Canon EOS 1DX Mark II ist da

Canon hat heute den Nachfolger ihres Topmodells vorgestellt. Das Wichtigste in Kürze:

  • 20 MP, 14 Bilder pro Sekunde, im Livebildmodus 16
  • Dual CMOS-AF und Touchscreen
  • 4K video mit bis zu 60fps und 8,8MP-Framegrabbing aus dem Video
  • CF und Cfast 2.0 Slot
  • GPS
  • Gleiche Zahl AF-Punkte, aber mit weiterer Abdeckung, guter Unterstützung bei f8 und besserem Tracking
  • Bessere Belichtungsmessung mit 300,000 Pixel-Sensor und eigenem Digic6 Prozessor
  • ISO bis H3: 409600

Mehr unter:

 http://www.canon.de/for_home/product_finder/cameras/digital_slr/eos_1dx_mark_ii/

Die EOS 1DX Mark II, Bild: Canon

Die EOS 1DX Mark II, Bild: Canon

Ich könnte mir gut vorstellen, dass die EOS 1DC damit vorerst keinen Nachfolger bekommt, denn die Videomöglichkeiten dieser Kamera sind jetzt schon herausragend. Ich freue mich über Touchscreen und Dual CMOS-AF, da ich die Kombination an meiner 70D sehr schätze. Ich gebe zu, dass ich diese Kamera nicht kaufen werde, weil für mich höhere Auflösung interessanter als schnelle Bildfolgen sind und bei letzterem die EOS 7D Mark II für mich völlig ausreicht. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn die EOS 5D Mark IV wie in der Vergangenheit auch einiges von dieser Kamera übernimmt (Cfast, Dual-CMOS-AF, Touchscreen, besseres Tracking).

 

Die Sony A7R II und die Canon EOS 5DS R in der Praxis – ein Vergleich

Ich habe die EOS 5DS R und die Sony A7R II seit jeweils dem Tag, als sie auf den Markt kamen, im Einsatz. Die Canon war sofort in einer umfangreichen Canon-Ausrüstung zu Hause, während ich die Sony hauptsächlich mit dem Metabones-Adapter und Canon- bzw. Sigmaobjektiven verwendet habe. Das Sony-System wurde allerdings um das 90mm-Makro und den HVL-F60M-Blitz ergänzt. Sowie um den Batteriegriff und zwei weitere Akkus.

Auf La Palma konnte ich beide Kameras in Ruhe nebeneinander verwenden und hatte den direkten Vergleich. Ich will das Ergebnis in kurze Einzelwertungen aufteilen, sehen Sie die als persönliche Erfahrungswerte und ohne Anspruch auf absolute Allgemeingültigkeit:

  1. Bedienung: Die Sony ist umfangreich zu konfigurieren und hat einen Schwenkbildschirm. Allerdings sind die Konfigurationsmöglichkeiten auch notwendig, weil sie im Ausliefernungszustand nicht optimal ist. Bei mir hat sich der ISO-Wert oft verstellt, der Bildschirm war kaum zu betrachten, weil bei meiner Kamera schon in ca. 50cm Entfernung bei Annährerung der Sucher eingeschaltet wird, die Umschaltung habe ich dann auf eine Taste gelegt. Die 1:1-Rückschau braucht drei Sekunden, während sie bei Canon praktisch unverzögert erscheint. Manche Einstellungen sind tief im Menü versteckt und insgesamt ist die Kamera eher unübersichtlich. Die Canon hingegen lässt einen alles Wichtige in Schnellmenüs packen, ist im Auslieferungszustand schon viel runder und ist praxistauglicher. In der Bedienung liegt Canon vorne.
  2. Gehäuse: Sie Sony ist schön klein und hat einige schöne Details. Viele Dinge sind aber fummelig und lassen sich auch kaum besser einstellen. Die Wahl der AF-Messfelder ist zum Beispiel eher anstrengend. Das eckige Design ist zwar ganz schön, allerdings schaben die Ecken schon nach wenigen Tausend Aufnahmen so ab, dass das Metall durchscheint, während die Canon noch wie neu aussieht, obwohl ich damit deutlich mehr Aufnahmen gemacht habe. Auch ist die Sony die erste Kamera, für die ich eine Displayschutzfolie gekauft habe, weil es schnell begann, etwas unansehnlich zu werden. Die Canon hingegen ist ein klassisches Arbeitspferd, sehr anatomisch und robust. Hier liegt Canon deutlich vorne.
  3. Sensor: Die Sony hat nur 42 statt 50 Megapixel, in der ISO-Empfindlichkeit und beim Dynamikumfang liegt sie aber vorne. Ich mag die Ergebnisse der Canon sehr, auch was die Farbwiedergabe betrifft. Trotzdem geht die Sensorwertung deutlich an Sony, weil aus den Schatten mehr herauszuholen ist und die Daten einfach noch ein bisschen mehr Spielraum haben.
  4. Blitz: Der Sony-Blitz braucht 50% länger zum Aufladen als der 600EX-RT, hat ein nettes Videolicht eingebaut, aber unterstützt noch keinen Funk. Das Canon-Funkblitzsystem ist wirklich genial, wenn ich mit mehr als einem Blitz auf der Kamera arbeiten möchte, ist die Sony raus. Hier siegt die Canon deutlich.
  5. Zuverlässigkeit: Die Sony hat bei mir die Macke, dass sie, wenn ich den Auslöser zu kurz nach dem Einschalten antippe, ich oft nicht auslösen kann, bis ich die Kamera neu gestartet habe. Sie hat mehr Fehlermeldungen auf dem Display angezeigt als ich in fast 20 Jahren bei meinen Canons gesehen habe. Manchmal hat sie auch im Normalbetrieb einfach nicht ausgelöst, ich weiß bis heute nicht wieso. Zudem ist sie seit heute beim Service, weil Sie inzwischen bei jedem Einschalten „Dieses Zubehör wird von dem Gerät nicht unterstützt und ist nicht verwendbar. Bitte die Kompatibilität mit dem Gerät prüfen.“ sagt. Und das auch, wenn außer einem Akku überhaupt kein Zubehör angeschlossen ist, nicht mal eine Speicherkarte.
    Von der Canon gibt es gar nichts zu berichten. Es gab drei Situationen, in denen sie nicht das gemacht hat, was sie sollte, zweimal war ich das Problem, einmal ein Kurzschluss in einem USB-Kabel. Dieser Punkt geht eindeutig an Canon.
  6. Objektivangebot: Das Sony FE 90 mm 2.8 Macro G OSS ist wirklich großartig, Sony kann also Objektive bauen, ZEISS natürlich auch. Aber noch ist das Angebot etwas dünn. Ein scharfes und kompaktes leichtes Weitwinkel hätte ich gekauft, aber es gab nichts, was meinen Ansprüchen genügt hätte. Die Canon-Objektiven arbeiten an der Sony zwar meistens gut, aber für Action-Fotografie ist der AF damit nicht geeignet, die Fokussierung direkt aufs Auge funktioniert damit auch nicht. Bei Canon fehlt eigentlich nur ein perfektes 50mm-Objektiv und das baut Sigma. So geht dieser Punkt auch an die Canon. Allerdings wird Sony da aufholen und ist auch jetzt schon recht gut.
  7. Sucher: Der Sonybildschirm hat Vorteile, wenn man manuell scharfstellt, auch bei schwachem Licht ist er manchmal sehr gut, bei zu schwachem verschmiert er aber. Insgesamt ist er eher pixelig und überscharf, wärend die Canon einen guten klassisch optischen 100%-Sucher hat. Das Livebild ist bei der Sony recht gut, viel besser als bei meiner alten Nikon D800E, aber trotzdem war es leichter, mit der Canon auf helle Sterne scharfzustellen. Ein befreundeter Profifotograf sagte zum Sony-Sucher nur, dass der ausreichen würde, um die Kamera nicht zu kaufen. Für mich ist er eine willkommene Erweiterung, würde mich aber nerven, wenn ich mit der Kamera jeden Job machen müsste. Punkt an Canon.
  8. Bildstabilisator: Die Sony hat einen eingebauten Bildstabilisator, der den Sensor bewegt. Dieser funktioniert sehr gut auch mit lichtstarken Objektiven, die keinen eingebauten IS haben. Außerdem stabilisiert er anderes als bei optischen Suchern auch das Sucherbild. Die Canon unterstützt nur IS in manchen Objektiven, das funktioniert sehr gut, aber dieser Punkt geht eindeutig an Sony.
  9. AF: Der AF der Sony ist meistens sehr genau, da er auf dem Sensor gemessen wird. Dafür ist er nicht wirklich Action-tauglich, schon gar nicht mit Adapter und Canon-Objektiv. In manchen Situationen, wie z.B. im Jazzclub war der AF großartig, in anderen, wie z.B. mit dem Metabones-Adapter und einem Supertele Vögel zu fotografieren, absolut untauglich. Die Canon hat einen klassischen Profi-AF, der mehr an Justage verlangt, dann aber alles kann. Alles. Punkt an Canon. Aber Extrapunkt an Sony für die automatischen AF auf das Auge, der ist großartig. Leider noch nicht mit dem Metabones zu verwenden.
  10.  Akkulaufzeit: Ich habe gleich vier Akkus für die Sony und bekomme die an manchen Tagen alle. Ich bin von Dortmund nach Hamburg gefahren und hatte die Kamera in der Fototasche angelassen mit zwei Akkus auf 100%. Am Ziel sagte die Kamera mir gerade noch, dass die Batterien alle waren. Leider hatte ich da schon das Hotel verlassen und musste den Abend ohne Strom auskommen. Die Canon verbraucht deutlich weniger Strom und wacht auch nicht so einfach aus dem Standby in der Fototasche auf. Für die Sony sollten mehr als doppelt so viele Akkus wie für die Canon einplanen, noch dazu ist der Akkulader sehr langsam, der Akku ist in zwei Stunden leer, aber erst in vier wieder aufgeladen. Punkt für Canon, natürlich.
  11. Verschluss: Die Sony hat einen wirklichen Silent-Modus, bei dem an nur die Blende sich schließen hört, wenn man ganz genau hinhört. Zudem ist der Verschluss auf 500.000 Auslösungen ausgelegt. Bei Canon auf 150.000. Hier geht die Wertung an Sony. Mit einem großen Abzug für die Staubempfindlichkeit. Bei Canon kann man das Thema praktisch vergessen, wenn man das bei Sony macht, sehen die Bilder nach einer Zeit schlimm aus.

Das klingt insgesamt nicht so gut für die Sony, aber der Gesamteindruck ist doch etwas besser. Die Kamera liefert eine sehr gute Bildqualität, ist in vielen Bereichen innovativ und macht auch oft Spaß. Als Universalkamera für einen Fotografen, der damit auch schnelle Aufnahmesituationen abdecken muss, kann ich Sie nicht empfehlen. Für alles was ruhiger ist, wie Architektur, Landschaft und People, schon. Trotzdem vermittelt Sie einem nicht das Gefühl der unbedingten Verlässlichkeit, wie man es als Profi von seiner Kamera erwartet. Die 5DS ist einfach professionell ausgelegt. Das mag manchem langweilig vorkommen, weil es dadurch auch nicht so viele Neuigkeiten gibt und viel Bewährtes zum Einsatz kommt, aber ich vertraue ihr inzwischen, während die Sony heute erstmal zum Service ging (UPDATE 9.1: Heute wiedergekommen, gleicher Fehler, gleich wieder zurückgeschickt. Dabei reichte es, einen Originalakku einzulegen und die Kamera einzuschalten, um den Fehler zu reproduzieren. Das gibt einen neuen Minuspunkt, diesmal zum Thema Service. UPDATE 21.1.: Die Kamera ist wieder hier und funktioniert, die Elektronik wurde ausgetauscht. Was nützt es, wenn der Verschluss 500.000 Auslösungen schafft, wenn die Elektronik nach nicht mal 10.000 den Löffel abgibt?. Ich hoffe, sie hält sich ab jetzt besser.). Die 5DS wird meine Hauptkamera bleiben. Wenn man sich aber anschaut, was Sony heute schon in der Sensortechnik drauf hat und wie schnell sie sich weiterentwicklen, dann muss man die sehr ernst nehmen, auch für den professionellen Markt. Allein der Unterschied zwischen der A7R und der A7R II ist schon beeindruckend. Ich werde die Sony auch behalten, wenn sie sich nicht noch echte Macken zulegt und ihre Vorteile genießen. Allerdings mit der beruhigenden Sicherheit, die darin liegt, auch eine Canon dabei zu haben, die mich auch dann nicht im Stich lässt, wenn es schnell und sicher sein muss.

 

Canon und die 4 Millionen ISO-Video-Kamera

Canon hat ein Beispielvideo veröffentlicht, das die Einsatzmöglichkeiten ihrer extrem lichtempfindlichen Full-HD-Video-Kamera zeigt. Wer schon immer Glühwürmchen bei Mondlicht unter Wasser filmen wollte, wird von den neuen Möglichkeiten sehr angetan sein:

http://cweb.canon.jp/bctv/lineup/multipurpose/movie.html

 

Erste Eindrücke Sony A7RII

Ich hatte heute Gelegenheit, die Sony A7RII ausgiebig zu testen und möchte ein paar erste Eindrücke mitteilen, weil ich manches so noch nicht gelesen habe.

Ich habe die Kamera mit einem Metabones IV-EOS zu Sony E-Mount Adapter betrieben und ausschließlich Objektive für das Canon-Bajonett verwendet. Es hieß ja, der AF wäre damit so schnell wie an einer Canon-DSLR. Das kann ich nur zum Teil bestätigen. Voraussetzung ist das richtige Objektiv und gutes Licht, ansonsten findet man sich in der AF-Steinzeit wieder. Ein EF 135mm f2L USM oder ein EF100mm f2,8L Macro IS II USM waren auch bei gutem Licht ein Desaster (Update: Die neue Firmware von Metabones unterstützt jetzt beide Objektive, das Makro ist immer noch sehr langsam). Manchmal fand die Kamera unabhängig vom Fokusmodus gar keinen Schärfepunkt, manchmal nach ewigem Pumpen. Die Sigma-Art-Objektive und das EF70-200mm f2,8L IS II USM funktionierten bei gutem Licht sehr gut, bei schlechtem wurde es aber echt zäh. Ich erwarte, dass die Ergebnisse mit neuerer Firmware des Metabones-Adapters noch besser werden. Aber wer denkt, dass er mit der Kamera ohne neue Objektive jetzt schon eine Canon-DSLR ersetzen kann, würde sehr enttäuscht werden.

Der AF-Modus der auf das vordere Augen scharfstellt, ist momentan mit dem Adapter grundsätzlich nicht verfügbar, es ist also immer noch schwierig, bei Bewegung auf die Augen scharfzustellen. Der Sucher ist besser als bei den Vorgängern geworden, aber immer noch nicht zu vergleichen mit einem DSLR-Sucher. Ich möchte mit dem keine 12 Stunden arbeiten, während ich mir das bei der EOS 5DS ohne Probleme vorstellen kann. Meiner Kamera lag irrtümlicherweise kein Akkulader bei, dafür aber zweimal der gleiche exotische Stecker. Es wird ein USB-Netzteil mitgeliefert, mit dem man den Akku in der Kamera aufladen kann, allerdings funktioniert das nicht mehr, wenn der Batteriegriff angeschlossen ist. Die Kamera frisst Batterien schneller, als man sie mit einem Auflader wieder aufladen kann. Die kleinen Akkus haben nur 1020mAh, sind bei richtiger Arbeit in zwei Stunden leergezogen, brauchen im Aufladegerät aber 250min, um wieder aufgeladen zu werden. Das USB-Netzteil bräuchte nur 150min, aber dafür muss man die Kamera ans ein Kabel hängen und erstmal umbauen, wenn man einen bei dem kleinen Body eigentlich notwendigen Batteriegriff verwendet. Auch wenn die Kamera Memory-Stick und SD-Karten unterstützt, können Sie nur eine Karte gleichzeitig in die Kamera stecken, doppelte Aufzeichnung ist also nicht möglich.

Die 1:1-Rückschau kommt nicht so verzögerungsfrei, wie bei einer Canon, Die Benutzerführung und Lage der Knöpfe ist bei weitem nicht so durchdacht wie bei Canon oder Nikon. Der Video-AF ist deutlich zäher als der im Foto-Modus, wahrscheinlich besser mit Sony-oder Zeiss-Objektiven, AF-Nachführung im Video soll mit Fremdglas gar nicht funktionieren.

Schön ist, dass man auch Objektive ohne Bildstabilisator mit dem eingebauten Stabilisator gut stabilisiert bekommt, die Bildqualität ist ordentlich und die Videoqualität überragend. Vor allem kann man 4K-Video direkt auf eine UHS-3-SD-Karte aufzeichnen.

Ich werde die Kamera mal richtig fordern und dann mehr berichten. Erst ist aber der zweite Teil zur EOS 5DS R dran, von der ich immer noch sehr begeistert bin. Der einzige Nachteil der Kamera ist, dass alle anderen Kameras jetzt nur noch selten Verwendung finden.

Die A7RII ist eine deutliche Verbesserung zur A7R, die ich auch mal ausgiebig getestet habe, aber wenn ein Profi eine Allround-Kamera anschaffen möchte, würde ich eher eine EOS 5DS R oder eine Nikon D810 empfehlen. Das soll nicht heißen, dass die A7R II sich nicht für professionelle Arbeit eignet oder eine schlechte Kamera wäre, aber gerade bei Jobs, bei denen lange gearbeitet wird und sehr viele Bilder entstehen, könnte ich auf eine Profi-DSLR noch nicht verzichten. Wenn Sony so weiter macht, werden Sie bald ein komplettes Profisystem haben, wenn dann ein ebenso professioneller Service dazu kommt, werden die auf Dauer ganz oben mitspielen. Bei den Bildsensoren sind sie mit ca. 42% Marktanteil schon jetzt Weltmarktführer.

Dann können die sich eigentlich auch eine neue Werbeagentur leisten, auf der Sony-Webseite wird die Kamera unter der Überschrift „Realität realisiert“ beworben.

Langzeitbelichtung 30s, ISO 100, +2LW in Lightroom. Die vielen bunten Pixel sind ein ersthaftes Problem.

Langzeitbelichtung 30s, ISO 100, +2LW in Lightroom. Die vielen bunten Pixel sind ein ersthaftes Problem.

Eine weitere Sache, die mir negativ bei meinen Tests aufgefallen ist: Langzeitbelichtungen werden auch bei LOW-ISO nicht sauber, sondern haben ein Streuraster aus Hotpixeln. Das Beispiel oben (draufklicken für 1zu1) wurde mit eigentlich harmlosen Einstellungen belichtet. Man sieht die Fehlpixel auch schon ohne Aufhellung, aber hier wurde um zwei Blendenstufen in Lightroom aufgehellt. Wenn Sony das nicht durch ein Firmwareupdate in den Griff bekommt, wird das viele Leute vom Kauf abschrecken, da man eigentlich erwartet, dass die Kamera gerade bei schwachem Licht Vorteile bietet. UPDATE: Es gibt eine neue Firmware, mit der das besser geworden zu sein scheint, ich muss das noch mal in Ruhe testen:

http://www.sony.com.sg/support/download/607881/product/ilce-7rm2

Ich vermute, dass sie Sony das RAW filtert und da Punkte übrigbleiben. Ich habe ohnehin das Gefühl, dass die Sony RAWs nicht besonders „roh“ sind.

Vielleicht klingt mein Bericht sehr negativ, das soll er nicht, die A7R II ist eine gute Kamera, aber sie kann dem Hype, der gerade um sie gemacht wird, nicht wirklich standhalten. Ich vermute, dass Nikon aus dem Sensor etwas mehr herausholen wird und ich hoffe auch, dass diese Kamera nach Firmwareupdates von Sony und von Metabones noch besser wird.

 

Update II:

Fehler-A7RII_DSC3543

 

Ich habe inzwischen noch einen seltsamen Bildfehler entdeckt: Bei einer Gegenlichtaufnahme mit dem 90er Makro werden hier in den dunklen Bereichen waagerechte gestrichelte Linien sichtbar. In Lightroom aber auch schon auf dem Kameramonitor in der vergrößerten Darstellung.  Der Bildausschnitt ist von oberen Bildrand, rechts von der Mitte. Bitte auf das Bild klicken für eine 100%-Ansicht. Das Bild wurde außer einer auf Null gesetzten Rauschunterdrückung in Lightroom nicht verändert. 90mm, f2,8, ISO 200.

Link zum RAW:
https://www.dropbox.com/s/khl5zuqlc046ff4/_DSC3543.ARW?dl=0

A7R2_DSC0008

 

Hier noch ein Beispiel der Hotpixel-Problematik der A7R2, f4, 3min, ISO 800. Eine Belichtung der EOS 5DS R lässt auch bei 10min Belichtungszeit keine Hotpixel erkennen (Beide Kameras ohne Langzeit-Rauschunterdrückung).

Sony bringt 59MP-Kamera

Die Vorstellung einer E-Mount-Kamera im Vollformat mit 59 Megapixeln scheint unmittelbar bevorzustehen. Wahrscheinlich wird es die A7r II werden. Zeiss hat versehentlich oder „versehentlich“ ein Bild veröffentlicht, dass mit der neuen Kamera und dem Batis 85mm entstanden ist. Unten rechts können Sie es in der vollen 56MP-Auflösung herunterladen, es ist seitlich leicht beschnitten.

UPDATE: Es gibt Gerüchte, dass die A7R II eine A7R im A7 II-Gewand wird. Also bessere Ergonomie, Bildstabilisator, aber der gleiche Sensor. Die 59MP-Kamera kommt aber in jedem Fall, kann nur sein, dass sie einen eigenen Namen erhält.

Update: Die A7R II ist raus, von einer noch höher aufgelösten Kamera keine Spur. Vielleicht hat Zeiss uns nur an der Nase herumgeführt, dass sie das gut können, haben Sie schon früher bewiesen. 1960 haben sie das Carl Zeiss Super-Q-Gigantar 0,33/40 mm vorgestellt, ein Scherz, aber ein guter:
http://petapixel.com/2013/08/06/carl-zeiss-super-q-gigantar-40mm-f0-33-the-fastest-lens-ever-made/

Ein Blick in die Glaskugel für 2015

Das folgende ist vielleicht eine private Wunschliste, die sich an den Möglichkeiten orientiert, die langsam zur technischen Reife kommen.

Ich hoffe, dass wir 2015 folgende Dinge zu sehen bekommen werden:

  • Neue DSLRs von Canon, die die bestehenden in Auflösung und Dynamikumfang deutlich übertreffen. Auflösungen im Bereich von 46-54 MP sind bei einer Vollformat sinnvoll umzusetzen, Die Pixeldichte einer EOS 70D entspricht bei Vollformat 51,7 MP. Wichtiger ist aber ein verbesserter Dynamikumfang, den braucht man nämlich viel häufiger als hohe Auflösung.
  • Eine profitaugliche spiegellose Vollformatkamera. Die Sony A7-Reihe ist eine willkommene Ergänzung im Kameramarkt, in bestimmten Bereichen kann man mit den Kameras großartig arbeiten (Landschaft, Architektur z.B.), aber für den echten Allroundeinsatz fehlt es an AF-Leistung und das Bedienkonzept und die Handhabbarkeit könnten auch verbessert werden. Ich vermute, das Sony in dem Bereich zeigen wird, was Sie können. Wenn Sie nicht vorher von Nordkorea erledigt werden  😉
  • Studioblitzanlagen mit HSS. Ich schrieb ja schon in dem Artikel zur Photokina 2012, dass ich die Hersteller nerve, endlich Highspeedsync mit großen Akkugeneratoren zu ermöglichen. Es gab Nischenprodukte, aber die großen Hersteller haben sich zurückgehalten. Prophoto hat es nun endlich getan: http://www.profifoto.de/index.php?id=342&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=22495. Andere werden wohl folgen. Ich werde jedenfalls nichts mehr ohne HSS kaufen.
  • Echte Electronic Shutter. Ein Verschluss muss nicht mechanisch sein, der Sensor selbst kann sich und die Begrenzung der Belichtungszeit kümmern. Elektronische Verschlüsse werden ein Trend werden, ich hoffe, dass die dann so gut umgesetzt werden, dass man nicht mehr über Blitzsynchronzeiten nachdenken muss. Dannn würden die Blitzanlagenhersteller etwas spät kommen, aber es wird ja auch nicht gleich jeder mit einem elektronischen Verschluss arbeiten.
  • Größere Sensoren in spiegellosen Systemen. Nikon hat sein spiegelloses System viel zu klein dimensioniert, gegen die Konkurrenz durch Smartphones hat das System auf Dauer keine Chance. Eine Vollformat ist nicht unwahrscheinlich, selbst von Canon könnte so etwas kommen, wenn auch vielleicht noch nicht im nächsten Jahr. Und warum soll bei 24*36mm Schluss sein? Das erste echte Mittelformatsystem als Spiegellose kann auch vor der Tür stehen. Es gibt zwar schon Rückteile an kurzen Bodies wie von Alpa, aber das zähle ich noch nicht zu dem, was ich vom Markt erwarte.
  • Wind im Mittelformatmarkt. Mittelformat wird bezahlbarer werden. Pentax hat mit der 645Z gut vorgelegt, die Kamera ist mit knapp 8000€ nicht schlechter als andere für 25.000€. Das Objektivsystem kann noch etwas Ausbau vertragen. Da der Markt von unten Druck verspührt, werden auch andere Hersteller überlegen, ob sie nicht nach oben ausweichen. Der Markt ist da, allerdings wird die Qualität der kommenden Vollformatkameras es dem Mittelformat auch nicht leicht machen. Mittelformat wird bleiben, ob das auch für alle Mittelformathersteller gilt, oder ob sich das Feld da verschieben wird, ist eine zweite Frage.
  • Großartige Objektive. Man darf nicht vergessen, dass die Entwicklung im Objektivmarkt genauso groß war, wie bei den Kameras. Wir arbeiten teilweise noch mit alten Scherben, aber es werden auch 2015 ein paar Objetive auf den Markt kommen, die die älteren deutlich in den Schatten stellen. Sigma sollte ein 85er in der Art-Serie herausbringen.
  • 4K in normalen DSLRs. Die nächste Runde der Kameras sollte 4K-tauglich sein. Ob man für Video immer dazu greifen sollte, ist eine zweite Frage, aber die Möglichkeit 30 Bilder pro Sekunde in über 8MP aufzuzeichnen ist auch für Fotografen spannend.
  • Innovationen in der Suchertechnik. Auch in einer DSLR muss ein Sucher nicht nur eine Mattscheibe sein. Ob ein hybrider Sucher, der optische mit elektronischen Elementen so gut verbindet, dass er für Video und Spiegelreflexfotografie gleichermaßen geeignet ist, bereits nächstes Jahr kommt, weiß ich nicht, aber der Bedarf wäre da.

Ich erwarte, dass 2015 eines der spannendsten Jahre für die Entwicklung der Digitalfotografie wird. Ich beneide die Industrie nicht, denn es treten echte Sättigungsefekte im Markt ein, für viele ist das, was sie jetzt besitzen, einfach schon gut genug. Aber für die, die echte Leidenschaft besitzen und hohe Ansprüche haben, wird es aufregend bleiben. Ich gebe zu, dass meine Entwicklungserwartungen langsam überholt werden und es sind schon Dinge am Horizont zu erkennen, die noch verrückter sind. 21 Blenden Dynamikumfang? Dauert gar nicht mehr lange…

 

Canon: Zwei neue Weitwinkelobjektive

Canon wird heute zwei neue Objektive vorstellen, das EF 16-35mm f/4L IS und das 10-18mm f/4.5-5.6 EF-S IS STM. Das erste ist ein guter Nachfolger für das EF17-40mm f4L, aber mit IS und deutlich besserer Leistung, das zweite eine sehr günstige Möglichkeit, an einer APS-C-Kamera in den starken Weitwinkelbereich zu kommen.

http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/EF_Lenses/EF-S/EF-S_10-18mm_f4.5-5.6_IS_STM/index.aspx http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/EF_Lenses/Wide_zoom/EF_16-35mm_f4L_IS_USM/index.aspx

Canon:

Die Objektive sind voraussichtlich ab Ende Juni 2014 für
1019* Euro (EF 16-35mm 1:4L IS USM) und ab Ende Mai 2014 
für 279* Euro (EF-S 10-18mm 1:4,5-5,6 IS STM) erhältlich.

Update:

Ich habe inzwischen mit beiden gearbeitet und kann eine Kurzkritik abliefern:

EF 10-18mm: Die optische Qualität ist gut, der Fokusmotor flüsterleise (naja. eher unhörbar). Der Stabilisator ist auch bei einem Ultraweitwinkel sehr sinnvoll. Wenn man in einer dunklen Kirche mit ISO 800 noch etwas abblenden kann oder in der Dämmerung aus der Hand fotografiert, dann merkt man, dass ein IS in der Praxis eben doch sinnvoll ist, auch bei kurzen Brennweiten. Für alle, die nicht viel Geld ausgeben wollen, ist dieses Objektiv die beste Möglichkeit, in den starken Weitwinkelbereich zu kommen.

1/5s bei 18mm, f5,6 und ISO1250

1/5s bei 18mm, f5,6 und ISO1250

St-Joseph-10mm

1/4s bei f7,1, 10mm und ISO 640

EF 16-35mm f4L IS: toll verarbeitet, optisch sehr gut, erstaunlich wenig anfällig gegen Flares, filtertauglich, guter Bildstabilisator. Die anderen Weitwinkelzooms für Canon kommen an dieses Objektiv nicht heran. Das ist ein Arbeitspferd mit enorm guter Alttagstauglichkeit.

Update II: Und damit unterstützen auch Photoshop und Lightroom die neuen Objektive: http://labs.adobe.com/downloads/cameraraw8-6-cc.html

 

AF-Probleme an der EOS 70D?

In den Foren und auf Amazon liest man von einigen Nutzern, die mit dem Phasen-AF der EOS 70D keine scharfen Bilder erhalten. Ich selbst habe mit meiner 70D inzwischen über 10.000 Aufnahmen gemacht und keine Probleme mit der Kamera festgestellt. Das heißt nicht, dass ich nicht auch mal Probleme hatte, aber diese hatten ihre Ursache nicht in der 70D.

100%-Auschnitt

100%-Auschnitt

Die 70D setzt den Schärfepunkt hier sehr exakt

Die 70D setzt den Schärfepunkt hier sehr exakt

Wenn die Bilder nicht scharf werden, ist ein Problem da, aber ich vermute, dass es sich nicht um ein Serienproblem mit der 70D handelt, sondern die Kamera selbst bei den meisten Besitzern einen guten Job macht. Ich habe sicher mehr Objektive als der durchschnittliche Anwender und auch mehr Kameras, so dass ich Schärfe-Effekte schnell eingrenzen kann. Mein EF 50mm f1,4 USM macht an APS-C-Bodies normalerweise großenteils unscharfe Aufnahmen. Da kann die Kamera nichts dafür, das liegt am Objektiv. Nach einer AF-Feinjustierung ist die Schärfe im brauchbaren Bereich, aber ganz und immer perfekt wird sie nicht, weil das Objektiv keinen stufenlosen AF-Motor besitzt. Die Kamera muss sich also mit diesem Objektiv bei bestimmten Motivabständen entscheiden, ob sie die Schärfe etwas vor oder hinter das Motiv setzt, zusätzlich zu der Tatsache, dass dieses Objektiv meist erst nach Fokusfeinabstimmung vernünftig verwendbar ist. Mein 50mm f1,4 hat an der 70D einen Offset von +13 und liegt damit weiter daneben als jedes andere Objektiv. Der Großteil braucht bei mir keine Justage, ein paar lichtstarke Objektive liegen bei -3 bis +5 in der Feinabstimmung. Das Sigma 35mm f1,4 A war bei mir an keiner Kamera wirklich auf den Punkt, hier würde ich empfehlen, das Sigma USB-Dock gleich mit zu kaufen und eine Abstimmung vorzunehmen. Auch hier gilt, die Kamera kann nichts dafür, das (sehr gut lösbare) Problem liegt am Objektiv. Canon arbeitet übrigens an einer automatisierten AF-Feinabstimmung, erste Patente wurden gerade veröffentlicht. Aber das ist technisch noch nicht so weit und bis dahin gilt, dass der anspruchsvolle Nutzer gerade bei lichtstarken Objektiven für optimale Ergebnisse die AF-Feinabstimmung verwenden sollte, sobald er Probleme festgestellt hat. Nicht umsonst ist das bei allen professionelleren DSLR- Kameras eingebaut, das Feature finden Sie auch in der 1DX und 5D Mark III, auch wenn diese eines der besten AF-Systeme überhaupt eingebaut haben. In der Nikon D800 ist das auch drin, das ist also keine Canon-spezifische Lösung und das Sigma das USB-Dock so günstig anbietet, spricht auch dafür, dass sie einen Massen-Bedarf sehen.

In seltenen Fällen kann das Problem auch umgekehrt auftreten: AF-Bilder bei Verwendung des Suchers werden scharf, bei Livebild hingegen unscharf. Mein Sigma 50mm f2,8 Makro zeigte z.B. diesen Effekt. Das lag hier auch an einer älteren Konstruktion mit grobstufigem Fokusmotor. Es gibt auch Objektive, die generell eher zufällige Ergebnisse liefern, ich habe mal ein älteres Tamron-Makro getestet, dass jedes mal den Schärfepunkt geraten hat, da half auch keine Justage, die hatten das AF-Protokoll oder die mechanische Ausführung so schlecht umgesetzt, dass nur manuell noch sinnvoll fokussiert werden konnte.

Ich will nicht sagen, dass Schärfeprobleme nie an der Kamera liegen, das kommt vor, das gibt es auch als Serienfehler, wie bei der D800 am Anfang. Wenn Sie eine Kamera zum Service schicken, kann die dort genauer eingestellt werden, als Sie das selbst können. Allen, die Probleme erfahren, möchte ich aber raten sich folgende Fragen zu stellen:

1. Können Sie das Problem bei OneShot-AF, mittlerem AF-Sensor und einem unbewegten und kontrastreichen Motiv reproduzieren? Verwacklung ebenfalls ausgeschlossen?

2. Tritt das Problem nur bei den üblichen Verdächtigen auf? D.h. Objektive, deren Konstruktion noch in die 90er Jahre zurückreicht, wie z.B. alte Makros von Fremdherstellern, die noch keinen Bildstabilisator haben und besagtes EF50mm f1,4?

3. Kann eine AF-Feinabstimmung das Problem soweit minimieren, dass entspanntes Arbeiten mit hinreichender Fokussicherheit möglich wird? Wenn ja, ist das Problem gelöst.

4. Wenn nein, lässt sich das Problem des Objektivs an anderen Kameras reproduzieren? Wenn das nur bei Ihrer Kamera auftaucht und eine AF-Feinabstimmung nichts gebracht hat, dann sollte die Kamera wahrscheinlich zum Service. Wenn das Objektiv nicht justierbar ist und auch an anderen Kameras muckt, muss es entweder zum Service oder sollte bei manch älterer Konstruktion nur noch mit Einschränkungen eingesetzt werden, also manuell fokussiert werden. Der Service kann bei konstruktionsbedingten Schwächen nämlich auch nichts machen.

Wenn Sie ein Objektiv justieren, dann nehmen Sie dazu am besten ein Testmotiv in 50-facher Entfernung der Brennweite, bei 50mm also 2,5m.

Wenn Sie eigene Erfahrungen (positiv oder negativ) gemacht haben, würde ich mich über Kommentare unter diesem Beitrag freuen.

Update: Siemens_Testbild-Westbild

Unter obigem Link können Sie ein Testbild für eigene Fokustests herunterladen. Über Rückmeldungen in den Kommentaren würde ich mich freuen. Ich habe von Leuten gehört, bei denen eine Feinjustierung alle Probleme behoben hat, aber auch von welchen, die wohl ein echtes Problem mit der Kamera haben.

 

 

 

 

 

Nicht so viel passiert…

Wir haben 2014, mit der CES die erste große Messe des Jahres, aber so viel neues gibt es nicht zu berichten. Die spannendste Neuigkeit für mich, der ich seit Jahren über die vorhandenen 50mm-Objektive stänkere, ist, dass SIGMA endlich ein 50mm f1,4 der A-Serie rausbringt. Es soll laut Hersteller besser als das 35er der gleichen Reihe sein, selbst wenn es nur genauso gut wäre, wäre es immer noch das beste 50mm mit AF auf dem Markt.

Ein weiterer Trend ist, dass 4K-Monitore bezahlbar werden, in der 28″-Klasse geht es nun schon bei 799$ los. Für die Bildbearbeitung ist das gar nicht so nötig, aber für die Bildauswahl in Lightroom ist soetwas großartig, denn man kann auch bei vielen Bildern auf dem Schirm immer noch die Schärfe erkennen. Für 4K-Video ist  das ohnehin nötig.

Über Kompaktkameras habe ich bisher schon nicht viel geschrieben, das Segment wird nicht viel spannender werden, befürchte ich. Zwischen Handy und großem Sensor ist nicht viel Platz für eine sinnvolle Kamera. Kompakte Kameras mit großen Sensoren werden sicher eine erfolgreiche Nische bilden. Das ging früher auch, eine Kleinbildkamera zu bauen, die in die Jackentasche passt.

Nikon hat ein 35mm f1,8 für Vollformat vorgestellt. Für 549€ muss es aber schon sehr gute Abbildungsleistungen mitbringen, damit man nicht das Sigma mit Blende 1,4 kauft. Ich bin gespannt auf die ersten Tests.

Die Nikon D4S würde man in der Automobilbranche wohl nur als Facelifting bezeichnen. Ein neuer Prozessor und besserer AF sind angekündigt, der Sensor bleibt gleich. Hoffentlich schmeißt Nikon dann auch den unsinnigen XQD-Speicher raus, bevor niemand mehr weiß, was dieser „Standard“ einmal war. (Update: Es sieht so aus, als würde Nikon den Standard beibehalten. Immerhin haben Sie so einen schnellen Speicher zur Verfügung, der gute Bildraten wegstecken kann. Mit einem Stripping auf zwei CF-Karten würde man wahrscheinlich das gleiche erreichen können, außerdem ist 2014 auch CFast so weit, der eine größere Verbreitung verspricht. Trotzdem ist die Entscheidung nachvollziehbar, XQD ist zwar eine Zwischenlösung, aber ein funktionierende Lösung.)

Ich vermute, dass 2014 trotzdem kein langweiliges Jahr werden wird, schließlich kommt auch noch die Photokina. Ich rechne mit neuen Sensoren, 4K-Video, CFast-Speicher und schönen schnellen Kameras für die Sportereignisse. Und mit Objektiven, die hochauflösende Kameras zur Freude werden lassen.

 

Nikon vs. Canon

Nachdem ich die Frage „Nikon oder Canon“ schon immer eher mit „Ja“ oder „Kommt darauf an“ beantwortet habe, möchte ich kurz einen subjektiven aber trotzdem sachlichen Eindruck beider Systeme wiedergeben. Ich habe inzwischen einige Erfahrungen auch mit dem Nikon-System sammeln können und denke, dass ich inzwischen ein Bild der Stärken und Schwächen (wenn das nicht sogar ein zu hartes Wort ist) der beiden Systeme wiedergeben kann:

Nikons Stärken:

  • Dynamikumfang und Detailzeichnung. Die Sensortechnik hat hier ihre großen Vorteile. Das wird man auch auf bestimmte Sony-Kameras übertragen können, da Sony Sensoren für Nikon baut.
  • Das 14-24mm f2,8 ist ein sehr gutes Weitwinkelzoom, Canon wird wohl erst 2014 etwas vergleichbares bringen.
  • Die Belichtungsmessung ist sehr ausgereift, auch die Verbindung von AF mit Belichtungsmesssensor ist sehr gelungen, etwas vergleichbares gibt es bei Canon bislang nur bei der 1D X

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Canons Stärken:

  • Farbwiedergabe. Gerade Porträts werde ich immer lieber mit Canon machen, weil die Farben einfacher zu korrigieren sind.
  • Obwohl nah beieinander, finde ich das AF-System bei Canon etwas besser. Nikon verwendet viele Nicht-Kreuzsensoren, die manchmal erstaunlich blind reagieren. eine 5D Mark III kann da mehr als eine D800. Allerdings ist das Tracking bei Nikon manchmal etwas besser, da der Belichtungsmess-Sensor hilfreiche Informationen liefert.
  • Video
  • Benutzerführung. Die Menüs sind aufgeräumt, der Schnelleinstellbildschirm wirklich schnell und die Touchscreens bei den kleineren Kameras eine wirkliche Erleichterung.
  • Das Blitzsystem mit den neuen Funkblitzen ist das Beste auf dem Markt. Die Bedienung über die Kamera ist sehr gut gelöst, auch die kleinsten DSLRs beherrschen alle Funktionen, während bei Nikon die D3300/D5300 nicht mal Kurzzeitsynchronisation(HSS) können und die Remote-Blitze gar nicht über die Kamera einstellen können, dort muss man alles über den Blitz einstellen und HSS geht überhaupt nicht.

Nikons Schwächen:

  • In manchen Situationen liefern Nikon-Kameras schwer korrigierbare Farben, gerade die Farbkipper in den Hauttönen finde ich manchmal lästig.
  • Die Bedienung ist weniger konsistent und klar design als bei Canon. wobei Nikon auch ein paar Punkte besser gelöst hat als Canon. Einsteiger werden sich in eine Canon meiner Meinung nach schneller einfinden. Für den Profi ist das nicht ganz so wichtig, solange der sich die Funktionen so konfigurieren kann, dass er schnell herankommt.
  • Ab 200mm Brennweite wird es schwierig, da die Konverter eine deutliche Qualitätsminderung bringen und das 80-400mm-Objektiv an die Qualität des sehr guten 70-200mm f2,8 nicht herankommt. Wenn man bei Canon Konverter verwendet, verschlechtert sich die Qualität kaum wahrnehmbar, bei Nikon sieht man es schon im Sucher.
  • Das Bajonett ist klein und das Auflagemaß groß. Bestimmte Objektive wie Canons TS-E 17mm f4 wären an einer Nikon kaum zu realisieren.
Eines der Bilder in diesem Artikel wurde mit Nikon aufgenommen, eines mit Canon.

Eines der Bilder in diesem Artikel wurde mit Nikon aufgenommen, eines mit Canon.

Canons Schwächen:

  • Die Bildqualität in den Schattenbereichen ist nicht so sauber wie bei Nikon. Hier erscheint schnell Farbrauschen.
  • Der Dynamikumfang und die Detailschärfe ist nicht so hoch wie bei Nikon.
  • Die Belichtungsmessung ist bei kleinen Motiven oder hellen Lichterbereichen nicht so exakt.

In den Foren liest man häufig: „Wenn Canon/Nikon nicht bald das und das bringt, wechsele ich das System“. Das ist meistens nicht so zielführend, denn auch wenn das Gras auf der anderen Seite des Zauns immer grüner erscheint, ist es doch sehr vergleichbar, wenn man es sich näher anschaut. Das sind beides sehr ausgereifte Systeme, die einen Profi kaum einschränken in seinen Möglichkeiten. Für alle anderen, die nicht über die eventuelle Anschaffung von Superteles zum Kleinwagenpreis nachdenken, lohnt sich auch ein Blick zu den anderen Kameraherstellern sehr: Pentax, Sony, Fujifilm, Panasonic und Olympus haben ebenfalls sehr spannende Angebote, mit denen man auch professionell Arbeiten kann, die aber nicht ganz an den Systemumfang der beiden großen herankommen. Wobei der Abstand von Sony nicht mehr so groß ist. Die Firmen, die hier nicht genannt wurden, schließe ich von der sinnvollen Nutzbarkeit keineswegs aus.

Ich selbst werde bei Canon bleiben, aber mit Nikon sicher auch weiterarbeiten. Und ich hoffe sehr, dass sich auch die anderen Kameramarken halten werden oder vielleicht sogar neue dazu kommen, denn das befeuert die Innovationen und hält den Markt spannend im Sinne der Kunden.

Neue Vollformatkamera: Nikon Df

Gestern hat Nikon seine neue DSLR vorgestellt: Die Nikon DF besitzt den Sensor der D4 und den AF der D610, kann kein Video und sieht von vorne etwas wie eine alte FM2 aus.

Es ist eine kleine und leichte Kamera, die hervorragende Lowlight-Fähigkeiten besitzt, sieht auf den ersten Blick gut aus und ist sicher ein Arbeitsgerät, das viele Freunde finden wird.

Dennoch spricht sie mich nicht an, den auf den zweiten Blick ist sie ein seltsamer Zwitter, sie ist nicht wirklich schlicht, sondern „überknopft“, die Einstellrädchen sind doppelt vorhanden, so dass die älteren Versionen auf der Kameraoberseite eher wie Deko wirken. Und mal ganz im Ernst, der Hauptgrund, dass man heute keinen mechanischen Drahtauslöser mehr verwendet, liegt daran, dass es elektronisch oder der Fernbedienung erschütterungsfreier geht. Wenn Nikon die Kamera wirklich schlicht gebaut hätte, so wie zum Beispiel eine Leica M wirklich schlicht ist, dann hätte der Designaspekt mich deutlich mehr gepackt als bei diesem Modell. Ich liebe die Fotografie, aber meine Kameras liebe ich nicht. Ich habe großen Respekt vor der Ingenieurleistung und freue mich über gutes Handling und Zuverlässigkeit, aber ich habe auch die schönsten Kameras (wie meine Hasselblad 501cm) ohne Herzschmerz verkaufen können, wenn ich sie nicht mehr benötigte.

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Wen möchte Nikon mit solchen Werbefotos ansprechen? Bild: Nikon

Eine der wesentlichen Eigenschaften der neuen Kamera ist der Blendenaufnehmer für alte Nikon-Objektive, den Nikon zum ersten mal in eine DSLR gebaut hat. Nur, kommt das nicht etwas spät? Wäre das in der Übergangsphase nicht viel sinnvoller gewesen? Ich werden den Verdacht nicht los, dass diese Kamera nur auf ein Lifestyle-Publikum zielt.

Ich mochte die mechanischen SLRs sehr, aber ich habe mich auch sehr über den Fortschritt in der Kameratechnik gefreut. Ich hatte das alles, ich muss nicht dorthin zurück. Wenn mich ein Freund fragen würde, würde ich ihm sagen: Kauf dir lieber eine D800.

Trotz allem: Eine gute Kamera, die ihre Freunde finden wird. Aber ich benutze auch keine Taschenuhr und keinen Kompass mehr. Nicht einmal eine Armbanduhr, weil ich das auch schon für überkommen halte. Ich freue mich auf die nächste technische Revolution und komme gute ohne heimeliges Retrodesign aus. Für diese Kamera bin ich zu jung und zu alt.

Schärfe über Software

Ein interessanter Beitrag auf der diesjährigen SIGGRAPH kommt von Forschern der University of British Columbia und zeigt, wie gut man mit sehr einfachen Objektiven arbeiten kann, wenn man die Bildfehler wieder heraus rechnet.

https://vimeo.com/61495125

mehr unter: http://www.cs.ubc.ca/labs/imager/tr/2013/SimpleLensImaging/

Bestimmte Bildfehler werden heute schon in ihrer DSLR oder in Ihrem Smartphone heraus gerechnet. Aber dieses Video zeigt, dass das noch viel weitergehend möglich ist. Wenn Sie heute im RAW fotografieren, werden Sie in Zukunft noch viel bessere Bilder aus Ihren Aufnahmen erzeugen können als heute.

 

Canon EOS 70D vorgestellt

Canon hat heute die neue EOS 70D vorgestellt, die deutlich gegenüber ihrem Vorgänger 60D aufgewertet wurde und technisch eine kleine Sensation darstellt, weil Sie einen ganz neuen AF für Livebild-Modus und Video mitbringt, der wirklich schnell ist.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Neuer 20,2 MP Sensor
  • Jedes Pixel ist in zwei hälften geteilt, die getrennte Einzelbilder für den AF erzeugen
  • 19 AF-Kreuzsensoren ähnlich der 7D
  • 7 Bilder/s
  • 1/8000s kürzeste Zeit und 1/250s Synchronzeit
  • WLAN eingebaut
  • interner Blitz arbeitet auch als Speedlite-Auslöser
  • Klappdisplay mit Touchbedienung
  • LP-E6 Akku wie bei 60D, 6D, 5d2, 5d3
  • ISO 100-12.800, erweitert 25.600 (soll sehr gut sein bei hohen ISO-Werten)
  • AF-Microadjustment
70D

EOS 70D Bild: Canon

 

Von der Leistung ähnelt die Kamera eher der 7D als der 60D, nur das die 7D ein besseres Gehäuse hat und 8 Bilder/s macht. Dafür kommen bei der 70D WLAN und ein revolutionärer Livebild-AF dazu, der laut dpreview auch die Konkurrenzmodelle sämtlich in den Schatten stellt. Die 70D ist damit so nach oben gerückt, dass es wirklich spannend wird, was Canon aus der 7D macht, die wird wahrscheinlich eine Baby 1D X und die Traumkamera im APS-C überhaupt.

Aber auch die 70D ist eine runde und ausgewogene Kamera geworden, die technischen Daten gibt es hier:

http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/Digital_SLR/EOS_70D/index.aspx

Beispielbilder (JPEG): http://web.canon.jp/imaging/eosd/samples/eos70d/

Die Kamera kommt Ende August zu einem UVP von 1099€ (das hat die 60D am Anfang auch gekostet).

Update: Die ersten Eindrücke sind sehr positiv, der Kamera fehlt nichts, der AF ist schnell und schlau, die Bildqualität besser als bei jeder anderen Canon APS-C. Ich werde in ein paar Wochen eine Besprechung zu der Kamera schreiben, kann aber jetzt schon sagen, dass sie empfehlenswert ist. Magic-Lantern sollte sich diese Kamera schnell vornehmen, über eine geschickte Firmware-Erweiterung müssten sich eigentlich auch 3D-Bilder erzeugen lassen können, wenn man die Dual-Pixel einzeln ausliest.

UPDATE II: Die Besprechung lässt noch etwas auf sich warten, weil ich wirklich sehr gut zu tun habe. Allerdings kann ich schon mal eine inzwischen fundierte Meinung abgeben: Wer vorhat, sich die 70D zu kaufen, sollte das einfach machen. Ich mag die Kamera sehr gerne, nehme Sie auch bei meiner professionellen Arbeit ernst. Der AF ist prima, die Kamera wirklich durchdacht, wer eine Alternative im Vollformat sucht, muss schon zur 5D Mark III greifen, weil die 6D im AF nicht mit der 70D mithält.

völlig unbearbeitet aus Lightroom

völlig unbearbeitet aus Lightroom

Ich mag die Farben und die Bildqualität der 70D, sie ist momentan die beste APS-C von Canon.  Toll für Birding und Natur, schnell genug für Sport und universell genug für den Rest. Die 7D Mark II wird sicher noch besser, aber auch deutlich teurer werden.

 

 

 

V wie vorbei – Hasselblad beendet das V-System

Heute, am 29.4, veröffentlichte Hasselblad eine Pressemitteilung, dass das V-System, also die klassischen 6×6-Hasselblads nicht mehr gebaut werden und auch Zubehör wie Objektive nur noch abverkauft werden. Das verwundert nicht, da die analoge Fotografie immer mehr zurückgeht und man digitale Fotografie besser mit einem neueren System betreiben kann. Trotzdem ist es eine Nachricht wert, weil das V-System über 50 Jahre Bestand hatte.

Diese Kamera ist wahrscheinlich auch von Ihrer eigenen Qualität überrollt worden. Ich habe eine meiner Hasselblads auch fast 40 Jahre nach Ihrer Herstellung noch gut verkaufen können. Die andere, recht neue, wird wahrscheinlich auch noch sehr lange funktionieren, da hochwertige Mechanik ohne Elektronik kaum kaputtzukriegen ist.

Mir wäre lieber gewesen, Hasselblad hätte das Lunar-System eingestellt, aber ich habe mich auch von meiner analogen Ausrüstung getrennt und kann den Schritt gut nachvollziehen. Trotzdem: Das ist das Ende eines der schönsten Kamerasysteme aller Zeiten.

Hasselblad_MG_9331.jpg

Tipp: EOS 5D Mark III – Autofokus auf dem LCD-Monitor einstellen

AF-5D3

 

Die AF-Felder und der Messbereich lassen sich bei der 5D Mark III, ebenso wie bei den meisten Canon-DSLRs auch, über den LCD-Monitor einstellen. Der Weg dahin ist allerdings so wenig intuitiv, dass ich ihn hier noch einmal kurz erklären möchte:

Drücken Sie die INFO-Taste, bie die Aufnahmefunktionen angezeigt werden. Im Auslieferungszustand müssen Sie dafür dreimal drücken, die Darstellung ähnelt dann derjenigen sehr, die Sie bei einem Druck auf die „Q“-Taste angezeigt bekommen.  (Es kann sein, dass Sie diese Einstellung bereits unter den „INFO-Taste Anzeigeoptionen“ im Menu deaktiviert haben, dann müssen Sie dort das Häkchen wieder setzen.

Drückten Sie dann die Taste für die AF-Messfeldwahl rechts oben an der Rückseite der Kamera und Sie bekommen die oben abgebildete Ansicht angezeigt.  Sie können dann den AF genauso konfigurieren, wie Sie dass bei einem Blick durch den Sucher tun würden.

In demselben INFO-Modus sehen Sie übrigens auch die Kameraprogramme, wenn Sie das Programmwählrad drehen. Sehr praktisch, wenn die Kamera hoch auf dem Stativ steht, oder wenn es so dunkel ist, dass man das Rad schlecht erkennt.

Das gilt natürlich genauso auch für die EOS 6D, allerdings sind die AF-Einstellungen dort sparsamer.

P.S.: Ich wünsche Ihnen ein gutes Jahr 2013, machen Sie etwas daraus!

P.S.II: Falls Canon mitliest: Ich hätte diese Funktion auch gerne bei einem Druck auf die „Q“-Taste und der AF-Messfeldwahltaste, das wäre schneller und intuitiver. Sobald man den Auslöser antippt, würde der LCD-Monitor ja eh wieder ausgeblendet. Im Moment muss man erst noch auf die INFO-Taste drücken, damit der Monitor schwarz wird.

 

Updates zur EOS 6D

Seit gestern wird die EOS 6D auch offiziell von Photoshop (Elements) und Lightroom unterstützt. Capture One unterstützt die 6D schon länger.

Canon hat ein Firmwareupdate zur EOS 6D veröffentlicht. Es behebt allerdings nur ein Problem, das auftauchte, wenn man Videos direkt zu Youtube hochlud.

Und mein persönliches Update: Ich mag sie sehr. Ich lese immer wieder von Leuten, die sich die 5d Mark II gekauft haben, weil Sie von den Leistungsdaten enttäuscht waren. Bei der Mark III könnte ich das nachvollziehen, vor allem für Fotografen, die den AF brauchen. Aber im Vergleich zur Mark II ist die 6D klar die bessere Kamera. Das heißt nicht, das man jetzt unbedingt updaten müsste, aber wer sich einfach die 5D Mark II kaufen möchte, weil die 6D auf dem Papier nicht so überwältigend aussieht, der sollte noch mal drüber nachdenken.

Bei schwachem Licht ist die EOS 6D sogar besser als die 5D Mark III. Vor zwei Tagen habe ich die WLAN-Funktion getestet und kam in Verbindung mit einem NEXUS 7 auf über 100m Reichweite. Das wird man bestimmt nicht unter allen Umständen reproduzieren können, aber die Funktion ist sehr praxistauglich. In vielen Situationen ist der Livebild-Modus über WLAN viel nützlicher, als ein Klappdisplay das sein könnte.

So sehr ich das Klappdisplay an der EOS 650D mag, ich bin doch der Meinung, dass ein Ausklappblitz und ein Klappdisplay an einer Profi- oder Semiprofi-Kamera nichts zu suchen hat.

EOS 6D mit 2 600EX-RT

EOS 6D mit 2 600EX-RT

Die EOS 6D besitzt mit ihrer handlichen Größe, dem sehr guten Sensor und der klaren Bedienung einen ganz eigenen Charme. WLAN ist wirklich ein tolles Feature, das würde ich bei jeder folgenden Kamera vermissen. GPS ist auch klasse, aber das kann man leichter ersetzen, z.B. wenn man sein Smartphone den Track aufzeichnen lässt.

Canon EOS 6D erste Eindrücke

Die EOS 6D hatte ich vorbestellt und nun bereits einige Stunden Gelegenheit, sie auszuprobieren. Ich werde später detaillierter berichten, hier aber schon meine ersten Eindrücke zusammenfassen:

1. Gehäuse und Ergonomie

Der allererste, sehr positive Eindruck hat sich inzwischen weiter bestätigt. Das Gehäuse liegt gut in der Hand, ist steif und wertig aber trotzdem relativ klein und leicht.  Die Tasten über dem Top-Display sind nur einfach belegt, links vom Monitor befinden sich keine. Das führt dazu, das man bis auf „Menu“ und „Info“ alles mit einer Hand erreichen kann und es wenig Verwirrung gibt. Obwohl die 5D Mark III ein paar Vorteile hat, wie die Multifunktionstaste neben dem Objektiv, würde ich die 6D für noch gelungener halten vom Bedienkonzept. Der Bildschirm ist von ähnlicher Qualität wie bei der 5D Mark III, ob das Reflexverhalten wirklich etwas schlechter ist, konnte ich bei diesem Wetter noch nicht wirklich testen. Der Sucher ist groß, klar und hell und unterstützt Wechselmattscheiben. Die Akkus sind die gleichen wie bei der 5D3, 5d2, 7D.

2. WLAN und GPS

Die Apps für Android und IOS sind bereits verfügbar und kostenlos, ich habe beide schon getestet. Sie sind einfach mit der Kamera zu verbinden, man kann Livebild übertragen und vergrößern, scharfstellen, auslösen und Zeit, Blende, Belichtungskorrektur und ISO einstellen. Die App ist ans iPad leider noch nicht gut angepasst (iPhone-App), aber verwendbar. Die Bilder lassen sich nach der Aufnahme gut auf dem Mobilgerät betrachten. Der Funktionsumfang ist aber nicht vergleichbar mit DSLR Controller unter Android, der mit der 6D aber noch nicht funktioniert.

GPS ist ebenfalls schnell einzurichten und kann auch Tracks aufzeichnen, wenn die Kamera ausgeschaltet ist. Man erkannt das im Top-Display, dass das GPS weiterarbeitet. Selbst wenn man alle 15s die Position ermittelt, bleibt der Vebrauch unter 1% Akkuleistung pro Stunde.

3. Bildqualität und AF

Die Bildqualität ist bei ersten Tests sehr ähnlich mit der 5D Mark III, oben ist eine Vergleichsaufnahme bei ISO 12.800 und gleichen Einstellungen als JPEG direkt aus der Kamera (die Bilder sind in voller Auflösung abspeicherbar, unten finden Sie einen Link auf die RAW-Dateien). Der AF greift mit dem mittleren Sensor auch auf dunklem Stoff bei schwacher Beleuchtung noch und scheint wirklich sehr gut mit schwachen Lichtverhältnissen klarzukommen.

4. Erstes Fazit:

Vorteile:

  • solides, logisch aufgebautes Gehäuse
  • handlich und trotzdem echtes Vollformat
  • Gute Bildqualität auch bei schlechtem Licht
  • AF auch bei sehr schwacher Beleuchtung
  • ein enormes Zubehörprogramm an Objektiven, Blitzen etc.
  • Gute HD-Video-Unterstützung incl. ALL-I/IPB und Timecode
  • GPS eingebaut, arbeitet auch bei ausgeschalteter Kamera ohne Strom zu fressen
  • WLAN eingebaut, einfach zu konfigurieren und gut integriert
  • leiser Verschluss mit zusätzlichem Silentmode, der wirklich sehr dezent ist.
  • Livebildmodus ist auch bei sehr schwachem Licht noch gut verwendbar

Nachteile:

  • max 1/4000s und 1/180 Blitzsynchronzeit
  • HDR-Modus zeichnet die Einzelbilder nicht als RAW auf wie bei der 5D Mark III
  • Der AF hat eine begrenzte Sucherabdeckung und nur einen Kreuzsensor in der Mitte
  • Langsamer AF im Video-Modus oder Livebild-Modus
  • nur ein Kartenschacht statt 2 bei der 5D Mark III
Eine schöne Kamera, die Einschränkungen sind nicht so gravierend, dass sie nicht auch für professionelle Fotografen interessant bleibt.
ISO 16000 direkt aus der Kamera

ISO 16000 direkt aus der Kamera

5. Für wen?

Die 6D ist ein guter Allrounder. Wer eine sehr gute Kamera haben möchte, die trotzdem einfach zu bedienen und reisetauglich ist, wird wahrscheinlich glücklich mit der Kamera werden. Wer allerdings sehr schnell bewegte Motive wie Sport oder Wildlife fotografiert, wird mit der 5D3 besser bedient sein oder mit der kommenden 7D Mark II, die auch für Vogelfotografie die bessere Wahl sein wird. Wer eher Landschaft, Reise, Architektur, Available Light, Makro o.ä. fotografiert oder bereits eine 5D Mark III besitzt und eine gute Zweitkamera sucht, dem ist die 6D zu empfehlen.

6. UPDATE: Ein Tag später

ich hatte gestern Gelegenheit, eine Jazz-Session zu fotografieren, eine klassische Low-Light-Situation mit bewegten Motiven. Der Autofokus des mittleren Felds ist sehr gut, nach unten ist praktisch keine Grenze zu erkennen. Auch in Bereichen, in denen ich selbst im Sucher praktisch nichts mehr erkennen konnte (und, ja, der Sucher ist sehr gut), fand die 6D noch den Fokus und der passte dann auch. Die anderen Fokusfelder sind bei weitem nicht so gut. Beim 85mm f1,2 lagen Sie bei Offenblende daneben, der mittlere Punkt funktionierte aber tadellos, es lag also nicht am Mikroadjustment. Beim 24-70mm f2,8L II war der AF auch bei den äußeren Messfeldern zu gebrauchen. Die Bildqualität bei schwachem Licht ist tatsächlich noch besser als bei der 5D Mark III. Die Bedienung ist gelungen, allerdings ist bei meiner 6D der Auslöser empfindlicher als bei meinen anderen Canons, das stört nicht, wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat.

 

RAWs von der 6D 5D2 und 5D3 zum Vergleich als ZIP (87MB)

Unser Buch zur EOS 6D

Leica M Objektive an einer EOS 5D Mk II?

Link

Eine Leica M hat ein Auflagemaß von 27,8mm. Eine EOS hat 44mm. Wenn Sie nun ein Leica M-Objektiv an eine EOS adaptieren wollten, hätten Sie also einen 16mm-Zwischenring gleich eingebaut und könnten nur auf den extremen Nahbereich fokussieren. Ein normaler Mensch würde das Thema nun als unsinnig bis unmöglich einsortieren und sich anderen Dingen zuwenden. Nicht so Robert Benson aus San Diego, der viel radikaler an das Problem heranging. Sehen Sie hier, was er aus einer 5D Mark II machte, um mit einem Leica Noctilux arbeiten zu können.

EOS M – ein neues System von Canon

Canon hat sich lange Zeit gelassen, eine Spiegellose auf den Markt zu bringen. Sie sind da ein bisschen wie VW, spät in ein Marktsegment gehen, aber dann das meiste richtig machen. Ich bin sehr zufrieden mit den Canon-Entscheidungen:

  • Ein großer Sensor: APS-C ist groß genug für die professionelle Fotografie, selektive Schärfe, gutes Rauschverhalten und ein Pixelabstand, der gute Objektive nicht überfordert.
  • gut integriert: die M ist eine richtige EOS, der Adapter für die EF und EF-S Linsen ist nicht teuer, das Blitzsystem wurde übernommen. Die M hat auf einen Schlag das beste Objektivsystem im Markt der Spiegellosen. Ich will nicht sagen, dass das Nikon-System schlechter ist, nur lässt es sich mit einer J1/V1 nicht sinnvoll nutzen.
  • kompakt: Der Body ist klein wie eine Powershot trotz großen Sensor, die G1-X wirkt dagegen fast klobig.
  • kleines Auflagemaß: Selbst ein 22mm Objektiv lässt sich ohne Retrofokus-Bauweise herstellen. Da kein Spiegel in der Kamera ist, kann man theoretisch sehr nah an den Sensor bauen, in der Praxis wird die Objektivkonstruktion nur durch den Winkel des Lichteinfalls auf den Senor begrenzt.
  • Klares Design: Die Bedienung über den Touchscreen ist durchdacht und funktioniert (fast identisch zur 650D), die Gestaltung ist reduziert und überlegt.
  • Viele Synergien: Sensoren können zusammen mit den EOS-DSLRs entwickelt werden, die Kamera gründet gleichzeitig ein neues System und erweitert ein bestehendes, die EOS-DSLS werden von den Entwicklungen für das M-System ebenfalls profitieren.

Ein nettes Detail ist das neue Speedlite 90EX. Klein, sehr leicht und voll mastertauglich kann er eine gute Alternative zu Speedlite Transmitter ST-E2 sein.

Ich gebe zu, dass ich mich etwas geärgert habe, als Nikon die J1 und V1 herausbrachte. Trotz interessanter technischer Neuerungen war das für mich eine vertane Chance, weil der Sensor einfach zu klein ist. Von ihrer Zielgruppe bin ich einfach zu weit entfernt. Canon hat aus meiner Sicht die richtigen Entscheidungen getroffen, die M wird für viele Fotografen interessant sein, vom Amateur, der ohne große Last gute Bilder will, bis zu Profi, der eine kleine Kamera für dabei haben möchte, die bei Bedarf ausgewachsene Systemkamera spielen kann.

Werde ich eine kaufen? Jetzt nicht, ich habe mir gerade eine 650D gekauft und die M ist zu ähnlich. Aber auf längere Sicht bestimmt, ich suche sein Jahren eine Kamera, die in die Tasche passt und gut genug ist. Die M könnte sogar einen Job zu ende fotografieren, falls eine Große ein technisches Problem hat, ein Backup-Body, der in jede Nische der Fototasche passt.

Die technische Details finden Sie bei Canon.