Sony A7R III Erfahrungsbericht

Ich habe die A7R III seit dem ersten Tag der Lieferbarkeit in Verwendung. Auch wenn Sony nur mein Zweitsystem neben Canon ist, kann ich nach fast 30.000 Aufnahmen einen fundierten Erfahrungsbericht schreiben.

Die Bildqualität des Sensors ist tatsächlich hervorragend, die Kamera ist deutlich schneller geworden und lässt sich auch besser bedienen als der Vorgänger. Ich würde sie wieder kaufen, um ein Fazit vorwegzunehmen, aber die Kamera bei weitem nicht perfekt. In diesem Bericht werde ich hauptsächlich auf die Schwächen eingehen und ich werde ihn auch bei Sony posten, weil Sony genau mitliest. Meine Kritikpunkte an der A7R II hat Sony bei der A7R III fast alle behoben. Nicht meinetwegen natürlich, aber doch, weil das Userfeedback genau ausgewertet wurde.

Der elektronische Verschluss ist zwar absolut leise, aber leider auch nur beschränkt einsetzbar. Wenn Sie unkomprimiertes Raw eingestellt haben, benötigt die Kamera selbst bei 1/8000 s Belichtungszeit 1/13 s, um das ganze Bild auszulesen. Entsprechend stark ist der Rolling-Shutter-Effekt. Wenn Sie flimmerndes Licht haben, erhalten Sie eine starke Streifenbildung. Bei bestimmten Kunstlichtquellen oder stärker bewegten Motiven können Sie den elektronischen Verschluss also gleich wieder vergessen. Bei komprimiertem Raw liest die Kamera immerhin doppelt so schnell aus.

Der gleiche Effekt schränkt auch die Nutzbarkeit des Pixelshift-Modus ein. Denn die Kamera verwendet dabei immer den unkomprimierten leisen Modus. Wenn Sie blitzen, brauchen Sie also Belichtungszeiten von mindestens 1/13 s, der Abstand zwischen den 4 Belichtungen beträgt mindestens eine Sekunde, die Gesamtaufnahmezeit also mindestens 3 s. Das können andere besser.

Apropos andere können das besser: Ich habe es in drei Monaten nicht ein einziges Mal erlebt, dass die Sensorreinigung ein Staubkorn entfernt hätte. Und ich rede von Staubkörnern, die mit einem kleinen Gummiblasebalg problemlos zu entfernen waren. Das ist bei Olympus oder Canon deutlich besser. Gerade bei einer Spiegellosen, bei der der Sensor nah hinter dem Bajonett offen liegt, sollte eine bessere Methode zu finden sein.

Der Autofokus der A7R III ist bei Gesichtern hervorragend, wenn man die Kamera in AF-C machen lässt, ist er auch bei anderen Motiven oft sehr gut. Wenn man allerdings mehr Kontrolle übernehmen möchte, schwächelt das System bei kleineren Messfeldern aber deutlich. Immerhin können Sie in der Suchervergrößerung mit einem Fadenkreuz praktisch auf den Punkt scharf stellen, wenn auch nicht immer schnell. In der Gesamtheit ist der AF aber mit einer guten DSLR zu vergleichen. Der Sucher selbst lässt einen aber langsamer reagieren und auch nicht so schnell mitführen, wie das bei einer DSLR möglich wäre. Bei Personen ist die A7R III überlegen, bei schnellen Vögeln eher eine DSLR. Auch deswegen, weil die großen Teles noch nicht auf dem Markt sind, nach 100-400 mm Zoom ist bislang Schluss. Canon- oder Sigma-Teles funktionieren zwar mit Adapter, aber nicht auf dem Level, den Sport- oder Naturfotografen von guten DSLRs gewohnt sind. Insgesamt funktioniert der AF mit Adapter aber deutlich besser als an der A7R II.

Die Touchscreen-Unterstützung ist halbherzig, immerhin können Sie den Fokuspunkt verschieben. Wenn Sie das Sucherfeld in der Suchervergrößerung verschieben wollen, dann macht die Kamera das andersherum als beim Fokusfeld und für meine Anforderungen auch viel zu langsam. Auslösen über den Touchscreen geht nicht, das Menü können Sie darüber auch nicht bedienen.

Einer der Punkte, der mich wirklich nervt, ist, dass sich die Kamera oft gar nicht bedienen lässt, wenn die Kamera noch auf die Speicherkarte schreibt. Und was mich auch nervt, ist, dass in der Suchervergrößerung nicht die Blende oder Belichtungszeit angepasst werden kann. Die Bedienung ist etwas übersichtlicher geworden, immerhin haben die Reiter jetzt Überschriften. Aber das geht noch besser.

Meine Kamera hat öfter Probleme mit der Speicherkarte, vor allem im Slot I, die Karten selbst sind nicht das Problem, die laufen in den anderen Kameras problemlos, einmal in Amsterdam hat die Kamera ca. 35 Bilder hintereinander nicht auf die Karte geschrieben. Das war das einzige Mal, aber dass die Kamera die Speicherkarte neu eingesetzt haben möchte, passiert öfter. Ich vermute eine mechanisch nicht so gute Umsetzung der Kontakte. Genau wie beim Blitzschuh. Wer den entworfen hat, sollte bitte von Sony in die Hifi-Abteilung versetzt werden und nichts mehr bauen dürfen, was die Leute auch mit vor die Tür nehmen.
Wie wetterfest die Kamera ist, habe ich nicht wirklich ausprobiert, aber ich würde auch nicht zuviel erwarten. Sony könnte das meinetwegen genauer kommunizieren, als sie das jetzt tun.

Die Akkulaufzeit ist jetzt zwar recht gut, aber es gibt keine Fremdakkus und Sony kann wohl im Augenblick nicht liefern, ich habe jedenfalls von einigen gehört, dass Sie keine Akkus kaufen konnten. So etwas darf nicht passieren.

Die Bildqualität der Sony ist gut, bei langen Belichtungen habe ich allerdings Probleme mit Hotpixeln. Hier sollte Sony einen Weg finden, der weder Hotpixel- noch Star-Eater-Probleme mit sich bringt.

30s bei ISO 3200. Hotpixel sind leider immer noch ein Thema

Der Bildstabilisator ist super, gerade für alte manuelle Objektive.
Das neue Betriebssystem macht die Kamera schneller, es gibt aber keine Apps mehr. Den Touchless Shutter vermisse ich, den hätte Sony ruhig mit in die Firmware packen können. Die Umschaltung zwischen Sucher und Bildschirm ist manchmal immer noch ungenau. Generell dürfte der Sucher ruhig dann erst angehen, wenn das Auge nur noch wenige cm entfernt ist.

Die Verbindung mit dem Smartphone für die GPS-Koordinaten bricht mit dem iPhone 7 oft ab und muss immer händisch wieder aufgebaut werden. Wer genau daran Schuld ist, weiß ich nicht, aber es ist nicht praxistauglich.

Für die A7R IV wünsche ich mir: Einen schnelleren Sucher, einen besseren Spot-AF, weniger Bedienbremsen und mehr Responsiveness, robustere Auslegung und Wetterabdichtung, eine gute Touchscreen-Umsetzung, einen schnelleren leisen Verschluss, einen schnelleren Pixelshift-Modus (am besten so schnell wie die Serienbildfrequenz), den zweiten Kartenslot auch in UHS-II. Etwas mehr Auflösung wäre schön, aber mit den 42MP kann ich ganz gut leben.

Und, nach den ganzen Kritikpunkten: Insgesamt eine gute Kamera, inzwischen ernst zu nehmende Konkurrenz zur DSLR und ein großer Schritt nach vorne von der A7R II. Die meisten Nachteile sind gar keine technischen, sondern eher Designschwächen. Da kann Sony noch aufholen und vor allem früh den Profis Prototypen  in die Hand drücken.

Ein Blick in die Glaskugel für 2018

Traditionell denke ich am Jahresanfang über die kommenden Entwicklungen in der Fototechnik nach, meine Prognosen aus den letzten Jahren lasse ich unverändert im Netz stehen. Bei manchen Entwicklungen bin ich selbst verwundert, wie lange Sie brauchen. Zum Beispiel habe ich erst im November eine Kamera erworben, die einen der schnelleren Speicherstandards unterstützt, in diesem Fall UHS-II. Ich hätte gedacht, dass das früher der Fall sein würde.

In diesem Jahr werden sich spiegellose Systeme als gleichwertig zu den DSLRs zeigen. Manche werden fragen, warum das jetzt erst kommen soll und noch nicht so ist. Das liegt daran, dass es zwar Kameras gibt, die im AF mithalten können, wir z.B. die Sony A9, aber solange ein verhältnismäßig lichtschwaches 100-400mm-Zoom die längste Brennweite darstellt und die adaptierten Objektive ist schnell genug funktionieren, gucken Sportfotografen noch in die Röhre. Bzw. nicht in die Röhre, denn solche „Röhren“ wie ein 400mm f2,8 kommen erst in naher Zukunft.

2018 wird also das Jahr sein, in dem Spiegellose endgültig gleichziehen. In Zukunft werden sie sogar in manchen Belangen überlegen sein, zum Teil sind sie das jetzt schon. Aber wenn man genau hinguckt, ist vieles noch nicht rund. Der leise Verschluss einer Sony A7R III ist zwar geräuschlos, aber nur für wenig bewegte Motive gut zu verwenden. Es dauert 1/13s, ihn auszulesen, doppelt so schnell wird es nur mit komprimiertem Raw. Die Sony A9 ist deutlich schneller, kommt aber bei Auflösung, Farbe und Dynamikumfang nicht an die A7R III heran. Hier liegen auch noch Probleme, die die Kameraindustrie lösen muss, bevor Global Shutter Wirklichkeit werden können. Ein Global Shutter ist ein elektronischer Verschluss, der keine Auslesezeit mehr hat, sondern das ganze Bild auf einmal erfasst. Stellen Sie sich das einmal im Blitzbetrieb vor: Sie können Belichtungszeiten verwenden, die nur von der Abbrennzeit des Blitzes begrenzt werden. Ich vermute, manche Blitzhersteller wie z.B. Hensel haben damit gerechnet, dass das früher kommen würde, sonst hätten Sie wahrscheinlich schon längst Blitze mit HSS (HighSpeedSync) gebracht. HSS wäre mit einem Global Shutter nicht mehr nötig. Ich rechne noch nicht für 2018 damit, sage aber ganz klar: Global Shutter wäre für mich ein Grund, eine neue Kamera zu kaufen. Der Rolling Shutter-Effekt würde damit dann genauso der Vergangenheit angehören.

Da Spiegellose nun wirklich reif geworden sind, müssen die DSLR-Hersteller auch etwas bringen. Nicht etwas wie Nikon 1 oder EOS M, sondern etwas Richtiges  im Vollformat, das die technischen Vorteile eines spiegellosen Systems zur Geltung bringt. Es gibt bereits Patente dazu von Canon und Nikon, ich erwarte, dass Nikon schon 2018 etwas bringen wird, von Canon wird auch etwas kommen, aber ich bin mir nicht sicher, ob schon in diesem Jahr. Der Dual Pixel AF von Canon ist eine sehr gute Voraussetzung für eine spiegellose Kamera, das EF-Objektivsystem ebenfalls ein großer Vorteil, genauso wie eine native Unterstützung von Nikkor-Objektiven eine neue Nikonkamera mit einem Startvorteil versehen würde. Sony ist aber de facto schon einer der großen drei Kamerahersteller geworden, die Lücken im Objektivprogramm werden bald geschlossen sein und die Entwicklungsgeschwindigkeit wird bei den Kameras weiterhin hoch bleiben.

Apropos Objektive. Es werden sicher eine Menge sehr guter Objektive in naher Zukunft auf den Markt kommen, ein Supertele und ein 135er von Sony, ein 200-600 und ein neues 50er von Canon etc. Manche der neuen Objektive sind nahezu perfekt, manchmal wirken die Bilder aber dadurch fast schon etwas tot. Auch 2018 werden wieder mehr Fotografen den Charme alter analoger Objektive wiederentdecken und das wird ein Trend sein, der bleiben wird, ähnlich wie sich die Langspielplatte wieder etabliert hat. Mit alten Objektiven zu arbeiten ist sinnlich, günstig und spannend, manche davon sind viel besser als Sie ahnen würden. Die analoge Fotografie ist mühselig und ist leider auch schlechter als früher, da das Filmangebot immr kleiner wird und die Labors meist auch nur scannen und ausbelichten und nicht mehr abziehen. Die Arbeit mit analogen Objektiven ist aber besser als sie das jemals war, auch dank Bildstabilisator im Kameragehäuse oder Suchervergrößerung zum Scharfstellen.

Ein ca. 40 Jahre altes Nikon 35mm f1,4 trägt mit seinen Unperfektheiten hier sehr zur Bildstimmung bei.

Adobe hat Lightroom in einer Cloud-Variante herausgebracht. Für den Fotografen hat das eher wenig Vorteile, es ist langsamer durch die Datenübertragung und wird schnell teuer, wenn Sie mehr Platz benötigen. Aber denken Sie etwas in die Zukunft, wenn Sie alle Arbeitsschritte online machen und die Bilder auf Servern liegen, kommen die Server schnell an die Bilder und können sie automatisch analysieren und verschlagworten. Sie trainieren dann mit jedem Bearbeitungsschritt eine Künstliche Intelligenz, die mit den gesammelten Daten dann automatisch Bearbeitungsvorschläge macht. Wenn Sie die Bilder automatisch in Webdienste exportieren wie zum Beispiel an Instagram, dann kann die Software sogar Likes zählen und nachschauen, welche Bearbeitungen besonders gut ankommen. Es gibt also jetzt schon einen beginnenden Trend zur KI-unterstützten Bildoptimierung. Es gibt auch schon KI-Systeme, denen Sie nur noch mitteilen müssen, was der Bildinhalt sein soll und die dann die Bilder fast aus dem Nichts erzeugen. Glauben Sie nicht? Dann gucken Sie doch einmal hier: https://www.theverge.com/2017/10/30/16569402/ai-generate-fake-faces-celebs-nvidia-gan und hier https://www.youtube.com/watch?v=0fhUJT21-bs

Irgendwann wird es Maschinen geben, die in Echtzeit fotorealistische „Träume“ erzeugen können, die Vorstellung, dass die Künstliche Intelligenz es schwer haben wird, im kreativen Bereich genutzt zu werden, halte ich für sehr naiv. KI wird in fast allen Lebensbereichen große Änderungen bewirken.

Doch erstmal zu etwas Naheliegenderem, neuen Kameras: Die A7 III und A7S III werden sicher bald kommen, sie werden einige der Vorteile der A7R III auch in diesen Reihen verfügbar machen. Canon wird wohl weiter die Vollformatkamera mit der höchsten Auflösung anbieten, ein Nachfolger der 5Ds kommt. Wenn ich raten müsste: mit der Bedienung der 5D Mark IV, 60MP und besserem Dynamikumfang. Die 7D Mark III erscheint auch 2018 und wird bei der Bildqualität zulegen, vielleicht überrascht uns Canon auch mit echten Neuigkeiten im technischen Konzept. Es wird trotzdem viele Leute geben, die über Canon meckern werden und weiter viele Profis die mit den Kameras zufrieden ihren Job machen. Von der technischen Entwicklung werden alle großen Marke profitieren, wer die Notwendigkeit sieht, zu „switchen“, sollte sich fragen, woher das eigentlich kommt. Bei manchen Fotografen habe ich das Gefühl, dass sie sobald eine Kameraausrüstung rund ist, eine neue aufbauen müssen, eher um ihren Sammeltrieb zu befriedigen, als dass sie sich damit fotografisch weiterbringen.

Ich selbst arbeite mit Canon und Sony, halte die D850 für eine der besten Kameras überhaupt und freue mich über jede Innovation, die von Pentax, Olympus, Panasonic, Leica, Fuji und anderen kommt. Fanboys finde ich anstrengend, wir profitieren alle von einem breiten Fotomarkt, und wenn ich mir anschaue, wer früher alles Kameras und Objektive hergestellt hat, dann haben wir schon jetzt an Marktbreite eingebüßt. Aber früher konnten Sie Kameras mit etwas Uhrmacher-Knowhow in einem Hinterhof herstellen. Heute ist das ein Technologieprojekt, das nur noch ein Großkonzern stemmen kann. Zumindest wenn man von analogen oder simplen digitalen Crowdfunding-Projekten absieht, aber da ist auch viel Schrott darunter. Die neue Yashica ist ein Beispiel, ich denke, dass das in der derzeitigen Form bei vielen Unterstützern für Enttäuschung sorgen wird. Immerhin wurden damit bei Indiegogo schon über 1,3 Mio $ eingesammelt, und die meisten Smartphones sind deutlich bessere Kameras als diese. Es bleibt zu hoffen, dass es bessere Ideen und technische Konzepte geben wird, die die Sehnsucht nach einer ursprünglicheren Fotografie werden befriedigen können. Sie kennen diese Sehnsucht nicht? Dann lesen Sie doch einfach das Menü einer aktuellen Sony von vorne bis hinten durch, dann sollte sich diese auch bei Ihnen einstellen 😉

Im Eingangsbereich einer Ausstellung im ZKM sind Kameras aufgebaut, die Ihnen mitteilten, wie groß Sie sind und wie alt Sie wahrscheinlich sind. Die Kamerasysteme von heute kümmern sich nicht mehr nur um Bilderfassung sondern auch um Bilderkennung. Bald wird jedes Auto mehrere Kameras haben, die auch die Absichten der Verkehrsteilnehmer voraussagen können, zumindest innerhalb ähnlicher Grenzen, wie es auch menschliche Autofahrer können. Es werden mehr Kameras von Maschinen genutzt werden als von Menschen. Der Kameramarkt wird also deutlich wachsen und die technischen Fortschritte zurückfließen in den eigentlichen Fotomarkt. Die Gesichtserkennung ist heute schon sehr gut, wer den Dual Pixel AF einer Canon nutzt, den Eye-AF einer Sony oder manch andere Systeme, der kennt das aus eigener Erfahrung. Aber warum soll die AF-Unterstützung da stehen bleiben? Anhand von Bewegungsschemata oder Bildanalyse kann eine Kamera auch auswerten, was wohl unser Motiv ist. Dass eine Kamera z.B. auf die Wellen vor einem Wasservogel scharf stellt, wird irgendwann einmal Vergangenheit sein.

Für den Fotografen (und das ist hier nur ein Beispiel, weil es tatsächlich für alle Menschen gilt) wird es immer wichtiger, zu erkennen, was ihm die Technik vorgibt und erleichtert und davon zu unterscheiden, was er eigentlich erreichen und ausdrücken will. Es wird bestimmt nicht mehr lange dauern, dass Programme wie Lightroom Ihnen die besten Bilder einer Reihe automatisch vorschlagen, eine Grundbearbeitung über eine Automatik motivabhängig vornehmen und bestimmte „Fehler“ direkt entfernen können. Wenn Sie sich angucken, was Apps wie Google Photo schon vor Jahren gemacht haben, dann ist das wirklich keine Zukunftsmusik, sondern eine absehbare Entwicklung. Jedes Handy kann heute schon automatisch Selfies „schöner“ machen, eine Software wie Portrait professional treibt die automatische Verschönerung zu absurden Höhen, das gleiche können Sie auch mit Landschaftsbildern machen. Den Link http://www.landscapepro.pics/ poste ich hier nur als Warnung, nicht als Empfehlung, Landschaftsfotos sehen heute zum großen Teil auch so schon gleich aus. Wenn Sie Bilder machen möchten, die nicht im Strom untergehen und die eine persönliche Qualität haben, dann müssen Sie solchen Entwicklungen zumindest zum Teil widerstehen und sie sich im Ganzen bewusst machen. Auch Facebook macht mehr mit Ihnen als Sie mit Facebook. Und wir stehen erst am Anfang einer exponentiellen Entwicklung, Digitalisierung und Internet sind harmlos gegenüber dem, was Robotik und KI noch für uns bereithalten werden. Auch wenn viele von uns wahrscheinlich Maschinen erleben werden, die ihnen kognitiv überlegen überlegen sein werden (Damit, liebe Leser, spiele ich nicht auf Ihre Intelligenz an, sondern allein auf Ihr Lebensalter), sollten sie nicht vergessen, dass Sie als Mensch Stärken haben, die nicht so leicht veralten werden.

Denken Sie aber daran, dass der Fortschritt auch von Ihnen ausgeht. Jeder einzelne entscheidet durch sein Verhalten mit, wohin die Reise geht. Bei den meisten Dingen müssen Sie nicht auf Entscheidungen aus Politik oder Wirtschaft warten, um selbst etwas zu ändern oder zu bewirken.  Es gibt eine Menge wichtigerer Dinge als die Wahl der nächsten Kamera. Aber es wäre schön, wenn wir auch in Zukunft die Möglichkeit haben werden, so unwichtigen Luxusproblemen unsere Zeit zu widmen. Die Welt wird sich in den nächsten 20 Jahren stärker ändern als in den letzen 50. Machen Sie was draus!

 

 

 

Ein Blick in die Glaskugel für 2017

Um die Jahreswende blicke ich traditionell ein wenig in die Zukunft und äußere meine Erwartungen über die anstehenden technischen Entwicklungen in der Fotobranche. Einige der letzten Prophezeiungen sind eingetroffen, so wurden z.B. 2016 endlich spiegellose Mittelformatkameras von Hasselblad und Fuji vorgestellt. Hasselblad ist übrigens gerade chinesisch geworden, DJI (die Firma mit den Drohnen, genau) hat inzwischen die Mehrheit. Das entspricht sicher einem generellem Trend, die Chinesen werden auch im Rest der Industrie Europas weiter stark an Übernahmen interessiert sein. Japan hatte übrigens auch einmal das Image eines belächelten Billigproduzenten mit Nachbaumentalität. Von dem sind die Chinesen nun auch schon entfernt, aber die haben auch noch viel Luft nach oben und arbeiten mit großer Kraft am weiteren Aufstieg. Chinas Anteil am Fotomarkt wird auch zu Lasten etablierter Europäischer und Amerikanischer Hersteller weiter wachsen.

Morgen wird das iPhone 10 Jahre alt. Ich erinnere mich an den Tag und habe mir die Präsentation damals angeschaut. Ich war erleichtert, dass es endlich jemand richtig macht. Internet auf dem Handy war vorher fürchterlich. Es war so schlecht, dass die Provider die Handies so gebrandet hatten, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch war, irrtümlich auf den Internet-Button zu kommen, damit überhaupt einmal Datenvolumen generiert wird. Die Benutzung war ein Krampf und die Gebühren ein Hohn. Dann kam das iPhone und der Rest ist Geschichte. Heute hat fast jeder ein Smartphone, die meistverwendete Kamera bei flickr ist ein iPhone, die Kamera an Platz 2 ist auch ein iPhone, Kompaktkameras werden kaum noch verkauft und wenn, dann sind Ihre Sensoren deutlich größer geworden, damit sie sich qualitativ absetzen. Diese Entwicklung ist noch nicht vorbei, Smartphones haben noch großes Entwicklungspotential und werden den Fotomarkt von unten weiter stark unter Druck setzen. Und trotz der Kulturrevolution, die Smartphones bei jedem von uns ausgelöst haben ist das nur ein Klacks im Vergleich zu dem, wie die Technik unser Leben und die Fotografie in den nächsten Jahren verändern wird.

Wie das fahrerlose Auto wird es auch die fotografenlose Kamera geben. In ein paar Jahren wird man Drohnen losschicken können, die auch ohne menschliche Steuerung Bilder von aktuellen Ereignissen liefern, Objekte aus der Luft fotografieren und selbsttätig gute Bildwinkel und Ausschnitte wählen. Techniken aus der Überwachung werden zurückschwappen in den fotografischen Bereich. Computer werden mehr und mehr in der Lagen sein, Bildinhalte zu erkennen, bei der Bildsuche und Bildverschlagwortung zu helfen und auch die Bildwirkung auf den Menschen analysieren. Computer werden auch immer mehr in die Bildbearbeitung eingreifen, schon heute erstellen Bilderdienste wie Google Photos selbstständig Montagen, Panoramen oder Zusammenstellungen.

Canon hat auf der CES gerade einen Sensor mit 250MP vorgestellt, dessen angedachter Anwendungsfall die Überwachung ist. Mit so einem Sensor kann man einen großen Platz mit einer Auflösung erkennen, die für die Erkennung einzelner Gesichter ausreicht. Auch im fotografischen Bereich werden die Auflösungen weiter steigen, ebenfalls auf der CES wurde der erste 8K-Monitor vorgestellt, 8K-Video wird in absehbarer Zeit auch für Normalanwender verfügbar sein. Der Schritt von FullHD zu 4K war aber sicher bedeutender, denn das Auge kann bei Ganzbildbetrachtung ohnehin nicht viel Mehr als 4K auflösen, ab einem gewissen Abstand zum Fernseher macht es auch keinen Unterschied mehr, ob der FullHD oder 4K kann. Trotzdem werden Fotografen von der Auflösungssteigerung profitieren, Ich fotografiere gerne mit der EOS 5DS R, weil Sie mir erlaubt, auch noch kleinere Ausschnitte des Bildes mit hinreichender Auflösung zu verwenden. Das ist vor allem in der Tierfotografie sinnvoll, weil ich fliegende Vögel auch in größerer Entfernung noch erfassen kann, ohne das es bildnerisch sinnlos wird. Ich würde auch eine 50MP-APS-C-Kamera kaufen, wenn Sie bei ISO-Leistung und Dynamikumfang gut genug wäre.

Apropos 4K:  4K würde am meisten Sinn im Beamerbereich ergeben, weil die großen Bilddiagonalen die Bildinformation dort wirklich sichtbar machen. Es ist zu hoffen, das 2017 endlich bezahlbare echte 4K-Beamer auf den Markt kommen, im Moment sind sie entweder bezahlbar oder echt („4K-Enhancement“).

Für viele Fotografen ist der Unterschied zwischen Gesehenem und Aufgenommenem bzw. Wiedergebbarem immer noch etwas frustrierend. Farb- und Dynamikumfang waren gerade in der Wiedergabe recht begrenzt. HDR-Monitore und neue Displaytechniken kommen immer mehr dem nahe, was das Auge verarbeiten kann.

Wenn Sie eine Sony A7R II oder eine vergleichbare Kamera im leisen Modus auslösen, hören Sie gar keinen Kameraverschluss mehr, weil die Belichtung rein elektronisch gestartet und beendet wird. Leider werden die Daten immer noch zeilenweise ausgelesen, so dass Sie bei Flackerlicht Bildstreifen erhalten, die sie beim mechanischen Verschluss nicht bekommen. Schön und technisch machbar wäre ein globaler elektronischer Verschluss, der das Bild gleichzeitig ausliest. Damit gäbe es keinen Rolling Shutter-Effekt mehr im Video und man könnte auch mit kurzen Belichtungszeiten blitzen, ohne dass man HSS einsetzen muss. Das wäre eine Entwicklung, die gerade professionelle Fotografen dazu verleiten könnte, sich eine neue Kamera zu kaufen. Auf der anderen Seite wird auch Hensel in diesem Jahr eine mobile Blitzanlage herausbringen, die HSS unterstützt.

Dass bei manchen neuen Kameras nicht auf neue Speicherstandards gesetzt wurde, damit die Käufer ihren alten Speicher weiterverwenden können, kann ich gut verstehen. Dass UHS-II bei SD-Karten-Slots noch nicht weiter verbreitet ist, wundert mich allerdings schon. Vielleicht liegt das auch an den langen Projektlaufzeiten bei der Kameraentwicklung. In UHS-II-Slots kann man auch alte SD-Karten weiterverwenden, es gäbe also keinen Kunden, der sich über die Einführung ärgern würde. Ich hoffe, dass das in 2017 endlich auf breiterer Basis passiert. Zumindest gute 300MB/s könnte man damit realisieren, ohne sich in der CFast gegen XQD-Frage entscheiden zu müssen. CF-Karten haben nämlich im Moment mindestens zwei Nachfolger, die auch mit der bisherigen Technik nicht kompatibel sind.

Ein weniger schöner Trend ist, dass Fototechnik etwas teuer wird. Das liegt nicht nur am Wechselkurs von Yen zu Euro, sondern auch am schrumpfenden Markt. Smartphones haben das untere Segment fast aufgelöst und im oberen ist eine gewisse Sättigung eingetreten, weil auch eine Kamera von vor fünf Jahren noch sehr gut ist. Trotzdem hat sich eine Menge getan und wenn Sie darüber nachdenken, ihre Ausrüstung aufzufrischen, dann möchte ich Sie nicht davon abbringen. Es gibt jetzt schon genug wirklich leistungsfähige Kameras wie z.B. die Nikon D500 oder die Canon 5D Mark IV, aber ich erwarte auch für dieses Jahr einige schöne Neuerscheinungen. Canon wird eine neue 6D bringen und auch die 750D/760D wird wohl aufgefrischt, Bei Nikon ist ein Nachfolger der D750 oder der D810 denkbar, Sony wird auch einen Schritt nach vorne gehen und hoffentlich eine A7 auf den Markt bringen, die bei Autofokus und Serienbildtauglichkeit deutlich besser geworden ist, es kommen ein paar schöne neue Objektive wie z.B ein 24-70mm und ein 70-200mm der ART-Serie von Sigma, ein 85er von Canon, vielleicht auch ein 50er. Und im Bereich der Spiegellosen werden auch die großen Hersteller, die nicht Sony heißen, fleißig weiterentwickeln. Ob da 2017 schon ein großer Wurf kommt, wage ich zu bezweifeln, aber wir werden dem näher kommen.

Vergessen wir bei alledem nicht, dass es ein großes Privileg ist, sich bei Anbruch eines Jahres um solche Themen Gedanken machen zu können. Das geht nur in Zeiten des Friedens, des Wohlstands und der Freiheit. Und nichts davon ist selbstverständlich.

 

 

Reuters: Zurück zu JPEG

Die Presseagentur Reuters hat einen neuen Leitfaden für ihre freien Fotografen herausgebracht. Die Fotografen sollen nun mit dem Kamera-JPEG arbeiten und höchstenfalls beschneiden und leichte Kontrastanpassungen vornehmen. Grund sind nicht nur Geschwindigkeitsvorteile im Workflow, sondern auch der geringere Bearbeitungsspielraum des Formats. So möchte Reuters sicherstellen, dass durch Überbearbeitung nicht Authentizität verloren geht. Auch wenn ich ein großer Fan des Raw-Formats bin, kann ich den Schritt verstehen. Dokumetarfotografie, die aussieht wie Renaissance-Gemälde, geht mir auch auf den Keks. Das hat es aber auch schon früher gegeben, als gerade die SW-Bilder exzessiv in der Dunkelkammer nachbearbeitet wurden. Wieviele Bilder kennen Sie, in denen der Himmel dunkler ist, als die Motivteile, die er beleuchtet?

Erste Eindrücke Sony A7RII

Ich hatte heute Gelegenheit, die Sony A7RII ausgiebig zu testen und möchte ein paar erste Eindrücke mitteilen, weil ich manches so noch nicht gelesen habe.

Ich habe die Kamera mit einem Metabones IV-EOS zu Sony E-Mount Adapter betrieben und ausschließlich Objektive für das Canon-Bajonett verwendet. Es hieß ja, der AF wäre damit so schnell wie an einer Canon-DSLR. Das kann ich nur zum Teil bestätigen. Voraussetzung ist das richtige Objektiv und gutes Licht, ansonsten findet man sich in der AF-Steinzeit wieder. Ein EF 135mm f2L USM oder ein EF100mm f2,8L Macro IS II USM waren auch bei gutem Licht ein Desaster (Update: Die neue Firmware von Metabones unterstützt jetzt beide Objektive, das Makro ist immer noch sehr langsam). Manchmal fand die Kamera unabhängig vom Fokusmodus gar keinen Schärfepunkt, manchmal nach ewigem Pumpen. Die Sigma-Art-Objektive und das EF70-200mm f2,8L IS II USM funktionierten bei gutem Licht sehr gut, bei schlechtem wurde es aber echt zäh. Ich erwarte, dass die Ergebnisse mit neuerer Firmware des Metabones-Adapters noch besser werden. Aber wer denkt, dass er mit der Kamera ohne neue Objektive jetzt schon eine Canon-DSLR ersetzen kann, würde sehr enttäuscht werden.

Der AF-Modus der auf das vordere Augen scharfstellt, ist momentan mit dem Adapter grundsätzlich nicht verfügbar, es ist also immer noch schwierig, bei Bewegung auf die Augen scharfzustellen. Der Sucher ist besser als bei den Vorgängern geworden, aber immer noch nicht zu vergleichen mit einem DSLR-Sucher. Ich möchte mit dem keine 12 Stunden arbeiten, während ich mir das bei der EOS 5DS ohne Probleme vorstellen kann. Meiner Kamera lag irrtümlicherweise kein Akkulader bei, dafür aber zweimal der gleiche exotische Stecker. Es wird ein USB-Netzteil mitgeliefert, mit dem man den Akku in der Kamera aufladen kann, allerdings funktioniert das nicht mehr, wenn der Batteriegriff angeschlossen ist. Die Kamera frisst Batterien schneller, als man sie mit einem Auflader wieder aufladen kann. Die kleinen Akkus haben nur 1020mAh, sind bei richtiger Arbeit in zwei Stunden leergezogen, brauchen im Aufladegerät aber 250min, um wieder aufgeladen zu werden. Das USB-Netzteil bräuchte nur 150min, aber dafür muss man die Kamera ans ein Kabel hängen und erstmal umbauen, wenn man einen bei dem kleinen Body eigentlich notwendigen Batteriegriff verwendet. Auch wenn die Kamera Memory-Stick und SD-Karten unterstützt, können Sie nur eine Karte gleichzeitig in die Kamera stecken, doppelte Aufzeichnung ist also nicht möglich.

Die 1:1-Rückschau kommt nicht so verzögerungsfrei, wie bei einer Canon, Die Benutzerführung und Lage der Knöpfe ist bei weitem nicht so durchdacht wie bei Canon oder Nikon. Der Video-AF ist deutlich zäher als der im Foto-Modus, wahrscheinlich besser mit Sony-oder Zeiss-Objektiven, AF-Nachführung im Video soll mit Fremdglas gar nicht funktionieren.

Schön ist, dass man auch Objektive ohne Bildstabilisator mit dem eingebauten Stabilisator gut stabilisiert bekommt, die Bildqualität ist ordentlich und die Videoqualität überragend. Vor allem kann man 4K-Video direkt auf eine UHS-3-SD-Karte aufzeichnen.

Ich werde die Kamera mal richtig fordern und dann mehr berichten. Erst ist aber der zweite Teil zur EOS 5DS R dran, von der ich immer noch sehr begeistert bin. Der einzige Nachteil der Kamera ist, dass alle anderen Kameras jetzt nur noch selten Verwendung finden.

Die A7RII ist eine deutliche Verbesserung zur A7R, die ich auch mal ausgiebig getestet habe, aber wenn ein Profi eine Allround-Kamera anschaffen möchte, würde ich eher eine EOS 5DS R oder eine Nikon D810 empfehlen. Das soll nicht heißen, dass die A7R II sich nicht für professionelle Arbeit eignet oder eine schlechte Kamera wäre, aber gerade bei Jobs, bei denen lange gearbeitet wird und sehr viele Bilder entstehen, könnte ich auf eine Profi-DSLR noch nicht verzichten. Wenn Sony so weiter macht, werden Sie bald ein komplettes Profisystem haben, wenn dann ein ebenso professioneller Service dazu kommt, werden die auf Dauer ganz oben mitspielen. Bei den Bildsensoren sind sie mit ca. 42% Marktanteil schon jetzt Weltmarktführer.

Dann können die sich eigentlich auch eine neue Werbeagentur leisten, auf der Sony-Webseite wird die Kamera unter der Überschrift „Realität realisiert“ beworben.

Langzeitbelichtung 30s, ISO 100, +2LW in Lightroom. Die vielen bunten Pixel sind ein ersthaftes Problem.

Langzeitbelichtung 30s, ISO 100, +2LW in Lightroom. Die vielen bunten Pixel sind ein ersthaftes Problem.

Eine weitere Sache, die mir negativ bei meinen Tests aufgefallen ist: Langzeitbelichtungen werden auch bei LOW-ISO nicht sauber, sondern haben ein Streuraster aus Hotpixeln. Das Beispiel oben (draufklicken für 1zu1) wurde mit eigentlich harmlosen Einstellungen belichtet. Man sieht die Fehlpixel auch schon ohne Aufhellung, aber hier wurde um zwei Blendenstufen in Lightroom aufgehellt. Wenn Sony das nicht durch ein Firmwareupdate in den Griff bekommt, wird das viele Leute vom Kauf abschrecken, da man eigentlich erwartet, dass die Kamera gerade bei schwachem Licht Vorteile bietet. UPDATE: Es gibt eine neue Firmware, mit der das besser geworden zu sein scheint, ich muss das noch mal in Ruhe testen:

http://www.sony.com.sg/support/download/607881/product/ilce-7rm2

Ich vermute, dass sie Sony das RAW filtert und da Punkte übrigbleiben. Ich habe ohnehin das Gefühl, dass die Sony RAWs nicht besonders „roh“ sind.

Vielleicht klingt mein Bericht sehr negativ, das soll er nicht, die A7R II ist eine gute Kamera, aber sie kann dem Hype, der gerade um sie gemacht wird, nicht wirklich standhalten. Ich vermute, dass Nikon aus dem Sensor etwas mehr herausholen wird und ich hoffe auch, dass diese Kamera nach Firmwareupdates von Sony und von Metabones noch besser wird.

 

Update II:

Fehler-A7RII_DSC3543

 

Ich habe inzwischen noch einen seltsamen Bildfehler entdeckt: Bei einer Gegenlichtaufnahme mit dem 90er Makro werden hier in den dunklen Bereichen waagerechte gestrichelte Linien sichtbar. In Lightroom aber auch schon auf dem Kameramonitor in der vergrößerten Darstellung.  Der Bildausschnitt ist von oberen Bildrand, rechts von der Mitte. Bitte auf das Bild klicken für eine 100%-Ansicht. Das Bild wurde außer einer auf Null gesetzten Rauschunterdrückung in Lightroom nicht verändert. 90mm, f2,8, ISO 200.

Link zum RAW:
https://www.dropbox.com/s/khl5zuqlc046ff4/_DSC3543.ARW?dl=0

A7R2_DSC0008

 

Hier noch ein Beispiel der Hotpixel-Problematik der A7R2, f4, 3min, ISO 800. Eine Belichtung der EOS 5DS R lässt auch bei 10min Belichtungszeit keine Hotpixel erkennen (Beide Kameras ohne Langzeit-Rauschunterdrückung).

Panoramafreiheit in Gefahr

Am 9.Juli wird im Europaparlament über den Bericht über die Evaluation des EU-Urheberrechts abgestimmt. Zu diesem hat es eine Reihe von Änderungsanträgen gegeben, von denen einer für Fotografen wirklich unerfreulich werden kann. Im schlimmsten Falle wäre es dann  irgendwann im Herbst vorbei mit der Panoramafreiheit.

Mehr darüber zu lesen gibt es hier: https://www.freelens.com/news/panoramafreiheit-in-gefahr/

Auf Change.org gibt es eine Petition, die sich gegen diese Änderung richtet:
https://www.change.org/p/european-parliament-save-the-freedom-of-photography

Ich hoffe, dass sich das durch genügend öffentliche Aufmerksamkeit noch verhindern lässt. Wenn das am 9. Juli schief geht, bleibt nur noch eine Gelegenheit, die Panoramafreiheit zu retten.

EOS 750D und 760D

Canon hat die dreistelligen EOS-Kameras eher inkrementell erneuert, der Unterschied zwischen der 650D und der 700D ist so klein, dass Canon die 650D aus dem Programm genommen hat und die 600D neben der 700D weiterverkauft hat. Bestimmte Eigenschaften wie die 63-Zonen-Belichtungsmessung waren schon historisch, oder wie der Marketingmensch lieber sagt: „bewährt“.

Die EOS 760D- Topdisplay und Daumenrad wie bei den großen DSLRs (Bild: Canon)

Die EOS 760D – Topdisplay und Daumenrad wie bei den großen DSLRs (Bild: Canon)

Plötzlich stellt Canon zwei statt einer Kamera vor und es wird mehr geändert als gleich bleibt. Die gemeinsamen neuen Eigenschaften der beiden Kameras umfassen:

  • Ein neuer 24MP-Sensor
  • Digic6-Prozessor
  • Neuer 19-Kreuzsensoren-AF (wie in der 70D oder der ersten 7D)
  • neue Belichtungsmessung (7.560-Pixel-Messsensor (RGB und IR))
  • Wifi mit NFC
  • Neuer AF für den Livebild-Modus (Hybrid CMOS AF III)
  • Flacker-Erkennung wie in der 7D Mark II

Die 760D kann gegenüber der 750D noch mehr:

  • LCD-Display auf der Oberseite wie bei den großen Canon-DSLRs
  • Daumenrad
  • kontinuierlicher AF bei Serienbildaufnahmen im Livebild-Modus (Damit ist die die erste Canon-DSLR überhaupt, die das kann)
  • HDR-Video
  • Augensensor, der das rückwärtige Display automatisch abschaltet

Die 760D kostet in Europa 60€ (das wären heute 64,2$) mehr, während Sie in den USA 100$ mehr kostet als die 750D. Allein Top-Display und Daumenrad wären für mich den Mehrpreis wert, die Bedienung wird dadurch deutlich angenehmer. Man hat die wichtigsten Daten immer sofort im Blick, ohne die Kamera vors Auge zu führen oder das stromfressende Display anzuschalten und das Daumenrad ermöglicht eine schnelle und intuitive Veränderung von Blende oder Belichtungskorrektur. Wie gut das HDR-Video ist, muss man abwarten, grundsätzlich sinnvoll ist es schon, da das Video nicht so einen hohen Dynamikumfang wie das RAW-Bild hat.

Ich denke, dass die beiden Kameras zu Recht wieder unter den meistverkauften Systemkameras landen werden, wer eine richtige Kamera haben will, die intuitive Bedienung und große Gestaltungsfreiheit bietet, gleichzeitig aber anfängertaugliche Automatikmodi und einen günstigen Preis, der liegt mit der 750D/760D richtig. Ambitioniertere Fotografen, die nicht so sehr auf die Motiv-Automatiken setzen sollten gleich zur 760D greifen, vor allem wegen der besseren Bedienbarkeit in den Kreativ-Modi.

 

 

Ein Blick in die Glaskugel für 2015

Das folgende ist vielleicht eine private Wunschliste, die sich an den Möglichkeiten orientiert, die langsam zur technischen Reife kommen.

Ich hoffe, dass wir 2015 folgende Dinge zu sehen bekommen werden:

  • Neue DSLRs von Canon, die die bestehenden in Auflösung und Dynamikumfang deutlich übertreffen. Auflösungen im Bereich von 46-54 MP sind bei einer Vollformat sinnvoll umzusetzen, Die Pixeldichte einer EOS 70D entspricht bei Vollformat 51,7 MP. Wichtiger ist aber ein verbesserter Dynamikumfang, den braucht man nämlich viel häufiger als hohe Auflösung.
  • Eine profitaugliche spiegellose Vollformatkamera. Die Sony A7-Reihe ist eine willkommene Ergänzung im Kameramarkt, in bestimmten Bereichen kann man mit den Kameras großartig arbeiten (Landschaft, Architektur z.B.), aber für den echten Allroundeinsatz fehlt es an AF-Leistung und das Bedienkonzept und die Handhabbarkeit könnten auch verbessert werden. Ich vermute, das Sony in dem Bereich zeigen wird, was Sie können. Wenn Sie nicht vorher von Nordkorea erledigt werden  😉
  • Studioblitzanlagen mit HSS. Ich schrieb ja schon in dem Artikel zur Photokina 2012, dass ich die Hersteller nerve, endlich Highspeedsync mit großen Akkugeneratoren zu ermöglichen. Es gab Nischenprodukte, aber die großen Hersteller haben sich zurückgehalten. Prophoto hat es nun endlich getan: http://www.profifoto.de/index.php?id=342&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=22495. Andere werden wohl folgen. Ich werde jedenfalls nichts mehr ohne HSS kaufen.
  • Echte Electronic Shutter. Ein Verschluss muss nicht mechanisch sein, der Sensor selbst kann sich und die Begrenzung der Belichtungszeit kümmern. Elektronische Verschlüsse werden ein Trend werden, ich hoffe, dass die dann so gut umgesetzt werden, dass man nicht mehr über Blitzsynchronzeiten nachdenken muss. Dannn würden die Blitzanlagenhersteller etwas spät kommen, aber es wird ja auch nicht gleich jeder mit einem elektronischen Verschluss arbeiten.
  • Größere Sensoren in spiegellosen Systemen. Nikon hat sein spiegelloses System viel zu klein dimensioniert, gegen die Konkurrenz durch Smartphones hat das System auf Dauer keine Chance. Eine Vollformat ist nicht unwahrscheinlich, selbst von Canon könnte so etwas kommen, wenn auch vielleicht noch nicht im nächsten Jahr. Und warum soll bei 24*36mm Schluss sein? Das erste echte Mittelformatsystem als Spiegellose kann auch vor der Tür stehen. Es gibt zwar schon Rückteile an kurzen Bodies wie von Alpa, aber das zähle ich noch nicht zu dem, was ich vom Markt erwarte.
  • Wind im Mittelformatmarkt. Mittelformat wird bezahlbarer werden. Pentax hat mit der 645Z gut vorgelegt, die Kamera ist mit knapp 8000€ nicht schlechter als andere für 25.000€. Das Objektivsystem kann noch etwas Ausbau vertragen. Da der Markt von unten Druck verspührt, werden auch andere Hersteller überlegen, ob sie nicht nach oben ausweichen. Der Markt ist da, allerdings wird die Qualität der kommenden Vollformatkameras es dem Mittelformat auch nicht leicht machen. Mittelformat wird bleiben, ob das auch für alle Mittelformathersteller gilt, oder ob sich das Feld da verschieben wird, ist eine zweite Frage.
  • Großartige Objektive. Man darf nicht vergessen, dass die Entwicklung im Objektivmarkt genauso groß war, wie bei den Kameras. Wir arbeiten teilweise noch mit alten Scherben, aber es werden auch 2015 ein paar Objetive auf den Markt kommen, die die älteren deutlich in den Schatten stellen. Sigma sollte ein 85er in der Art-Serie herausbringen.
  • 4K in normalen DSLRs. Die nächste Runde der Kameras sollte 4K-tauglich sein. Ob man für Video immer dazu greifen sollte, ist eine zweite Frage, aber die Möglichkeit 30 Bilder pro Sekunde in über 8MP aufzuzeichnen ist auch für Fotografen spannend.
  • Innovationen in der Suchertechnik. Auch in einer DSLR muss ein Sucher nicht nur eine Mattscheibe sein. Ob ein hybrider Sucher, der optische mit elektronischen Elementen so gut verbindet, dass er für Video und Spiegelreflexfotografie gleichermaßen geeignet ist, bereits nächstes Jahr kommt, weiß ich nicht, aber der Bedarf wäre da.

Ich erwarte, dass 2015 eines der spannendsten Jahre für die Entwicklung der Digitalfotografie wird. Ich beneide die Industrie nicht, denn es treten echte Sättigungsefekte im Markt ein, für viele ist das, was sie jetzt besitzen, einfach schon gut genug. Aber für die, die echte Leidenschaft besitzen und hohe Ansprüche haben, wird es aufregend bleiben. Ich gebe zu, dass meine Entwicklungserwartungen langsam überholt werden und es sind schon Dinge am Horizont zu erkennen, die noch verrückter sind. 21 Blenden Dynamikumfang? Dauert gar nicht mehr lange…

 

Nikon vs. Canon

Nachdem ich die Frage „Nikon oder Canon“ schon immer eher mit „Ja“ oder „Kommt darauf an“ beantwortet habe, möchte ich kurz einen subjektiven aber trotzdem sachlichen Eindruck beider Systeme wiedergeben. Ich habe inzwischen einige Erfahrungen auch mit dem Nikon-System sammeln können und denke, dass ich inzwischen ein Bild der Stärken und Schwächen (wenn das nicht sogar ein zu hartes Wort ist) der beiden Systeme wiedergeben kann:

Nikons Stärken:

  • Dynamikumfang und Detailzeichnung. Die Sensortechnik hat hier ihre großen Vorteile. Das wird man auch auf bestimmte Sony-Kameras übertragen können, da Sony Sensoren für Nikon baut.
  • Das 14-24mm f2,8 ist ein sehr gutes Weitwinkelzoom, Canon wird wohl erst 2014 etwas vergleichbares bringen.
  • Die Belichtungsmessung ist sehr ausgereift, auch die Verbindung von AF mit Belichtungsmesssensor ist sehr gelungen, etwas vergleichbares gibt es bei Canon bislang nur bei der 1D X

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Canons Stärken:

  • Farbwiedergabe. Gerade Porträts werde ich immer lieber mit Canon machen, weil die Farben einfacher zu korrigieren sind.
  • Obwohl nah beieinander, finde ich das AF-System bei Canon etwas besser. Nikon verwendet viele Nicht-Kreuzsensoren, die manchmal erstaunlich blind reagieren. eine 5D Mark III kann da mehr als eine D800. Allerdings ist das Tracking bei Nikon manchmal etwas besser, da der Belichtungsmess-Sensor hilfreiche Informationen liefert.
  • Video
  • Benutzerführung. Die Menüs sind aufgeräumt, der Schnelleinstellbildschirm wirklich schnell und die Touchscreens bei den kleineren Kameras eine wirkliche Erleichterung.
  • Das Blitzsystem mit den neuen Funkblitzen ist das Beste auf dem Markt. Die Bedienung über die Kamera ist sehr gut gelöst, auch die kleinsten DSLRs beherrschen alle Funktionen, während bei Nikon die D3300/D5300 nicht mal Kurzzeitsynchronisation(HSS) können und die Remote-Blitze gar nicht über die Kamera einstellen können, dort muss man alles über den Blitz einstellen und HSS geht überhaupt nicht.

Nikons Schwächen:

  • In manchen Situationen liefern Nikon-Kameras schwer korrigierbare Farben, gerade die Farbkipper in den Hauttönen finde ich manchmal lästig.
  • Die Bedienung ist weniger konsistent und klar design als bei Canon. wobei Nikon auch ein paar Punkte besser gelöst hat als Canon. Einsteiger werden sich in eine Canon meiner Meinung nach schneller einfinden. Für den Profi ist das nicht ganz so wichtig, solange der sich die Funktionen so konfigurieren kann, dass er schnell herankommt.
  • Ab 200mm Brennweite wird es schwierig, da die Konverter eine deutliche Qualitätsminderung bringen und das 80-400mm-Objektiv an die Qualität des sehr guten 70-200mm f2,8 nicht herankommt. Wenn man bei Canon Konverter verwendet, verschlechtert sich die Qualität kaum wahrnehmbar, bei Nikon sieht man es schon im Sucher.
  • Das Bajonett ist klein und das Auflagemaß groß. Bestimmte Objektive wie Canons TS-E 17mm f4 wären an einer Nikon kaum zu realisieren.
Eines der Bilder in diesem Artikel wurde mit Nikon aufgenommen, eines mit Canon.

Eines der Bilder in diesem Artikel wurde mit Nikon aufgenommen, eines mit Canon.

Canons Schwächen:

  • Die Bildqualität in den Schattenbereichen ist nicht so sauber wie bei Nikon. Hier erscheint schnell Farbrauschen.
  • Der Dynamikumfang und die Detailschärfe ist nicht so hoch wie bei Nikon.
  • Die Belichtungsmessung ist bei kleinen Motiven oder hellen Lichterbereichen nicht so exakt.

In den Foren liest man häufig: „Wenn Canon/Nikon nicht bald das und das bringt, wechsele ich das System“. Das ist meistens nicht so zielführend, denn auch wenn das Gras auf der anderen Seite des Zauns immer grüner erscheint, ist es doch sehr vergleichbar, wenn man es sich näher anschaut. Das sind beides sehr ausgereifte Systeme, die einen Profi kaum einschränken in seinen Möglichkeiten. Für alle anderen, die nicht über die eventuelle Anschaffung von Superteles zum Kleinwagenpreis nachdenken, lohnt sich auch ein Blick zu den anderen Kameraherstellern sehr: Pentax, Sony, Fujifilm, Panasonic und Olympus haben ebenfalls sehr spannende Angebote, mit denen man auch professionell Arbeiten kann, die aber nicht ganz an den Systemumfang der beiden großen herankommen. Wobei der Abstand von Sony nicht mehr so groß ist. Die Firmen, die hier nicht genannt wurden, schließe ich von der sinnvollen Nutzbarkeit keineswegs aus.

Ich selbst werde bei Canon bleiben, aber mit Nikon sicher auch weiterarbeiten. Und ich hoffe sehr, dass sich auch die anderen Kameramarken halten werden oder vielleicht sogar neue dazu kommen, denn das befeuert die Innovationen und hält den Markt spannend im Sinne der Kunden.

Tipp: EOS 5D Mark III – Autofokus auf dem LCD-Monitor einstellen

AF-5D3

 

Die AF-Felder und der Messbereich lassen sich bei der 5D Mark III, ebenso wie bei den meisten Canon-DSLRs auch, über den LCD-Monitor einstellen. Der Weg dahin ist allerdings so wenig intuitiv, dass ich ihn hier noch einmal kurz erklären möchte:

Drücken Sie die INFO-Taste, bie die Aufnahmefunktionen angezeigt werden. Im Auslieferungszustand müssen Sie dafür dreimal drücken, die Darstellung ähnelt dann derjenigen sehr, die Sie bei einem Druck auf die „Q“-Taste angezeigt bekommen.  (Es kann sein, dass Sie diese Einstellung bereits unter den „INFO-Taste Anzeigeoptionen“ im Menu deaktiviert haben, dann müssen Sie dort das Häkchen wieder setzen.

Drückten Sie dann die Taste für die AF-Messfeldwahl rechts oben an der Rückseite der Kamera und Sie bekommen die oben abgebildete Ansicht angezeigt.  Sie können dann den AF genauso konfigurieren, wie Sie dass bei einem Blick durch den Sucher tun würden.

In demselben INFO-Modus sehen Sie übrigens auch die Kameraprogramme, wenn Sie das Programmwählrad drehen. Sehr praktisch, wenn die Kamera hoch auf dem Stativ steht, oder wenn es so dunkel ist, dass man das Rad schlecht erkennt.

Das gilt natürlich genauso auch für die EOS 6D, allerdings sind die AF-Einstellungen dort sparsamer.

P.S.: Ich wünsche Ihnen ein gutes Jahr 2013, machen Sie etwas daraus!

P.S.II: Falls Canon mitliest: Ich hätte diese Funktion auch gerne bei einem Druck auf die „Q“-Taste und der AF-Messfeldwahltaste, das wäre schneller und intuitiver. Sobald man den Auslöser antippt, würde der LCD-Monitor ja eh wieder ausgeblendet. Im Moment muss man erst noch auf die INFO-Taste drücken, damit der Monitor schwarz wird.

 

Linktipp: Interview mit Nick Ut

Link

Petapixel hat ein Interview mit Nick Ut veröffentlicht(englisch). Die Leica-Galerie in Halle 1 der Photokina zeigt gerade seine Bilder, er hat das Foto von dem napalmverbrannten Mädchen gemacht, das nackt aus seinem Dorf rennt. Das Foto hat wahrscheinlich einen wichtigen Teil dazu beigetragen, den Krieg zu beenden. Der Mann hat etwas zu erzählen und er hat eine gute Position zu der Frage, wie unbeteiligt man als Fotograf sein darf.

Photokina 2012

Den heutigen Tag habe ich komplett auf der Photokina in Köln verbracht. Wer überlegt, ob er die Messe noch besucht, dem kann ich nur zuraten, es lohnt sich. Ich will im Folgenden meine persönlichen Eindrücke schildern, eher als Kommentar als als Bericht:

Blitzanlagen: Es gibt ein paar schöne leichte Akkugeneratoren auf der Messe z.B von Prophoto und Elinchrom (Quadra Ranger RX). In zwei Jahren komme ich wieder, und wenn es diese dann mit HighSpeedSync gibt, dann kaufe neue Generatoren. Am Ehesten traue ich eine solche Entwicklung HENSEL zu und ich habe mich diesbezüglich auch freundlich den Firmenvertretern auf die Füße gestellt und ausschließlich sprachlich den Tritt in den Hintern von einem befreundeten Fotografen übermittelt. Man kann zwar auch heute schon etwas tricksen, um mit einem Studioblitz unterhalb der Synchronzeit zu arbeiten, aber eine sauber Unterstützung der Synchronisation mit kurzen Verschlusszeiten würde die Möglichkeiten enorm erweitern.

Canon: Die neue EOS 6D fühlt sich sehr gut an, ein schöner kleiner Body, leicht und fest, deutlich steifer als eine 5D Mark II. Ich hatte ein 600er f4 an meiner 5d3 und habe aus der Hand knackscharfe Aufnahmen gemacht. Unfassbar leicht für den Objektivtyp, enorm gut, der Hauptnachteil dieses Objektivs steht vor dem €-Zeichen.

leicht und robust: Das Gerüst der EOS 6D

Nikon: Die neue D600 ist eine sehr schöne Kamera geworden, spürbar professioneller ausgelegt als die 6D und doch kaum teurer, vom Design etwas gröber aber angenehm in der Hand. Die AF-Feld Abdeckung ist nicht so gut wie bei der (deutlich teureren) 5D Mark III, aber natürlich besser als bei der 6D.

Hasselblad: Im Mittelformatsektor trotz einer schön designten H5D nicht viel neues, die gleichen Sensoren, kein gutes Display, ein immer noch enormer Spiegelschlag. Allerdings hat Hasselblad endlich ein 24mm-Weitwinkel herausgebracht, was die Nutzbarkeit auch für Innenräume oder Landschaft deutlich erweitert. Die Wetterabdichtung es neuen Gehäuses soll sich ebenfalls deutlich verbessert haben. Vor zwei Jahren war der Abstand zu den Kleinbild DSLRs deutlich größer und ich näher dran mir eine Mittelformat zuzulegen als ich das heute bin. Eine PhaseOne in die Hand zu nehmen ist auch nicht mit dem Qualitätsempfinden zu vergleichen, die eine Nikon D4 oder EOS 1D X vermitten. AF und Livebildmodus sind nicht mal mit einer alten Einsteiger-DSLR vergleichbar. Mittelformat hat sein Vorteile, aber der Entwicklungsrückstand in manchen Bereichen wird langsam grotesk.

Es wäre schön, wenn die Kooperation zwischen Hasselblad und Sony andere Früchte tragen würde: Mein Vorschlag: Ein Sony-CMOS-Sensor in 4,5*6cm, LiveView, ca. 80MP und ISO bis 12.800. Sehr guter Dynamikumfang bei niedrigen ISO-Werten.

Sigma: Das neue 180mm Makro ist sehr scharf, die Bildstabilisator gut und nicht unruhig, der AF vielleicht ein Tick hektisch, aber der Gesamteindruck ist sehr gut. Das neue 35er f1,4 lässt sich leider noch nicht testen.

Tamron: Das 24-70 VC macht ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Gut verarbeitet, gute Schärfe, funktionierender Stabilisator, allerdings ist die Zoomrichtung wie bei Nikon, also für Canon etwas ungewohnt. Das Canon 24-70 II ist unfassbar scharf, hat aber keinen IS und kostet gut das Doppelte.

Die Hasselblad Lunar hat mit wirklich entsetzt. Ich kann mich an keine Beschädigung einer Marke erinnern außerhalb von Kriegsverbrechen und Giftmüllskandalen, die mich so geschockt hat, wie die Vorstellung dieser Kamera. Stellen Sie sich eine Sony NEX-7 vor, die man mit einem Stück Holz und ungelenken Metallteilen in schlechter Verarbeitung zu einer unergonomischen und hässlichen Ich-weiß-gar-nicht-wie-ich das-nennen-soll gemacht hat. Und dann ohne jeden technischen Vorteil für 5000€ an den Mann bringen möchte. Ich muss dazu sagen, dass ich weder etwas gegen Hasselblad habe (ich hatte selbst zwei, mit denen ich sehr gerne gearbeitet habe) noch gegen die Idee, aus einer Kamera ein Luxusobjekt zu machen, wie man später im Leica-Abschnitt sehen wird. Aber das Ding ist ein Disaster, Hasselblad sollte schnell jemanden rauswerfen, bevor es zu spät ist.

Die neue Hasselblad Lunar. Übelst.

Sony: Sony hat eine winzigkleine Kompaktkamera im Vollformat herausgebracht, die DSC RX-1. Ein gutes 35er von Carl Zeiss ist fest verbaut und trotzdem ist die Kamera kaum größer als eine Nikon J2. Der Preis von über 3000€ ist nicht so anziehend, aber Sony hat gezeigt, dass das geht und wir werden sicher bald bezahlbarere Kameras in diesem Segment begrüßen können. Die SLT-99 habe ich mir auch angesehen, bestimmt eine gute Kamera, aber mit dem Sucher kann ich mich nicht anfreunden. Das ist mir immer noch zu unruhig und anstrengend. Sony bringt trotzdem Schwung in den Kameramarkt, ohne Sensoren von Sony wären die aktuellen Nikon-DSLRs auch nicht das was sie sind.

Leica: DIe Photokina hat leider den Galerie-Bereich stark zusammengestrichen, Leica scheint den Versuch gemacht zu haben, das im Alleingang auszugleichen. Der Ausstellungsbereich in Halle eins, die komplett von Leica bespielt wird, ist riesig und lohnt sich, aber der Rest ist ebenfalls sehr sehenswert. Die Leica M ist deutlich besser geworden als die M9, Sie kann nun LiveView und Video, hat 24MP, der Weißabgleich ist offensichtlich viel genauer und vermutlich die Farbdarstellung ebenso. Sowohl der externe elektronische Sucher als auch das Display zeigen nun Fokuspeaking  (die Kanten, die in der Schärfe liegen, werden deutlich rot hervorgehoben). Die Leica X2 Edition Paul Smith ist frisch und schön, ein reines Luxusprodukt, aber wenigstens eines, das gut funktioniert. Wer also zu viel Geld hat und eine Kamera kaufen möchte, die schön ist, der sollte lieber  bei Leica schauen als an Hasselblad auch nur zu denken. Und dann gucken Sie bitte auch hier vorbei.

Die neue Leica M ist en deutlicher Schritt nach vorne für die Modellreihe

Carl Zeiss: Im nächsten Jahr werden wohl Vollformat-DSLRs kommen, die auch die D800 noch in der Auflösung übertreffen werden. Die meisten Objektive werden dann zwar etwas bessere Bilder liefern als mit den alten Kameras, aber die Leistung dieser Kameras nicht voll nutzen können. Das muss man meistens auch gar nicht, aber wenn man es macht, dann kann man damit den Mittelformatherstellern Angst machen. Ich hatte heute ein Objektiv an der Kamera, das wahrscheinlich alle anderen, die ich jemals verwendet hatte, komplett in den Schatten stellt. Das Distagon f1,4/55mm ist zwar deutlich größer als alle anderen Normalobjektive, dafür aber bei Offenblende von einer unglaublichen Schärfe und noch nicht unangenehm schwer.

Wenn wir die Leistung der kommenden Kamera wirklich ausnutzen wollen, dann werden wir Objektive benötigen, die an die Grenzen des physikalisch Möglichen gehen und die auch im mechanischen Bereich eine Genauigkeit haben, die eine extreme Fertigungsquälität benötigen. Das wird teuer werden. Aber wenn wir nicht viel größere Bilder erzeugen wollen, werden wir das nicht brauchen und der Auflösungsvorteil der Kameras wird trotzdem eine etwas bessere Gesamtqualität bringen. Lassen Sie sich also nicht verrücktmachen von der 1:1-Ansicht Ihrer Bilder. Aber denken Sie auch daran, dass Sie mit der richtigen Kombination von Objektiv und Vollformat-DSLR eine Qualität erreichen können, die locker an analoges Großformat herankommt.

Auch Schneider, Alpa und Arca Swiss habe ich mit großem Interesse besucht, aber das ist vielleicht zu speziell, um darüber mehr zu berichten.

 

Canon EOS 6D vorgestellt

Der wahre Nachfolger der EOS 5D Mark II wurde erst heute vorgestellt, die EOS 6D. 200g leichter als die 5D Mark III ist sie die kleinste Vollformat DSLR auf dem Markt, hat Wifi und GPS eingebaut und einen neuen 20-Megapixel-Sensor mit ähnlichen ISO-Fähigkeiten wie die 5D Mark III.

Bild: Canon

Canon sagt, dass der neue AF der lichtempfindlichste ist, den Canon je gebaut hat, der mittlere Kreuzsensor arbeitet bis -3LW. Leider sind die 10 weiteren AF Punkte keine Kreuzsensoren und auch nicht weiter über das Sucherbild verteilt als bei der 5D Mk II. Man wird abwarten müssen, wie sich der AF in der Praxis bewährt. Schön ist, dass der Silent-Shutter von der 5D3 übernommen wurde und sich der Akkutyp nicht geändert hat. Die Sucherscheiben der 5D2 können ebenfalls übernommen werden.

Für die Landschaftsfotografie ist diese Kamera sicher eine gute Wahl, GPS, Spritzwasserschutz, sehr gute Bildqualität und ein leichter Body. Wer allerdings actionreichere Motive fotografiert, sollte überlegen, ob er nicht lieber zur 5D Mark III greift, da diese Kamera ein wirkliches Profi-AF-System hat. Nikon hat seine D600 professioneller positioniert, 2 Kartenschächte, 100%-Sucher und ein 39-Punkt-AF lassen die Kamera zu einem hochaufgelösten D700-Nachfolger werden, während man Canon zu etwas mutigeren Fortschritten gegenüber der 5D2 hätte raten können.

Allerdings: Tethered Shooting mit einem iPhone, IPad oder Android-Gerät ohne teures Zubehör (der EOS EOS WFT-E7 kostet fast 700€) ist ein Traum, der gerne auch schon in der 5D Mark III hätte in Erfüllung gehen können. Die Software EOS Remote wird kostenlos verfügbar sein für IOS und Android. Die Kamera ist für eine Menge Canon-Kameras ein interessantes Upgrade, bei einem UVP von 1999€ ist es absehbar, dass sie irgendwann günstiger sein wird, als eine 5D Mark II heute. Eine EOS 7D würde ich wegen ihrer Geschwindigkeit und Autofokusfähigkeiten allerdings nicht  für eine 6D verkaufen.

Etwas ärgerlich sind die 1/180s Synchronzeit und die 1/4000s schnellste Verschlusszeit. Es bleibt zu hoffen, dass die Verschlusslebensdauer deswegen etwas besser ist. Dass nur noch SD-Karten unterstützt werden, ist in der Praxis kein so großer Unterschied. Mit der Synchronzeit werde ich auch leben können, weil ich ohnehin meistens Highspeend-Sync (HSS) verwende und die Studioblitze oft nicht mehr mitnehme für einen Job.

Links:

http://www.dpreview.com/previews/canon-eos-6d (englisch)

http://cweb.canon.jp/eos/lineup/6d/samples/index.html (Beispielbilder, japanisch)

http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/Digital_SLR/EOS_6D/

http://www.usa.canon.com/cusa/professional/products/professional_cameras/digital_slr_cameras/eos_6d#Specifications (englisch, bisher die besten technischen Daten, die verfügbar sind)

http://www.canon.co.uk/For_Home/Product_Finder/Cameras/Digital_SLR/eos_remote.aspx (englisch, Vorschau auf EOS Remote)

EOS M – ein neues System von Canon

Canon hat sich lange Zeit gelassen, eine Spiegellose auf den Markt zu bringen. Sie sind da ein bisschen wie VW, spät in ein Marktsegment gehen, aber dann das meiste richtig machen. Ich bin sehr zufrieden mit den Canon-Entscheidungen:

  • Ein großer Sensor: APS-C ist groß genug für die professionelle Fotografie, selektive Schärfe, gutes Rauschverhalten und ein Pixelabstand, der gute Objektive nicht überfordert.
  • gut integriert: die M ist eine richtige EOS, der Adapter für die EF und EF-S Linsen ist nicht teuer, das Blitzsystem wurde übernommen. Die M hat auf einen Schlag das beste Objektivsystem im Markt der Spiegellosen. Ich will nicht sagen, dass das Nikon-System schlechter ist, nur lässt es sich mit einer J1/V1 nicht sinnvoll nutzen.
  • kompakt: Der Body ist klein wie eine Powershot trotz großen Sensor, die G1-X wirkt dagegen fast klobig.
  • kleines Auflagemaß: Selbst ein 22mm Objektiv lässt sich ohne Retrofokus-Bauweise herstellen. Da kein Spiegel in der Kamera ist, kann man theoretisch sehr nah an den Sensor bauen, in der Praxis wird die Objektivkonstruktion nur durch den Winkel des Lichteinfalls auf den Senor begrenzt.
  • Klares Design: Die Bedienung über den Touchscreen ist durchdacht und funktioniert (fast identisch zur 650D), die Gestaltung ist reduziert und überlegt.
  • Viele Synergien: Sensoren können zusammen mit den EOS-DSLRs entwickelt werden, die Kamera gründet gleichzeitig ein neues System und erweitert ein bestehendes, die EOS-DSLS werden von den Entwicklungen für das M-System ebenfalls profitieren.

Ein nettes Detail ist das neue Speedlite 90EX. Klein, sehr leicht und voll mastertauglich kann er eine gute Alternative zu Speedlite Transmitter ST-E2 sein.

Ich gebe zu, dass ich mich etwas geärgert habe, als Nikon die J1 und V1 herausbrachte. Trotz interessanter technischer Neuerungen war das für mich eine vertane Chance, weil der Sensor einfach zu klein ist. Von ihrer Zielgruppe bin ich einfach zu weit entfernt. Canon hat aus meiner Sicht die richtigen Entscheidungen getroffen, die M wird für viele Fotografen interessant sein, vom Amateur, der ohne große Last gute Bilder will, bis zu Profi, der eine kleine Kamera für dabei haben möchte, die bei Bedarf ausgewachsene Systemkamera spielen kann.

Werde ich eine kaufen? Jetzt nicht, ich habe mir gerade eine 650D gekauft und die M ist zu ähnlich. Aber auf längere Sicht bestimmt, ich suche sein Jahren eine Kamera, die in die Tasche passt und gut genug ist. Die M könnte sogar einen Job zu ende fotografieren, falls eine Große ein technisches Problem hat, ein Backup-Body, der in jede Nische der Fototasche passt.

Die technische Details finden Sie bei Canon. 

EOS 650D wird morgen vorgestellt

für alle, die nicht warten mögen, gibt es heute schon alle Daten:
http://www.canonrumors.com/2012/06/canon-eos-rebel-t4i650d-specifications/#more-10157

Das AF-System wird von der 60D übernommen und die Bedienung funktioniert über Touch-Screen, AF im Videomodus wird stark verbessert. Ich schreibe spätestens dann mehr dazu, wenn ich eine habe.

Canon EOS 5D Mk III: ein zweiter Blick

Gestern ist endlich der Batteriegriff zur 5D Mk III gekommen und die Kamera ist nun vorerst komplett. Die Zahl meiner Bilder, die ich mit der Kamera aufgenommen habe, liegt jetzt irgendwo im unteren fünfstelligen Bereich und ich habe mich an die neue Kamera schon so weit gewöhnt, dass sich die 5D Mk II seltsam anfühlt. Und zwar nicht nur, weil sie   etwas ungewohnt ist, sondern auch, weil sie sich im Vergleich deutlich weniger solide anfühlt. Ich hatte Anfangs mit der 5D Mk III etwas Probleme (verschobene rosa Bilder, Err 70), aber seit ich bestimmte alte CF-Karten nicht mehr in der Kamera verwende, läuft sie absolut perfekt.

ISO 12.800

Es ist wirklich eine völlig andere Kamera als die Mk II, der Autofokus ist unfassbar gut. Je mehr man mit der Kamera arbeitet und je mehr Situationen man erlebt, bei denen der AF einen noch positiv überrascht (12.800 ISO, f1,2, 1/50s), desto mehr wächst das Vertrauen in die Fähigkeiten der Kamera. Das neue Blitzsystem ist das beste, was am Markt zu kriegen ist, Funksteuerung ist der optischen Steuerung weit überlegen, die Kameraauslösung direkt vom  Slaveblitz ist wirklich praktisch. Und dass der neue Speedlite-Transmitter kein AF-Hilfslicht mehr hat ist wirklich nur bei älteren Kameras von Belang, die 5D Mk III benötigt das nicht.

Die Bedienung ist deutlich verbessert, allerdings sollte man zwei bis drei Dinge anpassen:

  • Direktwahl des AF-Feldes über den Mikrocontroller
  • 1:1-Lupe auf die SET-Taste
  • Umschaltung ONE SHOT/AI-SERVO auf die Abblendtaste

Auto-ISO funktioniert nun viel besser, allerdings hätte ich nichts gegen ein Firmware-Update, dass die Parameter völlig frei gibt. Die HDR-Funktion ist nur als Vorschau nützlich, da sie nur JPEGs erzeugt, aber die Mehrfachbelichtung kann RAW und ist gelungen. Das ist zwar nichts, was ich unbedingt gefordert hätte, aber nun da die Funktion da ist, macht es Spaß, damit zu arbeiten. Der Sucher ist sehr gut, das einblendbare Raster kommt an die Qualität der Extra-Mattscheibe heran, die elektronische Wasserwage ist etwas, was man nie wieder missen möchte.

ISO 6400


Der ISO-Spielraum verbunden mit dem hervorragenden AF hilft in der Praxis enorm, die erweiterte Bildabdeckung der AF-Felder führt zu besser komponierten Bildern und exakterer Schärfe.  In der Praxis zeigen sich enorm viele Punkte, die dazu führen, dass man mit der Mark III sehr viel besser arbeiten kann als mit der Mark II, die eine gute Kamera bleibt. Wer aber Bedarf an einer schnellen Kamera, einem super AF und guter Leistung bei schwachen Licht hat, dem ist eine 5D Mk III uneingeschränkt zu empfehlen.

ISO 8000, 200mm, f2,8. 1/320s

Den Silent Shutter habe ich auch sehr zu schätzen gelernt , damit ist man wirklich dezent, wenn man im Konzert oder in der Kirche fotografieren muss. Mein Fazit: Die Kamera ist rund und ausgereift, das beste Werkzeug, dass ich je hatte.

Leica baut Schwarz-Weiß-Kamera

In der Fotoschule schrieb ich, dass nur Phase-One einen monochromen Sensor für die bildmäßige Fotografie liefert. Leica hat heute ebenfalls eine reine SW-Kamera vorgestellt. Ich will nicht sagen, dass man unbedingt eine solche Kamera benötigt, um hochwertige SW-Fotos digital zu erstellen, aber ich freue mich trotzdem über diese Vorstellung, weil Sie gut zu Leica passt und ich auch vorher schon meinte, die M9 würde eher spannend für die SW-Fotografie sein.

Bild: Leica

Die M9 ist keine Kamera für jeden, man muss schon etwas Spaß an technischer Selbstbeschränkung mitbringen und vor Preisen von 6800€ für einen Kamerabody nicht zurückschrecken. Ich würde es begrüßen, wenn Leica in Zukunft Schritte unternehmen würde, den Kreis der Interessenten für Ihre Produkte zu erweitern und damit meine ich gar nicht, dass Sie preislich mit den Massenherstellern konkurrieren sollen, sondern dass ich mich freuen würde, wenn Sie wie Carl Zeiss auch Objektive für Canon und Nikon ins Programm nehmen.

Bildbeispiele auf dpreview.com

Bildbeispiele von Leica in voller Auflösung

P.S.: Ein Detail dieser Kamera können sich gerne alle Kamerahersteller abgucken: Das Histogramm der Leica M Monochrom bezieht sich auf die RAW-Daten und nicht auf das JPEG.

Canon Eos 5d MkIII kommt

Die Canon EOS 5D Mk III ist kurz vor der offiziellen Vorstellung, die wohl diesen Freitag stattfinden wird. Es sind neue Bilder aufgetaucht, die die letzten bestätigen und neue Details zeigen (Kopfhörerausgang). Die technischen Daten sind wahrscheinlich folgende:

  • 22MP
  • 61 Punkte AF (ähnlich 1D-X, aber abgespeckt)
  • Sucher mit 100% Abdeckung
  • 6,9 Bilder/s
  • SD- und CF-Kartenslot
  • 3,2 Zoll Bildschirm

Sie wird wahrscheinlich teurer werden (3500$, die leider in diesem Bereich fast 1:1 umgerechnet werden. UPDATE: Ja, 3299€ UVP), aber dafür soll die 5D Mk II im Preis runtergehen. Und wem auch das noch zu viel ist: Ich komme gerade von einer Fotoreise zurück und habe fast die Hälfte der Bilder mit einer EOS 600D gemacht, im Punkt Bildqualität/Preis ist die wohl nicht zu schlagen.

 

UPDATE: Sie ist da, wie vorausgesagt: http://cpn.canon-europe.com/de/content/education/technical/inside_canon_eos_5d_mark_iii.do

Bild: Canon

Canon EOS 5D MK III gesichtet

Ich sah heute zum ersten mal Bilder, auf denen die kommende 5D MKIII zu sehen sein könnte. Wenn dem so ist, ist sie schön geworden und sie hat, wie ich es schon vor Jahren haben wollte, einen zweiten AF-Joystick am Batterieteil.

Die Bilder gibt es hier:

http://blog.apertureacademy.com/2012/01/canon-200-400mm-and-600mm-prototype.html

(die unteren Fotos mit dem Moduswahlrad, die oben sind von einer 1D-X)

Die Objektive sind ebenfalls neu und noch nicht im Handel zu bekommen, das 200-400 mit zuschaltbarem Extender ist technisch etwas Neues, 200 bis 560mm sind ein toller Bereich für Sport und Wildlife, billig wird es allerdings nicht werden, das Pendant von Nikon kostet ohne eingebauten Extender an die 7000€.

Gut zu wissen: Es kommt etwas und es ist schon im Einsatz, so lange wird bis zu einer offiziellen Vorstellung also nicht mehr dauern.

Ich rechne mit der Vorstellung der 5D MKIII zu der Zeit, wenn die 1D-X verfügbar sein wird, also (hoffentlich) Ende März.

Die Bilder halte ich für absolut echt, die Designentscheidungen habe ich zum großen Teil erwartet (Einschalter am Moduswahlrad, 2. Joystick, verriegelbares Moduswahlrad, Bildschirmformat wie 1Dx), aber ich bin trotzdem angenehm überrascht von dem harmonischen Design. Ich hoffe, dass ihre Auflösung deutlich über den 18MP der 1Dx liegt, aber sicher bin ich mir dabei nicht, vielleicht wird die hochauflösende Vollformat eine zusätzliche Baureihe im Canon-Programm.

Moment, Telefon…

Dieses Bild entstand auf den Lofoten mit der App Hipstamatic auf einem iPhone 4

 

Einer Studie von NPD zufolge wird in den USA jedes vierte Foto mit einem Smartphone aufgenommen. Für eine digitale Spiegelreflexkamera ist ein Smartphone kein Ersatz, aber für eine kleine Digitalknipse wird es wirklich schon eng, wenn aktuelle Smartphones scharfe 8 Megapixel-Aufnahmen liefern, mit GPS-Daten, direkt ins Internet hochladbar und mit der Möglichkeit, per Software bzw. Apps den Look der Bilder gezielt zu verändern. Und vor allem haben die meisten Menschen ihr Mobiltelefon fast immer dabei.

Interessant ist, wie der Markt der Kompaktkameras darauf reagiert, Canon hat z.B. mit der G1-X eine Kompakte vorgestellt, deren Sensor nur 20% kleiner ist als APS-C. Polaroid vermarktet praktisch ein Smartphone als Kompaktkamera. Olympus baut ein 24-fach-Zoom in eine günstige Kompakte. Andere bauen wasserdichte und stoßfeste Kameras oder kleine, die man sich bei Extremsportarten am Helm befestigen kann. Andere führen Wechselobjektive im Kompaktbereich ein oder versuchen aus modischen Details ein Verkaufsargument zu machen.

Ich merke es auch an mir, eine normale Kompakte ist eher uninteressant geworden, ich habe eh sehr oft eine „richtige“ Kamera dabei, ansonsten komme ich mit dem iPhone hin. Manchmal beim Paddeln schätze ich eine wasserdichte Kamera und für Spezialanwendungen könnte ich mir Kleinstkameras wie die Go Pro gut vorstellen.

Die Smartphones werden auch nicht stehenbleiben, schon heute werden Filme mit dem iPhone gedreht, Pressefotos direkt vor Ort ins Netz gestellt und es gibt eigene Fotowettbewerbe für Mobiltelefone. Falls Sie ohnehin ein Smartphone besitzen und damit noch nie fotografiert haben, probieren Sie es ruhig einmal aus. Spaß macht es auf jeden Fall und manches aus den Smartphones werden Sie in Zukunft auch in großen Kameras wiederfinden.