Sony startet die nächste Runde

die neuen Sony SLT a77V

Sony hat heute einige neue Kameras vorgestellt, die einen Vorgeschmack geben, was uns in der nächsten Runde der technischen Entwicklung erwartet. Zum anderen hat Sony aber auch gezeigt, wie sie sich in der Entwicklungsrichtung vom Markt unterscheiden. Das Ergebnis ist erstmal beeindruckend:

  • 12 Bilder/s bei 24,3MP, in Pixel/s ist das bislang unerreicht bei DSLRs
  • OLED-Sucher mit knapp 2,4 Millionen Pixel (in der Branche zählt man allerdings die RGB-Subpixel einzeln)
  • Phasendetektions-AF auf im Video-Modus (erreicht durch den feststehenden Spiegel)
  • GPS integriert
  • verfügbar ab November für 1299€ UVP

Es ist zu erwarten, dass Nikon in absehbarer Zeit auch eine 24,3 MP Kamera in APS-C vorstellt, da sie ihren Sensoren teilweise von Sony beziehen. Da die Sony ISO 16000 bzw. ISO 25.600 im Multibild-Rauschreduzierungsmodus liefert, darf man gespannt sein, wie die kommenden Vollformatkameras Auflösung zu Empfindlichkeit abstimmen werden, 24,3 MP in APS-C sind knapp 55MP bei FF. Ich persönlich erwarte eher Auflösungswerte von ca. 40MP bei besserem Rauschverhalten und besserem Dynamikumfang. Ich vermute eine Vorstellung solcher FF-Kameras im Oktober bei Lieferbarkeit Anfang des nächsten Jahres, aber mehr als eine persönliche Einschätzung ohne genaues Hintergrundwissen ist dies natürlich nicht. So oder so, 2012 wird ein tolles Jahr für die Fototechnik werden.

 

Update: Ich habe heute einen Blick auf den elektronischen Sucher werfen können. Draußen etwas dunkel, drinnen etwas langsam bei Bewegungen, beim Fokussieren etwas unangenehm und für mich als Brillenträger manchmal am Rand etwas unscharf. Das ist noch keine Lösung, die einem optischen Sucher wirklich nahekommt. Canon hat inzwischen mit der deutlich teureren 1D X gezeigt, was für Geschwindigkeiten auch mit konventionellen Sucher möglich sind, 12 Bilder RAW mit Spiegelschlag bei Vollformat pro Sekunde.

Meine Erwartungen an 2012 sind immer noch äußerst positiv, leider wird einiges erst nochmals verzögert auf den Markt kommen, da eine Fabrik von Nikon und eine Sensorfabrik von Sony in Thailand nach den Überschwemmungen unter Wasser stehen. Die Folgen für die Menschen vor Ort sind dabei sicherlich dramatischer als für Fotografen in Europa, die vielleicht ein paar Monate länger auf ein neues Modell warten werden. Ich würde auch als Nikon-Nutzer unbesorgt sein, dass in absehbarer Zeit Vollformatkameras vorgestellt werden, die sich mit der Canon-Neuvorstellung werden messen können. Abgesehen davon, dass man auch mit den Geräten, die heute auf dem Markt sind, hervorragend professionell arbeiten kann.

Ein Bild und seine Geschichte

Es ist spannend zu sehen, wie sich der Kontext eines Bildes im Laufe der Jahrzehnte immer wieder ändern kann.  Auch beim berühmten und umstrittenen Foto des fallenden Soldaten im spanischen Bürgerkrieg von Robert Capa hat es eine interessante Wendung  gebeben, die bislang an mir vorbeigegangen war, nachzulesen hier bei welt.de.

Ob das Bild echt oder inszeniert ist, kann man nun wohl mit „beides“ beantworten und dies auf eine tragische Weise.

Übersicht Canon-Objektive I

In loser Reihe möchte ich eine Übersicht über das Objektivprogramm von Canon geben, um meinen Lesern ein wenig Hilfestellung bei der Auswahl Ihrer Ausrüstung zu geben. Ich werde das eher in der Form meiner persönlichen Meinung und Erfahrung als in der von wissenschaftlich exakten Messergebnissen tun (die manchmal auch nicht wirklich hilfreich sind).

Anfangen werde ich mit den Festbrennweiten von 50-100mm:

 

50mm f1,8: Scharf, sehr günstig, eine gute Ergänzung für Crop-Kamerabesitzer mit wenig Budget. Manuelles Scharfstellen macht wenig Spaß, das Bokeh ist nicht überragend aber manchmal doch ganz schön.

50mm f1,4: Dank USM und breiterem Fokusring besser in der manuellen Fokussierung, Schärfe und Bokeh gut aber nicht überragend, mechanisch ein wenig anfällig aber doch praxistauglich. Das 1,4er ist ein Kandidat für einen baldigen Nachfolger, weil die Brennweite wichtig ist und Canon das Objektiv inzwischen sehr viel besser bauen könnte. Trotzdem kann man das auch heute noch guten Gewissens kaufen, weil es ordentliche Leistung zu einem vernünftigen Preis bietet.

Ein 50er bietet eine natürliche Perspektive an einer Vollformatkamera, leicht abgeblendet ist die Schärfe bei allen Canon 50ern sehr gut.

50mmvf1,2: Ich bin ein Fan lichtstarker Festbrennweiten, trotzdem habe ich das 1,2er nie haben wollen. Bei Offenblende ist mir die Schärfe zu gering und die Chromatische Aberration ist zu stark. Man kann damit auch dank des schönen Bokehs tolle Arbeiten machen, aber ich selbst würde es weder kaufen noch empfehlen wollen. Ich respektiere aber alle, die das anders sehen, das 50er 1,2 polarisiert eben. Ein Nachfolger wäre auch hier schön.

50er Makro f2,5: Scharf, aber nicht mehr zeitgemäß. Langsamer Motor, geht nicht bis 1:1 (nur mit „live-size-converter“). Man kann sich das Sigma 50mm f2,8 Makro anschauen, das ist auch nicht ganz perfekt, aber ich verwende es sehr gerne.

60er Makro EF-S: Sehr scharf, recht günstig, nur für Crop-Kameras. Das Objektiv ist sehr gut, entspricht einem 100er Makro an einer Vollformat, aber mit dem Unterschied, dass die Naheinstellgrenze um 10 cm näher liegt, was im Makrobereich ein großer Unterschied ist. Wer gerne Insekten fotografiert, sollte überlegen, ob er nicht doch lieber ein 100er kauft, der Abstand zum Motiv ist dann größer und die Fluchtgefahr geringer. Weiterlesen

20 Jahre DSLR

Im Mai 1991 stellte Kodak die DCS 100 vor, eine Nikon F3 mit 1,3 Megapixel Rückteil in der Klapprückwand. Das klingt zwar relativ kompakt, aber unter der Kamera ging ein Kabel heraus zur Speichereinheit, die so groß wie die ersten Autotelefone war. Es gab unterschiedliche Versionen für SW und Farbe und mit umgerechnet 25.000 EUR konnte man den Einstieg wagen.

http://www.mir.com.my/rb/photography/companies/Kodak/index.htm (englisch, mit vielen Bildern)

http://www.digitalkamera.de/Kamera/Kodak/DCS_100.aspx (deutsches Datenblatt)

Von da an ging die Entwicklung schnell voran und als 9 Jahre später Canon die EOS 1V vorstellte, sagten Sie bereits, dass diese die letzte analoge Profikamera bleiben würde, alles weiter würde digital sein. 2002 kamen dann die 1D und 1Ds, im gleichen Jahr habe auch ich mit der etwas günstigeren Canon D60 meine erste DSLR gekauft.

 

Korrekturen zur großen Fotoschule

Beim erneuten Durchsehen der großen Fotoschule sind zwei Fehler aufgefallen, die ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte, auf Seite 407 muss es richtig heißen:

Sie wird in Kelvin (K) angegeben, einer Maßeinheit, die die Temperatur
in gleich großen Schritten angibt wie unser Grad Celsius, allerdings liegt
der Nullpunkt beim absoluten Nullpunkt von –273,15 °C. Kurz gesagt: 0 °C
entspricht +273,15 K.

 

Und auf Seite 106 fehlt zwischen f45 unf f90 die Blende 64.
Im ersten Nachdruck werden diese Fehler natürlich nicht mehr enthalten sein, ebenso muss der Leser auf ein paar Druckfehler verzichten, die aber alle nicht sinnentstellend sind.

Im ersten Nachdruck ist allerdings folgender Fehler noch enthalten: auf Seite 158 oben ist der korrekte Wert f5,6 bei 1/1000s statt f4, im folgenden ergibt sich daraus eine Blende von f2,8 Statt 2.

Kurztest: Blitz Yongnuo YN560

Ich habe heute einen neuen Blitz erhalten, den Yongnuo YN560. Dieser Blitz ist bei mir dafür gedacht, über einen Funkauslöser oder eingebauter Photozelle mit manueller Stärke mitzublitzen. Dafür ist er gut geeignet, als Standardblitz an der Kamera eher nicht, weil er keinerlei Belichtungsautomatik unterstützt. Es ist eher wie ein kleiner Studioblitz im Gewand eines Aufsteckblitzes. So lässt er sich über eine eingebaute Fotozelle  mit auslösen (2 Modi: direkt und mit Ignorieren des Vorblitzes) und hat einen (abschaltbaren) Piepton, um die Blitzbereitschaft anzuzeigen. Weiterlesen

Schärfentiefe

Es kursieren ein paar Faustregeln über die Schärfentiefe, die fast alle nicht besonders hilfreich sind. Das Thema ist, wie fast immer, komplizierter. Es gibt allerdings ein Tool im Web, mit dem Sie die Schärfentiefe unter Einbeziehung aller relevanten Einflussfaktoren ausrechnen können:

http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm

Auf dieser Seite finden Sie auch ein PDF von Oliver Jenrich, das die mathematischen Grundlagen erläutert, ebenfalls empfehlenswert ist der Artikel auf Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schärfentiefe