Canon EOS 5D Mk III: ein zweiter Blick

Gestern ist endlich der Batteriegriff zur 5D Mk III gekommen und die Kamera ist nun vorerst komplett. Die Zahl meiner Bilder, die ich mit der Kamera aufgenommen habe, liegt jetzt irgendwo im unteren fünfstelligen Bereich und ich habe mich an die neue Kamera schon so weit gewöhnt, dass sich die 5D Mk II seltsam anfühlt. Und zwar nicht nur, weil sie   etwas ungewohnt ist, sondern auch, weil sie sich im Vergleich deutlich weniger solide anfühlt. Ich hatte Anfangs mit der 5D Mk III etwas Probleme (verschobene rosa Bilder, Err 70), aber seit ich bestimmte alte CF-Karten nicht mehr in der Kamera verwende, läuft sie absolut perfekt.

ISO 12.800

Es ist wirklich eine völlig andere Kamera als die Mk II, der Autofokus ist unfassbar gut. Je mehr man mit der Kamera arbeitet und je mehr Situationen man erlebt, bei denen der AF einen noch positiv überrascht (12.800 ISO, f1,2, 1/50s), desto mehr wächst das Vertrauen in die Fähigkeiten der Kamera. Das neue Blitzsystem ist das beste, was am Markt zu kriegen ist, Funksteuerung ist der optischen Steuerung weit überlegen, die Kameraauslösung direkt vom  Slaveblitz ist wirklich praktisch. Und dass der neue Speedlite-Transmitter kein AF-Hilfslicht mehr hat ist wirklich nur bei älteren Kameras von Belang, die 5D Mk III benötigt das nicht.

Die Bedienung ist deutlich verbessert, allerdings sollte man zwei bis drei Dinge anpassen:

  • Direktwahl des AF-Feldes über den Mikrocontroller
  • 1:1-Lupe auf die SET-Taste
  • Umschaltung ONE SHOT/AI-SERVO auf die Abblendtaste

Auto-ISO funktioniert nun viel besser, allerdings hätte ich nichts gegen ein Firmware-Update, dass die Parameter völlig frei gibt. Die HDR-Funktion ist nur als Vorschau nützlich, da sie nur JPEGs erzeugt, aber die Mehrfachbelichtung kann RAW und ist gelungen. Das ist zwar nichts, was ich unbedingt gefordert hätte, aber nun da die Funktion da ist, macht es Spaß, damit zu arbeiten. Der Sucher ist sehr gut, das einblendbare Raster kommt an die Qualität der Extra-Mattscheibe heran, die elektronische Wasserwage ist etwas, was man nie wieder missen möchte.

ISO 6400


Der ISO-Spielraum verbunden mit dem hervorragenden AF hilft in der Praxis enorm, die erweiterte Bildabdeckung der AF-Felder führt zu besser komponierten Bildern und exakterer Schärfe.  In der Praxis zeigen sich enorm viele Punkte, die dazu führen, dass man mit der Mark III sehr viel besser arbeiten kann als mit der Mark II, die eine gute Kamera bleibt. Wer aber Bedarf an einer schnellen Kamera, einem super AF und guter Leistung bei schwachen Licht hat, dem ist eine 5D Mk III uneingeschränkt zu empfehlen.

ISO 8000, 200mm, f2,8. 1/320s

Den Silent Shutter habe ich auch sehr zu schätzen gelernt , damit ist man wirklich dezent, wenn man im Konzert oder in der Kirche fotografieren muss. Mein Fazit: Die Kamera ist rund und ausgereift, das beste Werkzeug, dass ich je hatte.

Leica baut Schwarz-Weiß-Kamera

In der Fotoschule schrieb ich, dass nur Phase-One einen monochromen Sensor für die bildmäßige Fotografie liefert. Leica hat heute ebenfalls eine reine SW-Kamera vorgestellt. Ich will nicht sagen, dass man unbedingt eine solche Kamera benötigt, um hochwertige SW-Fotos digital zu erstellen, aber ich freue mich trotzdem über diese Vorstellung, weil Sie gut zu Leica passt und ich auch vorher schon meinte, die M9 würde eher spannend für die SW-Fotografie sein.

Bild: Leica

Die M9 ist keine Kamera für jeden, man muss schon etwas Spaß an technischer Selbstbeschränkung mitbringen und vor Preisen von 6800€ für einen Kamerabody nicht zurückschrecken. Ich würde es begrüßen, wenn Leica in Zukunft Schritte unternehmen würde, den Kreis der Interessenten für Ihre Produkte zu erweitern und damit meine ich gar nicht, dass Sie preislich mit den Massenherstellern konkurrieren sollen, sondern dass ich mich freuen würde, wenn Sie wie Carl Zeiss auch Objektive für Canon und Nikon ins Programm nehmen.

Bildbeispiele auf dpreview.com

Bildbeispiele von Leica in voller Auflösung

P.S.: Ein Detail dieser Kamera können sich gerne alle Kamerahersteller abgucken: Das Histogramm der Leica M Monochrom bezieht sich auf die RAW-Daten und nicht auf das JPEG.

Erste Erfahrungen Canon EOS 5D Mk III

Seit knapp 5000 Auslösungen besitze ich eine 5D Mk III, genug, um einen ersten Eindruck mitteilen zu können.

Als ich zum ersten Mal eine 7D in die Hand nahm, war ich begeistert vom Gehäuse und wünschte mir, dass die nächste 5D davon etwas erben würde. Das hat sie und auch aus der 1-Serie gibt es einige Eigenschaften, die der 5D3 weitergegeben wurden. Ein 100%-Sucher, ein Profi-AF-System und gleichzeitige Nutzung von zwei Speicherkarten sind eher Merkmale einer High-End-Kamera. Die Mark III speilt also eine halbe Klasse höher als ihr Vorgänger, was sich auch im Preis niedergeschlagen hat. Manche Amateure sind deswegen verärgert, während für Profis, die damit die nächsten drei Jahre ihr Geld verdienen werden, die Höherpositionierung ein großer Vorteil ist, viele können so auf den Erwerb einer 1D-X verzichten, die das doppelte kosten würde.

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Canon EOS 5D MK III gesichtet

Ich sah heute zum ersten mal Bilder, auf denen die kommende 5D MKIII zu sehen sein könnte. Wenn dem so ist, ist sie schön geworden und sie hat, wie ich es schon vor Jahren haben wollte, einen zweiten AF-Joystick am Batterieteil.

Die Bilder gibt es hier:

http://blog.apertureacademy.com/2012/01/canon-200-400mm-and-600mm-prototype.html

(die unteren Fotos mit dem Moduswahlrad, die oben sind von einer 1D-X)

Die Objektive sind ebenfalls neu und noch nicht im Handel zu bekommen, das 200-400 mit zuschaltbarem Extender ist technisch etwas Neues, 200 bis 560mm sind ein toller Bereich für Sport und Wildlife, billig wird es allerdings nicht werden, das Pendant von Nikon kostet ohne eingebauten Extender an die 7000€.

Gut zu wissen: Es kommt etwas und es ist schon im Einsatz, so lange wird bis zu einer offiziellen Vorstellung also nicht mehr dauern.

Ich rechne mit der Vorstellung der 5D MKIII zu der Zeit, wenn die 1D-X verfügbar sein wird, also (hoffentlich) Ende März.

Die Bilder halte ich für absolut echt, die Designentscheidungen habe ich zum großen Teil erwartet (Einschalter am Moduswahlrad, 2. Joystick, verriegelbares Moduswahlrad, Bildschirmformat wie 1Dx), aber ich bin trotzdem angenehm überrascht von dem harmonischen Design. Ich hoffe, dass ihre Auflösung deutlich über den 18MP der 1Dx liegt, aber sicher bin ich mir dabei nicht, vielleicht wird die hochauflösende Vollformat eine zusätzliche Baureihe im Canon-Programm.

Supertele unscharf?

Nicht immer ist das Objektiv schuld, wenn ein Bild unscharf wird. Vibrationen sind bei langen Brennweiten ein häufiges Problem, manchmal ist auch der Untergrund unter dem Stativ selbst nicht wirklich fest und bewegt sich (Brücken, Hochhäuser, wasserreiche Böden etc.). Mit einer langen Brennweite kann auch ein schlechtes Filter schon total unscharfe Bilder produzieren.

Hier möchte ich aber ein Beispiel zeigen, wie alleine Temperaturunterschiede in der Luft zwischen Objektiv und Motiv Unschärfe erzeugen können. Die optische Eigenleistung der Luft ist so hoch, dass das Bild schwimmt und manchmal auch in die Unschärfe geht.

Luftbewegung bei Teleaufnahmen from Christian Westphalen on Vimeo.

Diese Aufnahme wurde vibrationsfrei vom Stativ mit fester Schärfeeinstellung gemacht. Ein 600mm f5,6-Objektiv zeichnet hier das innere Drittel eines EOS-600D-Sensors aus. Die 600D kann aus Ihrem 18MP-Sensor nämlich auch nur die inneren 2MP bzw. die Full-HD-Auflösung zur Videoaufzeichnung verwenden, so ergibt sich eine zusätzliche Bildwinkelverkleinerung, die einer dreimal so langen Brennweite entspricht. Eine Aufnahme mit dem gesamten Sensor ist bei der 600D natürlich ebenso möglich, aber der Ausschnittsmodus ist z.B. beim Tierfilmen sehr nützlich.

Diese Videoaufnahme benötigte an einer 5D MkII also eine 2880mm-Brennweite, weil man die 600mm mal drei nehmen muss für den Sensorausschnitt und mal 1,6 für den Cropfaktor des APS-C-Sensors gegenüber dem Vollformat.

Moment, Telefon…

Dieses Bild entstand auf den Lofoten mit der App Hipstamatic auf einem iPhone 4

 

Einer Studie von NPD zufolge wird in den USA jedes vierte Foto mit einem Smartphone aufgenommen. Für eine digitale Spiegelreflexkamera ist ein Smartphone kein Ersatz, aber für eine kleine Digitalknipse wird es wirklich schon eng, wenn aktuelle Smartphones scharfe 8 Megapixel-Aufnahmen liefern, mit GPS-Daten, direkt ins Internet hochladbar und mit der Möglichkeit, per Software bzw. Apps den Look der Bilder gezielt zu verändern. Und vor allem haben die meisten Menschen ihr Mobiltelefon fast immer dabei.

Interessant ist, wie der Markt der Kompaktkameras darauf reagiert, Canon hat z.B. mit der G1-X eine Kompakte vorgestellt, deren Sensor nur 20% kleiner ist als APS-C. Polaroid vermarktet praktisch ein Smartphone als Kompaktkamera. Olympus baut ein 24-fach-Zoom in eine günstige Kompakte. Andere bauen wasserdichte und stoßfeste Kameras oder kleine, die man sich bei Extremsportarten am Helm befestigen kann. Andere führen Wechselobjektive im Kompaktbereich ein oder versuchen aus modischen Details ein Verkaufsargument zu machen.

Ich merke es auch an mir, eine normale Kompakte ist eher uninteressant geworden, ich habe eh sehr oft eine „richtige“ Kamera dabei, ansonsten komme ich mit dem iPhone hin. Manchmal beim Paddeln schätze ich eine wasserdichte Kamera und für Spezialanwendungen könnte ich mir Kleinstkameras wie die Go Pro gut vorstellen.

Die Smartphones werden auch nicht stehenbleiben, schon heute werden Filme mit dem iPhone gedreht, Pressefotos direkt vor Ort ins Netz gestellt und es gibt eigene Fotowettbewerbe für Mobiltelefone. Falls Sie ohnehin ein Smartphone besitzen und damit noch nie fotografiert haben, probieren Sie es ruhig einmal aus. Spaß macht es auf jeden Fall und manches aus den Smartphones werden Sie in Zukunft auch in großen Kameras wiederfinden.

 

 

Aus der Gerüchteküche für 2012

2012 wird spannend werden. Es sieht so aus, als würden die günstigen Einsteigerkameras mehr Pixel auf dem kleinen Sensor haben als die Profikameras auf Vollformat. Im Augenblick kursieren folgende Gerüchte für Canon und Nikon:

Canon:

  • Profikamera EOS 1D X: 18MP, ISO bis 51.200, erweiterbar bis 204.800, 12 bzw. 14 Bilder/s, Profi-AF mit 61 Messfeldern, RJ-45 (Gigabyte-Ethernet). Diese Kamera ist kein Gerücht mehr und wird ab März zu kaufen sein.
  • EOS 5D MKIII: um die 35MP, langsamer und weniger hohes ISO, dafür kleinerer Body, AF ähnlich der 7D, gute Video-Möglichkeiten. UPDATE: Neuere Gerüchte deuten eher auf 22MP, dafür gibt es schon Bilder von der Kamera.
  • EOS 650D: APS-C, 24MP, ähnlich der 600D

NIKON:

  • Profikamera D4: 16,2MP, 11Bilder/s, ISO 102.400 (Update: Base-ISO gibt Nikon bei der Veröffentlichung mit 12.800 an), erweiterbar bis ISO 204.800, Profi-AF mit 51 Messpunkten, RJ-45 (Gigabyte-Ethernet).
  • D800: kleiner, leichter, 36MP, weniger ISO und langsamer, guter AF

 

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ISO 2500, 1/100s bei 600mm, eine Kamera wie die 1D-X hätte mir die Arbeit heute leichter machen können beim dunklen Dezemberlicht…

Ich hoffe, dass sich diese Gerüchte bewahrheiten werden, denn es ergibt für mich sehr viel Sinn, Kameras so abzustufen. Wer eine schnelle Kamera braucht, dem ist hohe ISO-Qualität und guter Dynamikumfang wichtiger als sehr hohe Auflösung, weil man für 36MP wirklich sehr sorgfältig arbeiten muss. Wer aber in der Landschaftsfotografie oder im Studio arbeitet, der möchte gute Auflösung, ISO ist weniger wichtig und die Kamera darf gerne etwas leichter sein (zumindest für draußen). So kommen sich die Kameras weniger ins Gehege (die 1Ds hat schon sehr unter der 5D MkII leiden müssen). Uns es bleibt auch noch Luft für eine günstigere Vollformatkamera mit weniger Megapixeln und guten Video-Eigenschaften.

Sony hat bereits eine 24MP-Aps-C vorgestellt (A77), es ist davon auszugehen, dass es wohl auch eine Vollformatkamera geben wird, die vielleicht den gleichen Sensor wie die D800 verwenden wird, aber zumindest in einem ähnlichen Bereich liegen wird.

2012 wird ein gutes Jahr für Kameras und auch wer sich kein Profischiff kaufen möchte, wird in der Einsteigerkameraklasse Kameras finden, die in der Bildqualität die Profikameras von vor einigen Jahren in den Schatten stellen. Wer vor Weihnachten noch eine günstige Canon kaufen will, dem würde ich die 600D empfehlen, die gibt es inzwischen schon für um die 600€ mit Objektiv, der Nachfolger wird wahrscheinlich anfangs gut 200€ darüber liegen.

In den Foren liest man häufig den Ruf nach Thunderbolt statt RJ45. Thunderbolt ist aber wie eine Magnetschwebebahn: cool, schnell und fast nirgendwo zu finden. Mit RJ45 kommt man an fast jedes Laptop, jeden PC oder Mac und in alle Netzwerke in den Stadien und Pressezentren der Welt. Als Profi braucht man keinen schicken Exoten, sondern etwas was in jeder Situation funktioniert. Abgesehen davon, dass Thunderbolt nicht nachrüstbar ist, weil es im Chipsatz des Rechners verankert ist. Und wenn man schon 5-6000€ für eine Kamera in die Hand nimmt, möchte man nicht gleich noch einen neuen Computer dazu kaufen.

 

Kurzübersicht Canon Speedlites

Canon hat aktuell 6 Blitzgeräte im Programm, zwei davon sind spezialisiert für den Makrobereich und bleiben hier außen vor, die anderen vier sind für den Standardeinsatz gedacht und können alle über E-TTL ferngesteuert werden.

Von links nach rechts: Canon Speedlite 580 EX II, 430 EX II, 320 EX II, 270 EX II. Bild: Canon

270 EX II: LZ 27 bei 50mm. Klein und leicht, lässt sich dafür aber nur zwischen den Ausleuchtungswinkeln 28 und 50mm umschalten und der Reflektor ist nur nach oben verschwenkbar. Als Standardblitz ist er damit ziemlich eingeschränkt und mit ca. 140€ Straßenpreis auch recht teuer für seine Möglichkeiten. Wenn Sie nicht ausdrücklich ein ganz kleines Gerät haben wollen (z.B. für eine Canon G12) oder einen Spezialeinsatz damit planen, wie ihn zum Beispiel als Makroblitz extern anzubringen (am besten mit einem weiteren des gleichen Typs auf der anderen Seite der Kamera), dann vergessen Sie den 270er besser gleich wieder. Ein nettes Gimmick ist die Fernauslösemöglichkeit der Kamera über Infrarot, aber das kann der nächste Blitz auch:

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Vorlesung zur Sensortechnik (englisch)

https://youtu.be/JkBh71zZKrM

Wer den Erfinder des Sensors in seiner Kamera mal persönlich erleben möchte und sich für die Zukunft der Kameratechnik interessiert, der wird, gute Englischkenntnisse vorausgesetzt, wahrscheinlich Freude haben an dieser Vorlesung von Eric Fossum, dem Erfinder des CMOS-Chips. UDTV, Quanta Image Sensors und Entfernungsmessung über den Bildsensor sind spannende Entwicklungen, über die man hier u.a. einen guten Überblick bekommt.

Sony startet die nächste Runde

die neuen Sony SLT a77V

Sony hat heute einige neue Kameras vorgestellt, die einen Vorgeschmack geben, was uns in der nächsten Runde der technischen Entwicklung erwartet. Zum anderen hat Sony aber auch gezeigt, wie sie sich in der Entwicklungsrichtung vom Markt unterscheiden. Das Ergebnis ist erstmal beeindruckend:

  • 12 Bilder/s bei 24,3MP, in Pixel/s ist das bislang unerreicht bei DSLRs
  • OLED-Sucher mit knapp 2,4 Millionen Pixel (in der Branche zählt man allerdings die RGB-Subpixel einzeln)
  • Phasendetektions-AF auf im Video-Modus (erreicht durch den feststehenden Spiegel)
  • GPS integriert
  • verfügbar ab November für 1299€ UVP

Es ist zu erwarten, dass Nikon in absehbarer Zeit auch eine 24,3 MP Kamera in APS-C vorstellt, da sie ihren Sensoren teilweise von Sony beziehen. Da die Sony ISO 16000 bzw. ISO 25.600 im Multibild-Rauschreduzierungsmodus liefert, darf man gespannt sein, wie die kommenden Vollformatkameras Auflösung zu Empfindlichkeit abstimmen werden, 24,3 MP in APS-C sind knapp 55MP bei FF. Ich persönlich erwarte eher Auflösungswerte von ca. 40MP bei besserem Rauschverhalten und besserem Dynamikumfang. Ich vermute eine Vorstellung solcher FF-Kameras im Oktober bei Lieferbarkeit Anfang des nächsten Jahres, aber mehr als eine persönliche Einschätzung ohne genaues Hintergrundwissen ist dies natürlich nicht. So oder so, 2012 wird ein tolles Jahr für die Fototechnik werden.

 

Update: Ich habe heute einen Blick auf den elektronischen Sucher werfen können. Draußen etwas dunkel, drinnen etwas langsam bei Bewegungen, beim Fokussieren etwas unangenehm und für mich als Brillenträger manchmal am Rand etwas unscharf. Das ist noch keine Lösung, die einem optischen Sucher wirklich nahekommt. Canon hat inzwischen mit der deutlich teureren 1D X gezeigt, was für Geschwindigkeiten auch mit konventionellen Sucher möglich sind, 12 Bilder RAW mit Spiegelschlag bei Vollformat pro Sekunde.

Meine Erwartungen an 2012 sind immer noch äußerst positiv, leider wird einiges erst nochmals verzögert auf den Markt kommen, da eine Fabrik von Nikon und eine Sensorfabrik von Sony in Thailand nach den Überschwemmungen unter Wasser stehen. Die Folgen für die Menschen vor Ort sind dabei sicherlich dramatischer als für Fotografen in Europa, die vielleicht ein paar Monate länger auf ein neues Modell warten werden. Ich würde auch als Nikon-Nutzer unbesorgt sein, dass in absehbarer Zeit Vollformatkameras vorgestellt werden, die sich mit der Canon-Neuvorstellung werden messen können. Abgesehen davon, dass man auch mit den Geräten, die heute auf dem Markt sind, hervorragend professionell arbeiten kann.

Link: Übersicht der Superteles

In meiner Übersicht der Canon-Objektive werde ich zu den großen weißen Teleobjektiven nicht viel schreiben, hauptsächlich deswegen, weil ich von denen nicht allzuviele selbst verwendet habe. Wichtig ist, dass Sie diese Objektive mit den Extendern in immer noch hervorragender Qualität verwenden können, bei einer Offenblende von 2,8 arbeitet der Autofokus mit dem 2x und 1,4x-Extender noch sauber, bei Anfangsblende 4 nur noch mit dem 1,4x. Man erwirbt also immer einen Satz von Objektiven, ein 300er 2,8 lässt sich mit wenig zusätzlichen Kosten zu einem 420er f4 und einem 600er f5,6 machen.

Eine schöne Übersicht (englisch, nicht nur für Canon) finden Sie beim British Journal of Photography, dass ohnehin zu dem besten Fotozeitschriften gehört.

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300mm f2,8 mit 2x-Extender

Übersicht Canon-Objektive I

In loser Reihe möchte ich eine Übersicht über das Objektivprogramm von Canon geben, um meinen Lesern ein wenig Hilfestellung bei der Auswahl Ihrer Ausrüstung zu geben. Ich werde das eher in der Form meiner persönlichen Meinung und Erfahrung als in der von wissenschaftlich exakten Messergebnissen tun (die manchmal auch nicht wirklich hilfreich sind).

Anfangen werde ich mit den Festbrennweiten von 50-100mm:

 

50mm f1,8: Scharf, sehr günstig, eine gute Ergänzung für Crop-Kamerabesitzer mit wenig Budget. Manuelles Scharfstellen macht wenig Spaß, das Bokeh ist nicht überragend aber manchmal doch ganz schön.

50mm f1,4: Dank USM und breiterem Fokusring besser in der manuellen Fokussierung, Schärfe und Bokeh gut aber nicht überragend, mechanisch ein wenig anfällig aber doch praxistauglich. Das 1,4er ist ein Kandidat für einen baldigen Nachfolger, weil die Brennweite wichtig ist und Canon das Objektiv inzwischen sehr viel besser bauen könnte. Trotzdem kann man das auch heute noch guten Gewissens kaufen, weil es ordentliche Leistung zu einem vernünftigen Preis bietet.

Ein 50er bietet eine natürliche Perspektive an einer Vollformatkamera, leicht abgeblendet ist die Schärfe bei allen Canon 50ern sehr gut.

50mmvf1,2: Ich bin ein Fan lichtstarker Festbrennweiten, trotzdem habe ich das 1,2er nie haben wollen. Bei Offenblende ist mir die Schärfe zu gering und die Chromatische Aberration ist zu stark. Man kann damit auch dank des schönen Bokehs tolle Arbeiten machen, aber ich selbst würde es weder kaufen noch empfehlen wollen. Ich respektiere aber alle, die das anders sehen, das 50er 1,2 polarisiert eben. Ein Nachfolger wäre auch hier schön.

50er Makro f2,5: Scharf, aber nicht mehr zeitgemäß. Langsamer Motor, geht nicht bis 1:1 (nur mit „live-size-converter“). Man kann sich das Sigma 50mm f2,8 Makro anschauen, das ist auch nicht ganz perfekt, aber ich verwende es sehr gerne.

60er Makro EF-S: Sehr scharf, recht günstig, nur für Crop-Kameras. Das Objektiv ist sehr gut, entspricht einem 100er Makro an einer Vollformat, aber mit dem Unterschied, dass die Naheinstellgrenze um 10 cm näher liegt, was im Makrobereich ein großer Unterschied ist. Wer gerne Insekten fotografiert, sollte überlegen, ob er nicht doch lieber ein 100er kauft, der Abstand zum Motiv ist dann größer und die Fluchtgefahr geringer. Weiterlesen

20 Jahre DSLR

Im Mai 1991 stellte Kodak die DCS 100 vor, eine Nikon F3 mit 1,3 Megapixel Rückteil in der Klapprückwand. Das klingt zwar relativ kompakt, aber unter der Kamera ging ein Kabel heraus zur Speichereinheit, die so groß wie die ersten Autotelefone war. Es gab unterschiedliche Versionen für SW und Farbe und mit umgerechnet 25.000 EUR konnte man den Einstieg wagen.

http://www.mir.com.my/rb/photography/companies/Kodak/index.htm (englisch, mit vielen Bildern)

http://www.digitalkamera.de/Kamera/Kodak/DCS_100.aspx (deutsches Datenblatt)

Von da an ging die Entwicklung schnell voran und als 9 Jahre später Canon die EOS 1V vorstellte, sagten Sie bereits, dass diese die letzte analoge Profikamera bleiben würde, alles weiter würde digital sein. 2002 kamen dann die 1D und 1Ds, im gleichen Jahr habe auch ich mit der etwas günstigeren Canon D60 meine erste DSLR gekauft.

 

18-55 Kit-Objektive bei Canon

links die IS-Version des 18-55, rechts die ohne IS.

Wenn Sie sich eine kleine Canon DSLR zulegen, können unterschiedliche Kit-Objektive beigelegt sein. Ich habe zum Beispiel vor zwei Wochen eine 500D erworben, bei der das 18-55 1:3,5-5,6 II beigelegt war. Heute kam die 1100D mit dem 18-55 1:3,5-5,6 IS II, was mir die Gelegenheit zu einem kurzen Vergleich gab. Fazit: die IS-Version hat nicht nur den Bildstabilisator, wie der Name schon sagt (IS=Image Stabilizer), sondern ist auch das deutlich bessere Objektiv. Die sichtbare chromatische Aberration (Farbsäume) lässt sich in der Objektivkorrektur von Lightroom, Photoshop gut herausrechnen, übrig bleibt ein recht ordentliches Bild. Selbst ohne diese Korrektur ist die Qualität gut verwendbar.

Die Version ohne IS ist deutlich weicher und randunschärfer. Wenn Sie etwas abblenden und nicht groß vergrößern wollen, werden Sie zwar damit arbeiten können, aber wenn Sie noch vor dem Kauf stehen, achten Sie darauf, die IS-Version mitgeliefert zu bekommen. Gerade beim Abverkauf der alten Kameras wird für Sonderangebote gerne mal auf die IS-Version verzichtet, wenn Sie für 40€ mehr das bessere Objektiv bekommen, dann sollten Sie die Gelegenheit nutzen.

P.S.: Digital Photo Professional in der aktuellen Version 3.10 hat leider nur ein Objektivprofil für das Objektiv ohne IS, so dass die Objektivkorrektur des IS-Objektivs mit der Canon-Software nicht funktioniert.

Phocus 2.6 von Hasselblad

Hasselblad hat heute die neue Version von Phocus (einem RAW-Konverter und Bildverwaltungstool) herausgebracht und zum kostenlosen Download angeboten. Während die Windows-Version hauptsächlich für Besitzer einer digitalen Hasselblad interessant sein dürfte, unterstützt die Mac-Version auch die RAW-Formate vieler anderer Kameras, mehr Informationen und eine Downloadmöglichkeit finden Sie hier.

Geotagging mit Smartphones

Bislang habe ich meist meinen Garmin GPS-Empfänger mitgenommen, wenn ich meinen Bildern Ortsdaten hinzufügen wollte. Die letzten Male habe ich dafür mein iPhone verwendet und bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Wenn Sie selbst ein iPhone besitzen (ab 3Gs, vorher macht das keinen echten Spaß), dann können Sie in iTunes nach „GPS“ oder „GPS logger“ bzw. „GPX“ suchen, und finden eine Vielzahl, oft kostenfreier, Apps, die GPS-Tracks im GPX-Format aufzeichnen können. Ich habe dann aber doch 2,39€ ausgegeben und MotionX gekauft, was zwar nicht perfekt ist, aber meine Anforderungen sehr gut erfüllt.

MotionX kann GPS-Tracks im Hintergrund aufzeichnen z.B. per Mail als GPX und KMZ verschicken. Ein Doppelklick auf die KMZ-Datei öffnet den Track in Google-Earth, wenn Sie dann dort das Häkchen vor Orte gesetzt haben, können Sie oft noch genauere Bezeichnungen für die Bauwerke oder Gegenden aus den Bildbeschreibungen bei Panoramio ziehen, als es die Karten- oder Satellitendarstellung allein vermag. Die GPX-Datei können Sie zur automatischen Ortseintragung und die Exif-Daten ihrer Bilder mittels GeoSetter verwenden. Eine nette Funktion ist auch das Speichern der Karten für die Offline-Verwendung, ich habe mir gerade eine detaillierte Karte von Teneriffa heruntergeladen, die ich vor Ort verwenden kann, ohne dafür ins Internet zu müssen. Das dauert leider manchmal recht lange, aber wenn man rechtzeitig weiß, welche Karten man benötigt, ist dies kein echtes Problem.

Noch ein Tipp: Wenn nur Gelegentlich einen Ort specihern möchten, reicht es, wenn Sie der Kamera im iPhone erlauben, ihren Ort zu verwenden. Dann werden die GPS-Koordinaten mit ins Bild gespeichert.

Wenn Sie Tipps für ähnliche Apps für Android und Nokia haben, würde ich mich freuen, wenn Sie diese den anderen Lesern in der Kommentarfunktion mitteilen.

Für Nokia soll sich der kostenlose Sportstracker eignen.

UPDATE: Inzwischen hat sich MotionX auch im tagelangen Dauerainsatz bewährt. Der Batterieverbrauch steigt zwar merklich, aber mit einem kleinen USB-Stecker für die Autosteckdose lässt sich das iPhone auch bei langen Reisen gut versorgen.

Kurztest: Blitz Yongnuo YN560

Ich habe heute einen neuen Blitz erhalten, den Yongnuo YN560. Dieser Blitz ist bei mir dafür gedacht, über einen Funkauslöser oder eingebauter Photozelle mit manueller Stärke mitzublitzen. Dafür ist er gut geeignet, als Standardblitz an der Kamera eher nicht, weil er keinerlei Belichtungsautomatik unterstützt. Es ist eher wie ein kleiner Studioblitz im Gewand eines Aufsteckblitzes. So lässt er sich über eine eingebaute Fotozelle  mit auslösen (2 Modi: direkt und mit Ignorieren des Vorblitzes) und hat einen (abschaltbaren) Piepton, um die Blitzbereitschaft anzuzeigen. Weiterlesen

Photomatix Pro 4.0 erhältlich

Wie ich im Buch schon angekündigt habe, ist nun die Version 4.0 von Photomatix Pro auch auf deutsch erschienen, Sie können unter http://hdrsoft.com/de/download.html eine Testversion herunterladen. Der Beispielworkshop aus der Fotoschule lässt sich auch mit der Version 4 gut durchführen. Neu hinzugekommen ist unter anderem ein Lasso, mit dem man Bereiche auswählen kann, aus denen Geisterbilder entfernt werden solle, ein besserer Entrausch-Algorithmus und eine Thumbnail-Palette für die visuelle Darstellung der Voreinstellungen.

Objektive und Kameras im Internet

Die beste Art, die Qualität von Fotoausrüstung, die man erwerben möchte, zu überprüfen, ist ein Gang zum Fotohändler und die Erstellung eigener Testaufnahmen. Sobald die Wünsche exotischer werden, wird nicht mehr jeder Händler die entsprechende Technik vorrätig haben. Es gibt ein paar sehr nützliche Quellen im Internet, die Ihnen sehr klare Informationen liefern, anhand derer Sie die Qualität gut einschätzen können:

1. Die Objektivauflösungetests auf The Digital Picture

Sie können die Aufnahmen von ISO 12233 Testcharts verschiedener Objektive direkt miteinander vergleichen, indem Sie oben die Objektive und die Brennweite und Blende einstellen. Sie sehen auf dieser Seite das Testbild des Objektivs links, wenn Sie mit der Maus darüber fahren, das des Objektivs rechts:

The-Digtal-Picture.com

Der Link zeigt den Vergleich zwischen dem alten Canon EF 70-200 f2,8 und der ganz neuen Version, Sie können aber ebenso Nikon-, Sigma-, Tamron- oder Zeiss-Objektive anzeigen lassen.

2. Kameratests auf dpreview.com (englisch)

dpreview sitzt in London und gehört inzwischen Amazon. Die Seite erhält recht früh Testkameras von den Herstellern und testet sie ausführlich, auch mit Vergleichsaufnahmen von Konkurrenzprodukten. Wer die Qualität einer frisch auf den Markt gekommenen Kamera einschätzen möchte, findet keine detaillierteren Informationen als dort.

Test der Canon 60D auf dpreview.com

Sehr schön ist die Darstellung der Objektivqualität als Flashgrafik. Wer den Einfluss der Beugungsunschärfe in Abhängigkeit zur Blende intuitiv erfahren möchte, sollte sich diese interaktive Grafik näher anschauen:

MTF-Grafik des EF70-200mm f2,8 IS II

3. flickr

flickr ist eine Fotoplattform, auf der die Nutzer inzwischen über 5 Milliarden Bilder gespeichert haben. Ein Großteil davon hat noch seine Exif-Daten, weiß also, mit welcher Kamera und welchem Objektiv sie aufgenommen wurden. Zudem sortieren manche Nutzer Ihre Bilder in Gruppen, die nur Aufnahmen eines bestimmten Objetivs oder einer Kamera zeigen. So bekommen Sie leicht einen Überblick, wie sich eine Kamera oder ein Objektiv in der Praxis schlägt.

flickr-Kamerafinder Nikon D7000

Und wenn Sie z.B. überprüfen möchten, ob das 85mm f1,2 ein schönes Bokeh hat, dann verwenden Sie einfach die flickr-Suche:

flickr: 85mmf1,2

(alternative Suchbegriffe wie EF85mmf12L etc. funktionieren auch)