Canon EOS 6D Mark II: Erfahrungsbericht

Da die Arbeiten zu unserem Buch über die 6D Mark II schon recht weit fortgeschritten sind, komme ich endlich wieder dazu, mich dem Blog widmen zu können. Ich habe inzwischen einige Erfahrung sammeln können. Ich besaß auch die erste 6D, jedenfalls bis sie mir auf Teneriffa geklaut wurde. Das einzige, was mich an der ersten 6D wirklich genervt hat war diese „Andeutung eines Autofokus-Systems“, das war für damals schon zuwenig. Um es vorwegzunehmen: Ich mag die EOS 6D Mark II, sie ist nicht perfekt (was allerdings keine Kamera ist, die ich kenne), aber Sie leistet sich auch keine Schwächen, die ihre Anwendung begrenzen würden.

Was Canon sehr gut gelöst hat, ist die Bedienung. Da liegt Canon ohnehin vorne, aber die 6D Mark II ist noch einmal etwas klarer geworden. So sind die Tasten auf der Oberseite einfach belegt. Ein Druck auf die Taste und eine Drehung den Hauptwahlrads reichen aus. Die AF-Feldwahl lässt sich direkt mit der entsprechenden Taste durchwählen. Der Body ist insgesamt gelungen, ergonomisch und durchdacht. Wenn ich überhaupt etwas kritisieren würde, dann die mickrige Abblendtaste. Aber die Funktion können Sie sich auch eine andere Taste legen lassen.

Der Touchscreen ist super und kann alles. Die Menüs lassen sich komplett bedienen, die Schärfe legen und Auslösen im Livebild ist auch kein Problem. Der Autofokus im Livebild ist großartig, ich habe mir angewöhnt, Porträts wird lichtstarken Objektiven fast nur noch im Livebild aufzunehmen. Der AF Bereich ist viel größer und die Gesichtserkennung sehr genau, auch bei Bewegungen. Der Sucher ist zwar auch sehr gut einsehbar, groß und klar, aber bei Porträts müssen Sie genau arbeiten, denn die Farberkennung, die bei Gesichtern helfen soll, kann nicht viel. Nikon macht das besser, dafür ist das Livebild bei Nikon schlechter zu verwenden.

AVD Nachtrennen mit der 6D Mark II

Die Bildqualität ist gut, der Dynamikumfang aber tatsächlich nicht berauschend. Die Farbdarstellung ist sehr gut, die einzigen Schwächen, die ich erlebt habe, lagen an Lightroom und nicht an dem, was aus der Kamera kommt. Ich hoffe das Lightroom 2017, das bald kommt, nicht nur an der Geschwindigkeit, sondern auch an den Farben etwas ändert. Bei schwachem Licht ist die Kamera nicht nur sehr gut zu bedienen, weil der AF gut mithält, sondern die Ergebnisse sind auch sehr brauchbar. Auflösung und Schärfe sind gut, der AA-Filter scheint viele Details zu erhalten. Der Bildschirm ist sehr gut abgestimmt, bei schwierigen Naturtönen können Sie die Kamera neben das Motiv halten und alles passt. Zumindest, wenn Sie einen Bildstil wie Standard eingestellt haben.

Die Akkudauer ist prima, allerdings zieht das GPS, wenn sie es eingeschaltet haben und die Kamera nicht richtig ausschalten. Ich habe beim Autorennen am Nürburgring den ersten Akku nach über 3400 Aufnahmen gewechselt, und das war nur ein LP-E6 und kein LP-E6N.

Livebild macht selbst am Supertele noch Spaß

Die SCN-Modi für Anfänger hätte man gerne weglassen können, allerdings stören sie ja auch nicht. Die beworbene elektronische Bildstabilisierung bringt wenig. 4K-Timelapse ist allerdings großartig, das hätte ich auch gerne in der 5D Mark IV.

Das Blitzsystem und Objektivangebot sind wie immer bei Canon großartig. Die 5D Mark IV ist sicher die in manchen Details professionellere Kamera, aber ich würde mir mit der 6D Mark II auch für fast jeden Job gut gerüstet vorkommen. Für Hochzeitsfotografie, People, Industriereportage, Naturfotografie, zum Teil Sport etc. ist sie sicher ein hervorragendes Werkzeug. Wenn Sie auf 4K verzichten können, ist die 6D Mark II auch gut im Video, der AF ist jedenfalls voll videotauglich, was man von einer Sony A9 z.B. nicht sagen kann.

Die alte 6D hat einen noch von bestimmten fotografischen Möglichkeiten ausgeschlossen. Ich erinnere mich an einen Tanz bei einer Hochzeit bei schwachem Licht. Der AF war unfähig, eine einigermaßen zufriedenstellende Trefferquote zu erzeugen. So etwas passiert mit der 6D Mark II nicht mehr, die Kamera kann alles, was man braucht. Manchmal ist dafür vielleicht der Livebildmodus zu verwenden, der ist jedenfalls so gut, dass Sie ihn nicht außer acht lassen sollten.

Makro mit der 6D Mark II

Macken gab es wenige, bei ein paar Blitzen brauchte ich eine neue Firmware, ein Ringblitz von Yongnuo wurde ausgemustert. Das Sigma 35er ART war im Livebildmodus nicht sauber zu verwenden, aber Sigma Japan ist wohl an einer neuen Firmware dran. Und nein, ich meine damit nicht die Objektivaberrationskorrektur, die sollten Sie bei Fremdobjektiven eh lieber ausmachen.

Wer über seine erste Vollformat, einen Nachfolger zur 6D oder einen Vollformat-Zweitbody zu vertretbarem Preis nachdenkt, dem kann ich nicht abraten.

https://www.rheinwerk-verlag.de/canon-eos-6d-mark-ii_4552/?GPP=westphalen

 

 

 

C-Log für die EOS 5D Mark IV

Besitzer einer EOS 5D Mark IV können ihre Kamera auf C-Log aufrüsten lassen. Das geht nur über den Service und wird kostenpflichtig sein (in den USA 99$, ich habe noch keinen Preis für Deutschland. Neue Kameras werden das ab Juli vorinstalliert haben. C-Log ist für professionelle Filmer interessant, die eine möglichst weiche Gradation aufzeichnen wollen, um später mehr Spielraum bei Grading zu haben. Canon spricht von 12 Blenden Dynamikumfang. Für Filmer, die ihre Aufnahmen möglichst unverändert nutzen möchten, ist das völlig uninteressant, weil die Ergebnisse ohne Nachbearbeitung sehr fade und matschig aussehen. Im Buch werden auch kostenfreie Alternativen beschrieben.

Von einem Firmwareupdate, das den 4K-Crop beseitigt und einen besseren Codec als MJPEG bietet, habe ich leider noch nichts Konkretes gehört.

 

Mehr Informationen:

http://www.canon.de/press-centre/press-releases/2017/04/extend-dynamic-range-and-simplify/

EOS 5D Mark IV: Neue Firmware im April

Gerüchte gibt es schon länger, nun verdichten sie sich und werden konkreter: Im April wird Canon wohl eine neue Firmware for die 5D Mark IV  veröffentlichen, die deutliche Verbesserungen im Video-Bereich bringen wird. Die Rede ist von folgenden Verbesserungen:

  • 4K-Video wird von einem größeren Bereich ausgelesen, so dass der Crop-Faktor nur noch 1,27 statt 1,74 beträgt, der alte Modus bleibt aber verfügbar.
  • Full HD wird von 3K runtergesampled, neuer 3K-Modus lässt sich aber auch direkt abspeichern.
  • Neuer Codec und Unterstützung von C-Log.

Je mehr Sensorfläche verwendet wird und je mehr gerechnet werden muss, desto wärmer wird die Kamera, man munkelt, dass es ein Hardware-Update geben wird, das sich auch in bestehende 5D Mark IV einbauen lässt und das die Wärme besser abführt. Auch ohne diesen Umbau wird das Firmware-Update laufen, es kann nur sein, dass die Kamera schneller wegen Wärme-Warnung aufhört aufzuzeichnen.

Ich werde mehr dazu schreiben, wenn aus den Gerüchten Fakten werden.

Unser Buch zur EOS 5D Mark IV

Fokus-Testgrafik für 5D-Mark IV-Buch

Im neuen 5D Mark IV Buch ist auf Seite 354 leider die Vorschau und nicht die Vektorgrafik gedruckt worden. Für die beschriebene Art der Fokuskorrektur ist das ohne Belang, da bei der empfohlenen Entfernung die Kamera eh nicht mehr auflöst, aber wer die Grafik auch für andere Zwecke gerne perfekt haben möchte, findet Sie hier zum Download:

Testgrafik als PDF zum Download

http://fotoschule.westbild.de/wp-content/uploads/2014/01/Siemens_Testbild-Westbild.pdf

Es ist ohnehin praktischer, eine einzelne Seite an der Wand zu befestigen, als das ganze Buch irgendwo aufzustellen. Die Verwendung der Grafik ist natürlich nicht auf die Leser meiner Bücher beschränkt, sie darf von jedem heruntergeladen und weitergegeben werden.

Buch und E-Book als Bundle

Mein Verlag hatte das schon einmal angeboten, das was aber damals wegen großer steuerlicher Unwägbarkeiten wieder eingestellt worden. Nun gilt für Buch und E-Book der gleiche Steuersatz und meine Leser und alle anderen des Rheinwerkverlags können für 5€ mehr das E-Book im Bundle mit der gedruckten Ausgabe erwerben.

https://www.rheinwerk-verlag.de/bundle

Wer mag, kann das mit dem Buch zur 5D Mark IV, das heute erscheint, schon ausprobieren 😉
Wer das Buch woanders gekauft hat, kann das E-Book im Rheinwerk-Shop für 5€ hinzuerwerben, allen neuen Büchern liegt nun ein entsprechender Hinweis bei.

Die Kamera mag ich nach wie vor sehr und ich kann sie jedem, der hauptsächlich fotografisch unterwegs ist, uneingeschränkt empfehlen. Wenn im Videobereich 4K-Video ohne Cropfaktor und auch mit einem anderen Codec möglich wäre, wäre sie auch hier perfekt.

EOS 5D Mark IV erste Eindrücke

Die EOS 5D Mark IV ist zwar sehr nah an den anderen Bodies wie dem der 7D Mark II oder der 5DS R, ist aber ein wenig leichter geworden und fasst sich dennoch besser an. Die Beschichtung ist etwas rauher und der Body wirkt extrem steif. Sie ist besser abgedichtet, was man auch etwas am angenehmen Feedback der Knöpfe merkt. Der Bildschirm ist schärfer und kontrastreicher, dabei aber sehr farbgenau, der beste Kameramonitor, den ich bislang gesehen habe. Der Touchscreen ist großartig, ich möchte in Zukunft keine Kamera mehr ohne einen haben. Die Fokussierung mittels DPAF im Livebild-Modus oder im Video ist nahezu perfekt, ich muss ehrlich zugeben, dass ich sie bislang zu großen Teil verwendet habe, weil es gerade im Makro- und Naturbereich sehr schnell und intuitiv funktioniert.

Aus DPP4 ohne Anpassung

Aus DPP4 ohne Anpassung 420mm f8 1/500s ISO 2000

Die Farbwiedergabe gefällt mir sehr gut, die Kamera hat einen sehr schönen Sweetspot zwischen Auflösung, Empfindlichkeit, Dynamik und Farbwiedergabe getroffen. Was sich auf dem Papier eher unspektakulär las, ist in der Praxis schnell in echte Begeisterung umgeschlagen.

Die Möglichkeiten mit den Dual-Pixel-Raws sind auch spannend, Adobe hat schon bekanntgegeben, dass Sie an einer Unterstützung arbeiten. DIe Bokehverschiebung ist im Makrobereich sehr schön, man kann die Überlagerung der unscharfen Bereiche gut nachträglich optimieren. Falls die Hardware das zulässt, wäre es sehr schön, für alle anderen DPAF-Kameras wie die EOS 7D Mark II ein Firmwareupdate zu erhalten, die die Aufzeichnung von Dual-Pixel-Raws gestattet. Ich werde diesen Artikel später erweitern, aber mein Kurzfazit ist: großartig.

Canon 5D Mark IV ist da

Canon hat heute die neue EOS 5D Mark IV vorgestellt, die technischen Daten können Sie in aller Ruhe hier durchlesen:

http://www.canon.de/cameras/eos-5d-mark-iv/specifications/

Canon 5D Mrk IV Bild: Canon

Canon 5D Mrk IV Bild: Canon

Das wichtigste in Kürze:

  • 30,4 MP, 7 Bilder/s
  • ISO 100-32.000, erweiterbar 50-102.400
  • erhöhter Dynamikumfang wie schon bei der 80D und 1D X Mark II
  • AF bis f8 und -3LW, 61 Messfelder, erweiterte Abdeckung
  • 4K-Video in voller DCI-Auflösung (4.096 x 2.160) und 30fps (aber wohl nur mit einem Cropfaktor von 1,74x), FullHD mit 60FPS und ohne Crop
  • besserer Spritzwasserschutz und leichteres Gehäuse
  • Dual Pixel CMOS AF bis LW-4, Dual Pixel RAW (mehr dazu unten)
  • GPS und WIFI mit NFC
  • Monitor mit Touchscreen und 1,6 Mio Pixel
  • Belichtungsmessung und AF Tracking gegenüber der 5D Mark III deutlich verbessert
  • gleiche Akkus und Speicherkarten
  • Preis: 4065€, Lieferbar ab Mitte September

Grundsätzlich wirkt das für mich sehr rund, das wird eine sehr gut bedienbare Kamera mit klasse Bildqualität, die fast jeder Aufnahmesituation gewachsen sein wird. Der Cropfaktor beim 4K-Video ist eine Enttäuschung, weil er Weitwinkelvideo in 4K sehr schwierig macht, für Tierfilmer ist das aber eher ein Vorteil auch in Verbindung mit dem tollen Video-AF. Schade finde ich es auch, dass nicht die Gelegenheit genutzt wurde, schnellere Speicherkarte wie SD UHS II oder CFast zu unterstützen, so ist nach 21 Raws Schluss.

Dual-Pixel-Raw speichert beide Hälften eines Pixels und Sie könne die 3D-Information darin für drei verschieden Anwendungszwecke mit DPP einsetzen:

  1. Nachfokussieren nach der Aufnahme um bis zu 5 Mikroschritte, so lässt sich die Schärfe auch nachträglich noch exakt auf die Augen legen, wenn Sie leicht daneben war.
  2. eine seitliche Verschiebung (bezogen aufs Querformat) unscharfer Bereiche, so lässt sich die Abdeckung des Motivs durch Vordergrundunschärfe nachträglich verschieben
  3. ein leichtes Herausrechnen von Überstrahlungen und Reflexen

Vor allem der erste Punkt kann sich als wirklich nützlich erweisen, auch wenn Sie dadurch mit doppelter Raw-Dateigröße arbeiten müssen. Im Porträtbereich hat die 5D-Reihe wahrscheinlich jetzt schon eine deutliche Marktführerschaft.

Den Mehrpreis haben wir wohl hauptsächlich der Euro-Yen-Entwicklung zu verdanken:

http://www.finanzen.net/devisen/euro-yen/chart

 

Bild und Videobeispiele:
http://web.canon.jp/imaging/eosd/samples/eos5dmk4/

 

 

EOS 7D Mark II: Wifi-Adapter in SD-Kartenform kommt

Canon wird mit dem W-E1 einen Wifi-Adapter vorstellen, der Tethered Shooting mit der EOS 7D Mark II erlaubt. Ich vermute, dass das eine deutliche bessere Lösung als die EyeFi-Karten werden wird. Ich denke, dass dafür ein Firmware-Update für die 7D Mark II kommt und bin gespannt, was Canon da noch reingepackt hat. Die alte 7D wurde über Firmware auch noch einmal aufgewertet.

Die 5D Mark IV wird wohl am 24.8 vorgestellt, zusammen mit einem neuen 24-105L. Im September ist die Photokina und wir können mit einem ganzen Schub weiterer Ankündigungen aus der Fotobranche rechnen. Leider auch mit Preiserhöhungen, weil der Euro gegenüber dem Yen in den letzten 12 Monaten ca. 15% an Wert verloren hat.

 

Canon: Neuer Top-Blitz und Makro für das EF-M-System

Canon hat heute den Speedlite 600EX II-RT vorgestellt, der dem Vorgänger weitgehend ähnelt, aber thermisch optimiert wurde, so dass er 50% schneller blitzen kann, mit externem Akku CP-E4N sogar doppelt so schnell. Es gibt noch ein paar kleinere Änderungen, wie einen neuen Bounce-Adapter, aber der Geschwindigkeitszuwachs ist für Profis am wichtigsten. Leider wird er wahrscheinlich wieder anfangs zum Listenpreis von 699€ verkauft werden, während der Vorgänger unter 500€ angekommen ist und im Moment noch 100€ Cashback davon abgehen.

Die zweite Neuigkeit ist das EF-M 28mm 1:3,5 Makro IS STM, ein Makroobjektiv mit nur 28mm Brennweite, Vergrößerung bis 1,2fach und eingebautem Makrolicht, dessen Hälften einzeln oder zusammen geschaltet werden können.

das EF-M 28mm 1:3,5 Makro IS STM mit Makrolicht Bild: Canon

das EF-M 28mm 1:3,5 Makro IS STM mit Makrolicht Bild: Canon

Bei so kurzer Brennweite ist die Naheinstellgrenze mit 13mm ebenfalls sehr kurz, durch das Makrolicht wird das aber verwendbar. Das Objektiv wiegt nur 130g und hat einen Listenpreis von 369€. Das ist eine interessante Ergänzung zu einer EOS-M, allerdings bringt die Naheinstellgrenze Einschränkungen mit sich, gerade wenn Sie Insekten fotografieren oder das vorhandene Licht nicht abschatten möchten.

EOS 80D vorgestellt

Canon hat gestern die EOS 80D vorgestellt. Der Nachfolger der 70D hat nun 24MP, 45 AF-Punkte, die zum Teil bis Blende 8 und LW -3 funktionieren. Sie macht 60 FPS in Full HD, hat einen verbesserten Dual-Pixel-CMOS-AF und einen Kopfhörerausgang. Zusätzlich zu Wifi unterstützt sie nun auch NFC.

Bild: Canon

Bild: Canon

Interessant ist das neue EF-S 18-135mm f/3.5-5.6 IS USM, das deutlich schneller fokussieren kann als sein Vorgänger und sich mit dem optionalen  Power Zoom Adapter PZ-E1 motorisch und auch vom Smartphone ferngesteuert zoomen lässt. Was der Sensor kann, ist noch nicht bekannt, die 1DX Mark II scheint deutlich besser geworden zu sein im Dynamikumfang, ich bin allerdings skeptisch, ob man diese Entwicklung auch der 80D anmerken wird (UPDATE: Wird man!), bei den ISO-Werten hat sich jedenfalls nicht viel getan. Es gibt wohl keine DSLR, mit der sich einfacher Video aufnehmen lässt als mit der 80D, nur schade, dass auf 4K verzichtet wurde.
Die Kamera wird sich wieder hervorragend bedienen lassen, eine schöne Größe und Gewicht haben und sich als „kleinste Profikamera“ von Canon einsetzen lassen, aber sie lässt auch ein wenig den frischen Wind, den man sich im Canon-Portfolio wünscht, vermissen. Hoffen wir, dass der mit der nächsten 5D kommt.

UPDATE: Es sieht so aus, als hätte Canon doch einen größeren Schritt gemacht als vermutet. Wie schon bei ersten und wieder verschwundenen Tests der EOS 1DX Mark II ist der Dynamikumfang im Vergleich zum Vorgänger deutlich größer geworden. Wer sich selbst davon überzeugen möchte, kann das hier tun:
http://www.dpreview.com/news/7168986570/canon-shows-dynamism-eos-80d-breaks-new-ground-for-canon-low-iso-dr

 

Canon EOS 1DX Mark II ist da

Canon hat heute den Nachfolger ihres Topmodells vorgestellt. Das Wichtigste in Kürze:

  • 20 MP, 14 Bilder pro Sekunde, im Livebildmodus 16
  • Dual CMOS-AF und Touchscreen
  • 4K video mit bis zu 60fps und 8,8MP-Framegrabbing aus dem Video
  • CF und Cfast 2.0 Slot
  • GPS
  • Gleiche Zahl AF-Punkte, aber mit weiterer Abdeckung, guter Unterstützung bei f8 und besserem Tracking
  • Bessere Belichtungsmessung mit 300,000 Pixel-Sensor und eigenem Digic6 Prozessor
  • ISO bis H3: 409600

Mehr unter:

 http://www.canon.de/for_home/product_finder/cameras/digital_slr/eos_1dx_mark_ii/

Die EOS 1DX Mark II, Bild: Canon

Die EOS 1DX Mark II, Bild: Canon

Ich könnte mir gut vorstellen, dass die EOS 1DC damit vorerst keinen Nachfolger bekommt, denn die Videomöglichkeiten dieser Kamera sind jetzt schon herausragend. Ich freue mich über Touchscreen und Dual CMOS-AF, da ich die Kombination an meiner 70D sehr schätze. Ich gebe zu, dass ich diese Kamera nicht kaufen werde, weil für mich höhere Auflösung interessanter als schnelle Bildfolgen sind und bei letzterem die EOS 7D Mark II für mich völlig ausreicht. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn die EOS 5D Mark IV wie in der Vergangenheit auch einiges von dieser Kamera übernimmt (Cfast, Dual-CMOS-AF, Touchscreen, besseres Tracking).

 

Zeitraffer in der EOS 5DS R

Es gibt Dinge, die kann man in Büchern einfach nicht so gut zeigen 😉
Deswegen hier ein Beispiel einer Zeitrafferaufnahme, die mit der entsprechenden Funktion der EOS 5DS (R) direkt in der Kamera erstellt wurde.

Mein Buch zur Kamera ist nun im Druck: https://www.rheinwerk-verlag.de/canon-eos-5ds5ds-r_4007/?GPP=westphalen

Die Sony A7R II und die Canon EOS 5DS R in der Praxis – ein Vergleich

Ich habe die EOS 5DS R und die Sony A7R II seit jeweils dem Tag, als sie auf den Markt kamen, im Einsatz. Die Canon war sofort in einer umfangreichen Canon-Ausrüstung zu Hause, während ich die Sony hauptsächlich mit dem Metabones-Adapter und Canon- bzw. Sigmaobjektiven verwendet habe. Das Sony-System wurde allerdings um das 90mm-Makro und den HVL-F60M-Blitz ergänzt. Sowie um den Batteriegriff und zwei weitere Akkus.

Auf La Palma konnte ich beide Kameras in Ruhe nebeneinander verwenden und hatte den direkten Vergleich. Ich will das Ergebnis in kurze Einzelwertungen aufteilen, sehen Sie die als persönliche Erfahrungswerte und ohne Anspruch auf absolute Allgemeingültigkeit:

  1. Bedienung: Die Sony ist umfangreich zu konfigurieren und hat einen Schwenkbildschirm. Allerdings sind die Konfigurationsmöglichkeiten auch notwendig, weil sie im Ausliefernungszustand nicht optimal ist. Bei mir hat sich der ISO-Wert oft verstellt, der Bildschirm war kaum zu betrachten, weil bei meiner Kamera schon in ca. 50cm Entfernung bei Annährerung der Sucher eingeschaltet wird, die Umschaltung habe ich dann auf eine Taste gelegt. Die 1:1-Rückschau braucht drei Sekunden, während sie bei Canon praktisch unverzögert erscheint. Manche Einstellungen sind tief im Menü versteckt und insgesamt ist die Kamera eher unübersichtlich. Die Canon hingegen lässt einen alles Wichtige in Schnellmenüs packen, ist im Auslieferungszustand schon viel runder und ist praxistauglicher. In der Bedienung liegt Canon vorne.
  2. Gehäuse: Sie Sony ist schön klein und hat einige schöne Details. Viele Dinge sind aber fummelig und lassen sich auch kaum besser einstellen. Die Wahl der AF-Messfelder ist zum Beispiel eher anstrengend. Das eckige Design ist zwar ganz schön, allerdings schaben die Ecken schon nach wenigen Tausend Aufnahmen so ab, dass das Metall durchscheint, während die Canon noch wie neu aussieht, obwohl ich damit deutlich mehr Aufnahmen gemacht habe. Auch ist die Sony die erste Kamera, für die ich eine Displayschutzfolie gekauft habe, weil es schnell begann, etwas unansehnlich zu werden. Die Canon hingegen ist ein klassisches Arbeitspferd, sehr anatomisch und robust. Hier liegt Canon deutlich vorne.
  3. Sensor: Die Sony hat nur 42 statt 50 Megapixel, in der ISO-Empfindlichkeit und beim Dynamikumfang liegt sie aber vorne. Ich mag die Ergebnisse der Canon sehr, auch was die Farbwiedergabe betrifft. Trotzdem geht die Sensorwertung deutlich an Sony, weil aus den Schatten mehr herauszuholen ist und die Daten einfach noch ein bisschen mehr Spielraum haben.
  4. Blitz: Der Sony-Blitz braucht 50% länger zum Aufladen als der 600EX-RT, hat ein nettes Videolicht eingebaut, aber unterstützt noch keinen Funk. Das Canon-Funkblitzsystem ist wirklich genial, wenn ich mit mehr als einem Blitz auf der Kamera arbeiten möchte, ist die Sony raus. Hier siegt die Canon deutlich.
  5. Zuverlässigkeit: Die Sony hat bei mir die Macke, dass sie, wenn ich den Auslöser zu kurz nach dem Einschalten antippe, ich oft nicht auslösen kann, bis ich die Kamera neu gestartet habe. Sie hat mehr Fehlermeldungen auf dem Display angezeigt als ich in fast 20 Jahren bei meinen Canons gesehen habe. Manchmal hat sie auch im Normalbetrieb einfach nicht ausgelöst, ich weiß bis heute nicht wieso. Zudem ist sie seit heute beim Service, weil Sie inzwischen bei jedem Einschalten „Dieses Zubehör wird von dem Gerät nicht unterstützt und ist nicht verwendbar. Bitte die Kompatibilität mit dem Gerät prüfen.“ sagt. Und das auch, wenn außer einem Akku überhaupt kein Zubehör angeschlossen ist, nicht mal eine Speicherkarte.
    Von der Canon gibt es gar nichts zu berichten. Es gab drei Situationen, in denen sie nicht das gemacht hat, was sie sollte, zweimal war ich das Problem, einmal ein Kurzschluss in einem USB-Kabel. Dieser Punkt geht eindeutig an Canon.
  6. Objektivangebot: Das Sony FE 90 mm 2.8 Macro G OSS ist wirklich großartig, Sony kann also Objektive bauen, ZEISS natürlich auch. Aber noch ist das Angebot etwas dünn. Ein scharfes und kompaktes leichtes Weitwinkel hätte ich gekauft, aber es gab nichts, was meinen Ansprüchen genügt hätte. Die Canon-Objektiven arbeiten an der Sony zwar meistens gut, aber für Action-Fotografie ist der AF damit nicht geeignet, die Fokussierung direkt aufs Auge funktioniert damit auch nicht. Bei Canon fehlt eigentlich nur ein perfektes 50mm-Objektiv und das baut Sigma. So geht dieser Punkt auch an die Canon. Allerdings wird Sony da aufholen und ist auch jetzt schon recht gut.
  7. Sucher: Der Sonybildschirm hat Vorteile, wenn man manuell scharfstellt, auch bei schwachem Licht ist er manchmal sehr gut, bei zu schwachem verschmiert er aber. Insgesamt ist er eher pixelig und überscharf, wärend die Canon einen guten klassisch optischen 100%-Sucher hat. Das Livebild ist bei der Sony recht gut, viel besser als bei meiner alten Nikon D800E, aber trotzdem war es leichter, mit der Canon auf helle Sterne scharfzustellen. Ein befreundeter Profifotograf sagte zum Sony-Sucher nur, dass der ausreichen würde, um die Kamera nicht zu kaufen. Für mich ist er eine willkommene Erweiterung, würde mich aber nerven, wenn ich mit der Kamera jeden Job machen müsste. Punkt an Canon.
  8. Bildstabilisator: Die Sony hat einen eingebauten Bildstabilisator, der den Sensor bewegt. Dieser funktioniert sehr gut auch mit lichtstarken Objektiven, die keinen eingebauten IS haben. Außerdem stabilisiert er anderes als bei optischen Suchern auch das Sucherbild. Die Canon unterstützt nur IS in manchen Objektiven, das funktioniert sehr gut, aber dieser Punkt geht eindeutig an Sony.
  9. AF: Der AF der Sony ist meistens sehr genau, da er auf dem Sensor gemessen wird. Dafür ist er nicht wirklich Action-tauglich, schon gar nicht mit Adapter und Canon-Objektiv. In manchen Situationen, wie z.B. im Jazzclub war der AF großartig, in anderen, wie z.B. mit dem Metabones-Adapter und einem Supertele Vögel zu fotografieren, absolut untauglich. Die Canon hat einen klassischen Profi-AF, der mehr an Justage verlangt, dann aber alles kann. Alles. Punkt an Canon. Aber Extrapunkt an Sony für die automatischen AF auf das Auge, der ist großartig. Leider noch nicht mit dem Metabones zu verwenden.
  10.  Akkulaufzeit: Ich habe gleich vier Akkus für die Sony und bekomme die an manchen Tagen alle. Ich bin von Dortmund nach Hamburg gefahren und hatte die Kamera in der Fototasche angelassen mit zwei Akkus auf 100%. Am Ziel sagte die Kamera mir gerade noch, dass die Batterien alle waren. Leider hatte ich da schon das Hotel verlassen und musste den Abend ohne Strom auskommen. Die Canon verbraucht deutlich weniger Strom und wacht auch nicht so einfach aus dem Standby in der Fototasche auf. Für die Sony sollten mehr als doppelt so viele Akkus wie für die Canon einplanen, noch dazu ist der Akkulader sehr langsam, der Akku ist in zwei Stunden leer, aber erst in vier wieder aufgeladen. Punkt für Canon, natürlich.
  11. Verschluss: Die Sony hat einen wirklichen Silent-Modus, bei dem an nur die Blende sich schließen hört, wenn man ganz genau hinhört. Zudem ist der Verschluss auf 500.000 Auslösungen ausgelegt. Bei Canon auf 150.000. Hier geht die Wertung an Sony. Mit einem großen Abzug für die Staubempfindlichkeit. Bei Canon kann man das Thema praktisch vergessen, wenn man das bei Sony macht, sehen die Bilder nach einer Zeit schlimm aus.

Das klingt insgesamt nicht so gut für die Sony, aber der Gesamteindruck ist doch etwas besser. Die Kamera liefert eine sehr gute Bildqualität, ist in vielen Bereichen innovativ und macht auch oft Spaß. Als Universalkamera für einen Fotografen, der damit auch schnelle Aufnahmesituationen abdecken muss, kann ich Sie nicht empfehlen. Für alles was ruhiger ist, wie Architektur, Landschaft und People, schon. Trotzdem vermittelt Sie einem nicht das Gefühl der unbedingten Verlässlichkeit, wie man es als Profi von seiner Kamera erwartet. Die 5DS ist einfach professionell ausgelegt. Das mag manchem langweilig vorkommen, weil es dadurch auch nicht so viele Neuigkeiten gibt und viel Bewährtes zum Einsatz kommt, aber ich vertraue ihr inzwischen, während die Sony heute erstmal zum Service ging (UPDATE 9.1: Heute wiedergekommen, gleicher Fehler, gleich wieder zurückgeschickt. Dabei reichte es, einen Originalakku einzulegen und die Kamera einzuschalten, um den Fehler zu reproduzieren. Das gibt einen neuen Minuspunkt, diesmal zum Thema Service. UPDATE 21.1.: Die Kamera ist wieder hier und funktioniert, die Elektronik wurde ausgetauscht. Was nützt es, wenn der Verschluss 500.000 Auslösungen schafft, wenn die Elektronik nach nicht mal 10.000 den Löffel abgibt?. Ich hoffe, sie hält sich ab jetzt besser.). Die 5DS wird meine Hauptkamera bleiben. Wenn man sich aber anschaut, was Sony heute schon in der Sensortechnik drauf hat und wie schnell sie sich weiterentwicklen, dann muss man die sehr ernst nehmen, auch für den professionellen Markt. Allein der Unterschied zwischen der A7R und der A7R II ist schon beeindruckend. Ich werde die Sony auch behalten, wenn sie sich nicht noch echte Macken zulegt und ihre Vorteile genießen. Allerdings mit der beruhigenden Sicherheit, die darin liegt, auch eine Canon dabei zu haben, die mich auch dann nicht im Stich lässt, wenn es schnell und sicher sein muss.

 

Canon und die 4 Millionen ISO-Video-Kamera

Canon hat ein Beispielvideo veröffentlicht, das die Einsatzmöglichkeiten ihrer extrem lichtempfindlichen Full-HD-Video-Kamera zeigt. Wer schon immer Glühwürmchen bei Mondlicht unter Wasser filmen wollte, wird von den neuen Möglichkeiten sehr angetan sein:

http://cweb.canon.jp/bctv/lineup/multipurpose/movie.html

 

Neues Canon EF35mm f1,4L

Canon hat heute ein neues 35mm-Objektiv vorgestellt:
http://www.canon.de/for_home/product_finder/cameras/ef_lenses/fixed_focal_length/ef_35mm_f1.4l_ii_usm/

Die drei Nachteile des alten Objektivs, Koma, keine Wetterabdichtung und Chromatische Aberration/Purple Fringing hat Canon erfolgreich behoben. Die MTF sieht auch besser als beim Sigma 35mm Art aus, das ebenfalls nicht wetterabgedichtet ist.

Canon hat sogar ein neues optisches Element erfunden, um die Farbabweichung in den Griff zu bekommen. Diese bricht blaues Licht besonders stark und wird als dünne Schicht zwischen zwei Linsen eingebracht. UVP ist 2049€, das ist natürlich nicht wenig, aber dafür bekommt man auch das beste 35er der Welt. Ich denke, ich werde trotzdem mit dem zweitbesten hinkommen, das im Moment etwas mehr als ein Drittel kostet.

Digital Photo Professional 4.3.0

Canon hat gerade die neue Version seines Raw-Konverters herausgebracht, nicht nur mit Verbesserungen, sondern auch mit erweiterter Kamera-Kompatibilität. Während Anfangs nur aktuelle Vollformatkameras unterstützt wurden, kann die neue Version z.B. auch mit der EOS 1200D oder EOS M verwendet werden.

Download der kostenfreien Software unter: http://www.canon.de/support/consumer_products/products/cameras/digital_slr/eos_7d_mark_ii.aspx?type=download&softwaredetailid=tcm:83-1284571

Sie müssen nur die Seriennummer einer Canon-DSLR eingeben.

EOS 750D und 760D

Canon hat die dreistelligen EOS-Kameras eher inkrementell erneuert, der Unterschied zwischen der 650D und der 700D ist so klein, dass Canon die 650D aus dem Programm genommen hat und die 600D neben der 700D weiterverkauft hat. Bestimmte Eigenschaften wie die 63-Zonen-Belichtungsmessung waren schon historisch, oder wie der Marketingmensch lieber sagt: „bewährt“.

Die EOS 760D- Topdisplay und Daumenrad wie bei den großen DSLRs (Bild: Canon)

Die EOS 760D – Topdisplay und Daumenrad wie bei den großen DSLRs (Bild: Canon)

Plötzlich stellt Canon zwei statt einer Kamera vor und es wird mehr geändert als gleich bleibt. Die gemeinsamen neuen Eigenschaften der beiden Kameras umfassen:

  • Ein neuer 24MP-Sensor
  • Digic6-Prozessor
  • Neuer 19-Kreuzsensoren-AF (wie in der 70D oder der ersten 7D)
  • neue Belichtungsmessung (7.560-Pixel-Messsensor (RGB und IR))
  • Wifi mit NFC
  • Neuer AF für den Livebild-Modus (Hybrid CMOS AF III)
  • Flacker-Erkennung wie in der 7D Mark II

Die 760D kann gegenüber der 750D noch mehr:

  • LCD-Display auf der Oberseite wie bei den großen Canon-DSLRs
  • Daumenrad
  • kontinuierlicher AF bei Serienbildaufnahmen im Livebild-Modus (Damit ist die die erste Canon-DSLR überhaupt, die das kann)
  • HDR-Video
  • Augensensor, der das rückwärtige Display automatisch abschaltet

Die 760D kostet in Europa 60€ (das wären heute 64,2$) mehr, während Sie in den USA 100$ mehr kostet als die 750D. Allein Top-Display und Daumenrad wären für mich den Mehrpreis wert, die Bedienung wird dadurch deutlich angenehmer. Man hat die wichtigsten Daten immer sofort im Blick, ohne die Kamera vors Auge zu führen oder das stromfressende Display anzuschalten und das Daumenrad ermöglicht eine schnelle und intuitive Veränderung von Blende oder Belichtungskorrektur. Wie gut das HDR-Video ist, muss man abwarten, grundsätzlich sinnvoll ist es schon, da das Video nicht so einen hohen Dynamikumfang wie das RAW-Bild hat.

Ich denke, dass die beiden Kameras zu Recht wieder unter den meistverkauften Systemkameras landen werden, wer eine richtige Kamera haben will, die intuitive Bedienung und große Gestaltungsfreiheit bietet, gleichzeitig aber anfängertaugliche Automatikmodi und einen günstigen Preis, der liegt mit der 750D/760D richtig. Ambitioniertere Fotografen, die nicht so sehr auf die Motiv-Automatiken setzen sollten gleich zur 760D greifen, vor allem wegen der besseren Bedienbarkeit in den Kreativ-Modi.

 

 

Ein Blick in die Glaskugel für 2015

Das folgende ist vielleicht eine private Wunschliste, die sich an den Möglichkeiten orientiert, die langsam zur technischen Reife kommen.

Ich hoffe, dass wir 2015 folgende Dinge zu sehen bekommen werden:

  • Neue DSLRs von Canon, die die bestehenden in Auflösung und Dynamikumfang deutlich übertreffen. Auflösungen im Bereich von 46-54 MP sind bei einer Vollformat sinnvoll umzusetzen, Die Pixeldichte einer EOS 70D entspricht bei Vollformat 51,7 MP. Wichtiger ist aber ein verbesserter Dynamikumfang, den braucht man nämlich viel häufiger als hohe Auflösung.
  • Eine profitaugliche spiegellose Vollformatkamera. Die Sony A7-Reihe ist eine willkommene Ergänzung im Kameramarkt, in bestimmten Bereichen kann man mit den Kameras großartig arbeiten (Landschaft, Architektur z.B.), aber für den echten Allroundeinsatz fehlt es an AF-Leistung und das Bedienkonzept und die Handhabbarkeit könnten auch verbessert werden. Ich vermute, das Sony in dem Bereich zeigen wird, was Sie können. Wenn Sie nicht vorher von Nordkorea erledigt werden  😉
  • Studioblitzanlagen mit HSS. Ich schrieb ja schon in dem Artikel zur Photokina 2012, dass ich die Hersteller nerve, endlich Highspeedsync mit großen Akkugeneratoren zu ermöglichen. Es gab Nischenprodukte, aber die großen Hersteller haben sich zurückgehalten. Prophoto hat es nun endlich getan: http://www.profifoto.de/index.php?id=342&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=22495. Andere werden wohl folgen. Ich werde jedenfalls nichts mehr ohne HSS kaufen.
  • Echte Electronic Shutter. Ein Verschluss muss nicht mechanisch sein, der Sensor selbst kann sich und die Begrenzung der Belichtungszeit kümmern. Elektronische Verschlüsse werden ein Trend werden, ich hoffe, dass die dann so gut umgesetzt werden, dass man nicht mehr über Blitzsynchronzeiten nachdenken muss. Dannn würden die Blitzanlagenhersteller etwas spät kommen, aber es wird ja auch nicht gleich jeder mit einem elektronischen Verschluss arbeiten.
  • Größere Sensoren in spiegellosen Systemen. Nikon hat sein spiegelloses System viel zu klein dimensioniert, gegen die Konkurrenz durch Smartphones hat das System auf Dauer keine Chance. Eine Vollformat ist nicht unwahrscheinlich, selbst von Canon könnte so etwas kommen, wenn auch vielleicht noch nicht im nächsten Jahr. Und warum soll bei 24*36mm Schluss sein? Das erste echte Mittelformatsystem als Spiegellose kann auch vor der Tür stehen. Es gibt zwar schon Rückteile an kurzen Bodies wie von Alpa, aber das zähle ich noch nicht zu dem, was ich vom Markt erwarte.
  • Wind im Mittelformatmarkt. Mittelformat wird bezahlbarer werden. Pentax hat mit der 645Z gut vorgelegt, die Kamera ist mit knapp 8000€ nicht schlechter als andere für 25.000€. Das Objektivsystem kann noch etwas Ausbau vertragen. Da der Markt von unten Druck verspührt, werden auch andere Hersteller überlegen, ob sie nicht nach oben ausweichen. Der Markt ist da, allerdings wird die Qualität der kommenden Vollformatkameras es dem Mittelformat auch nicht leicht machen. Mittelformat wird bleiben, ob das auch für alle Mittelformathersteller gilt, oder ob sich das Feld da verschieben wird, ist eine zweite Frage.
  • Großartige Objektive. Man darf nicht vergessen, dass die Entwicklung im Objektivmarkt genauso groß war, wie bei den Kameras. Wir arbeiten teilweise noch mit alten Scherben, aber es werden auch 2015 ein paar Objetive auf den Markt kommen, die die älteren deutlich in den Schatten stellen. Sigma sollte ein 85er in der Art-Serie herausbringen.
  • 4K in normalen DSLRs. Die nächste Runde der Kameras sollte 4K-tauglich sein. Ob man für Video immer dazu greifen sollte, ist eine zweite Frage, aber die Möglichkeit 30 Bilder pro Sekunde in über 8MP aufzuzeichnen ist auch für Fotografen spannend.
  • Innovationen in der Suchertechnik. Auch in einer DSLR muss ein Sucher nicht nur eine Mattscheibe sein. Ob ein hybrider Sucher, der optische mit elektronischen Elementen so gut verbindet, dass er für Video und Spiegelreflexfotografie gleichermaßen geeignet ist, bereits nächstes Jahr kommt, weiß ich nicht, aber der Bedarf wäre da.

Ich erwarte, dass 2015 eines der spannendsten Jahre für die Entwicklung der Digitalfotografie wird. Ich beneide die Industrie nicht, denn es treten echte Sättigungsefekte im Markt ein, für viele ist das, was sie jetzt besitzen, einfach schon gut genug. Aber für die, die echte Leidenschaft besitzen und hohe Ansprüche haben, wird es aufregend bleiben. Ich gebe zu, dass meine Entwicklungserwartungen langsam überholt werden und es sind schon Dinge am Horizont zu erkennen, die noch verrückter sind. 21 Blenden Dynamikumfang? Dauert gar nicht mehr lange…

 

Canon: Zwei neue Weitwinkelobjektive

Canon wird heute zwei neue Objektive vorstellen, das EF 16-35mm f/4L IS und das 10-18mm f/4.5-5.6 EF-S IS STM. Das erste ist ein guter Nachfolger für das EF17-40mm f4L, aber mit IS und deutlich besserer Leistung, das zweite eine sehr günstige Möglichkeit, an einer APS-C-Kamera in den starken Weitwinkelbereich zu kommen.

http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/EF_Lenses/EF-S/EF-S_10-18mm_f4.5-5.6_IS_STM/index.aspx http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/EF_Lenses/Wide_zoom/EF_16-35mm_f4L_IS_USM/index.aspx

Canon:

Die Objektive sind voraussichtlich ab Ende Juni 2014 für
1019* Euro (EF 16-35mm 1:4L IS USM) und ab Ende Mai 2014 
für 279* Euro (EF-S 10-18mm 1:4,5-5,6 IS STM) erhältlich.

Update:

Ich habe inzwischen mit beiden gearbeitet und kann eine Kurzkritik abliefern:

EF 10-18mm: Die optische Qualität ist gut, der Fokusmotor flüsterleise (naja. eher unhörbar). Der Stabilisator ist auch bei einem Ultraweitwinkel sehr sinnvoll. Wenn man in einer dunklen Kirche mit ISO 800 noch etwas abblenden kann oder in der Dämmerung aus der Hand fotografiert, dann merkt man, dass ein IS in der Praxis eben doch sinnvoll ist, auch bei kurzen Brennweiten. Für alle, die nicht viel Geld ausgeben wollen, ist dieses Objektiv die beste Möglichkeit, in den starken Weitwinkelbereich zu kommen.

1/5s bei 18mm, f5,6 und ISO1250

1/5s bei 18mm, f5,6 und ISO1250

St-Joseph-10mm

1/4s bei f7,1, 10mm und ISO 640

EF 16-35mm f4L IS: toll verarbeitet, optisch sehr gut, erstaunlich wenig anfällig gegen Flares, filtertauglich, guter Bildstabilisator. Die anderen Weitwinkelzooms für Canon kommen an dieses Objektiv nicht heran. Das ist ein Arbeitspferd mit enorm guter Alttagstauglichkeit.

Update II: Und damit unterstützen auch Photoshop und Lightroom die neuen Objektive: http://labs.adobe.com/downloads/cameraraw8-6-cc.html