Erste Erfahrungen Canon EOS 5D Mk III

Seit knapp 5000 Auslösungen besitze ich eine 5D Mk III, genug, um einen ersten Eindruck mitteilen zu können.

Als ich zum ersten Mal eine 7D in die Hand nahm, war ich begeistert vom Gehäuse und wünschte mir, dass die nächste 5D davon etwas erben würde. Das hat sie und auch aus der 1-Serie gibt es einige Eigenschaften, die der 5D3 weitergegeben wurden. Ein 100%-Sucher, ein Profi-AF-System und gleichzeitige Nutzung von zwei Speicherkarten sind eher Merkmale einer High-End-Kamera. Die Mark III speilt also eine halbe Klasse höher als ihr Vorgänger, was sich auch im Preis niedergeschlagen hat. Manche Amateure sind deswegen verärgert, während für Profis, die damit die nächsten drei Jahre ihr Geld verdienen werden, die Höherpositionierung ein großer Vorteil ist, viele können so auf den Erwerb einer 1D-X verzichten, die das doppelte kosten würde.

Meine Eindrücke der neuen Kamera sind sehr positiv, der AF ist überirdisch gut, sogar besser als der der 1D Mk IV. Die 1D-X wird ihn noch etwas übertreffen, aber ob sonst eine weitere Kamera existiert, die besser ist, bleibt abzuwarten. Ich habe einige Tests mit Vögeln im Flug gemacht, das Tracking im AI-Servo-Modus ist selbst mit einem alten 300mm f2,8 ohne IS unfassbar gut. Auch wenn eine Ente die andere überholt und einen Moment abdeckt, ist die Schärfe sofort wieder da. Wenn man einen Vogel durch die Äste weiterverfolgt, lässt sich der AF nicht aus der Ruhe bringen. Es ist leicht, hervorragende Ergebnisse zu bekommen, auch wenn man sich in die Einstellungsmöglichkeiten des AFs noch kaum eingearbeitet hat.

Die ISO-Empfindlichkeit ist ca. 1,5 Blende besser, ISO 12.800 ist auf jeden Fall noch gut verwendbar, seine eigene Schmerzgrenze muss eh jeder selbst festlegen. Dass die Bilder weicher oder unschärfer sind, wie es in einigen Foren zu lesen ist, ist nichts worüber man sich sorgen machen müsste, meiner Erfahrung nach ist die Kamera eher schärfer abgestimmt als ihr Vorgänger. Noch ein paar Details, die mir an der neuen Kamera gut gefallen:

  • Soliderer Body, besser abgedichtet, kein Ausklappblitz
  • Eingebaute Wasserwage wie bei der 7D
  • Einblendbares Raster im Sucher (sogar richtig gut und der Sucher wird auch nicht dunkel, wenn man den Strom abschaltet)
  • Bessere Bedienung, arretierbares Modus-Wahlrad, gute Menüs, LiveView-Video-Schalter gut gelöst
  • Zweiter Joystick am Batteriegriff
  • Die gleichen Akkus wie bei der 5d Mk II
  • Sehr guter Bildschirm, Vergrößerung auf Pixellevel mit einem Tastendruck
  • Mikrofoneingang, touchsensitive Tonsteuerung am Klickwheel bei Video
  • Abblendknopf auf der richtigen Seite und belegbar mit anderen Funktionen
  • Viel bessere Belichtungskorrektur und Belichtungsreihen bis zu 7 Bildern
  • Das neue Blitzsystem ist das beste am Markt erhältiche

Gibt es auch Nachteile gegenüber dem Vorgänger?

  • Die Lupe liegt nicht mehr rechts oben sondern links an der Seite. Mann kann sich die Funktion aber auf den Set-Knopf legen und alles ist wieder gut
  • Der Body ist um 140g schwerer geworden, aber dafür ist die Qualität auch höher.
  • Preis. Aber das ist sie wert.

Soll man diese Kamera nun kaufen? Wer nur Landschaft und Architektur fotografiert und den Autofokus nicht braucht, der wird mit der 5D Mk II eine Kamera besitzen, die in den meisten Fällen sehr nah an die Bildqualität der Mk III herankommt, gerade bei gutem Licht. Wer aber Menschen, Tiere und andere bewegte Motive fotografiert und mit Vollformat arbeiten möchte, für den wird sich die Anschaffung in jedem Falle lohnen. Vielleicht ist es trotzdem nicht schlecht, noch ein paar Wochen zu warten, es kann sein, dass dann eine Kinderkrankheit behoben ist, die den Belichtungsmesser bei extrem schwachem Licht in Verbindung mit dem oberen LCD-Display betrifft. Wer die Kamera sofort haben möchte, sollte sich davon aber nicht bremsen lassen, mir ist kein Test gelungen, der dieser Kleinigkeit irgendwelche Auswirkungen in der fotografischen Praxis nachgewiesen hätte.


Mein Fazit: Ich bin sehr froh, das Canon diese Kamera nach den Anforderungen professioneller Fotografen konzipiert hat und nicht einfach die Megapixel erhöht hat und einen Mittelklasse-Af eingebaut hat. Mit hilft die Kamera jetzt schon, Bilder zu machen, die ich vorher nicht machen konnte. Die Lichtstarken Festbrennweiten sind jetzt erst perfekt benutzbar geworden, die Freiheit der AF-Punkt-Wahl auch bei AI-Servo lässt mich auch Action-Aufnahmen gut komponieren. Ich vermute, es wird noch einige Monate dauern, bis die meisten erfassen, wie gut diese Kamera wirklich geworden ist.

 

4 Gedanken zu „Erste Erfahrungen Canon EOS 5D Mk III

  1. Die EOS 5D Mark II ist aus gutem Grunde eine Kultkamera, mit der EOS 5D Mark III hat diese tolle Kamera den letzten Feinschliff erhalten und wurde richtig erwachsen. Ich bin Canon dankbar, die Pixel nicht weiter zu erhöhen, Autofokus, Handling und JPEG-Qualität sind gute und wichtige Ansatzpunkte, also ich finde die neue EOS 5D Mk III sehr gelungen und aufgewertet.

  2. Habe auch eine 5 D Mark iii

    Ich war der erste in meiner Stadt der iene haben durfte.

    Meine Leidenschaft für Fotos ist dank der 5 D Mark iii noch gestiegen.

    Besonders bei Nachtaufnahmen ist die Mark iii unschlagbar.

    Einen Nachteil hat Sie aber: Das sind die nur 150.000 Auslösungen.
    Das Muss Canon noch erhöhen.
    Die 1D x z.B. hat 400.000 Auslösungen. Da muss die 5 D Mark iii auch noch hin.
    Nikon hat bei vergleichbaren Modellen 250.000 Auslösungen.
    Aber würde für mich nie in Frage kommen. Ist zwar auch ein guten Kamera Hersteller aber kommt an Canon nicht ganz ran.

    Für alle die gern Fotografieren und eine Vollformat Kamera möchten.
    Kauft euch die 5 d Mark iii.
    Sie ist nur zu Empfehlen.

    • Bislang habe ich bei keiner Canon den Verschluss kaputt gekriegt. Ich kann mich an einen Test aus Ende der 90er erinnern, eine Minolta, eine Nikon und eine EOS 3 wurden dauerausgelöst, die (aus dem Gedächtnis) Minolta war bei ca. 90.000 weg, die Nikon bei 145.000 und die Canon bei knapp 450.000, obwohl die auch nur für 100-150.000 ausgelegt war. Ärgerlich ist es nur dann, wenn der Verschluss beim Kaputtgehen das Sensorglas beschädigt, ansonsten sind ca. 400€ (neuer Verschluss) für 150.000 Auslösungen wirklich nicht viel, auf Diafilm wären das ca.35.000€ gewesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.