Eine Ausstellung, die sich weitgehend selbst tragen muss und die deswegen auf eine gewisse Wiese massenkompatibel sein muss, ist etwas, mit dem man mich normalerweise jagen kann. Wenn man Van Gogh mehrere Meter hoch projiziert und mit KI animiert, bin ich abgeschreckt, ohne dass ich nicht nachvollziehen und schätzen kann, dass das viele Menschen anzieht und glücklich macht. Das Gasometer Oberhausen ist so ein Sonderfall, der es seit Jahren schafft, Ausstellungen zu entwerfen, die für praktisch jeden etwas sind und das mit einer Installation im großen Gasometerinnenraum zu kombinieren, die atemberaubend ist. Wobei der Raum an sich schon spektakulär ist, das Gasometer ist 117m hoch mit einem Durchmesser von 68m, davon werden, wenn die beiden unteren Ausstellungsetagen abgezogen sind, immer noch über 100m übrig bleiben.

Im Eingangbereich begrüßt einen das Skellett eines riesigen, prähistorischen Hirschen, eine Situation, die mich an das Naturhistorische Museum in London erinnert, nur, dass es dort ein Dinaosaurierskelett ist. In den ersten beiden Etagen hängen riesige, gut kuratierte Naturfotos, dazwische ausgestopfte Tiere, Modelle und ein paar Videoleinwände.


Im Erdgeschoss gibt es noch eine Soundinsstallation, die die Geräusche verschiedener Wälder bei Sonnenaufgang wiedergibt. Als Fotograf habe ich meine Zeit anders genutzt, aber gemessen am Sound in der großen Halle wird es sich wahrscheinlich sehr lohnen.
Im Obergeschoss befindet sich eine Installation, wenn man unten steht, sieht es fast so aus, als würde sie den Raum fast ausfüllen, wenn Sie mit dem Fahrstuhl nach oben fahren, merken Sie, dass Sie nicht einmal bis zur Hälfte geht. Sie sollten in jedem Falle hochfahren, weil Sie dann den Raum in der Höhe erfassen und oben aufs Dach können, oder wie es die Misfits besangen „Lieber auffem Gasometer im Sturmesbrausen und alles, watte siehst, is Oberhausen“

Die Ausstellung beginnt am 20.3.2026 und läuft bis zum Ende des Jahres, der Eintritt beträgt 14€ für Erwachsene, Details unter https://www.gasometer.de/de

Auf den Treppen und unter der Skulptur liegen Sitzsäcke, die dazu einladen, wirklich in Bild und Ton zu versinken. Der Ton ist erstaunlich räumlich und klar, in so einer riesigen Blechbüchse würde man etwas anderes vermuten. Ich war heute nur zweieinhalb Stunden dort. Da ich auch zum Fotografieren gekommen bin, hat die Zeit nicht gereicht, um alles zu sehen. Wenn Sie es sich aussuchen können, kommen Sie in der Woche und bringen Sie Zeit mit. Ich habe schon ein paar Gasometersprengungen im Ruhrgebiet miterlebt, so einen Giganten am Leben zu halten, ist nicht einfach. Ich freue mich sehr, dass Oberhausen alles richtig gemacht hat und dass der Innenraum für jeden erfahrbar ist, schon die Grundfäche ist etwas größer als die Turbinenhalle der Tate Modern in London und die Höhe ist überhaupt nicht zu vergleichen.

