50mmf12ed.html#headline

Tokina hat das FíRIN 20mm F2 FE AF vorgstellt, eine AF-Variante eines bereits erhältlichen Objektivs. Noch nicht vorgestellt wurde das Opera 50mm F1.4 FF, das aber bereits mit Abbildung geleakt wurde. Von der Bauform lässt sich vermuten, dass die Abbildungsleistung High End sein wird, eine ähnliche Konstruktion wie das Sigma Art, aber mit Wetterabdichtung.

 

Neuer Blitz und neue Kameras von Canon

Endlich kennen wir die Bedeutung der seltsamen Fehlermeldung „AI Bounce“, auf die ich schon bei der Arbeit zu unserem Canon EOS 6D Mark II-Buch gestoßen bin. Canon hat einen neuen Blitz vorgestellt, der mithilfe eines Motors den Blitzkopf verstellen kann. Der Standardbetrieb sieht dann so aus, dass die Kamera per Knopfdruck einen den Abstand zum Motiv und den zur Decke misst und daraus den optimalen Bounce-Winkel berechnet und den Blitz auch so positioniert. Das klingt erstmal wie ein Amateurfeature, aber das ist nur zum Teil richtig. Denn Sie können den Winkel auch so einstellen, wie Sie ihn haben möchten und die Kamera passt den Reflektor automatisch an, wenn Sie in das Hochformat wechseln. Wer Hochzeiten oder Events fotografiert, der weiß, dass so eine Lösung Zeit spart und die Handgelenke schont. Der Blitz heißt Speedlite 470EX-AI, mehr dazu finden Sie unter https://www.canon.de/cameras/speedlite-flash-470ex-ai/specifications/ 

Leider ist der zwar schön auf der Kamera, aber als Teil des Blitzsystems nur so halb gut. Sie können den Blitz weder per Funk steuern und selbst über Infrarot ist der Blitz nicht als Master einsetzbar. Für einen Blitz, der für den Blitzschuh gedacht ist, ist das für einen Profi eine sehr große Einschränkung. Die Idee bleibt gut, hoffen wir, das Canon einen RT-Blitz mit der gleichen Technik nachschiebt.

Ebenfalls neu sind die EOS 2000D und die EOS 4000D, die sehr auf den Einsteiger zielen. Die 2000D hat einen relativ aktuellen 24 MP-Sensor, die 4000D ein Kunststoffbajonett und den älteren 18 MP-Sensor. Beide Kameras nehmen Full HD-Videos auf und schaffen 3 Bilder/s. Die 4000D kostet mit Objektiv 399 UVP, der Straßenpreis wird bald darunter liegen.

Die neue EOS M50 Bild: Canon

Technisch spannender ist die neue Spiegellose von Canon, die EOS M50. Sie schafft 10 Bilder/s, hat einen aktuellen 24 MP Sensor mit schnellem Dual Pixel AF, kann 4K-Video, leider ohne den DPAF und auch nur mit einem zusätzlichen Cropfaktor von 1,7x, was die Verwendung von geringer Schärfentiefe und starkem Weitwinkel einschränkt. Mit einem UVP von 579€ UVP (nur Body) ist sie allerdings konkurrenzfähig positioniert. Leider hat sie keinen Sensor-IS. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis ist das aber insgesamt ein recht gutes Angebot. Ich hoffe, dass Canon (und Nikon auch) in absehbarer Zeit auch eine Vollformat-Spiegellose mit IBIS bringen, die dürfen dann auch gerne ein Stück mehr kosten.

https://www.canon.de/cameras/eos-m50/specifications/

Zur CP+ kommen noch mehr schöne Dinge (Sigma, Sony, Tokina, Samyang) die werde ich, wenn Sie mehr als nur Gerüchte sind, in einem eigenen Blogbeitrag zusammenfassen.

 

Sony A7R III Erfahrungsbericht

Ich habe die A7R III seit dem ersten Tag der Lieferbarkeit in Verwendung. Auch wenn Sony nur mein Zweitsystem neben Canon ist, kann ich nach fast 30.000 Aufnahmen einen fundierten Erfahrungsbericht schreiben.

Die Bildqualität des Sensors ist tatsächlich hervorragend, die Kamera ist deutlich schneller geworden und lässt sich auch besser bedienen als der Vorgänger. Ich würde sie wieder kaufen, um ein Fazit vorwegzunehmen, aber die Kamera bei weitem nicht perfekt. In diesem Bericht werde ich hauptsächlich auf die Schwächen eingehen und ich werde ihn auch bei Sony posten, weil Sony genau mitliest. Meine Kritikpunkte an der A7R II hat Sony bei der A7R III fast alle behoben. Nicht meinetwegen natürlich, aber doch, weil das Userfeedback genau ausgewertet wurde.

Der elektronische Verschluss ist zwar absolut leise, aber leider auch nur beschränkt einsetzbar. Wenn Sie unkomprimiertes Raw eingestellt haben, benötigt die Kamera selbst bei 1/8000 s Belichtungszeit 1/13 s, um das ganze Bild auszulesen. Entsprechend stark ist der Rolling-Shutter-Effekt. Wenn Sie flimmerndes Licht haben, erhalten Sie eine starke Streifenbildung. Bei bestimmten Kunstlichtquellen oder stärker bewegten Motiven können Sie den elektronischen Verschluss also gleich wieder vergessen. Bei komprimiertem Raw liest die Kamera immerhin doppelt so schnell aus.

Der gleiche Effekt schränkt auch die Nutzbarkeit des Pixelshift-Modus ein. Denn die Kamera verwendet dabei immer den unkomprimierten leisen Modus. Wenn Sie blitzen, brauchen Sie also Belichtungszeiten von mindestens 1/13 s, der Abstand zwischen den 4 Belichtungen beträgt mindestens eine Sekunde, die Gesamtaufnahmezeit also mindestens 3 s. Das können andere besser.

Apropos andere können das besser: Ich habe es in drei Monaten nicht ein einziges Mal erlebt, dass die Sensorreinigung ein Staubkorn entfernt hätte. Und ich rede von Staubkörnern, die mit einem kleinen Gummiblasebalg problemlos zu entfernen waren. Das ist bei Olympus oder Canon deutlich besser. Gerade bei einer Spiegellosen, bei der der Sensor nah hinter dem Bajonett offen liegt, sollte eine bessere Methode zu finden sein.

Der Autofokus der A7R III ist bei Gesichtern hervorragend, wenn man die Kamera in AF-C machen lässt, ist er auch bei anderen Motiven oft sehr gut. Wenn man allerdings mehr Kontrolle übernehmen möchte, schwächelt das System bei kleineren Messfeldern aber deutlich. Immerhin können Sie in der Suchervergrößerung mit einem Fadenkreuz praktisch auf den Punkt scharf stellen, wenn auch nicht immer schnell. In der Gesamtheit ist der AF aber mit einer guten DSLR zu vergleichen. Der Sucher selbst lässt einen aber langsamer reagieren und auch nicht so schnell mitführen, wie das bei einer DSLR möglich wäre. Bei Personen ist die A7R III überlegen, bei schnellen Vögeln eher eine DSLR. Auch deswegen, weil die großen Teles noch nicht auf dem Markt sind, nach 100-400 mm Zoom ist bislang Schluss. Canon- oder Sigma-Teles funktionieren zwar mit Adapter, aber nicht auf dem Level, den Sport- oder Naturfotografen von guten DSLRs gewohnt sind. Insgesamt funktioniert der AF mit Adapter aber deutlich besser als an der A7R II.

Die Touchscreen-Unterstützung ist halbherzig, immerhin können Sie den Fokuspunkt verschieben. Wenn Sie das Sucherfeld in der Suchervergrößerung verschieben wollen, dann macht die Kamera das andersherum als beim Fokusfeld und für meine Anforderungen auch viel zu langsam. Auslösen über den Touchscreen geht nicht, das Menü können Sie darüber auch nicht bedienen.

Einer der Punkte, der mich wirklich nervt, ist, dass sich die Kamera oft gar nicht bedienen lässt, wenn die Kamera noch auf die Speicherkarte schreibt. Und was mich auch nervt, ist, dass in der Suchervergrößerung nicht die Blende oder Belichtungszeit angepasst werden kann. Die Bedienung ist etwas übersichtlicher geworden, immerhin haben die Reiter jetzt Überschriften. Aber das geht noch besser.

Meine Kamera hat öfter Probleme mit der Speicherkarte, vor allem im Slot I, die Karten selbst sind nicht das Problem, die laufen in den anderen Kameras problemlos, einmal in Amsterdam hat die Kamera ca. 35 Bilder hintereinander nicht auf die Karte geschrieben. Das war das einzige Mal, aber dass die Kamera die Speicherkarte neu eingesetzt haben möchte, passiert öfter. Ich vermute eine mechanisch nicht so gute Umsetzung der Kontakte. Genau wie beim Blitzschuh. Wer den entworfen hat, sollte bitte von Sony in die Hifi-Abteilung versetzt werden und nichts mehr bauen dürfen, was die Leute auch mit vor die Tür nehmen.
Wie wetterfest die Kamera ist, habe ich nicht wirklich ausprobiert, aber ich würde auch nicht zuviel erwarten. Sony könnte das meinetwegen genauer kommunizieren, als sie das jetzt tun.

Die Akkulaufzeit ist jetzt zwar recht gut, aber es gibt keine Fremdakkus und Sony kann wohl im Augenblick nicht liefern, ich habe jedenfalls von einigen gehört, dass Sie keine Akkus kaufen konnten. So etwas darf nicht passieren.

Die Bildqualität der Sony ist gut, bei langen Belichtungen habe ich allerdings Probleme mit Hotpixeln. Hier sollte Sony einen Weg finden, der weder Hotpixel- noch Star-Eater-Probleme mit sich bringt.

30s bei ISO 3200. Hotpixel sind leider immer noch ein Thema

Der Bildstabilisator ist super, gerade für alte manuelle Objektive.
Das neue Betriebssystem macht die Kamera schneller, es gibt aber keine Apps mehr. Den Touchless Shutter vermisse ich, den hätte Sony ruhig mit in die Firmware packen können. Die Umschaltung zwischen Sucher und Bildschirm ist manchmal immer noch ungenau. Generell dürfte der Sucher ruhig dann erst angehen, wenn das Auge nur noch wenige cm entfernt ist.

Die Verbindung mit dem Smartphone für die GPS-Koordinaten bricht mit dem iPhone 7 oft ab und muss immer händisch wieder aufgebaut werden. Wer genau daran Schuld ist, weiß ich nicht, aber es ist nicht praxistauglich.

Für die A7R IV wünsche ich mir: Einen schnelleren Sucher, einen besseren Spot-AF, weniger Bedienbremsen und mehr Responsiveness, robustere Auslegung und Wetterabdichtung, eine gute Touchscreen-Umsetzung, einen schnelleren leisen Verschluss, einen schnelleren Pixelshift-Modus (am besten so schnell wie die Serienbildfrequenz), den zweiten Kartenslot auch in UHS-II. Etwas mehr Auflösung wäre schön, aber mit den 42MP kann ich ganz gut leben.

Und, nach den ganzen Kritikpunkten: Insgesamt eine gute Kamera, inzwischen ernst zu nehmende Konkurrenz zur DSLR und ein großer Schritt nach vorne von der A7R II. Die meisten Nachteile sind gar keine technischen, sondern eher Designschwächen. Da kann Sony noch aufholen und vor allem früh den Profis Prototypen  in die Hand drücken.

Ein Blick in die Glaskugel für 2018

Traditionell denke ich am Jahresanfang über die kommenden Entwicklungen in der Fototechnik nach, meine Prognosen aus den letzten Jahren lasse ich unverändert im Netz stehen. Bei manchen Entwicklungen bin ich selbst verwundert, wie lange Sie brauchen. Zum Beispiel habe ich erst im November eine Kamera erworben, die einen der schnelleren Speicherstandards unterstützt, in diesem Fall UHS-II. Ich hätte gedacht, dass das früher der Fall sein würde.

In diesem Jahr werden sich spiegellose Systeme als gleichwertig zu den DSLRs zeigen. Manche werden fragen, warum das jetzt erst kommen soll und noch nicht so ist. Das liegt daran, dass es zwar Kameras gibt, die im AF mithalten können, wir z.B. die Sony A9, aber solange ein verhältnismäßig lichtschwaches 100-400mm-Zoom die längste Brennweite darstellt und die adaptierten Objektive ist schnell genug funktionieren, gucken Sportfotografen noch in die Röhre. Bzw. nicht in die Röhre, denn solche „Röhren“ wie ein 400mm f2,8 kommen erst in naher Zukunft.

2018 wird also das Jahr sein, in dem Spiegellose endgültig gleichziehen. In Zukunft werden sie sogar in manchen Belangen überlegen sein, zum Teil sind sie das jetzt schon. Aber wenn man genau hinguckt, ist vieles noch nicht rund. Der leise Verschluss einer Sony A7R III ist zwar geräuschlos, aber nur für wenig bewegte Motive gut zu verwenden. Es dauert 1/13s, ihn auszulesen, doppelt so schnell wird es nur mit komprimiertem Raw. Die Sony A9 ist deutlich schneller, kommt aber bei Auflösung, Farbe und Dynamikumfang nicht an die A7R III heran. Hier liegen auch noch Probleme, die die Kameraindustrie lösen muss, bevor Global Shutter Wirklichkeit werden können. Ein Global Shutter ist ein elektronischer Verschluss, der keine Auslesezeit mehr hat, sondern das ganze Bild auf einmal erfasst. Stellen Sie sich das einmal im Blitzbetrieb vor: Sie können Belichtungszeiten verwenden, die nur von der Abbrennzeit des Blitzes begrenzt werden. Ich vermute, manche Blitzhersteller wie z.B. Hensel haben damit gerechnet, dass das früher kommen würde, sonst hätten Sie wahrscheinlich schon längst Blitze mit HSS (HighSpeedSync) gebracht. HSS wäre mit einem Global Shutter nicht mehr nötig. Ich rechne noch nicht für 2018 damit, sage aber ganz klar: Global Shutter wäre für mich ein Grund, eine neue Kamera zu kaufen. Der Rolling Shutter-Effekt würde damit dann genauso der Vergangenheit angehören.

Da Spiegellose nun wirklich reif geworden sind, müssen die DSLR-Hersteller auch etwas bringen. Nicht etwas wie Nikon 1 oder EOS M, sondern etwas Richtiges  im Vollformat, das die technischen Vorteile eines spiegellosen Systems zur Geltung bringt. Es gibt bereits Patente dazu von Canon und Nikon, ich erwarte, dass Nikon schon 2018 etwas bringen wird, von Canon wird auch etwas kommen, aber ich bin mir nicht sicher, ob schon in diesem Jahr. Der Dual Pixel AF von Canon ist eine sehr gute Voraussetzung für eine spiegellose Kamera, das EF-Objektivsystem ebenfalls ein großer Vorteil, genauso wie eine native Unterstützung von Nikkor-Objektiven eine neue Nikonkamera mit einem Startvorteil versehen würde. Sony ist aber de facto schon einer der großen drei Kamerahersteller geworden, die Lücken im Objektivprogramm werden bald geschlossen sein und die Entwicklungsgeschwindigkeit wird bei den Kameras weiterhin hoch bleiben.

Apropos Objektive. Es werden sicher eine Menge sehr guter Objektive in naher Zukunft auf den Markt kommen, ein Supertele und ein 135er von Sony, ein 200-600 und ein neues 50er von Canon etc. Manche der neuen Objektive sind nahezu perfekt, manchmal wirken die Bilder aber dadurch fast schon etwas tot. Auch 2018 werden wieder mehr Fotografen den Charme alter analoger Objektive wiederentdecken und das wird ein Trend sein, der bleiben wird, ähnlich wie sich die Langspielplatte wieder etabliert hat. Mit alten Objektiven zu arbeiten ist sinnlich, günstig und spannend, manche davon sind viel besser als Sie ahnen würden. Die analoge Fotografie ist mühselig und ist leider auch schlechter als früher, da das Filmangebot immr kleiner wird und die Labors meist auch nur scannen und ausbelichten und nicht mehr abziehen. Die Arbeit mit analogen Objektiven ist aber besser als sie das jemals war, auch dank Bildstabilisator im Kameragehäuse oder Suchervergrößerung zum Scharfstellen.

Ein ca. 40 Jahre altes Nikon 35mm f1,4 trägt mit seinen Unperfektheiten hier sehr zur Bildstimmung bei.

Adobe hat Lightroom in einer Cloud-Variante herausgebracht. Für den Fotografen hat das eher wenig Vorteile, es ist langsamer durch die Datenübertragung und wird schnell teuer, wenn Sie mehr Platz benötigen. Aber denken Sie etwas in die Zukunft, wenn Sie alle Arbeitsschritte online machen und die Bilder auf Servern liegen, kommen die Server schnell an die Bilder und können sie automatisch analysieren und verschlagworten. Sie trainieren dann mit jedem Bearbeitungsschritt eine Künstliche Intelligenz, die mit den gesammelten Daten dann automatisch Bearbeitungsvorschläge macht. Wenn Sie die Bilder automatisch in Webdienste exportieren wie zum Beispiel an Instagram, dann kann die Software sogar Likes zählen und nachschauen, welche Bearbeitungen besonders gut ankommen. Es gibt also jetzt schon einen beginnenden Trend zur KI-unterstützten Bildoptimierung. Es gibt auch schon KI-Systeme, denen Sie nur noch mitteilen müssen, was der Bildinhalt sein soll und die dann die Bilder fast aus dem Nichts erzeugen. Glauben Sie nicht? Dann gucken Sie doch einmal hier: https://www.theverge.com/2017/10/30/16569402/ai-generate-fake-faces-celebs-nvidia-gan und hier https://www.youtube.com/watch?v=0fhUJT21-bs

Irgendwann wird es Maschinen geben, die in Echtzeit fotorealistische „Träume“ erzeugen können, die Vorstellung, dass die Künstliche Intelligenz es schwer haben wird, im kreativen Bereich genutzt zu werden, halte ich für sehr naiv. KI wird in fast allen Lebensbereichen große Änderungen bewirken.

Doch erstmal zu etwas Naheliegenderem, neuen Kameras: Die A7 III und A7S III werden sicher bald kommen, sie werden einige der Vorteile der A7R III auch in diesen Reihen verfügbar machen. Canon wird wohl weiter die Vollformatkamera mit der höchsten Auflösung anbieten, ein Nachfolger der 5Ds kommt. Wenn ich raten müsste: mit der Bedienung der 5D Mark IV, 60MP und besserem Dynamikumfang. Die 7D Mark III erscheint auch 2018 und wird bei der Bildqualität zulegen, vielleicht überrascht uns Canon auch mit echten Neuigkeiten im technischen Konzept. Es wird trotzdem viele Leute geben, die über Canon meckern werden und weiter viele Profis die mit den Kameras zufrieden ihren Job machen. Von der technischen Entwicklung werden alle großen Marke profitieren, wer die Notwendigkeit sieht, zu „switchen“, sollte sich fragen, woher das eigentlich kommt. Bei manchen Fotografen habe ich das Gefühl, dass sie sobald eine Kameraausrüstung rund ist, eine neue aufbauen müssen, eher um ihren Sammeltrieb zu befriedigen, als dass sie sich damit fotografisch weiterbringen.

Ich selbst arbeite mit Canon und Sony, halte die D850 für eine der besten Kameras überhaupt und freue mich über jede Innovation, die von Pentax, Olympus, Panasonic, Leica, Fuji und anderen kommt. Fanboys finde ich anstrengend, wir profitieren alle von einem breiten Fotomarkt, und wenn ich mir anschaue, wer früher alles Kameras und Objektive hergestellt hat, dann haben wir schon jetzt an Marktbreite eingebüßt. Aber früher konnten Sie Kameras mit etwas Uhrmacher-Knowhow in einem Hinterhof herstellen. Heute ist das ein Technologieprojekt, das nur noch ein Großkonzern stemmen kann. Zumindest wenn man von analogen oder simplen digitalen Crowdfunding-Projekten absieht, aber da ist auch viel Schrott darunter. Die neue Yashica ist ein Beispiel, ich denke, dass das in der derzeitigen Form bei vielen Unterstützern für Enttäuschung sorgen wird. Immerhin wurden damit bei Indiegogo schon über 1,3 Mio $ eingesammelt, und die meisten Smartphones sind deutlich bessere Kameras als diese. Es bleibt zu hoffen, dass es bessere Ideen und technische Konzepte geben wird, die die Sehnsucht nach einer ursprünglicheren Fotografie werden befriedigen können. Sie kennen diese Sehnsucht nicht? Dann lesen Sie doch einfach das Menü einer aktuellen Sony von vorne bis hinten durch, dann sollte sich diese auch bei Ihnen einstellen 😉

Im Eingangsbereich einer Ausstellung im ZKM sind Kameras aufgebaut, die Ihnen mitteilten, wie groß Sie sind und wie alt Sie wahrscheinlich sind. Die Kamerasysteme von heute kümmern sich nicht mehr nur um Bilderfassung sondern auch um Bilderkennung. Bald wird jedes Auto mehrere Kameras haben, die auch die Absichten der Verkehrsteilnehmer voraussagen können, zumindest innerhalb ähnlicher Grenzen, wie es auch menschliche Autofahrer können. Es werden mehr Kameras von Maschinen genutzt werden als von Menschen. Der Kameramarkt wird also deutlich wachsen und die technischen Fortschritte zurückfließen in den eigentlichen Fotomarkt. Die Gesichtserkennung ist heute schon sehr gut, wer den Dual Pixel AF einer Canon nutzt, den Eye-AF einer Sony oder manch andere Systeme, der kennt das aus eigener Erfahrung. Aber warum soll die AF-Unterstützung da stehen bleiben? Anhand von Bewegungsschemata oder Bildanalyse kann eine Kamera auch auswerten, was wohl unser Motiv ist. Dass eine Kamera z.B. auf die Wellen vor einem Wasservogel scharf stellt, wird irgendwann einmal Vergangenheit sein.

Für den Fotografen (und das ist hier nur ein Beispiel, weil es tatsächlich für alle Menschen gilt) wird es immer wichtiger, zu erkennen, was ihm die Technik vorgibt und erleichtert und davon zu unterscheiden, was er eigentlich erreichen und ausdrücken will. Es wird bestimmt nicht mehr lange dauern, dass Programme wie Lightroom Ihnen die besten Bilder einer Reihe automatisch vorschlagen, eine Grundbearbeitung über eine Automatik motivabhängig vornehmen und bestimmte „Fehler“ direkt entfernen können. Wenn Sie sich angucken, was Apps wie Google Photo schon vor Jahren gemacht haben, dann ist das wirklich keine Zukunftsmusik, sondern eine absehbare Entwicklung. Jedes Handy kann heute schon automatisch Selfies „schöner“ machen, eine Software wie Portrait professional treibt die automatische Verschönerung zu absurden Höhen, das gleiche können Sie auch mit Landschaftsbildern machen. Den Link http://www.landscapepro.pics/ poste ich hier nur als Warnung, nicht als Empfehlung, Landschaftsfotos sehen heute zum großen Teil auch so schon gleich aus. Wenn Sie Bilder machen möchten, die nicht im Strom untergehen und die eine persönliche Qualität haben, dann müssen Sie solchen Entwicklungen zumindest zum Teil widerstehen und sie sich im Ganzen bewusst machen. Auch Facebook macht mehr mit Ihnen als Sie mit Facebook. Und wir stehen erst am Anfang einer exponentiellen Entwicklung, Digitalisierung und Internet sind harmlos gegenüber dem, was Robotik und KI noch für uns bereithalten werden. Auch wenn viele von uns wahrscheinlich Maschinen erleben werden, die ihnen kognitiv überlegen überlegen sein werden (Damit, liebe Leser, spiele ich nicht auf Ihre Intelligenz an, sondern allein auf Ihr Lebensalter), sollten sie nicht vergessen, dass Sie als Mensch Stärken haben, die nicht so leicht veralten werden.

Denken Sie aber daran, dass der Fortschritt auch von Ihnen ausgeht. Jeder einzelne entscheidet durch sein Verhalten mit, wohin die Reise geht. Bei den meisten Dingen müssen Sie nicht auf Entscheidungen aus Politik oder Wirtschaft warten, um selbst etwas zu ändern oder zu bewirken.  Es gibt eine Menge wichtigerer Dinge als die Wahl der nächsten Kamera. Aber es wäre schön, wenn wir auch in Zukunft die Möglichkeit haben werden, so unwichtigen Luxusproblemen unsere Zeit zu widmen. Die Welt wird sich in den nächsten 20 Jahren stärker ändern als in den letzen 50. Machen Sie was draus!

 

 

 

Sony A7R III – erste Eindrücke

Seit geraumer Zeit ist Sony mein Zweitsystem. Es ist nicht so, dass ich mit Canon nicht alles machen könnte, aber da ich außerhalb der Canon-Bücher auch allgemeiner gehaltene Fotobücher schreibe, hilft mir das, kein Fachidiot zu werden. Bei Erscheinen der A7R III bin ich von der A7R II umgestiegen und habe inzwischen genug Bilder gemacht, um erste Eindrücke zusammenzufassen.

Die Kamera besitzt den gleichen Sensor wie die A7RII, die Elektronik dahinter ist etwas verbessert, die Bildqualität nur marginal besser. Wer Landschaft fotografiert und eine bessere Bildqualität möchte, der kann ruhig eine Generation aussetzen. Die hauptsächlichen Unterschiede sind:

  • Schnellerer Verschluss mit 10 statt 5 Bildern pro Sekunde
  • Besserer AF
  • Größere Batterie (wie A9)
  • Sucher und Monitor etwas besser und schneller
  • (ein bisschen) Touchscreen
  • Joystick
  • Zwei Kartenslots für SD, einer davon UHS-II
  • Pixel-Shift-Mode (De-Bayering)

Dazu kommen eine Menge kleiner Veränderungen, die zum allergrößten Teil auch Verbesserungen sind.

Ich habe die A9 getestet und diese setzt auf den Silent-Mode, der mechanische Verschluss der A9 schafft nur 5 fps statt 20fps. So fing ich also an, erst den elektronischen Verschluss der A7R III zu verwenden. Ich bin davon schnell wieder abgekommen, denn  er ist für viele Anwendungen unbrauchbar. Bei flimmerndem Licht erzeugt er schnell Streifen und er wird so langsam ausgelesen, dass es selbst bei Porträts im Gehen zu starken Verzerrungen kommen kann, der Rolling Shutter-Effekt ist so stark, dass er bei bewegten Motiven schnell zu sehr deutlichen Verzerrungen führt. Ich werde ihn nur noch bei fast unbewegten Motiven verwenden, und wenn die Lautstärke wichtig ist. Die A7R III ist schafft allerdings auch mit mechanischem Verschluss 10 Bilder pro Sekunde, so dass der Nachteil gut zu verschmerzen ist.

Ein Beispiel für den Rolling-Shutter-Effekt: Die Reflexionen im Wasser verlaufen in Wirklichkeit senkrecht, der elektronische Verschluss verzerrt das Bild durch das zu langsame Auslesen.

Apropos unbewegte Motive: Der neue Pixel-Shift-Modus erlaubt, vier Bilder mit jeweils um einen Pixel verschobenem Sensor aufzunehmen. Diese werden dann zu einem Bild zusammengerechnet (nicht in der Kamera, nur am Computer), das eine höhere Detailauflösung aufweist und kein Moiré mehr hat, da für jedes Pixel Rot, 2*Grün und Blau aufgezeichnet werden. Die Bilder sind sichtbar schärfer und detailreicher, allerdings müssen die Einzelaufnahmen mindestens eine Sekunde auseinander liegen und es gibt keine Bewegungserkennung. Bewegungen erzeugen sofort Artefakte. Bei anderen Herstellern lassen sich die Multishot-Aufnahmen unmittelbar hintereinander ausführen, ich habe keine Ahnung, warum die Sony dabei mindestens eine Sekunde braucht. Aber das dürfen sie gerne nachbessern.
Auf die Bilder klicken für 1:1-Ansicht:

Ohne Pixelshift

Mit Pixelshift

Sony hat bei der A7R III genau wie bei der A9 auf ein neues Betriebssystem gesetzt, dass keine PlayMemories-Apps mehr zulässt. Das war eh krampfig gelöst und dass ich nun keine 3s mehr auf eine 1:1 Rückschau mehr warten muss, finde ich auch angenehm. Ich brauche keine Apps in einer Kamera, aber ein paar der Möglichkeiten hätte ich gerne fest in der Firmware. Vor allem den Touchless Shutter, den ich recht häufig verwendet habe und Zeitrafferaufnahmen. Es gibt Leute, die sagen, die A7R III würde keine Timelapses mehr aufzeichnen können, aber diese haben sich noch nicht gut genug mit der Kamera beschäftigt. Es ist allerdings nicht besonders gut umgesetzt. Wenn Sie die Kamera auf S&Q stellen, können Sie mit minimal 1fps aufzeichen und mit 25 oder 50fps abspielen. Es ist also eine 50fache (in NTSC 60fache) Zeitrafferaufnahme möglich. Aber nur in HD. Ich würde mir wünschen, dass Sony hier auch nachbessert. Wenn sie noch Inspiration dafür brauchen, sollten sie sich die Canon 6D Mark II anschauen, die kann 4K-Zeitraffer mit guter Rückmeldung und auch mit Belichtungsautomatik. Sony reagiert tatsächlich auf Anwenderwünsche, die meisten Dinge, die mich an der A7R II genervt haben, sind in der neuen Kamera behoben, ein paar sogar bereits in der Firmware der A7R II.

Der AF ist gegenüber der A7R II deutlich verbessert worden. An Objektiven mit dem MC-11 auch deutlich besser, aber manchmal sucht die Kamera noch recht lange, gerade im AF-S. Als ich die A9 testete, war mein MC-11 schlecht und der mit der Beta-Firmware, den Sigma mir geliehen hat, deutlich besser. Also mal abwarten, ob das nächste Update die AF-Leistung der A7R III auch deutlich verbessert. Ich habe mit auch ein zusätzliche Sony-Objektiv gekauft, um den AF wirklich beurteilen zu können, das SEL70200G, also das 70-200 f4. Der AF ist tatsächlich sehr schnell und griffig, das Objektiv ist scharf und liefert gute Farben, es ist allerdings sehr streulichtempfindlich und als mir heute die Streulichtblende aus einem Meter Höhe auf den Boden fiel, hatte sie gleich einen Riss. Das führt nicht gerade dazu, dass man Vertrauen in die Robustheit des Rests aufbaut. Bei Canon hätte das höchstens einen leichten Kratzer gegeben. Trotzdem ist das insgesamt ein gutes Objektiv, das mit der A7R3 Spaß macht. Die Kamera kann inzwischen mit den guten DSLRs mithalten, was den AF betrifft, eine Einschränkung gibt es noch in der Verfügbarkeit der nativen Objektive, Superteles gibt es nicht, bei den Zooms ist bei 400mm mit mageren f5,6 Schluss. Das wird sich im nächsten Jahr ändern und diese Einschränkung betrifft nicht die Kamera selbst. Diese hat in manchen Situationen sogar Vorteile, wie etwa einen sehr guten Augen AF und AF auch bei vergrößerter Sucheransicht. Ich würde sagen, die A7R III ist die zweite echte Profikamera im E-Mount-System nach der A9. Ich persönlich finde sie gelungener als die A9.

In der Bedienung und Konfigurierbarkeit hat es sehr viele kleine Verbesserungen gegeben. Zum Beispiel gibt es jetzt ein Favoriten-Menü, Sie können Bilder in der Kamera bewerten und den AF-Punkt per Touchscreen bedienen. Ich empfehle dafür die Bedienfläche auf die rechte Bildschirmseite zu begrenzen, das erspart Ihnen eine  Nasenamputation oder wahlweise das ständige unabsichtliche Verstellen des Fokuspunkts. Unverändert ist der kranke Blitzschuh, den Blitzschuhschoner lassen Sie am besten gleich auf der Kamera.

Fazit: Müssen Sie jetzt das System wechseln? Nein. Müssen Sie Ihre Sony updaten? Das kommt darauf an. Wenn Sie viel mit bewegte Motiven zu tun haben und es Leid sind, dass Ihnen manche Fotos durch die Lappen gehen, dann sollten Sie. Und wenn Sie an ihrer alten Kamera viele Details nerven, die nun besser gelöst sind, dann können Sie darüber nachdenken. Wenn Sie eine bessere Bildqualität erwarten, dann lassen Sie es sein.

Für Sony: Touchless Shutter, Pixelshift als Serienbild und eine 4K-Timelapse-Funktion hätte ich gerne bald in einer neuen Firmware. In der nächsten Kamera wünsche ich mir einen silent mode, in dem man tatsächlich arbeiten kann (oder sogar global shutter? 🙂 ), einen Sucher, der nicht mehr so pixelig ist, bessere Benutzerführung und einen Touchscreen, der auch das Menü unterstützt. Bei Canon abgucken reicht. Der neue Sucher ist schon besser geworden, auch die Farben des Bildschirms sind viel besser als vorher, aber da geht noch was. Star-Eater habe ich noch nicht testen können, aber wenn das nicht besser geworden ist, bleibt das ein Thema. Und auch wenn ich in meinen Artikeln kritischer klinge als die meisten anderen, insgesamt haben Sie einen guten Job gemacht.

 

Sony A7R III vorgestellt

Sony hat den Nachfolger der A7R II mit viel Marketing-Wirbel vorgestellt, es ist eher ein evolutionäres Update, aber offensichtlich habe Sie dabei den Fotografen zugehört, denn es sind wirklich etliche Dinge verbessert worden, die an der A7R II genervt haben.

Die Kamera ist nun doppelt so schnell (AF und Bildwiederholrate), hat zwei Kartenslots, von denen leider nur einer UHS II kann. Der Sucher ist deutlich besser geworden, der Bildschirm kann rudimentär mit Berührungen gesteuert werden, was aber z.B. das gesamte Menü ausnimmt, mit dem, was Sie von anderen Kameras gewohnt sein mögen, hat das also nicht so viel zu tun. Immerhin lässt sich der Fokuspunkt setzen. Ebenso hilft ein Joystick jetzt bei der AF-Feldwahl. Ich hoffe, dass sich auch die Haltbarkeit der Bildschirmbeschichtung verbessert hat, eine Schwachstelle aller A7 von Anfang an.

Etwas aufgeräumter als der Vorgänger, mit Touchscreen und Joystick. Bild: Sony

Die Babyakkus gehören der Vergangenheit an, es werden nur die selben Akkus wie in der 9D verwendet, die 2,2 mal länger halten. Auch der Batteriegriff der A9 passt. Ihre Apps von der A7-Reihe werden Sie auch nicht weiterverwenden können, weil Sony jetzt auf das das Betriebssystem der A9 setzt. Leider scheinen ein paar Nachteile weiterzubestehen, so ist es immer noch nicht möglich, die Kamera uneingeschränkt zu bedienen, während auf die Speicherkarte geschrieben wird. Das unübersichtliche Menü ist nicht mehr ganz so schlimm, weil die Kamera nun ein MyMenu hat, in dem Sie die wichtigsten Punkte versammeln können. Zudem gibt es endlich eine Bewertungsfunktion, mit der Sie Bilder bereits nach der Aufnahme markieren können.

Die A7R III verwendet den gleichen Sensor wie die A7RII, es bleibt bei 42,4MP, allerdings steigt der Dynamikumfang und die ISO-Leistung um ca. eine Blende. Es sieht so aus, als würde die EOS 5Ds R noch eine Weile die hochauflösendste Vollformatkamera bleiben, denn auch Nikon hat bei der D850 auf 45MP gesetzt. Wahrscheinlich wird es Canon sein, die mit der 5Ds II die Auflösungsgrenze weiter erhöhen.

Der Bildstabilisator soll nun 5,5 Blendenstufen statt 4,5 schaffen, die Ergonomie wurde ein wenig verbessert, Video unterstützt sLog und HDR, aber immer noch maximal 30 FPS bei 4K. Autofokus funktioniert auch bei vergrößerter Sucheransicht noch.

Neu ist auch ein Multishot-Modus, wie Sie ihn vielleicht von Hasselblad, Olympus oder Pentax schon kennen. Es scheint allerdings so, dass es auch in diesem Modus bei 42,4MP bleibt, dafür aber ohne die Schwächen des Bayer-Musters. Für absolut unbewegte Motive lässt sich so ein Bildqualitätsgewinn erzielen.

Das klingt vielleicht insgesamt nicht überwältigend und nüchterner als auf den ganzen Seiten, die die Fanboys bedienen möchten. Wer Landschaften fotografiert, kann mit der A7R II weiterarbeiten, auch mit der A7R. Wer aber eine Kamera möchte, die universell zu verwenden ist, die zwei Kartenslots für die Sicherheit beim Job bietet, einen AF hat, mit dem man aller Voraussicht nach wirklich gut arbeiten kann und die im Sucher eine viel bessere Rückmeldung bietet, für den wird sich ein Wechsel lohnen. Zumal mit 10 FPS auch Actiontauglichkeit gegeben ist, ohne Abstriche bei der Bildqualität in Kauf zu nehmen. Wer die Auflösung nicht braucht, der wird wahrscheinlich mit der A7 III bald eine günstigere Alternative erhalten. Der Anfangspreis ist übrigens gleich geblieben, 3499€. Wenn man die Patentanmeldungen verfolgt, scheint es, dass auch Nikon und Canon 2018 professionelle Spiegellose vorstellen werden, der Fotomarkt bleibt spannend, auch wenn man mit dem derzeitigen Stand der Technik als Fotograf schon mehr als gut arbeiten kann.
Die A7R III ist nach der A9 Sonys zweite wirkliche Profikamera geworden, insgesamt gehen sie aggressiv in den Markt. Ich hoffe sehr, dass wir immer mindestens drei große Kamerahersteller haben werden plus ein paar kleine, die sich trauen, Dinge anders zu machen.

Canon EOS 6D Mark II: Erfahrungsbericht

Da die Arbeiten zu unserem Buch über die 6D Mark II schon recht weit fortgeschritten sind, komme ich endlich wieder dazu, mich dem Blog widmen zu können. Ich habe inzwischen einige Erfahrung sammeln können. Ich besaß auch die erste 6D, jedenfalls bis sie mir auf Teneriffa geklaut wurde. Das einzige, was mich an der ersten 6D wirklich genervt hat war diese „Andeutung eines Autofokus-Systems“, das war für damals schon zuwenig. Um es vorwegzunehmen: Ich mag die EOS 6D Mark II, sie ist nicht perfekt (was allerdings keine Kamera ist, die ich kenne), aber Sie leistet sich auch keine Schwächen, die ihre Anwendung begrenzen würden.

Was Canon sehr gut gelöst hat, ist die Bedienung. Da liegt Canon ohnehin vorne, aber die 6D Mark II ist noch einmal etwas klarer geworden. So sind die Tasten auf der Oberseite einfach belegt. Ein Druck auf die Taste und eine Drehung den Hauptwahlrads reichen aus. Die AF-Feldwahl lässt sich direkt mit der entsprechenden Taste durchwählen. Der Body ist insgesamt gelungen, ergonomisch und durchdacht. Wenn ich überhaupt etwas kritisieren würde, dann die mickrige Abblendtaste. Aber die Funktion können Sie sich auch eine andere Taste legen lassen.

Der Touchscreen ist super und kann alles. Die Menüs lassen sich komplett bedienen, die Schärfe legen und Auslösen im Livebild ist auch kein Problem. Der Autofokus im Livebild ist großartig, ich habe mir angewöhnt, Porträts wird lichtstarken Objektiven fast nur noch im Livebild aufzunehmen. Der AF Bereich ist viel größer und die Gesichtserkennung sehr genau, auch bei Bewegungen. Der Sucher ist zwar auch sehr gut einsehbar, groß und klar, aber bei Porträts müssen Sie genau arbeiten, denn die Farberkennung, die bei Gesichtern helfen soll, kann nicht viel. Nikon macht das besser, dafür ist das Livebild bei Nikon schlechter zu verwenden.

AVD Nachtrennen mit der 6D Mark II

Die Bildqualität ist gut, der Dynamikumfang aber tatsächlich nicht berauschend. Die Farbdarstellung ist sehr gut, die einzigen Schwächen, die ich erlebt habe, lagen an Lightroom und nicht an dem, was aus der Kamera kommt. Ich hoffe das Lightroom 2017, das bald kommt, nicht nur an der Geschwindigkeit, sondern auch an den Farben etwas ändert. Bei schwachem Licht ist die Kamera nicht nur sehr gut zu bedienen, weil der AF gut mithält, sondern die Ergebnisse sind auch sehr brauchbar. Auflösung und Schärfe sind gut, der AA-Filter scheint viele Details zu erhalten. Der Bildschirm ist sehr gut abgestimmt, bei schwierigen Naturtönen können Sie die Kamera neben das Motiv halten und alles passt. Zumindest, wenn Sie einen Bildstil wie Standard eingestellt haben.

Die Akkudauer ist prima, allerdings zieht das GPS, wenn sie es eingeschaltet haben und die Kamera nicht richtig ausschalten. Ich habe beim Autorennen am Nürburgring den ersten Akku nach über 3400 Aufnahmen gewechselt, und das war nur ein LP-E6 und kein LP-E6N.

Livebild macht selbst am Supertele noch Spaß

Die SCN-Modi für Anfänger hätte man gerne weglassen können, allerdings stören sie ja auch nicht. Die beworbene elektronische Bildstabilisierung bringt wenig. 4K-Timelapse ist allerdings großartig, das hätte ich auch gerne in der 5D Mark IV.

Das Blitzsystem und Objektivangebot sind wie immer bei Canon großartig. Die 5D Mark IV ist sicher die in manchen Details professionellere Kamera, aber ich würde mir mit der 6D Mark II auch für fast jeden Job gut gerüstet vorkommen. Für Hochzeitsfotografie, People, Industriereportage, Naturfotografie, zum Teil Sport etc. ist sie sicher ein hervorragendes Werkzeug. Wenn Sie auf 4K verzichten können, ist die 6D Mark II auch gut im Video, der AF ist jedenfalls voll videotauglich, was man von einer Sony A9 z.B. nicht sagen kann.

Die alte 6D hat einen noch von bestimmten fotografischen Möglichkeiten ausgeschlossen. Ich erinnere mich an einen Tanz bei einer Hochzeit bei schwachem Licht. Der AF war unfähig, eine einigermaßen zufriedenstellende Trefferquote zu erzeugen. So etwas passiert mit der 6D Mark II nicht mehr, die Kamera kann alles, was man braucht. Manchmal ist dafür vielleicht der Livebildmodus zu verwenden, der ist jedenfalls so gut, dass Sie ihn nicht außer acht lassen sollten.

Makro mit der 6D Mark II

Macken gab es wenige, bei ein paar Blitzen brauchte ich eine neue Firmware, ein Ringblitz von Yongnuo wurde ausgemustert. Das Sigma 35er ART war im Livebildmodus nicht sauber zu verwenden, aber Sigma Japan ist wohl an einer neuen Firmware dran. Und nein, ich meine damit nicht die Objektivaberrationskorrektur, die sollten Sie bei Fremdobjektiven eh lieber ausmachen.

Wer über seine erste Vollformat, einen Nachfolger zur 6D oder einen Vollformat-Zweitbody zu vertretbarem Preis nachdenkt, dem kann ich nicht abraten.

https://www.rheinwerk-verlag.de/canon-eos-6d-mark-ii_4552/?GPP=westphalen

 

 

 

Canon: Vier neue L-Objektive

Die nächsten vier Objektive hat Canon zwar noch nicht offiziell vorgestellt, aber die Informationen sind inkl. sehr glaubwürdiger Abbildungen bereits im Netz zu finden. Es handelt sich um drei Tilt-Shift-Objektive und ein 85er f1,4 IS. Wer auf ein günstigeres lichtstarkes 85er von Canon gehofft hat, wird wahrscheinlich enttäuscht werden, nach Bauart Sieht das eher nach um die 2000€ (Update: 1599€ UVP) aus, auch weil es das erste 85mm f1,4 mit Bildstabilisator ist.

Die TS-E-Objektive sind ein 50mm f2,8, ein 90mm f2,8 und ein 135mm f4 (Update:jeweils 2548€ UVP. Die ersten beiden lösen das wenig scharfe 45mm f2,8 und das sehr scharfe, aber nicht so flexible 90mm f2,8 ab, das 135er hat keinen Vorgänger. Alle drei Objektive sind makrotauglich bis 1:2, verschieb- und verschwenkbar und als L-Objektive ausgelegt, AF gibt es bei den TS-E-Objektiven natürlich nicht. Es ist davon auszugehen, dass sie hammerscharf sind und auch am 5Ds R-Nachfolger noch Spaß machen werden.

Ein neuer Makro-Doppelblitz, der MT-26EX-RT, kommt ebenfalls (1249 EUR UVP, *hust*). Der Blitz hat ein helles LED-Einstelllicht und unterstützt Funksteuerung.

Nikon D850 vorgestellt

Nachdem viele gesagt haben, die müssen jetzt aber mal, haben die jetzt ordentlich. 😉

Die Nikon D810 war eher ein Facelift der D800E, eine sehr gute Kamera, aber sehr nah an einer, die bereits seit Anfang 2012 auf dem Markt ist. Nikon hat nun mit der D850 einen großen Schritt gemacht und eine Kamera vorgestellt, die 45,4MP mit 7 bzw 9 Bildern (mit Batteriegriff und Hochleistungsakku) pro Sekunde verbindet und dabei das Profi-AF-System der D5 verwendet. 4K-Video ohne Crop ist ebenfalls an Bord. Eine Kamera die so hohe Auflösung und Geschwindigkeit miteinander kombiniert, gibt es auf dem Markt noch nicht. Wenn der Dynamikumfang dem der D810 entspricht, ist die Kamera auch eine sehr ernst zu nehmende Konkurrenz für viele Mittelfomatkameras. Im Handling, der Geschwindigkeit und in der Objektivauswahl ist die D850 ohnehin überlegen, und die Bildqualität wird keinen großen Unterschied ergeben, wenn man nicht gegen die 100MP-CMOS-Rückteile vergleicht. Nikon hat den Sensor selbst entworfen, es handelt sich aber um einen BSI-Sensor, wie er auch in der A7R II steckt und er wird wohl auch von Sony (Update: Vielleicht auch von TowerJazz aus Israel, Update2: Vielleicht aber auch nicht: https://nikonrumors.com/2018/06/15/new-reports-indicate-that-the-nikon-d850-sensor-imx309aqj-is-made-by-sony.aspx/) gefertigt worden sein. Für eine wahrscheinlich kurze Zeit hat Nikon damit den besten Sensor auf dem Markt, beim baldigen erscheinen der A7R III kann sich das ändern. Das Gesamtpaket wird dann trotzdem Bestand haben, schließlich ist die D850 eine schnelle und robuste Profi-DSLR.

Nikon D850 -Bild: Nikon

Ich bin kein Freund von eingebauten Blitzen in Profikameras, ich hatte eine D800E und der Blitz hat mich genervt, weil ich ihn auch schon mal aus Versehen ausgeklappt habe. Er macht die Kamera weniger robust und den Platz sollte man eher einem besseren Sucher zugute kommen lassen, zumindest bei Vollformat-Kameras. Nikon hat das bei der D850 auch so gemacht.

Der SD-Kartenslot unterstützt UHS-II, daneben steht noch ein XQD-Slot zur Verfügung. Das Touch-Display lässt sich nach oben und unten neigen. Die Kamera ist auch keine heiße Luft bzw. Vaporware, was nach dem noch vor kurzem verwendeten Wort „Entwicklungsankündigung“ nach zu befürchten war, sondern Sie können Sie bereits Anfang des nächsten Monats (9.2017) für 3799 EUR kaufen.

Die ersten richtigen Tests bleiben abzuwarten, aber bislang habe ich nichts zu meckern und bin beeindruckt.

http://www.nikon.de/de_DE/product/digital-cameras/slr/professional/d850#techspecs

Canon EOS 6D Mark II ist da

Canon hat heute die EOS 6D mark II vorgestellt. Ich werde hier nicht das Marketingmaterial wiederholen, sonder kurz das Wichtigste zusammenfassen und eine Einschätzung abgeben.
Informationen von Canon finden Sie hier: http://www.canon.de/cameras/eos-6d-mark-ii/

Die 6D Mark II hat 26,2 MP, den hohen Dynamikumfang der EOS-Kameras seit der 80D, ISO 40.000, erweiterbar auf ISO 102.400.
Der AF besitzt 45 Punkte und ähnelt dem der 80D, das führt leider zu einer relativ geringen Sucherabdeckung, allerdings arbeitet er bis LW -3 und Blende 8. Zudem gibt es im Livebild einen Dual-Pixel-AF (DPAF) mit 80% vertikaler und horizontaler Abdeckung, der sich über das Vari-Angle-Touchdisplay steuern lässt. Die Kamera schafft 6,5 Bilder/s (zum Vergleich, die 5D Mark IV macht auch nur 7), im Livebild 4. Der Body ist relativ klein und leicht, etwas dicker als die originale 6D durch das Schwenkdisplay.

EOS 6D Mark II
Bild: Canon

Der Akku schafft 1200 Bilder mit einer Ladung, das ist ein extrem hoher Wert, bei einer Sony A7 II haben Sie da schon den vierten Akku eingelegt.
Das Gehäuse besteht aus einer Alulegierung und Kunststoff, unterstützt GPS, WLAN und Low-Energy-Bluetooth und ist wetterabgedichtet.
Im Video wird FullHD mit 60FPS unterstützt, HDR-Video und eine Bildstabilisierung, zu der ich leider noch nicht die genaue Funktionsweise herausfinden konnte. Der Video-AF ist absolut hervorragend und lässt sich leicht über Touchscreen steuern. Wem FullHD reicht, der wird damit glücklich, wer 4K möchte, sollte woanders gucken. Bei der 5D Mark IV frisst 4K allerdings auch enorm Daten und hat nur einen Cropfaktor von 1,74. Zeitraffervideos können allerdings in 4K aufgezeichnet werden, was großartig ist, zudem kann man die Einzelframes bei 8MP auch fotografisch nutzen. Ich würde mir wünschen, das Canon dieses Feature auch für die 5D Mark IV per Firmware-Update nachreicht.
Der Verschluss schafft 1/4000s und 1/180s Blitzsynchronzeit, das kennen Sie von der 6D schon.

Ich habe die 6D auch besessen, bis Sie mir gestohlen wurde. Ich mochte die Kamera, aber Sie hatte keinen guten AF, war etwas langsam und in den Schatten war die Bildqualität nicht überragend. All das hat Canon behoben, Touchscreen-Steuerung und DPAF dazugepackt und die Auflösung erhöht. Die Verbesserungen sind sehr an der Praxis ausgerichtet, es wird eine Freude sein, mit der Kamera zu arbeiten. Mit 2099€ UVP ist die Kamera ein gutes Angebot, auf der Straße wird Sie bald günstiger zu haben sein.
Vorteile:

  • gute Bildqualität
  • guter AF
  • günstige Vollformatkamera
  • DPAF auch im Video sehr gut
  • relativ leicht
  • sehr gute Akkulaufzeit
  • sehr gutes Objektiv und Zubehörangebot
  • sehr gute Usabiltity
  • sehr flexibler Touchscreen, Scharfstellung und Auslösung mit einem Fingertipp
  • 4K-Timelapse eingebaut

Nachteile:

  • kein 4K-Video
  • geringe Sucherabdeckung der AF-Felder
  • Gehäuse nicht ganz so robust wie in der Klasse höher